Welch hervorragende Mitglieder der Spezies Mensch die Feinde Israels sind, zeigte sich heute beim so genannten “Gefangenenaustausch”, bei dem die Leichen zweier ermordeter israelischer Soldaten gegen fünf quicklebendige libanesische Terroristen ausgelöst wurden. Unter jenen, die auf deutsche Vermittlung hin freikamen, ist auch der nette Herr Samir Kantar (oft auch “Kuntar” geschrieben), der 1979 in Israel eine antiimperialistische Heldentat beging. Mit ein paar anderern tapferen Widerstandskämpfern von der “Palästinensischen Befreiungsfront” (PLF) kam er per Schlauchboot in das Küstenstädtchen Nahariya, wo die Gruppe zunächst einen Polizisten erschoss, der ihnen über den Weg gelaufen war. Anschließend drangen Kantar und ein Komplize, Verzeihung, Kampfgenosse in das Haus von Danny Haran ein und zwangen diesen und seine vierjährige Tochter Einat, mit an den Strand zu kommen. Dort schoss Kantar dem Mann vor den Augen des Kindes in den Rücken und als gewissenhafter Freiheitskämpfer drückte er den Kopf des Angeschossenen so lange unter Wasser, bis dieser tot war. Danach schlug er mit dem Gewehrkolben auf den Kopf der Vierjährigen Einat, die das alles mitansehen hatte müssen, ein, und um sicher zu gehen, dass die kleine Besatzungssoldatin auch ja tot war, zerschmetterte er ihren Schädel mit einem großen Stein. Patronen wollte er an ein jüdisches Kind nicht verschwenden, der Todeskampf des Mädchens hat mehrere Minuten gedauert. Danny Harans Ehefrau hatte es während des Angriffs geschafft, sich mit ihrer zweiten Tochter Yael zu verstecken. Panisch vor Angst hielt sie dem zweijährigen Kind den Mund zu, bis es erstickte. Als die israelischen Sicherheitskräfte anrückten, lieferten sich die PLF-Leute mit diesen ein Feuergefecht, bei dem ein weiterer israelischer Polizist ums Leben kam. Samir Kanta wurde gefasst und zu viermal Lebenslänglich verurteilt. Nun ist er also zusammen mit vier weiteren “Kämpfern” der Hisbollah freigekommen, und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas streute dem brutalen Killer Rosen, indem er ihn den “Doyen der arabischen Gefangenen” nannte und seiner Familie die besten Glückwünsche übermittelte. Während im Südlibanon ein Ehrenempfang samt rotem Teppich und eine große “Siegesfeier” auf dem internationalen Flughafen von Beirut auf die fünf Terroristen wartete, tanzten die Palästinenser im Gazastreifen vor Freude auf den Straßen und ein Hamas-Sprecher ließ verlauten, dass dies ein großer Sieg für die Hisbollah ist und beweise, dass die Entführung israelischer Soldaten eine erfolgversprechende Strategie zur Freipressung inhaftierter Terroristen sei.
Der Triumph, durch die Entführung und Ermordung zweier junger israelischer Soldaten fünf Gesinnungsgenossen freigepresst zu haben, reichte der Hisbollah aber noch nicht. Israel musste weiter gedemütigt, die Angehörigen der Soldaten noch tiefer gekränkt werden. Also übergab man die Särge mit den sterblichen Überresten von Ehud Goldwasser (31) und Eldad Regev (26) nicht in einem geschlossen Fahrzeug des Internationalen Roten Kreuzes, sondern knalllte den Vertretern des IRKK vor laufenden Fernsehkameras zwei schwarze Kisten vor die Füße, und zwar direkt vor der großen Bühne, auf der bereits ein Orchester für den Empfang der arabischen “Helden” probte. Angehörige der Ermordeten erlitten einen psychischen Zusammenbruch, als sie diese Bilder sahen. Der Kindermörder Kantar und die vier Hisbollahterroristen marschierten mittlerweile über den für sie ausgelegten roten Teppich, flankiert von tausenden jubelnden Fans. Ein großes Plakat zierte die Feierlichkeiten. Darauf war eine weinende Israelin zu sehen, und daneben stand folgender Text: “Israel vergießt Tränen des Schmerzes, der Libanon vergießt Freudentränen”. Später folgte noch ein offizieller Empfang bei einer Siegesfeier am Beiruter Flughafen. Dort mit dabei: Libanons Präsident Michel Suleiman und Regierungschef Fuad Siniora…
Selten zuvor war der zivilisatorische und moralische Unterschied zwischen Israel und seinen Feinden besser zu beobachten als an diesem schwarzen Tag. Ohne auch nur einen Anflug von Würde oder Pietät suhlen sich militante Araber im Leid, das sie verursacht haben, feiern Kindermörder als Helden und verhöhnen die Angehörigen der von ihnen Ermordeten. Israel wiederum wollte seinen Staatsbürgern zeigen, dass die Maxime “Niemand wird zurückgelassen” keine leere Worthülse ist. Doch Israels Bevölkerung ist tief gespalten und viele fürchten, der Triumph, den man der Hisbollah im Gegenzug für die Übergabe zweier Leichen gegönnt habe, sei ein viel zu hoher Preis, der sogar noch weiter steigen könnte, denn erfolgreiche Erpressungen, so lehrt es jedes Handbuch für Kriminalisten, werden gerne wiederholt. Israel hat sich nobel verhalten, und doch wird kein einziger Feind dieses Landes, sei er nun Araber oder europäischer Antisemit, dadurch seine Meinung über den Staat der Juden ändern.
1 Kommentar
Juli 16, 2008 um 5:04
[...] Rede vom “Zorn Israels” gegenüber dem Libanon vermag angesichts der heutigen Ereignisse einer makaberen Ironie nicht zu entbehren. Beschlagwortet mit:Die Anderen, [...]