FPÖ gegen Islam – das ist Brutalität

Und der Preis für die dümmste und destruktiveste Reaktion auf die Umfrage unter islamischen Religionslehrern in Österreich geht an (Trommelwirbel)…..nein so eine Überraschung, er geht an die FPÖ! Die möchte nämlich laut dem Wiener FP-Klubobmann “DDr. Eduard Schock” dem Islam den Status als anerkannte Religionsgemeinschaft aberkennen lassen. Der Herr Doppeldoktor möge sich bitte um die Nazi-Epidemie in seiner Partei kümmern statt den Religionsfrieden im Land zu gefährden, denn der FPÖ nimmt kein Mensch mit mehr als drei Gramm Hirn ihre geschauspielerte “Sorge” um Demokratie und Rechtsstaat ab.

Natürlich darf man angesichts der Ergebnisse der Umfrage nicht einfach so tun, als wäre alles in Ordnung. Gar nichts ist in Ordnung, und man wird sich etwas einfallen lassen müssen, wie man die Verbreitung antidemokratischen Gedankenguts im Religionsunterricht unterbinden kann. Aber eines sage ich auch ganz deutlich: Bevor ich mit Leuten wie dem DDr. Schock gemeinsame Sache mache, lasse ich mir einen Bart wachsen und predige den Djihad.

19 Kommentare

Eingeordnet unter Uncategorized

19 Antworten zu FPÖ gegen Islam – das ist Brutalität

  1. Einspruch, lieber Lindwurm, Einspruch! Auch von der FPÖ kann gelegentlich was Gscheites kommen. Die Aberkennung des Status als anerkannte Religionsgemeinschaft bedeutet nicht den Islam als Ganzes zu verbieten, sondern so ein Schritt würde lediglich bedeuten, dass die IGGiÖ nicht mehr ganz so leicht an staatliche Finanzierung kommt und dass dem Rechtsstaat das Agieren gegen radikale Tendenzen innert der IGGiÖ erleichtert wird.

    Keinesfalls wäre eine Aberkennung ein Eingriff in die Religionsfreiheit, es gibt etliche Glaubensgemeinschaften in Österreich, die nicht anerkannt sind und dennoch frei ihren Glauben ausüben.

    Hast Du heute das Ö1 Morgenjournal zum Thema gehört? Sehr empfehlenswert! http://oe1.orf.at/inforadio/101781.html?filter=

  2. ts

    Die Bahamas hat einen interessanten und langen Text zur ‘Islamkritik’ der FPÖ – die Motivation von ‘Islamkritik’ bei der FPÖ ist grundsäztlich sehr fragwürdig – was nicht heißen muß, daß sie, wie der Vorredner bemerkt, in einzelnen Sachfragen auch mal richtig liegt.

    Ich weiß nicht genau, welchen Rechtsstatus die verschiedenen islamischen Vereinigungen in Deutschland besitzen. Unter dem “Kirchenrecht” stehen sie aber auf keinen Fall, weil deren Vertreter im Rahmen der Islamkonferenzen keine Zustimmungserklärung für das Grundgesetz unterzeichnen möchten.

    Auch das noch:

    Bevor ich mit Leuten wie dem DDr. Schock gemeinsame Sache mache, lasse ich mir einen Bart wachsen und predige den Djihad.

    Verzeihung, die FPÖler sind doch um einiges weniger extremistisch als heutige Djihadisten. Aber vor so einer Entweder-Oder-Situation sind wir zum Glück weit entfernt!

  3. Es würde allerdings noch mehr – berechtigten! – Zorn unter den Muslimen hervorrufen als den, vor dem man sich ohnehin schon fürchtet. Findest du denn nicht dass es etwas von Sippenhaft hat, wenn rund 30% der islamischen Religionslehrer antidemokratische Tendenzen hegen und dafür der gesamten Religionsgemeinschaft der offizielle Status aberkannt wird?

    Man müsste das Thema doch ganz anders angehen: Die sukzessive Streichung von öffentlichen Fördergeldern für alle Religionsgemeinschaften, egal ob anerkannt oder nicht, sowie eine Streichung des verpflichtenden Faches Religion in der Schule zugunsten eines weltanschaulich neutralen (weil alle Strömungen behandelnden) Ethikunterrichtes mit der gleichzeitigen Möglichkeit, dem entsprechenden Religionsunterricht auf freiwilliger Basis beizuwohnen – allerdings mit Lehrern, die zuvor von der öffentlichen Schule überprüft wurden und weiters besonders beobachtet werden. Ein meiner Meinung nach viel sinnvollerer Schritt als so etwas Radikales wie von dir vorgeschlagenes.

  4. @Mathias: Nein, das hat keineswegs das Odium von Sippenhaft, da die finanziellen Zuwendungen die die IGGiÖ lukriert ohnehin nur von denen selbst verbraten werden, d.h. dass über 90% der Muslime in Österreich keinen wirklichen Vorteil aus dem Status als anerkannte Glaubensgemeinschaft ziehen können.

    Die IGGiÖ geht gelegentlich sogar so weit, dass Schakfeh konkurrierenden Muslimen den Glauben abspricht und damit das Wahlrecht in der IGGiÖ, siehe bsp Günther Ahmed Rusznak.

    Schakfeh selbst ist Präsident der IGGiÖ seit drei Jahren ohne legitime rechtliche Grundlage, so lange wird dort schon an einer neuen verfassung gebastelt – und da scheinen feste Deppen am Werk zu sein. Mein Favorit im aktuellen Entwurf ist, dass Muslime erst ab dem 14. Lebensjahr als solche anerkannt werden – aha, also meint die IGGiÖ, dass Kinder muslimischer Eltern unter Ungläubige zu führen sind? Und, ähem, wenn es keine Kinder muslimischen Glaubens gibt (laut IGGiÖ!) wozu braucht es dann islamische Schulen samt hinterfragenswertem Lehrpersonal?!

    Also nochmal – die Statusänderung trifft nicht die Muslime oder den Islam per se, sondern jene in der IGGiÖ, die es sich am staatlichen Futtertrog so sehr bequem gemacht haben.

  5. Cynthia

    “und man wird sich etwas einfallen lassen müssen, wie man die Verbreitung antidemokratischen Gedankenguts im Religionsunterricht unterbinden kann.”

    Und was? Mir persönlich kommen nicht gerade viele Lösungsansätze in den Sinn…

  6. @ Gerhard Hart: Dass von der FPÖ auch mal was Gescheites kommen kann, mag sein, der konkrete Vorschlag wäre aber nichts anderes als ein Schritt in Richtung Kulturkampf und würde wohl auch von gemäßigten Muslimen als Kampfansage empfunden werden. Und die FPÖ WILL ja den Kulturkampf, sie LEBT davon.

    @ts: Nein, die Islamisten sind nicht radikaler als die neonazistischen Teile der FPÖ. Das sind zwei Faschismen, beide ablehnenswert und widerlich, aber Nazis waren und bleiben das Abscheulichste und Mörderischste, was jemals auf diesem Planeten wandelte.

    @ Alle: SippenHAFTUNG heißt das. Das hat nix mit dem Gefängnis zun tun.

  7. pol

    @FPÖ:

    ah und plötzlich sind die moslems wieder die bösen…waren die nicht noch vor ca. zwei wochen die guten? moslems sind wohl nur gute moslems, wenn sie weit weit weg von uns sind und bleiben (und versuchen, ein paar juden zu töten).

    wegen den paar dutzend lehrer-deppen jetzt 400.000 leute zu bestrafen scheint mir ein wenig überzogen…heisst jetzt nicht, dass das ok ist, was die so im unterricht vermitteln. natürlich nicht, gegen diese deppen muss man was unternehmen…hat mittlerweile sogar die SPÖ erkannt.

  8. …und ich werde vorher Märtyrer – hoffe, dass das mit den vielen Junggfrauen dann aber auch wirklich stimmt.

  9. Finde, dass Mouhanad Khorchide sehr mutig gehandelt hat. (möchte mal einen FPÖler erleben der Rassismus in seiner Partei kritisch anspricht)

    Anders als jüdische Israelkritiker riskieren Muslime, die ihre eigene Gesellschaft hinterfragen wohl doch Einiges.

    Islam, als Religion verstanden ist sicher mit Demokratie vereinbar und muss den vollen Schutz unserer Verfassung verdienen. Nicht weniger als jede andere (anerkannte oder nicht anerkannte)Religion . Über eine bessere Zusammensetzung der IGGÖ kann man aber diskutieren.

    Mouhanad Khorchide taugt auf jeden Fall mehr zum Dialogpartner als Al Rawi und Konsorten, die zwar das demokratische Spiel mitspielen, sich jedoch jederzeit schützend vor Islamisten stellen, die den Islam nicht als Religion sondern als Ideologie verstehen.

  10. skydumont

    “Religionsfrieden” war gut. Gibts den denn?

  11. ts

    Zwischen einem gewöhnlichen Moslem und einem Djihadisten ist ein himmelweiter Unterschied.

    Die FPÖ würde ich, übertragen auf die deutsche Parteienlandschaft, irgendwo zwischen “Republikaner” und “DVU” verorten. Widerliches Geschmeiß also; ich halte sie, mit Verlaub, in der heutigen Situation für ungefährlicher als Djihadisten – für Österreich ist das natürlich äußerst häßlich, daß so eine Partei so viel Stimmen kriegt. Zum Glück müssen wir uns in D. in der Dimension nicht mit sowas rumschlagen, in den meisten Bundesländern zumindest nicht.

    Ansonsten stört mich hier der belehrende und moralintriefende Ton, der wohl aus geisteswissenschaftlichen Uniseminaren mitgenommen wurde, ich bin eher auf der naturwissenschaftlichen und nüchternen Seite, vermute, daß ich hier nicht mehr so oft aufkreuzen werde.

  12. @ skydumont: Ja, wir haben in Österreich Religionsfrieden. Hier bomben wir uns – noch ? – nicht gegenseitig in die Luft, weil wir des anderen religiöse Überzeugung nicht aushalten.

    @ts: Einen auf Rassismus begründeten systematischen industriellen Massenmord haben die Islamisten bislang nicht zusammengebracht und beabsichtigen ihn auch nicht, bei all den Abscheulichkeiten, die sie ansonsten auch anrichten mögen. Es gibt also durchaus einen qualitativen Unterschied zwischen Nazis und Islamisten. Auch Ahmadinedschad will nicht die Vernichtung der Juden, er will deren Unterwefung bzw “Bekehrung”. Diese Chance, sein Leben durch “Abschwören” zu retten, lassen Nazis den von ihnen als lebensunwert auserkorenen Gruppen nicht.

  13. Cynthia

    “Ansonsten stört mich hier der belehrende und moralintriefende Ton, der wohl aus geisteswissenschaftlichen Uniseminaren mitgenommen wurde”

    *lol*
    Also, dieser (Halb-)Satz hat meinen Abend erhellt *lach* – was meinen Sie damit eigentlich konkret?

  14. ts

    eine FPÖ und ähnliches rechtsradikales Geschmeiß wird niemals mehr die Gelegenheit bekommen, SS-Uniformen anzulegen und wieder Gaskammern zu eröffnen, selbst wenn ein Teil ihrer Mitglieder das gerne so hätte (hauptsächlich sind sie mit Verharmlosung von Naziverbrechen beschäftigt).

    Auch ich kam schon mal auf den schlauen Gedanken, daß der industrielle Massenmord der Nazis das abscheulichste Verbrechen in der Menschheitsgeschichte war
    Ebenso kann man auf den Gedanken kommen, daß die nationalsozialistische Volksgemeinschaft das barbarischste aller Kollektive ist, barbarischer noch als die Idee der Ummah oder der sozialistischen Weltgemeinschaft (welche in der Praxis meist wieder zu einer national-sozialistischen wird).

    Das sind alles schöne Ausführungen, allein wir leben im Jahr 2009, die einzige politische “Gruppierung”, die momentan ernsthaft versucht, einen Massenmord an Juden zu wiederholen, ist dem radikalen Islam zuzurechnen.
    Mich interessiert als pragmatischer Mensch der Grad der Gefährlichkeit einer politischen Gruppierung, die politische Ideologie ist dafür ein wichtiger Parameter, aber eben nicht der einzige.

    Alles andere ist moralintriefende Selbstbeweihräucherung in Kleinbloggersdorf.

  15. Pingback: The Flowers Are Gone » Es ist ein Kreuz mit dem Religionsunterricht «

  16. @ts: Steck dir deinen Sarkasmus sonst wohin! Du gehörst wohl auch zu der Sorte Leute, die in deutschnationalen bzw. neonazistischen/ultrakatholischen Bewegungen “Verbündete” gegen die islamisten sehen und nicht mal bemerken, dass sie von solchen Leuten nur als Feigenblätter missbraucht werden. Das ist geschichtsblind und naiv, sorry. Ich streite keinswegs ab, dass die aktuellen tatsächlichen und potentiellen Judenmörder zu 99 Prozent aus den Reihen der Islamisten stammen, doch ich warne eindrücklich davor, den katholischen, protestantischen und nazistischen Judenhass zu unterschätzen. Warum werden denn die meisten “deutsch-syrischen”, “österreichisch-libyschen” bzw generell “europäisch-arabischen” Gesellschaften und Vereine von Leuten aus dem Lager der Alt- und Neonazis geführt? Warum reiste Jörg Haider zu Saddam Hussein und Gaddafi? Weil er die Juden so gern hatte? Was mag wohl das Verbindende zwischen einem Haider und einem Gadaffi/Hussein gewesen sein?

  17. ts

    Steck dir deinen Sarkasmus sonst wohin! Du gehörst wohl auch zu der Sorte Leute, die in deutschnationalen bzw. neonazistischen/ultrakatholischen Bewegungen “Verbündete” gegen die islamisten sehen und nicht mal bemerken, dass sie von solchen Leuten nur als Feigenblätter missbraucht werden. Das ist geschichtsblind und naiv, sorry.

    Eine Unterstellung, die du durch nichts belegen kannst. Das ist böswillig und dumm.
    Du solltest sie besser zurücknehmen.

    Im übrigen waren meine Ausführungen über Nazis vorhin ganz ohne Ironie und Sarkasmus.
    Ich mußte bloß zum Schluß den Pathos wieder wegbürsten, den man leicht annimmt, wenn man über Totalitarismus redet. Deshalb schreibe ich auch viel lieber über Energiepolitik, über Subventionitis für alternative Energien, die hierzulande nicht wirtschaftlich sind, etc. Das ist emotional befriedigender für mich.

    Ich glaube, es ist alles gesagt.

  18. @ lindwurm

    “Es gibt also durchaus einen qualitativen Unterschied zwischen Nazis und Islamisten. Auch Ahmadinedschad will nicht die Vernichtung der Juden, er will deren Unterwefung bzw “Bekehrung”. Diese Chance, sein Leben durch “Abschwören” zu retten, lassen Nazis den von ihnen als lebensunwert auserkorenen Gruppen nicht”

    Bravo für diesen Satz(wollte schon einen ähnlichen Beitrag schreiben – du bist mir zuvor gekommen – werde ihn sicher öfters zitieren)

  19. ts

    Es gibt also durchaus einen qualitativen Unterschied zwischen Nazis und Islamisten. Auch Ahmadinedschad will nicht die Vernichtung der Juden, er will deren Unterwefung bzw “Bekehrung”. Diese Chance, sein Leben durch “Abschwören” zu retten, lassen Nazis den von ihnen als lebensunwert auserkorenen Gruppen nicht

    Die Diskussion hatten wir doch auch erst bei Castollux

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s