November 6, 2009

Standard-User – einfach zum Kotzen

Ein amerikanischer Armeepsychiater hat auf einer Militärbasis zwölf Menschen getötet und 31 zum Teil schwer verletzt, bevor er außer Gefecht gesetzt werden konnte. Ich will jetzt gar nicht näher darauf eingehen, dass sich der in Virginia geborene und aufgewachsene Mann als „Palästinenser“ halluziniert und in Internetblogs Selbsmordattentäter als Helden lobte. Ich möchte einmal mehr auf die Userkommentare des „Standard“ hinweisen, bei denen mir gerade das Frühstück wieder hochgekommen ist.

hahaha welcome to ford hoooood!!
home of armed americans:)
die schießen doch auf alles die amis:))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))

Spart Sprit und Logistik, Soldaten im eigenen Land zu entsorgen. Auf unfreiwillige Art senkt die USA den CO2-Ausstoß.

Wie auch immer hat dieser Vorfall vermutlich wertvolles, unschuldiges Leben in diversen Ländern (vorläufig) gerettet.

Es ist wie in manchen Vietnamfilmen bereits dargestellt, der Frust unter den Soldaten in einen sinnlosen verlorenen Krieg zu ziehen, ziellose ballerei mit täglich wechselnden am Würfeltisch entschiedenen Strategien, macht sich auf solch schreckliche Weise Luft. Ein von den Soldaten schickanierter Moslemkollege weiß sich dann eben nicht mehr anders zu helfen als blutige Rache zu nehmen.

soldaten sind zum sterben da… und wenn sie das intern regeln, umso besser. dann bleiben weniger übrig, um andere staaten zu verheeren.

Wer Tod in fernen Ländern sät,
ist auch daheim oft durchgedreht

Ein gruseliger Gedanke, sich mit solchen Vollidioten und Menschenfeinden ein Land teilen zu müssen.

November 5, 2009

Krebs: Es ist – fast – vorbei

Heute wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Diesmal „für immer“, will bedeuten: Die Therapie ist vorbei, ich muss noch zweimal zu einer ambulanten Nachbehandlung, dann in die PET-CT-Röhre, und dann habe ich das Gröbste wohl hinter mir. Nach sechs Monaten Krebstherapie fällt es mir nicht leicht, die richtigen Worte zu finden, aber ich möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich bei meiner behandelnden Ärztin, Frau Oberärztin Dr. Elisabeth Isak, bedanken, die mich höchst professionell, aber auch sehr freundlich und beeindruckend menschlich durch diese schweren Monate geführt und mich stets über jeden Behandlungsschritt aufgeklärt hat. Ein ganz dickes, von Herzen kommendes Dankeschön auch an die Krankenschwestern und Pfleger, von deren tiefer Humanität ich immer wieder aufs Neue begeistert war und die mir den Aufenthalt so angenehm wie es bei einer Chemotherapie nur sein kann gemacht haben und von denen ich niemals ein böses Wort zu hören bekam, sondern stets nur Aufmunterung und Trost. Ihr (ich hoffe, das Du-Wort ist angebracht) seid großartig! Manchmal, vor allem ganz zu Beginn und ganz am Ende der Therapie, ging es mir seelisch nicht besonders gut, aber das Team der Onkologie am LKH Klagenfurt hat geholfen, wo und wie es nur geht. In besseren Händen kann man als Kranker nicht sein! Hoffentlich lest ihr das, und hoffentlich lesen das auch die Krankenhausmanager und Politiker. Ich denke nicht, dass ich in Graz oder Wien an eine bessere und humanere Betreuung geraten wäre. Ob die Behandlung ein Erfolg war, wird sich erst nach der letzten PET-CT-Untersuchung sagen lassen, doch es sieht ganz gut aus und ich bin optimistisch. Wenn ich mehr weiß, werde ich darüber schreiben, wie auch mein Krebstagebuch noch nicht geschlossen wird, da es zum Thema Krebserkrankung noch viel zu schreiben geben wird, denn auch wenn die Krankheit aus dem Körper verschwunden sein wollte, in der Psyche bleibt sie wohl für immer haften.

November 4, 2009

Opel: War wohl nix

General Motors tut Deutschland, den Opel-Arbeitern und nicht zuletzt auch Frank Stronach einen Gefallen und stimmt dem Verkauf von Opel an Magna und die schwindelige russische Sberbank nun doch nicht zu. Damit wurde vermutlich eine der größten Abzockereien des europäischen Steuerzahlers aller Zeiten verhindert. Hat sich schon mal jemand die russischen Autowerke, die der Sberbank gehören, angesehen? Ich habe zumindest einen TV-Bericht darüber geguckt, und ich sah leere Fabrikshallen auf dem technische Stand der frühen 60er Jahre, totalsanierungsbedürftige Ruinen, in die dann die EU, ginge es nach Franz Strohsack, 4,5 Milliarden Euro pumpen hätte sollen! Und die deutsche Bundesregierung wohl nochmal so viel in Form von Garantien und Billigkrediten. Die Kohle wäre natürlich nicht in den rusischen Permafrustwerken oder bei den deuschen Opelmalochern gelandet, sondern – leider, leider – irgendwo zwischen Banken, Maschinenhändlern und Hintermännern aller Art verpufft. Sie wissen schon: Der gnadenlose freie Markt (lol). Onkel Frank mag sich ärgern, dass der Megadeal nicht klappt, aber er sollte sich freuen, dass die Autoindustrie auch in Hinkunft noch bei ihm einkaufen wird. In der deutschen Politik gibt man sich jetzt „verwundert“ bis „empört“. Kein Wunder, waren doch die Schmiergelder schon ausverhandelt…

Oktober 29, 2009

Noch eine Woche

Noch ein wenig Geduld, Lindwurmfreunde und Lindwurmhassser, in ungefähr einer Woche ist es wieder soweit: Der Blog wird in voller Pracht upgedated und sich wie gewohnt gegen alles und jeden stellen.

Bis dann

Lindwurm

Oktober 11, 2009

Kärnten pleite: Danke, Jörg!

Kärnten ist pleite, es droht die politische Entmündigung über die Zwangsverwaltung durch den Bund. Da hilft auch kein Kerzerlanzünden, kein Marterlaufstellen und kein Bittmessenabhalten mehr. Daher rufen wir Kärntnerinnen und Kärntner, die diesen Irrsinn nicht mitgemacht haben, nochmal in die Urne: „Danke, Jörg. Danke für die Ruinierung dieses Bundeslandes. Danke für dein Aufhetzen der Menschen gegeneinander. Danke für das von dir salonfähig gemachte Flirten mit nationalsozialistischen Parolen. Danke für deine Aufrufe an die Bevölkerung, ihre Nachbarn zu denunzieren. Danke für die Versorgung deiner Buberln mit Traumberufen und Millionen an Provsionen. Mögest du in der Hölle schmoren und möge in Bälde niemand mehr deiner gedenken!“

Und damit verabschiedet sich der Lindwurm für die nächsten Tage und Wochen für eine weitere Chemothereapie. See you all.

Oktober 11, 2009

Die BZÖ-Sonne fällt vom Himmel

Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler hatte die Bevölkerung aufgefordert, die Kärnten-Fahnen, die traditionell rund um den 10. Oktober aus vielen Fenstern gehängt werden, mit einem schwarzen Trauerflor zu umgeben, als Zeichen der Beweinung Jörg Haiders. In Klagenfurt war jedoch außer auf Öffentlichen Gebäuden keine einzige Kärnten-Flagge mit schwarzem Trauerband zu sehen. Kärntens BZÖ-Chef Uwe Scheuch, gegen dessen Partei gerade ein Konkursverfahren eröffnet wurde, strebt die Wiedervereinigung mit der FPÖ an. Der Mann weiß genau, dass das BZÖ nicht nur in den anderen Bundesländern keinen Fuß auf den Boden bekommt, sondern dass auch die Kärntner bereits in ihrer großen Mehrheit die Schnauze voll haben von der machtgeilen, aber völlig desorientierten Bande, die nach Haiders Verscheiden übrig blieb. Will Herr Scheuch (und dessen Bruder Kurt) also noch auf eine Zukunft als gut bezahlter Politfunktionär hoffen können, wird er auf den „Plan“, aus dem BZÖ eine liberale Wirtschaftspartei zu machen, pfeifen und sein Heil (Hitler?) unter den Fittichen von Hans-Christian Strache suchen. Die groß beworbene Haider-Ausstellung im Kreuzbergler Bergbaumuseum zieht, wie es der Lindwurm erwartet und prophezeit hatte, nicht die Massen an, auf die das BZÖ gehofft hatte. Nur wenige Hardcore-Haideranbeter verirrten sich am Eröffnungstag zu der Schau und vergossen Tränen über Jung-Jörgis Schaukelpferd, seine Kugelschreiber, ein Handy des verstorbenen Landesfürsten und andere Exponate von höchstem wissenschaftlichem Interesse. Falls das BZÖ nicht ab morgen zwangsweise ganze Schulen zum Besuch der Ausstellung verdonnert, wird wohl bald wieder Ruhe herrschen im Luftschutzstollen. Auch die tausenden Kerzen, die ein „unbekannter Gönner“ gespendet haben soll, werden inzwischen ohne die Auflage, sie an Haiders Unfallstelle oder vor dem Amt der Kärntner Landesregierung anzuzzünden, verschenkt. Klar, das BZÖ wird noch einmal seine Mitarbeiter dazu verdonnern, ein Kerzenmeer zu inszenieren, doch die Bevölkerung ist des Kults mittlerweile leid. Da nützen auch beinahe nordkoreanisch anmutenden Mega-Trauerfeierlichkeiten (im Klagenfurter Dom, an der Unfallstelle, in der Ossiacher Stifstkirche) nicht mehr. Wäre ich nicht krank, ich wäre versucht, mir die traurigen Trauerfeiern anzusehen und vergnügt zuzugucken, wie zB die für den Gedenkgottesdienst in Ossiach aufgestellten Außenlautsprecher, welche die vom BZÖ erhofften Tausendschaften von Haiderfans in den Genuss der Messe kommen lassen sollten, wieder still und heimlich abgebaut werden.

Der angebliche Haiderkult ist, ich wiederhole mich, ein künstlich von dessen zertrittenen und verwirrten Erben inszeniertes Schauspiel, bei dem außer BZÖ-Angestellten und einigen geistig Verwirrten niemand in Kärnten mitmacht. Spricht man heute Kärntnerinnen und Kärntner – auch solche rechter Gesinnung – auf Haider an, hört man selten freundliche Worte, denn es dämmert nun auch den Dümmsten, dass der Mann außer der höchsten Verschuldung Kärntens aller Zeiten  nichts hinterlassen hat. Das BZÖ kann also auch mit dem „Pfund Haider“ nicht mehr wuchern gehen, das vermeintliche Ass wird nicht mehr stechen in der politischen Auseinandersetzung. Daher beginnt bereits die Absetzbewegung prominenter BZÖler von diesem FPÖ-Spaltprodukt. Aber auch Strache braucht sich nicht voreilig die Hände zu reiben, denn dass alle ehemaligen Haiderwähler nun zu ihm überlaufen werden, ist alles andere als fix, auch in Kärnten nicht, wo Haider vor allem ehemalige Wähler der SPÖ mit seiner Almosenverteilung nach Gutsherrenart geködert hatte.

Oktober 11, 2009

Aus dem nordkoreanischen Paradies

Da am 21. Oktober in Klagenfurt eine Ausstellung des in Villach weltberühmten „Künstlers“ Wolfgang Bogner eröffnet wird, die „die Wahrheit über Nordkorea jenseits der jüdisch-imperialistischen Lügen“ zeigen soll, zitiere ich hier einfach mal aus einem Reisebericht des Magazins „GEO“, nicht gerade ein „jüdisch-imperialistisches Kampfblatt“ (außer natürlich für antisemitische antiimperialistische Verrückte, für die ALLES „jüdisch-imperialistisch“ ist, was ihre festgefahrene, stupide Weltsicht gefährden könnte).

Der Raum misst gut zehn Meter bis zur Decke. Wind aus einem Ventilator fächelt die Birkenblätter, das 24-Kanal-Mischpult ist im Gebüsch versteckt. Im Marmorboden ist ein heller Balken eingelassen, davor hängt, an zwei Chrompfosten befestigt, eine Kordel. Das ist der Platz für die Verbeugung: 45 Grad abgewinkelt an der Hüfte, den Blick gesenkt. Am 8. Juli 1996, dem zweiten Jahrestag seines Todes, ist Kim Il-sung, der „Große Führer“ Nordkoreas und Vater des jetzigen Diktators Kim Jong-il, also auch hier wieder auferstanden: als Geschenk der KP Chinas.

Die Bienenwachsfigur im Maßanzug, ausgestellt in Koreas „Museum der Völkerfreundschaft“, gleicht dem echten Kim Il-sung so sehr, dass Koreanern der Atem stockt, wenn sie den Raum betreten. „Viele beginnen zu weinen“, flüstert unsere Führerin. Gern würde ich einen weinenden Koreaner befragen, doch da ist niemand. Tausende besuchten das Museum jeden Tag, nur eben heute nicht, versichert unsere Führerin. Sie ist ohnehin die Einzige, die hier die Erlaubnis hat, mit uns zu sprechen; weitere Interviews sind im Protokoll nicht vorgesehen. (…)

Über zehn Atomwaffen soll das Land verfügen; wir sehen Raketen auf einem Gemälde im Kindergarten. Mindestens eine Million Menschen sind in den vergangenen Jahren an Hunger gestorben; wir sehen die Entbehrungen in den ausgezehrten Körpern der Kinder, die neben der Autobahn im Dreck stehen und Mais verkaufen. 100 000 Menschen schuften sich in Arbeitslagern langsam zu Tode; wir sehen die Angst im Auge unserer Gegenüber, die Furcht aller, etwas Falsches zu sagen. Was wir sehen dürfen, ist wo irgend möglich frisch gestrichen. Eine Inszenierung, ein Schauspiel, das Lebenswerk des Kim Il-sung, der angeblich 10 000 Bücher geschrieben hat: ein Theaterstück mit 23 Millionen Statisten. (…)

Zwölf Jahre nach dem Ableben des geliebten Führers ist es, als wäre er nie gestorben: Kein Tag vergeht, an dem wir nicht Dutzende Male in sein Antlitz blicken. Alle Erwachsenen tragen sein Bildnis als Anstecknadel am Revers, nur an der Arbeitskleidung nicht, um das Bild nicht zu beschmutzen. In allen Kindergärten, Schulen, in jedem Wagen der Pjöngjanger U-Bahn, in allen Wohnzimmern hängt ein Porträt des Staatsgründers. Es soll im Land 35 000 Monumente zu seinen Ehren geben, die größten so hoch wie zehnstöckige Häuser. Zeitungen, in denen sein Bild erscheint, dürfen nicht weggeworfen werden. Briefmarken mit seinem Abbild können nicht benutzt werden, weil kein Postbeamter es wagen würde, einen Stempel in das Gesicht des Großen Führers zu setzen. (…)

Wer Kim Il-sung nur als historische Figur begreift, wird nicht verstehen, warum die Augen vieler Nordkoreaner glänzen, wenn sie vom Großen Führer sprechen. Auch wenn die Verfassung das Land als sozialistischen Staat definiert – Nordkoreas Motto „Einer für Alle, Alle für Einen!“ steht für das säkulare Äquivalent eines Gottesstaats. Kim Il-sung hat dieses Paralleluniversum erschaffen; Schöpfer und Prophet in einem, hat er auch die Heiligen Schriften geschrieben, über deren korrekte Auslegung die Ideologen bis heute debattieren. Wie Religionswächter achten Spitzel und Geheimpolizisten darauf, dass niemand vom Pfad der Tugend abweicht. (…)

Die Filmbibliothek des Diktators, ein dreistöckiges Gebäude mit 250 Angestellten, umfasst 15 000 Filme – die meisten davon im Land streng indiziert. Seit Jahrzehnten dirigiert Kim Jongil die Staatliche Filmindustrie. Anfangs, als deren gehirngewaschene Regisseure keine guten Filme zustande brachten, saß er nachts selbst im Schneideraum. Schließlich ließ er den bekanntesten Regisseur Südkoreas nach Pjöngjang entführen, steckte ihn erst für fünf Jahre in ein Arbeitslager und dann in ein marmorgetäfeltes Büro. Schon in den 1960er Jahren betrieb Kim Jong-il, noch keine 30 Jahre alt, die koreanische Kulturrevolution, um sich die Bilder untertan zu machen. Er ließ alle abstrakte Kunst aus dem Land verbannen, gründete ein Literarisches Institut, eine Filmschule und eine Kunstakademie. Einziger Zweck der drei Akademien: die Darstellung des Großen Führers zu perfektionieren.(…)

Auch wenn die Führung der Volksrepublik sogar auf Importmaschinen in ihren Fabriken koreanische Typenschilder klebt, um den Eindruck zu erwecken, sie seien koreanischer Bauart, und so Autokratie suggeriert, sickert in Wahrheit der Kapitalismus durch alle Ritzen des maroden Bollwerks, das zu einem der ärmsten Länder der Welt geworden ist. Das staatliche Versorgungssystem, in der Hungersnot Ende der 1990er Jahre zusammengebrochen, erreicht nur einen Teil der Hilfsbedürftigen.

Wir sehen eine Bäuerin, die Enten und ein zerlegtes Schwein verkauft. Sie verdient damit 210 000 koreanische Won im Monat, 70 Euro. Die Waren auf dem Markt sind für die meisten Menschen im Land jedoch unerreichbar: Eine Näherin verdient einen Euro, ein Minenarbeiter fünf Euro im Monat. Falls die Löhne überhaupt bezahlt werden, was in den vergangenen Jahren nur noch unregelmäßig der Fall gewesen sein soll. „Kim Jong-il ist bankrott. Das Regime lebt von der Hand in den Mund“, sagt der westliche Diplomat mit gedämpfter Stimme, wir sitzen im Partykeller des Welternährungsprogramms, vor Jahren als Kontaktbörse für jene Ausländer eingerichtet, die in Pjöngjang arbeiten. Seit das Regime im Herbst 2005 die meisten Hilfsorganisationen des Landes verwiesen hat, ist es einsam geworden in Pjöngjangs Fremdenghetto. Weniger als 100 Ausländer leben im Land. Der Diplomat trägt Sandalen, Shorts, ein T-Shirt und will anonym bleiben. „Die Militärs gewinnen wieder an Einfluss. Reformen werden Stück für Stück zurückgenommen. Kim Jong-il rettet sich von einem Tag zum nächsten. Und sei es mit Geldfälschung und Drogenschmuggel.“ Warum sind die Reformen gescheitert? „Sie finden keinen Weg, die Marktwirtschaft mit der Philosophie Kim Il-sungs in Übereinstimmung zu bringen. Der innerste Zirkel der Macht zerfleischt sich in mönchischen Diskussionen darüber, wie Seine Worte auszulegen sind.“ Gott hat sein Volk in die Wüste geführt und es angewiesen, im Kreis zu gehen.(…)

Als wir spät nachts zurück ins Hotel gefahren werden, passieren wir am Ufer des Taedonggang das Nachtlager eines Bataillons. Hunderte Soldaten scharen sich um Lagerfeuer. Sonst ist niemand unterwegs. Dunkelheit hat die Boulevards verschluckt. Auf nächtlichen Satellitenfotos, auf denen die bewohnte Welt einem Netz aus Myriaden strahlender Galaxien gleicht, erscheint Nordkorea als Schwarzes Loch.

Was sagt eigentlich die jüdisch-imperialistische Propagandaorganisation „Amnesty International“ über Nordkorea? DasDie Regierung Nordkoreas trifft eine Mitschuld am Hungertod hunderttausender Nordkoreaner. Sie setzt die Nahrungsmittelknappheit zur Unterdrückung von Kritik ein und reagiert auf Überlebensstrategien der Bevölkerung mit drakonischen Strafen. Zu diesem Schluss gelangt ein heute veröffentlichter Bericht von amnesty international (ai).  In Nordkorea herrscht seit fast einem Jahrzehnt Nahrungsmittelknappheit und endemischer Hunger, der Hunderttausende Nordkoreaner das Leben gekostet hat, vor allem Kinder, Frauen und alte Menschen. Millionen von Kindern leiden an chronischer Unterernährung. Naturkatastrophen, der Verlust der Unterstützung durch die frühere Sowjetunion und Missmanagement sind die Hauptursachen. Hinzu kommt, dass die Regierung Nahrungsmittel ungleich verteilt. Sie bevorteilt die ökonomisch aktiven und politisch loyalen Bürger. Gleichzeitig hindert sie die Bevölkerung, ihre Dörfer oder Städte für die Suche nach besseren Lebensbedingungen zu verlassen. Sie behindert auch die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen. „Die nordkoreanische Regierung muss das Menschenrecht auf Nahrung achten, das im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte festgeschrieben ist“, sagte Roland Brauckmann, Nordkorea-Experte von ai. Nordkorea ist Vertragsstaat dieses UN-Paktes.

Und das: Die Familien trifft es am härtesten. Drei Viertel aller Haushalte in Nordkorea haben nach Angaben von Amnesty International 2008 ihre Nahrungsmittelrationen reduzieren müssen. Diktator Kim Jong Il könne seine Bevölkerung schon lange nicht mehr mit genügend Lebensmitteln versorgen, sagt Nicolas Beger, Leiter des EU-Büros von Amnesty International. Er stellte jetzt in Berlin den aktuellen Jahresbericht seiner Organisation vor und hatte wenig Erfreuliches zu verkünden – insbesondere zur Situation in Nordkorea. „Man kann davon ausgehen, dass dort viele Millionen Menschen von Hunger bedroht sind“, sagt Beger. Genaue Zahlen kann er nicht nennen, da weder Amnesty noch viele andere staatlich unabhängige Organisationen Zugang zu Nordkorea haben. Beger beklagt, dass „es mittlerweile fast unmöglich ist, aus dem Land heraus zu telefonieren“. Die Regierung unterbinde Ferngespräche, um Nachrichten über die akute Nahrungsmittelknappheit nicht in die Welt dringen zu lassen. Während Diktator Kim Jong Il die internationale Staatengemeinschaft mit Atomwaffentests und Drohungen gegen den verhassten Klassenfeind Südkorea provoziert, verzeichnet Amnesty International in seinem Bericht einen drastischen Rückgang der Produktion und der Einfuhr von Nahrungsmitteln. Dabei war Nordkorea schon immer auf Lebensmittelimporte angewiesen. Auch unter guten Bedingungen kann die eigene Landwirtschaft lediglich 80 Prozent der erforderlichen Mengen produzieren. Es stehen schlicht nicht genügend Agrarflächen zur Verfügung. Im Amnesty-Bericht heißt es dazu: „Viele Menschen sehen sich gezwungen, nach wild wachsenden Pflanzen zu suchen, die einen niedrigen Nährwert haben und Verdauungsprobleme verursachen.“

Statt die Ernährung der 23 Millionen Menschen in seinem Land sicherzustellen, unterhält der Diktator lieber ein teures Atomwaffenprogramm und die im Vergleich zur Bevölkerung größte Armee der Welt. 1,2 Millionen Soldaten stehen im Dienste des kommunistischen Regimes. Angesichts dieser Prioritätensetzung sei kaum verwunderlich, dass sich Kim Jong Il wenig um die Einhaltung von politischen Menschenrechten schert, sagt Sam Zarifi, Asien-Experte bei Amnesty in London. “Ein Recht auf freie Meinungsäußerung existiert in Nordkorea nicht“, sagt Zarifi. „Es ist wohl der stillste Ort auf dem Planeten.“ Die Regierung übe eine rigide Kontrolle über die Medien aus und schränke auch die Religionsausübung massiv ein. Nach Informationen von Amnesty nehmen die örtlichen Behörden Personen in Haft, die südkoreanische Videos anschauen oder nicht genehmigte Mobiltelefone besitzen.

Ein besonders netter Aspekt des Landes, in dem es „keine Ausländer und keine Asylanten und kein Gesindel“ gibt (Fotograf und „Künstler“ Wolfgang Bogner in Übereinstimmung mit dem BZÖ-Landtagspräsidenten Josef Lobning) sind die Arbeitslager, in denen Menschen, die durch den jüdisch-imperialistischen Wunsch nach Nahrung und Freiheit vom Pfad der kommunistischen Tugend abgekommen sind, durch körperliche Betätigung gebessert werden. Lesen wir mal nach: Nach Schätzungen des Augenzeugen Ahn Myong Chol werden in dem Camp 22 bei Haengjong nahe der Grenze zu China etwa 50.000 Menschen festgehalten. Die meisten seien politische Gefangene. Es handelt sich um eines der größten nordkoreanischen Zwangslager. Laut Ahn ist das Camp 22 von einem drei Meter hohen Stacheldrahtzaun umgeben, dort gebe es auch Minenfelder und Fußangeln. Der Mann gab an, dort bis 1994 Aufseher gewesen zu sein. Die Gefangenen müssen demnach in der Landwirtschaft oder in Bergwerken arbeiten. Viele sterben an Krankheiten, Entkräftung, Unterernährung oder Folter.

Die jüdisch-imperialistische „Gesellschaft für Menschenrechte“ hat über die Zustände im sozialistischen Utopia natürlich auch was zum Nörgeln gefundenDie Lager wurden Ende der fünfziger Jahre eingerichtet für „politische Kriminelle“ und Gegner Kim II Sungs innerhalb der Partei. Die Zahl der Lagerinsassen stieg 1980 nach einer großen »Säuberung« stark an, der die unterlegenen Gegner der auf dem VI. Parteitag der Partei der Arbeit beschlossenen Institutionalisierung eines dynastischen Kommunismus zum Opfer fielen.  Einige Lager, so etwa das Lager Nr. 15 in der Yodok-Zone, sind unterteilt in eine „Abteilung für Revolutioninarisierung“, deren Insassen darauf hoffen können, eines Tages wieder in die Welt draußen zurückkehren zu können, und einen „Hochsicherheitsbereich“, den niemand lebend verläßt.(…) Die wenigen Überläufer, die durch solche Lager gegangen sind, geben erschreckende Beschreibungen: hoher Stacheldraht, Schäferhunde, bewaffnete Wärter, ringsherum Minenfelder. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist völlig unzureichend, die Isolierung von der Außenwelt perfekt, die Arbeit hart (zwölf Stunden täglich Einsatz im Bergwerk, im Steinbruch, beim Ausheben von Bewässerungskanälen, bei Holzfällarbeiten, dazu kommen noch zwei Stunden „politische Erziehung“). Der Hunger ist die wohl schlimmste Folter, die Häftlinge fangen und essen Frösche, Ratten, Regenwürmer. Auch Folter und sexuelle Quälereien gehören zum grauenvollen Alltag der nordkoreanischen Gefangenen. (…) Zu ergänzen ist noch, daß in den Augen des Regimes immer die gesamte Familie schuldig ist: Ganze Familien finden sich im Lager wieder, weil ein Familienmitglied verurteilt wurde.

Kürzlich hat ein ehemaliger Wärter eines Lagers in der Zone Hoiryong eine sehr eindrucksvolle Schilderung abgegeben. Der Mann namens An Myung Chul, der im Jahre 1994 nach China floh und von dort weiter nach Seoul, hat unser Wissen über die koreanischen Konzentrationslager beträchtlich vergrößert. (8) Er berichtete, wie „schlechte Subjekte“ zur Hinrichtung ausgewählt werden: „Ungehorsame, Aufrührer, Mörder, schwangere Frauen (den Häftlingen sind jegliche sexuelle Beziehungen formell untersagt), Menschen, die Vieh getötet haben, und solche, die für die Produktion bestimmtes Material zerstört haben. Im Kerker steckt man ihnen ein großes Holzstück zwischen die nach hinten gefesselten Beine und den Hintern, und dann müssen sie sich hinknien. Das Holzstück hemmt die Blutzirkulation, was bleibende Schäden verursacht, und selbst wenn man sie freiließe, könnten sie nicht mehr laufen und würden innerhalb von Monaten sterben“.

Wissen sie, liebe Leserinnen und Leser, wie ich Menschen nenne, die so ein Regime verteidigen, und wie ich jene Menschen bezeichne, die den Verteidigern dieses Regimes ein öffentliches Gebäude zur Verbreitung ihrer ekelhaften Propaganda bereitstellen? Sympathisanten von Massenmördern. Die demokratischen Parteien Kärntens und die Zivilgesellschaft sind aufgefordert, die Nordkoreaverherrlichung zu verhindern sowie den „Künstler“ und den Landtagspräsidenten wegen Volksverhetzung anzuzeigen, um sich mit aller Deutlichkeit auf die Seite von Demokratie und Rechtsstaat zu stellen. Der Haider-Totenkult im Bunker ist schon peinlich und gruselig genug, wir brauchen nicht auch noch diese Werbeveranstaltung für eines der schlimmsten Regime der Welt.

Oktober 10, 2009

Land of the Dead

Die Haiderausstellung oder, geht es nach dem Willen des BZÖ, das „Haidermuseum“ ist genau das geworden, was man erwarten durfte: Eine widerliche Mischung aus Nekrophilie, Geschichtsfälschung, Verharmlosung der NS-Zeit und der Arisierungen, Freisprechung alter Nazis von ihrer Schuld und der Verbreitung von Verschwörungstheorien, die der kärntner Polizei, der Gerichtsmedizin und der Justiz den orangen Stinkefinger zeigen.

Unterdessen hat das BZÖ, zusammen mit echten Geisteskranken, wieder ein paar Kerzerln an der Unglücksstelle und vor der Landesregierung aufstellen lassen. Der Totenkult geht weiter, obwohl er der Mehrheit der Kärntnerinnen und Kärntner bereits ganz woanders vorbei geht. Es hier schon ein ganz seltsames Ländchen. Außer Leichenverehrung, Nordkoreaverherrlichung und Schuldenmachen geht scheinbar nix. Das alles riecht streng nach Tod und Endzeit.

Oktober 10, 2009

Nordkoreaausstellung und: Who the bloody fuck is Wolfgang Bogner?

Bei der Nordkoreaausstellung des antiimperialistischen Fotografen Wolfgang Bogner, die am 21. Oktober im Kärntner Landhaus eröffnet werden soll, habe ich mich bereits gefragt, warum denn der „Künstler“ und der Kärntner Landtag in der Einladung nur davon schwärmten, dass es in Kim Yong-Ils Reich „keine Ausländer, keine Asylanten und kein Gesindel“ gäbe, die Zustände in Wahrheit dem Paradies recht nahe kämen und alles andere bloß „imperialistische Propaganda“ sei, aber warum nicht auch darauf hingewiesen wurde, dass sicherlich die Juden am schlechten Image Nordkoreas schuld seien. Aber ich habe mich zu früh gefragt, denn die Antwort kam sogleich, zitiert aus dem „Standard“: Nordkorea sei, anders als im Westen kolportiert, „nicht im Chaos“ . Warum dieser Eindruck im Westen entstehe? Es sei eine „böse Lügen-Propaganda der jüdisch-imperialistischen Aggressoren aus den USA“ . Bogner im Gespräch mit dem Standard: „Ein provokanter Text, gebe ich zu. Provokation ist eine ursächliche Aufgabe der Künstler. Ich zitiere ja nur die Koreaner. Ich will die Wahrheit verbreiten, dass Korea nicht im Chaos liegt, dass die Leute freundlich sind, nicht hungern müssen, dass sie fröhlich sind und alle eine Arbeit haben.“ Und es sei ihm noch etwas in Nordkorea aufgefallen, schreibt Bogner im Begleittext: „Deutschland und Österreich genießen Sympathien: beide Länder kämpften gegen die amerikanischen Imperialisten und hatten deren Bombardements zu erdulden (…) Interessant war ein hochverehrter Dynastie-Gründer, der auf einem riesigen Gemälde die rechte Hand wie zum deutschen Gruß erhebt. Meine beiden Begleiter wussten genau Bescheid über die Bedeutung dieser heutzutage umstrittenen Armbewegung.“

Ist schon eine Sauerei, ein jüdisch-imperialistisches Aggressorenkomplott vermutlich, was heutzutage alles als „umstrittene Armbewegung“ gilt. Zum Glück wissen die Nordkoreaner laut Bogner zu schätzen, dass der Gröaz (der größte Antiimperialist aller Zeiten) Adolf Hitler gegen die „amerikanischen Imperialisten“ kämpfte, weswegen „Deutschland und Österreich (in Nordkorea, Anm.) Sympathien genießen“

Fassen wir mal zusammen: Das Land Kärnten stellt eine seiner Gallerien einem Mann zur Verfügung, der für eine der schrecklichsten und gefährlichsten Diktaturen der Welt die Propagandatrommel rührt, dies mit einer Überdosis Antisemitismus garniert und dazu noch die Nordkoreaner als Nazi-Gesinnungsfreunde halluziniert und vereinnahmt. Der für das Landhaus verantwortliche BZÖ-Landtagspräsident Josef Lobnig stellt dem eingebräunten Antiimperialisten nicht nur Räumlichkeiten des Landes Kärnten zur Verfügung, er springt Bogner auch ideologisch zur Seite und faselt (besoffen?): „Bogner versucht zu dokumentieren, dass diese Lügenpropaganda nicht stimmt, dass das Land frei ist, dass die Menschen dort nicht in Armut leben und ihre Kultur leben dürfen.“ Nachdem ein großer medialer Wirbel losgebrochen ist, zieht sich Lobnig nun auf „die Freiheit der Kunst“ zurück und will den Inhalt der Ausstellung plötzlich nicht mehr kommentieren (nachdem er wohl parteiintern wegen Verherrlichung eines kommunistischen Regimes ein paar auf die Fresse gekriegt hat, vermute ich).

Wer zum Henker ist aber dieser Wolfgang Bogner, und könnte es sein, dass hier ein gerissener Künstler mit bösestem Humor eine Riesen-Medienverarsche abzieht und die Kärntner Politiker als die Schafe, die sie sind, entlarvt? Nein, das ist leider nicht der Fall. Ich zitiere mal ein bisschen aus seiner Homepage (oder ist es doch eine „Heimatseite„?):  Vom kubanischen Kulturministerium eingeladen verbrachte der Villacher Fotokünstler und Schriftsteller im Winter 2008/9 einige Monate auf der Karibikinsel. (…) Auch mehrere Lesungen seiner ins Spanische übersetzten Texte hielt Bogner, u.a. im großen Teatro Heredia in Santiago de Cuba. Besonders beliebt waren im Kommunistenstaat Kuba seine zeitkritisch-ironischen Essays, die westliche Konsumgesellschaft aufs Korn nehmend. Neben vielfachen regionalen Radio- und Fernseh-Interviews hat auch das nationale kubanische TV zwei Kurzberichte ausgestrahlt. Mehr als einen Monat hat Wolfgang Bogner auch auf dem Land gelebt, in einfachen Holzhäusern ohne Fließwasser, mit Ochsen, Pferden und Hühnern, gekocht mit offenem Feuer, geschlafen unter einem Moskitonetz…

Wundert es einen, dass ein Typ, der Fließwasser, motorisierten Verkehr und Elektifizierung offensichtlich als Auswüchse der „westlichen Konsumgesellschaft“ verachtet, in Nordkorea, diesem Kuba hoch zwei, seinen Himmel auf Erden fand? An Kuba wird ihn wohl ein wenig gestört  haben, dass es nicht ganz so „ausländer- und asylantenfrei“ ist wie die asiatische Volksrepublik. Dafür gab es als Ausgleich Moskitonetzromantik.

Aufschlussreich finde ich dieses Gedicht von Bogner, nach dessen Lektüre bitte jeder meiner Leser sein eigenes Urteil über den Geisteszustand des Verfassers fällen sollte:

Leichter Sinn,
sinniert Chrissinne leicht besinnlich,
sei nicht Leichtsinn, keinesfalls,
Besinnung auf die Sinne,
leicht, grazil, leichtflügelig,
sinnt Chrissinne hehren Sinnes weiter,
neue, leichte Sinneswege zu ersinnen,
einer Leichtigkeit der freien Sinne
sinnvoll zu besinnen sich,
vorzusinnen anstatt nachzusinnen,
hellzusinnen anstatt trübzusinnen
schaffe weite Sinnesräume,
überweite Sinnesträume,
übersinnt Chrissinne,
sinnlich sehr in ihrem Sinnen!
Leicht sinnig sei nicht leichtsinnig,
welch sinnlose Unsinne, Stumpfsinne,
erregt sie sich, Chrissinne,
federleicht, gedankenleicht,
in gleitender Besinnlichkeit
sich zu entsinnen
der schwingend leichten Sinnesfreuden,
aus dem Tiefsinn aufzuschweben
in die endlos hohen Sinneswelten
hoch empor zur klaren Leicht-Sinnigkeit,
zeuge nie gesehene Sinnesreiche,
versinnt verzückt in diesem Sinne,
die weise Chrissinne.

Ok, der Mann ist Künstler, und wohl keiner von der Sorte, die ein Nichtsnutzsasein bloß mit dieser Berufsbezeichnung tarnen wollen, denn Bogner ist immerhin in einigen öffentlichen Kunstsammlungen vertreten (Bundeskanzleramt/Artothek des Bundes; Museum Moderner Kunst Kärnten; Städte Klagenfurt, Traun, Wels, Villach; Gem. Aschach/D.; Städte Rom, Urbania, Borgo Pace, Gradisca d’Isonzo; Il Fotogramma/Rom, Le Venezie/Treviso). Kunst und ganz ganz üble politische Ansichten schließen einander bekanntlich nicht aus, wobei ich kein Kunstkritiker bin und mir daher kein Urteil über die Qualität seines Werks anmaße (außer, dass das zitierte Gedicht Scheiße zum Quadrat ist). Nur eines ist klar: Bogner gehört nicht zu den Großen des Kunstbetriebs,  seine Abhängigkeit von öffentlichen Sammlungen spricht auch nicht dafür, dass hier ein Genie am Werk ist.

Und Bogner hat sich als widerlicher Antisemit und Hasser des Westens geoutet, bei dem sogar die Spinner von der Antiimperialistischen Koordination noch was lernen könnten. Von mir aus soll er als Künstler Narrenfreiheit genießen, doch dass er Atomwaffentechnologieproliferanten und Riesengulags wie Nordkorea mit Unterstützung des österreichischen Steuerzahlers glorifizieren darf, ist einer der größten Skandale, die der hiesige Kulturbetrieb je hervorgebracht hat. Wenn Bogner schon eine Ausstellung über die von den bösen amerikanischen Judenimperialisten drangsalierten reinrassigen Edelmenschen des nordkoreanischen Terrorstaates machen will, soll er dies bei seinem Stammwirten tun und bitte nicht in einem dem Land Kärnten gehörenden Gebäude!     

Oktober 9, 2009

Nobelpreis für Träume

Im Nobelpreiskomitee von Oslo müssen ganz interessante Kerlchen sitzen. Vor allem bei der Verleihung des Friedensnobelpreises zeigten uns diese Kerlchen immer wieder eine verblüffende Sicht, welche Personen einer solchen Ehrung würdig seien. Da fallen dem Lindwurm beispielsweise Jassir Arafat, Shimon Peres und Jitzhak Rabin ein, drei Personen, die im Laufe ihres Lebens aus unterschiedlichen Motiven doch öfters mal das Badezimmer aufsuchen mussten, um das Blut von ihren Händen zu waschen (auch bei Verteidigungskriegen macht man sich die Hände schmutzig). Oder denken wir an Henry Kissinger. Die tausenden Opfer der „Operation Condor“ und die ca. 60.000 massakrierten Bewohner Osttimors hätten sicher begeistert in die Hände geklatscht bei der Verleihung des Preises an ihn, wären sie nicht, leider leider, tot gewesen.

Und nun also Barack Obama, ein amtierender US-Präsidert,  der gerade zwei Kriege führt und zumindest im Wahlkampf versprochen hatte, den einen der beiden, nämlich den in Afghanistan, deutlich zu intensivieren. Es hilft, diese seltsam anmutende Angelegenheit zu verstehen, wenn man genau hinsieht, wofür Obama geehrt wird, nämlich für „Einsatz um internationale Diplomatie und Verständigung zwischen den Völkern“. Er kriegt den Nobelpreis also nicht für einen geschlossenen Frieden, eine befriedete Nation oder Region, sondern  für´s Reden schwingen und „Hände ausstrecken“ und  für das verbale Streicheln von Menschen mit pazifistischen Wunschvorstellungen. Ein pikanterweise ganz ähnlicher Hintergrund wie bei Kissinger, der ja auch für sein Entspannungsgerede und seine Reisediplomatie den Preis abstaubte und nicht so sehr für reale Friedliebigkeit. Aber bleiben wir bei Barack Obama. Was hat der Mann bisher erreicht? Nix! Der Irak wurde bereits unter seinem international so verhassten Vorgänger weitgehend befriedet, aber in Afghanistan steppt der Talibanbär, dort verschärft sich der Krieg von Tag zu Tag. Obama weiß darauf bis heute keinen Lösungsvorschlag, er zaudert und tut, was er am besten kann: Er redet. Und im Nahen Osten hat er bislang nur für mehr Nervosität bei den israelis und mehr Kriegslüsternheit bei den Palästinensern und dem Iran gesorgt. Realistische Pläne für einen Nahostfrieden? Fehlanzeige. Aber das Nobelpreiskomitee wünscht sich einen US-Präsidenten als globale Friedenstaube, als Löser aller Konflikte, als Überwinder des Unüberwindbaren, und dafür gibt es den Preis. Nicht für die Wirklichkeit, sondern für den Traum einer alternativen Realität, den die Kerlchen im Komitee träumen.

ps: Mir träumte gerade von spottbilligen Meereswasserentsalzern und umweltfreundlichen Fusionsreaktoren. Bekomme ich jetzt den Nobelpreis für Physik, wenn ich nur laut genug über meinen Traum rede?