In Israel wird seit einiger Zeit eine heftige Debatte um Rassimus, genauer: um als rassistisch deutbare Äußerungen von Rabbinern und rechten Aktivisten geführt. Was sagt uns das? Nichts anders, als dass Israel ein ziemlich normaler Staat mit einem ziemlich normalen Idiotenanteil, einem ziemlich normalen Teil an anständigen Menschen und einer ziemlich normalen Streitkultur ist. Was aber die derzeitigen Rassismusdiskussionen in Israel von jenen in allen anderen Ländern der Welt unterscheidet, ist der Berichterstattungsoverkill ausländischer Medien. In Israel sagen also ein paar Rabbiner etwas (meiner Meinung nach) Dummes, viele andere Rabbiner, Politiker und Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens widersprechen, und Europas Zeitungen sind voll davon? Da ist sie einmal mehr, diese Israelfixierung, diese mitschwingende Enttäuschung darüber, dass Israelis und damit mehrheitlich Juden auch nur ganz normale Menschen sind. Wann wird man endlich begreifen, dass die Shoa israelische Juden nicht dazu verpflichtet, besonders edel und gut zu sein?

“und Europas Zeitungen sind voll davon”
Sorry, die bringen in der Regel nur die Hälfte – nämlich die Rabbiner-Anweisung, weniger die Diskussion darum, noch weniger die israelische Kritik an den Rabbinern.
So hatte ich das auch gemeint, aber leider nicht eindeutig genug formuliert.
Um was geht es eigentlich genau, hab da wohl in den letzten Tage viel verpasst…
Was sind schon ein paar sinnige oder unsinnige Kommentare von wenigen Rabinern gegenüber einer Flut von weitaus schlimmeren Kommentaren vieler Mullas und islamischen Fundamentalisten und einem ganzen Meer furchtbarer Dummheit der christlichen, spez. der katholischen Kirchenoberen mit ihrem bayrischen Papst Benedikt an der Spitze…,
Jaco
@Jaco,ein kleines Gebet, nur für dich.
Danke für diesen Kommentar. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich durchdrehe, wenn ich in deutschsprachigen Medien die Berichterstattung zu Israel lese …
“und einem ganzen Meer furchtbarer Dummheit der christlichen, spez. der katholischen Kirchenoberen mit ihrem bayrischen Papst Benedikt an der Spitze…,”
Und einem ganzen, waht the fuck?
Passt dazu:
http://spiritofentebbe.wordpress.com/2010/12/29/neulich-in-der-redaktion/
Das ist eine Methode, die so u.a. auch bei den USA angewandt wird. Die Journalisten suchen sich im Ausland die besonders interessanten oder mit ihrer Meinung besonders konformen Positionen und berichten diese als dortigen Diskussionsstand. Was genau genommen eine Form von Propaganda darstellt, weil man kein Meinungsklima, sondern Alibi-Äußerungen sucht.
Fairerweise möchte ich dazu anmerken, daß sich die israelischen Medien auch mit wahrer Wollust auf jede Meldung stürzen, die zeigt, daß die Deutschen tumb, fremdenhaß-zerfressen, antisemitisch, unbelehrbar, iran-verliebt und miserable Köche sind
Der Unterschied ist nur: Deutschland ist nicht in Gefahr, durch eine Delegitimisierungskampagne irgendwann der Grundlagen seiner Existenz beraubt zu werden. Israel schon.