Mai 11, 2008
Bei den serbischen Parlamentswahlen haben die proeuropäischen Kräfte entgegen den Vorwahlumfragen die Auseinandersetzung für sich entschieden. Die Bürger Serbiens waren wohl trotz der von ihnen als großes Unrecht empfundenen Amputation des Kosovo nicht in der Stimmung, sich dem autoritären Russland auszuliefern. Dieses Votum ist eine klare Absage gegen Ultranationalismus und panslawistische Großmachtsträume, und eine deutliche Befürwortung eines Kurses, der Serbien bald in den Verbund freier demokratischer Staaten der EU führen wird. Die antieuropäische und antisemitische Radikale Partei, für die sich zuletzt Österreichs FPÖ-Chef H.C. Strache ins Zeug gelegt hatte, erreichte nicht mal ansatzweise die ihr prognostizierten Stimmenanteile. Diese Wahl könnte Serbien auf den Weg dorthin bringen, wo es historisch und aktuell hingehört, nämlich nach Europa, was ein wichtiges Zeichen für den gesamten Balkan wäre. Jetzt bleibt noch zu hoffen, dass auch die kroatischen Nationalisten und Rechtsextremen bald auf dem Misthaufen der Geschichte enden und sich das Kosovo zu einem demokratischen und modernen muslimischen Staat entwickelt, und der Albtraum, in den diese Weltregion Anfang der 90er Jahre geschlittert war, könnte sich in einen schönen Neubeginn verwandeln. Euphorie ist freilich nicht gerechtfertigt, denn noch sind sie höchst präsent, die nationalistischen Spinner und Kriegstreiber, die religiösen Fanatiker und Faschisten. Dennoch ist heute ein “Danke” an die serbischen Wählerinnen und Wähler für ihre vernünftige Entscheidung angebracht.
Mai 11, 2008
Italiens Innenminister Roberto Maroni von der rechten Lega Nord will für “sein” Land das Schengen-Abkommen suspendieren und die Grenzkontrollen wieder einführen. Damit will er gegen Rumänen, vor allem aber Roma aus Osteuropa vorgehen. Tatsächlich haben sich viele Rumänen und (hauptsächlich rumänische) Zigeuner Italien als Einwanderungsland ausgesucht, nicht zuletzt, weil sich Sprache und Kultur ähneln. Zehntausende Rumänen leben und arbeiten in Italien und erledigen vor allem jene Jobs, für die sich die Italiener mittlerweile zu fein sind, wie zum Beispiel Altenbetreuung. Einige tausend dieser Rumänen gehören der Volksgruppe der Roma an, und vornehmlich gegen diese richtet sich der Populismus der Lega Nord. Tatsächlich neigen manche Mitglieder dieser Gruppe zu asozialem Verhalten und verdingen sich in der Kleinkriminalität, und bevor jetzt jemand “Rassismus” schreit: Das Nomadenvolk wurde und wird systhematisch ausgegrenzt und benachteiligt, was mit ein Grund dafür ist, dass manche Roma nicht immer auf gesellschaftlich erwünschte Weise zu Geld kommen können. Es gibt auch eine Tradition unter kleinen Teilen der Roma und Sinti, bezahlte Arbeit abzulehnen und sich in der Untergrundökonomie zu betätigen. Das weiß jeder, der in einem Land lebt, in dem es nennenswerte Roma-Minderheiten gibt. Fragen Sie mal Spanier, Franzosen, Rumänen, Ungarn usw! Das bedeutet aber keinesfalls, dass alle Roma Verbrecher wären. Eine Minderheit der Minderheit eckt halt an. Aber: NICHTS rechtfertigt den Vorstoß der italienischen Rechten, eine der größten Errungenschaften des europäischen Einigungsprozesses ruinieren zu wollen und die Grenzbalken wieder runterzulassen. Und unabhängig davon, dass der Umgang mit den Roma und ihren kulturellen Eigenheiten eine Herausforderung für die gesamte EU ist, ist es eine atemberaubende Frechheit, dass gewisse Politiker eines Landes, das es nicht schafft, mit dem organisierten Verbrechen fertig zu werden, ja das es nicht einmal fertig bringt, den Müll entsorgen zu lassen, nun die Bürger eines anderes EU-Landes kollektiv zu Gangstern abstempeln möchten. Die Rumänen können auf Italien verzichten, die italienische Wirtschaft aber kaum auf die rumänischen Arbeitskräfte.
Sollte der dummdreiste europafeindliche Plan der Lega Nord in die Tat umgesetzt werden, ist Italien für mich als Urlaubs- und Einkaufsland gestorben und ich werde selbstverständlich dafür sorgen, dass andere Menschen das auch so sehen. Sollte Italien wieder seine Grenzer im Kanaltal aufmarschieren lassen, dann sollte die EU bitte auch wieder Zölle auf Importe aus dem schönen Land mit den hässlichen Wahlergebnissen einheben.
Mai 11, 2008
Sollte der Schurkenstaat Iran jemals eine atomare Schlagkraft aufbauen, bleibt Israel nichts anderes übrig, als diese auszuschalten. Auch wenn es dazu selber zur Atombombe greifen muss, denn das kleine Israel verfügt zwar über eine Zweitschlagkapazität, doch würde diese außer der Bestrafung der Täter nichts mehr bringen, denn eine einzige A-Bombe würde ausreichen, Israel von der Landkarte zu tilgen, ganz so, wie es die Teheraner Antisemiten ja wünschen. Auch der israelische Historiker Benni Morris sieht das so und sagt das in einem Interview mit dem “Standard” ganz offen. Nachzulesen hier. Beachten Sie bitte die Leserkommentare, in denen Österreichs Judenfeinde vor Wut am Überkochen sind!
Der Gedanke an einen Atomschlag gegen Iran ist kein schöner, eher ein albtraumhafter, denn dann würde auch unsere Generation mit dem Bild von Hunderttausenden Menschen, die im nuklearen Feuer verdampfen, fertig werden müssen, aber Israel befindet sich leider in einer Situation vergleichbar damit, nachts in einer dunklen Gasse einem Raubmörder zu begegnen. Da hat man zwei Möglichkeiten: Man lässt sich abstechen oder man schlägt zuerst zu, und zwar so hart, dass der Kerl nicht mehr aufsteht. Eine winzige Hoffnung bleibt aber noch: Dass nämlich der kleine Junge, den der Raubmörder im Schlepptau hat, zur Vernuft kommt und ihm von hinten eins über die Rübe zieht, so dass die Gefahr gebannt ist. Sprich: Das iranische Volk könnte sich seines klerikalfschistischen Regimes entledigen und anschließend entweder völlig auf die Nutzung von Kernkraft verzichten, oder zumindest auf deren militärische Seite. Sollte dieser Fall nicht eintreten, wird der Zug leider bald abgefahren sein, denn die Mullahkratie des Iran setzt nicht nur ihre Politik zur Erringung der Dominanz im Nahen Osten mittels ihrer Auftragsmöder von Hizbollah und Hamas fort, sie bastelt auch immer hektischer an Nuklearwaffen.
Mai 10, 2008
In Israel feiert man das 60jährige Bestehen des Staates, doch die aktuelle Lage ist bedrückend. Der andauernde Beschuss aus dem Gazastreifen hat am Freitag erneut ein Todesopfer gefordert und im Libanon droht ein von der Hizbollah provozierter Bürgerkrieg, an dessen Ende im schlimmsten Fall ein von Iran und Syrien kontrollierter Staat stehen könnte mit der offiziellen Agenda, Israel zu vernichten. Die UNO hat natürlich keinen Finger gerührt, um die Hizbollah, wie es vorgesehen war, zu entwaffnen, sondern ließ zu, dass die “Partei Gottes” sich stärker bewaffnen konnte als je zuvor. Die Chancen auf Frieden in der Region sinken beinahe stündlich und in Israel weiß man nicht so recht, wie es weitergehn soll. Allein seit jahresbeginn schossen Araber 1.950 Raketen aus dem Gazastreifen auf israelisches Territorium. Nicht gerade ein Anreiz für die IDF, das Westjordanland zu räumen, denn es braucht keine Fantasie, sondern nur einen Blick auf die Landkarte um zu sehen, dass dann die israelischen Ballungsräume sämtlich in Schussweite von palästinensischen Raketen und Mörsern lägen. Auch eine Rückgabe der Golanhöhen und Ostjerusalems, wie sie nun wieder im Raum steht, dürfte fatale Folgen für die Sicherheit israelischer Bürger haben. Die derzeitige israelische Regierung sieht sich also vor Entscheidungen gestellt, bei denen es um nicht weniger als den Fortbestand der Existenz Israels geht. Hoffen wir, dass sie dieser Anforderung gewachsen ist.
Mai 8, 2008
Alles Gute zum Sechzigsten, Israel, du Land der Überlebenden und Überlebenskünstler, Land der Bedrohten, die drohen können müssen, um zu überleben, Land des Kibbuz und der kapitalistischen Sozialisten, Land der Denker und der Macher, Land des ständigen Provisoriums, Land der faulen Bürokratie und der findigen Bürger, Land der Waffenindustrie und der Pazifisten, Land der Poeten und der Spötter, du gesegnetes, verleumdetes, im Stich gelassenes, zerbombtes und mit Raketen beschossenes, mit vielen falschen geplagtes und nur von wenigen echten Freunden geschätztes kleines großes Land, für immer mögest du sein, damit sich nie wieder wiederhole, was deinem Volk seit Jahrhunderten angetan wurde, damit nie wieder eine Shoa sei. Feiere ausgiebig und ausgelassen, denn du hast es dir verdient. Und eines Tages, von dem kein Mensch weiß, wann er kommen wird, wirst du in Frieden leben können und deine Nachbarn werden nicht mehr versuchen, dich zu ermorden. Schalom und sei gesund!
Mai 7, 2008
Wer dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider traut oder auch nur ansatzweise meint, der Mann wäre ein rationaler und berechenbarer Politiker, ist selber schuld. So auch der Lindwurm, der irrtümlicherweise angenommen hatte, dass der Rechtsaußenpolitiker und seine groteske Partei BZÖ bezüglich des kroatischen Faschisten-Verherrlichers Marko “Thompson” Perkovic sich dem demokratischen Konsens im Lande angeschlossen hätten, da ja das BZÖ, wie auch SPÖ, ÖVP und die Grünen, gegen den Auftritt von Perkovich in St.Andrä gestimmt hatte. Aber Haider wäre nicht Haider, würde er diese Geste nicht sofort konterkarieren. Und wie er konterkariert! Er hat Perkovich als “Ehrengast” zur EM eingeladen. Ein Mann, der die Massenmörderbande Ustascha glorifiziert, bei seinen Konzerten Elemente nazistischer Massenveranstaltungen einbaut, öffentlich Sympathien für Kriegsverbrecher hegt und durch antisemitische Ausfälle aufgefallen ist, soll also als “Ehrengast” der Europameisterschaft beiwohnen? Ein Mann, der Hass zwischen den Völkern predigt, ist in Haiders Gedankenwelt würdig, einer völkerverbindenen Veranstaltung “die Ehre” seiner Anwesenheit zu geben? Bringt mir einen Kübel, ich muss kotzen!
Mai 5, 2008
Ein Mann aus Kuweit, abgefüllt bis in die letzte Bartspitze, hat in Warschau drei jüdische Jugendliche, die der in Auschwitz Ermordeten gedachten, vorübergehend als Geiseln genommen und damit gedroht, sich und seine Gefangenen in die Luft zu sprengen. Ein völlig besoffener Moslem, der so durch den Wind ist, dass er im ihm strengstens verbotenen Alkoholrausch meint, er würde seines Gottes Werk tun, indem er Juden umbringt - das gibt doch mal einen interessanten Fall für die Psychoanalyse.
Mai 2, 2008
Wie die “Presse” berichtet, wurde die Wiener Garde des Bundesheeres beim Papstbesuch im vergangenen Dezember mit “schießuntauglichen Waffen” ausgerüstet, weil sich unter den Gardisten Sympathisanten von Mohammed M., dem österreichischen Möchtegerntaliban, befunden haben sollen. Weit haben wir es gebracht.
Mai 2, 2008
Alfred Gusenbauer, österreichischer Bundeskanzler und SPÖ-Chef, nutzte seine Rede zum 1. Mai dazu, sich wie weiland Wolfgang Schüssel zu artikulieren und “Österreich zu verteidigen”. “Wir sind nicht für jeden Kriminellen verantwortlich”, donnerte er, den Inzestfall von Amstätten kommentierend, von der Tribüne, als ob das jemals jemand behauptet hätte. Aber es kam noch dicker: “Wir werden nicht zulassen, dass irgendjemand glaubt, unserer Jugend eine neue Erbsünde andichten zu können!“. Aha, und was war die “alte” Erbsünde? Vielleicht gar das Jahrtausendverbrechen der Nazis? Und falls ja, wie kommt Gusenbauer darauf, dass die Kinder und Enkel der Täter für die Verbrechen der Nazis verantwortlich seien? Vielleicht, weil er ganau weiß, dass es gerade in seiner Partei viele alte und neue Nazis gab und gibt? Vielleicht, weil gewisse SPÖ-Politiker immer wieder durch antisemitische Statements auffallen? Vielleicht, weil manche von diesen Politikern antisemitische Gastkommentare veröffentlichen und SPÖ-nahe Organisationen Verbindungen zum mörderischen Regime von Saddam Hussein hatten? Jenem Saddam Hussein, der jedem Mörder von Juden 25.000 Dollar bezahlte?
Oder liegen die Gründe für die in Gusenbauers Rede durchschimmernde Abwehrhaltung, die so verdächtig nach “Eine Ruh´muss sein” klingt, auch in jener Grundhaltung im Lande, wonach möglichst rasch die Tuchent über unangenehme Ereignisse gezogen werden muss, weil in Österreich eine “schlechte Nachred” als die viel größere Katastrophe gilt, als der Grund für den schlechten Ruf? Weil hier auch die Polizei vor allem danach zu trachten scheint, Fälle “abzuschließen”, statt sie umfassend aufzuklären, so wie ja das ganze Land schon seit Jahrzehnten eine Schlussstrichmentalität hat?
Das alles spielte sicherlich eine Rolle für den Text von Gusenbauers Maiansprache, doch das Hauptmotiv war natürlich, sich positive Schlagzeilen bei den Boulevardmedien zu sichern, die ja als Sprachrohr der österreichischen Befindlichkeit immer wieder gegen das “böse Ausland” kampagnisieren, welches “uns” arme gute Alpenländler einfach nicht verstehen will bzw. immer bösartig und absichtlich missversteht. Jedenfalls war das eine schwache, eine schlechte Rede, die Gusenbauer da gehalten hat. Eine durch und durch österreichische und daher moralisch fragwürdige Rede.
Mai 1, 2008
Venezuelas Präsidentenclown Hugo Chavez muss einen gewaltigen Muskelkater in den Armen haben, so intensiv, wie er sich sein eigenes Grab schaufelt. Nun hat er den größten Stahlkonzern des Landes, Sidor, enteignen lassen , weil dessen Aktionäre angeblich eine zu hohe Entschädigung für die geplante Verstaatlichung gefordert hätten. Hauptaktionär war mit 60 Prozent die belgische Gesellschaft Ternium SA, die jetzt Milliarden Euro abschreiben darf. Mit Aktionen wie dieser stellt Chavez sicher, dass kein ausländisches Unternehmen mehr in Venezuela investieren wird, denn wer ist schon scharf darauf zu riskieren, enteignet zu werden, wenn es dem Operetten-Diktator gerade in den Kram passt? Investitionsunsicherheit ist das schlimmste Gift für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Das haben auch die Chinesen kapiert, die ausländischen Investoren umfassende Garantien und Rechtssicherheit gewähren. Der Hugo hat hingegen nichts verstanden, und wie die Geschichte weitergeht, ist abzusehen: Den enteigneten Konzern werden nun Günstlinge von Chavez leiten, Parteibonzen oder Gewerkschafter, die von Wirtschaft keine Ahnung haben, und das Unternehmen wird in tiefrote Zahlen schlittern und vom Staat mit den Einnahmen aus dem Ölgeschäft künstlich am Leben gehalten werden müssen. Das Ölgeschäft wird auch das einzige sein, aus dem noch Devisen in das Land gespült werden, denn spätestens mit dieser jüngsten großen Enteignung wird niemand, der noch bei Verstand ist, Kapital in Venezuela investieren. Mit dem Land wird es steil beragab gehen und Chavez wird genau das tun, was autoritäre Führer in solchen Situationen immer tun: einen Außenfeind suchen bzw. Sündenböcke wie die von den Chavisten so verachteten Juden.