Die Verschwörungstheoretiker dürfen sich wieder beruhigen und die Hysterie wegpacken, denn am Tod Jörg Haiders gibt es nichts mysteriöses. Die Klagenfurter Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass Haider zum Unfallzeitpunkt mit 142 km/h unterwegs war, mehr als doppel so schnell, wie es an diesem Straßenabschnitt erlaubt ist (und wenige Meter später sind überhaupt nur noch 50 Stundenkilometer gestattet). Außerdem war der drei Monate alte VW Phaeton, mit dem Haider in den Tod raste, technisch völlig in Ordnung.
Der Lindwurm kennt die Unfallstelle gut und kann bestätigen, dass überhöhte Geschwindigkeit dort extrem gefährlich ist. Denn wer dort, wie es Haider widerfahren ist, mit 142 Sachen von der Straße abkommt, der hat keinen Acker und keine Wiese zum ausrollen, weil links und rechts der Fahrbahn Betonpfeiler, Telefon- und Strommasten, Bäume, Häuser, Verkehrsschilder und andere Hindernisse stehen. Hätte Haider eine Ausrollfläche gehabt, hätte sich sein Wagen schlimmstenfalls überschlagen und er wäre wohl mit relativ leichten Verletzungen davongekommen. So aber wurde er wie eine Flipperkugel zwischen den verschiedenen Hindernissen hin und her geschleudert und bekam einen tödlichen Schlag nach dem anderen ab.
Vielleicht hat der tragische Unfall ja einen Lerneffekt bei Rasern zur Folge, dass nämlich Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht aus Jux und Tollerei festgelegt werden, sondern Leben retten sollen. Und wie man am Beispiel des verstorbenen Landeshauptmannes sieht, ist selbst eine extrem sicherere Luxuslimousine keine Lebensversicherung, denn ab einer gewissen Aufprallgeschwindigkeit kann auch ein Phaeton mit seinen acht Airbags der Physik nichts mehr entgegensetzen.