September 27, 2007...10:37

Kluge Frauen und ein Edlinger

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Im Wiener „Standard“ haben sich gleich zwei kluge Frauen zum Thema Islamismus geäußert. Heide Schmidt, die einst mit ihrem „Liberalen Forum“ einen Hauch von Weltniveaupolitik in Österreich zu etablieren versuchte und damit im Land der Nazis und „Krone“-Leser  scheitern musste, sagte: „Natürlich ist die Rolle der Frau in Bereichen des Islam eine vorsintflutliche.“ Und sie sagte auch: „Der Bau eines Gebetshauses bedroht niemanden. Ihn aber verhindern zu wollen, ist Ausdruck der Bedrohung der freien Religionsausübung. Das ist eine Gefahr für die offene Gesellschaft.“ Die zweite kluge Frau, von der ich sprach, ist Alice Schwarzer, die folgendes zu Protokoll gab: „Ich bin ein bisschen erstaunt, dass man in Österreich die kritische Diskussion über den politisierten Islam den Rechten überlässt. Das scheint mir fatal. Denn der Islamismus – nicht der Islam! – ist der Faschismus des 21. Jahrhunderts und die größte Bedrohung nicht nur für Frauen, sondern auch für die ganze Demokratie. (…). Es wäre gut, wenn wir uns nicht immer Stellvertretergedanken machen würden, sondern sagen: Für uns sind die demokratischen Rechte eine Selbstverständlichkeit – und für die Menschen, die zu uns kommen, sollte es ebenso sein.“

Solcherlei Wortmeldungen hört man in Österreich zu diesem Thema nicht oft, schon gar nicht von der Linken, und warum das so ist, liegt nicht zuletzt daran, dass hierzulande Menschen wie Fritz Edlinger  Politik machen dürfen, statt verdientermaßen ins Spinnereck gestellt zu werden. Ein Edlinger repräsentiert das, was die Mehrheit in diesem Lande denkt, was in den Wirtshäusern ebenso dahergeredet wird wie in „linken“ Studententreffs. Das ist, kurz gesagt, das Elend Österreichs, dass nicht Menschen wie Heide Schmidt oder Alice Schwarzer, sondern die Edlingers nicht nur das Wort führen, sondern auch das Sagen haben.

1 Kommentar

  • Genau das ist das Problem in diesem Land. Jeder der irgendein widerwärtiges Stammtischgesülze von sich geben kann, wird Politiker und kommt in den Nationalrat. Alle anderen werden als „Feinde Österreichs“ verschrieen. Da scheiß ich schön langsam drauf, ganz ehrlich.


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