In der Kärntner Gemeinde Großkirchheim hat das BZÖ bei der Nationalratswahl satte 51,93 Prozent eingefahren. Die Wochenzeitung “Falter” hat mit dem dortigen Bürgermeister Peter Suntinger (natürlich BZÖ) ein Interview geführt, in dem der Dorfkaiser konzentriert zum Ausdruck bringt, was das “Bündnis Zukunft Österreich” hauptsächlich definiert, nämlich eine höhnische Verachtung für den Rechtsstaat und die Justiz, ein freudiges Bekenntnis zur Sippenhaftung und ein herzhaftes “Ja” zum Führerprinzip. Hier die wichtigste Passage:
Haider lässt Asylwerber einfach in Autobussen abschieben. Stört sie das?
Das waren ja nicht irgendwelche Leute, sondern Straftäter. [...]
Sollte man nicht zumindest warten, bis die Justiz entschieden hat?
Na sicher nicht, sonst warten wir bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag! Der Landeshauptmann ist der oberste Chef, der kann so etwas entscheiden.
Und die Unschuldsvermutung? Die Tschetschenen waren ja unschuldig.
Wenn zehn Tschetschenen beieinander sind, einer gewalttätig wird und es nicht herauszufinden ist, wer es ist, dann heißt es bei uns eben: “Alle für einen oder einer für alle.” So ist das hier. Im Zweifelsfall sind dann alle zehn abzuschieben. Fertig.
Ist das nicht Sippenhaftung?
Ja. Aber das passt. Es ist die einzige Möglichkeit, die Menschen zur Gerechtigkeit zu erziehen
Mit Dank an “Franz Joseph”.
Ich bin mir sicher, Herr Suntiger hat während des Interviews gegrinst, denn das Grinsen beim Verkünden unsäglicher politischer Schweinerein ist inzwischen beim BZÖ von Haider abwärts fest etabliert. Dieses Grinsen ist kein Ausdruck echter menschlicher Freude, sondern einer sadistischen Erregung. Es ist dasselbe Grinsen, wie man es bei jenen Wienern beobachten konnte, die 1938 Juden zwangen, auf allen Vieren die Straßen zu putzen. Dieses Grinsen ist kein Lächeln, sondern ein Zähnefletschen, Überlegenheitsgehabe und Drohung zugleich. Wenn BZÖ-Politiker grinsen, dann dauert es nicht mehr lange, bis anderes denkende, anders aussehende, anderswo geborene Menschen nichts mehr zu lachen haben.
In diesem Zusammenhang empfehle ich auch die Lektüre dieses Texts des Klagenfurter Universitätsprofessors und Psychotherapeuten Klaus Ottomeyer, in welchem dieser die fatalen Säuberungsfantasien des BZÖ analysiert. Der Artikel des Intellektuellen, der wahrlich nicht als Alarmist bekannt ist, schließt mit folgenden Sätzen:
Spätestens nach dem Auftreten von Säuberungsdemagogie und nach der Ankündigung eines Aufräumens, das „keine Gnade” kennt (Originalton des Haider-Briefs) sollten bei allen Demokraten die Alarmglocken schrillen. Die Unrechtshandlungen haben schon begonnen, sie werden weitergehen. Wer sie mitträgt oder in verantwortlicher Position auch nur duldet, wird mitschuldig. Wir sollten nicht in eine Klage über unsere Ohnmacht verfallen (wie es viele aus unserer Elterngeneration gemacht haben). Bitte prüfen Sie, was Sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegen die schrittweise Zerstörung unserer Demokratie tun können.

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