Jeder Idiotenhaufen findet einen anderen Idiotenhaufen, den er sich zum Feind zurechtbiegt ohne zu merken, dass er in einen Spiegel guckt. Früher einmal, in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, waren das Nazis und Kommunisten, beides Gruppierungen, die nach der absoluten Macht strebten, die jeweils andere als Todfeindin betrachteten, sich aber doch viel ähnlicher waren, als es ihnen lieb sein konnte. Und tatsächlich haben sich diese großen totalitären Strömungen ja auch verbündet, wenn es ihnen opportun erschien (bevor es zu empörten Reaktionen der werten Leserschaft kommt: mir ist schon klar, dass, hätten sich die Kommunisten durchgesetzt, es wohl mit großer Wahrscheinlichkeit zu keinem rassistischem Massenmord gekommen wäre und Europas Juden statt im Krematorium in Stalins „Judenrepublik“ Birobidshan gelandet wären. Politische „Säuberungen“ und Hungersnöte hätten aber dennoch dafür gesorgt, dass der Sensenmann nicht arbeitslos geworden wäre).
Heute rotten sich Idiotenhaufen gerne im Internet zusammen und ziehen dort in den virtuellen Krieg. Exemplarische Beispiele sind das Weblog „Politically Incorrect“ und der „Muslim Markt“. Ist PI der Tummelplatz von Neonazis, Rechtsextremen, Deutschnationalen, Erzreaktionären, Rassisten und christlichen Fundamentalisten, deren Bindeglied der Hass auf alles ist, was auch nur im Entferntesten muslimisch aussieht, so ist der „Muslim Markt“ das Sprachrohr der abstoßenden Fratze des radikalen Islam in Deutschland. Auf den Seiten dieses Internetportals tobt sich der islamistische Hass auf den Westen, vor allem aber auf die Juden ohne Hemmungen aus, was man sehr schön anhand eines Beitrags über den Terroristen und Kindermörder Samir Kuntar überprüfen kann. Das liest sich dann so: Samir Quntar ist inzwischen 46 Jahre alt und ein libanesischer Druse. Er war 1979 an einer Kommandoaktion der damals aktiven Palästinensischen Befreiungsfront (PLF) als Anführer eines vierköpfigen Trupps beteiligt. Der Angriff erfolgte am 22. April 1979 nahe der Küstenstadt Naharija. Ziel der Operation war eine Militärbase bei einer jüdischen Siedlung. U.a. wollte man nach eigenen Angaben eine hohe israelische Persönlichkeit gefangen nehmen und ihn dann gegen in Israel einsitzende Widerstandskämpfer gegen die Besetzung Palästinas austauschen. Der Trupp ist mittels eines Schlauchboots von Tyros im Südlibanon aus gestartet, um eine der größten israelischen Militärbasen in Naharija anzugreifen. Die Besonderheit der Aktion lag u.a. darin, dass es Quntar gelang, sämtliche Abwehrmaßnahmen und den Radar der Israelis zu durchbrechen. Bei der Ankunft in Naharija kam es dann zum ersten Schusswechseln mit israelischen Sicherheitskräften. Dabei wurde ein israelischer Korporal getötet. Daraufhin ist man in ein Hochhaus eingedrungen, in dem Quntar den israelischen Atomwissenschaftler Dany Haran gefangen nahm. Im Anschluss beim Versuch, wieder das Boot zu erreichen, gerieten sie in ein Feuergefecht, dass ihre Rückkehr verhinderte. Insgesamt wurden dabei sechs israelische Soldaten getötet und zwölf weitere verwundet, darunter auch der kommandierende General des Nordsektors, Jossef Zahur, welchen Samir Quntar mit drei Kugeln in die Brust getroffen hat. Zahur selbst hatte seine schweren Verletzungen überlebt und die Ereignisse zehn Jahre später in einem Interview mit einer israelischen Zeitung bestätigt. Quntar wurde von fünf Kugeln getroffen und zusammen mit einem zweiten Mitkämpfer von Israelis gefangen genommen. Die beiden anderen des Trupps wurden getötet. Der enorme militärische Erfolg der Kommandoaktion – selbst wenn sie letztendlich vereitelt wurde – war ein Schock für Israel. Denn sie waren offenbar nicht in der Lage ihre eigenen Atomwissenschaftler, die wohl am Bau von Atomwaffen beteiligt waren, hinreichend zu schützen und zudem konnte ein Schlauchboot in Israel eindringen und so viel Schaden anrichten. Um diesen Misserfolg zu kaschieren, wurde eine Geschichte von zwei getöteten israelischen Mädchen in die Medien gesetzt. Dabei soll eines sogar von der eigenen Mutter erstickt worden sein, die das angeblich schreiende Kind mit einem Kissen zur Ruhe bringen wollte, um nicht selbst in das Visier der “Terroristen“ – wie es bei den Israelis heißt – zu geraten. Wenn aber Palästinenser, die ihr besetztes Gebiet im Kampf gegen Besatzungssoldaten befreien wollen, Schuld daran sind, dass eine Mutter ihr Baby aus Todesangst erstickt, welche Schuld tragen dann israelische Mütter, die ihre Babys auf besetztes Gebiet bringen, von dem Tausende einheimische Babys gewaltsam vertrieben wurden?
Ist das nicht hübsch? Dieser elegante Landserheft-Stil, diese saubere Täter-Opfer-Umkehrung, die subtile Entmenschlichung von Juden, die Leugnung der Wirklichkeit – kennen wir das nicht von irgendwoher? Ja, denn so schreiben (Neo)Nazis und Holocaustleugner über die Shoa. Das Verbrechen habe es nie gegeben und falls doch, so müsse man die Täter verstehen, denn die hätten letztendlich doch bloß in Notwehr gehandelt. Wir sehen also, dass die lieben Menschen vom „Muslim Markt“ nicht nur den Antisemitismus, sondern auch die Argumentationsmuster, mit denen dieser verbreitet wird, von den Nazis abgekupfert haben. Dass es eine historisch sehr enge Verbindung zwischen Islamismus, arabischem Nationalismus und Nationalsozialismus gibt, soll hier nicht weiter erörtert werden, denn das würde den Rahmen dieses Blogeintrags ebenso sprengen wie es den Geduldsfaden meiner Leser reißen lassen würde. Worauf ich hinauswill, ist darauf hinzuweisen, dass es eine starke Gruppe von in Mitteleuropa lebenden Muslimen gibt, die sich andauernd verfolgt und bedrängt gibt, in Wahrheit aber eine klare antiwestliche politische Agenda verfolgt, und sich auf der scheinbar andereren Seite Rechtsradikale zusammenrotten, die „den Islam“ bekämpfen wollen. Beide bemerken nicht, wie ähnlich sie einander sind, beide bestehen zum Großteil aus inhumanen brutalen Idioten. Deswegen plädiert der Lindwurm für ein Idioten-Deathmatch. Man sollte beide Gruppen auf einer Insel aussetzen, sie rudimentär bewaffnen und dann gemütlich abwarten. Zum Drüberstreuen könnte man auch noch ein paar „linke“ Hisbollah-Versteher und Hamas-Komplizen über der Insel abwerfen….
Mit Dank an Henryk M. Broder für den Hinweis.
14 Kommentare
Juli 19, 2008 um 8:50
[...] Idioten-Deathmatch « Der Lindwurm Idioten-Deathmatch « Der Lindwurm Dieser Eintrag wurde von Daniel Fallenstein am Sa, 19. Jul 2008 um 10:50 geschrieben, abgelegt [...]
Juli 19, 2008 um 10:24
[...] Guter Vorschlag vom Lindwurm ! Idioten Deathmatch auf einer Insel. [...]
Juli 19, 2008 um 11:22
Wenn ich diesen Schwachsinn lese…
„… PI der Tummelplatz von Neonazis, Rechtsextremen, Deutschnationalen, Erzreaktionären, Rassisten und christlichen Fundamentalisten, deren Bindeglied der Hass auf alles ist, was auch nur im Entferntesten muslimisch aussieht“
dann frage ich mich, ob ich etwas anderes lese als Sie. Mag ja sein, daß Kommentare oft daneben sind, aber rechtsextrem? deutschnational? erzreaktionär? rassistisch? Ich lese den Blog regelmäßig und kann so etwas beim Blogbetreiber nicht feststellen. Daß manche Dinge durchaus schräg sind, nun, das wird vielleicht sogar Ihnen so gehen.
Und schließlich: der Haß auf alles Muslimische. Ob Haß das richtige Wort ist, bezweifele ich, das ist nur eine pauschale Verunglimpfung. Daß einem aber der Kaffee hochkommen kann, wenn man gerade zu diesem Thema Meldungen liest und beispielsweise offenen Auges durch die Städte geht oder auch nur täglich ausgiebig Bahn fährt, ist einfach so. Das hat mich Haß nichts zu tun, sondern es ist Fassungslosigkeit, die einen beschleicht, wenn man an die Zukunft denkt.
Da ich jetzt aus Ihrer Sicht einem Idiotenhaufen angehöre, damit selbst so einer bin, ist es sicher erlaubt, das anzumerken.
Da ist es wie im Zoo: Wer ist eigentlich hinter Gittern?
Juli 19, 2008 um 1:43
@ hstafo: Na die Tiere sind im Zoo hinter Gittern, das sieht doch jeder, der nicht völlig meschugge ist.
ps: Wenn ich „Haß“ statt Hass lese, dann kommt MIR der Morgenkaffee hoch.
Juli 19, 2008 um 2:06
Kommunisten=Nazis, links=rechts…verbreite deine faschistische Propaganda ruhig weiter
Juli 19, 2008 um 6:09
Gute Idee, Lindwurm. Aber bitte so Big-Brother-mäßig! Ich will mit ner Tüte Chips in der Hand zusehen, wenn die sich kloppen
Juli 20, 2008 um 2:03
Würdest du dich von der Springer-Propaganda, die du hier betreibst absetzten und nach links rücken, wäre auch für dich, lindwurm, noch ein platz in der DKP frei! Dort sind seiten wie politacally incorrect oder muslim markt auch nicht beliebt: Weil kommunisten religiöse fanatiker und konservative halbfaschisten bekämpfen!
Die Bedingung wäre aber, dass du dich von der dumpfen Totalitarismustheorie lossagst, einen Linksruck durchmachst und die Errungenschaften der Sozialistischen Staaten anerkennst und auch lobst.
Juli 20, 2008 um 2:54
Ui, ich bin also theoretisch DKP-kompatibel und könnte in den kleinen Kreis der Wissenden aufgenommen werden? Da klopft mein kleines, im Rhytmus des falschen Bewussteins schlagendes Herzelein gleich höher, denn nichts wünsche ich mir so sehr, wie einer Bande von Zeitreisenden anzugehören, für die heute immer noch 1981 ist.
Juli 20, 2008 um 6:19
Lindwurm, haben Sie schon mal was von RECHTschreibung gehört? Sie sollten mal die Denkschrift von Reiner Kunze „Die Aura der Wörter“ lesen. Möglicherweise kommt Ihnen dann der Kaffee permanent hoch, trotzdem würde es garantiert nicht schaden. Er schreibt dort nämlich über die Talibanisierung der Sprache. Aber vielleicht haben Sie das auch noch nicht gemerkt:
Jemand, der sich ohne Not und offensichtlich ohne nachzudenken dem Diktat von – auch hier – wissens- und verantwortungslosen Bürokraten und Politikern ergibt, die den Kern seiner Kommunikationsmöglichkeiten, nämlich die Sprache, vorsätzlich beschädigen, ist nur zu bedauern.
Ich will hier dieses Faß (Achtung! Kaffee kommt!) nicht wirklich aufmachen und es dabei auch bewenden lassen. Aber glauben Sie mir, die Beschäftigung mit Sprache lohnt sich, z.B. mit dem eingangs erwähnten Büchlein.
P.S.: Ihren Schwachsinn im Artikel versuchen Sie mit dem Hinweis auf Herrn Broder zu „veredeln“. Ziemlich schwach so etwas…
Juli 20, 2008 um 3:02
In Deckung, Lindwurm. Die beiden Häufen haben sich schon fusioniert
Juli 21, 2008 um 7:19
Wenn dieses Deathmatch wirklich stattfinden würde, dann wäre Deutschland für diese Zeit wohl führerlos.
Aber irgendwie ist mir das ganze zu undifferenziert. Ich weiß leider nicht, wer Anpruch hat auf dieses besetzte/besiedelte Land. Wie wäre es, beide Regierungen aufzulösen? Täter und Opfer kehren sich dauernd um. Bei Regierungen glaube ich mittlerweile aber nur noch an Täter/Täter (Regierung/Regierung) und Opfer/Opfer (Volk/Volk) Beziehung. Täter/Opfer ist somit immer Regierung/Volk.
Springer-Propaganda finde ich gut. Ganz über jeden Zweifel ist dieser Post wohl nicht erhaben.
Juli 21, 2008 um 7:38
@1000sunny: Neuroleptika sollen helfen, habe ich mir sagen lassen.
Juli 21, 2008 um 8:47
Danke für den medizinischen Tipp. Lindwurm.
Ciao.
September 22, 2008 um 10:11
Sehr schöne Idee, „Battle Royale” mit Islamisten und Nazis. Gefällt mir. Dazu noch ein paar schlichtende Alt-68er, die dann mit Jutesäcken, Tee und dem schwarzen Block versuchen können, die einen vor den anderen zu schützen.
Ich würde mich übrigens freiwillig melden, um nach Abschluss der Schlacht mögliche Überlebende mit der Chromaxt zu suchen.