A year in hell

Im Jahr 2009…

Seit zwei Tagen schon liegt eine tote Ratte im Rinnsal vor dem Haupteingang der onkologischen Abteilung des Klagenfurter Landeskrankenhauses. Sie verwest in der Sommerhitze, und wir Krebspatienten schauen ihr dabei zu. Wir wissen, dass es einigen von uns bald ähnlich ergehen wird, dass von uns bald nur noch eine lebloser Körper übrig sein wird, ein Festmahl für Würmer und Maden. Ärzte und Besucher erschrecken kurz, wenn sie den von Fliegen umschwirrten Kadaver sehen, manche tänzeln verlegen darum herum, einige lachen, andere stoßen Laute aus, die ihrem Ekel Ausdruck verleihen sollen. Am vierten Tag kommt endlich jemand vom Servicepersonal und entfernt das kleine Bündel Fell und Knochen, das von der Ratte noch übrig ist.

Während ich die Szene beobachte, sitzt neben mir eine ältere Dame auf der Sitzbank in der Sonne und beklagt sich über ihre Kinder und Enkel, weil die sie nie besuchen kämen. Es ist Hochsommer 2009 und ich mache gerade meine dritte Chemotherapie durch. Hier sitze ich, abgemagert, meine Glatze unter einer Wollmütze verbergend, benommen von all dem Gift, das man in mich hineinpumpt, und mir ist, als triebe ich in einem Schlauchboot mitten auf dem Pazifik. Ein Gefühl tiefster Einsamkeit und totaler Machtlosigkeit. Wie bin ich hierher geraten?

Krebs, das ist doch wie ein spielgelverkehrter Lottogewinn, ein bizarrer Skifahrerunfall auf der Streif oder die Passion von Christiane F., dem Kind vom Bahnhof Zoo – er trifft immer andere, er wird im nachmittäglichen Valiumfernsehprogramm bequatscht, er tötet manchmal Promis und allenfalls noch den Cousin der Schwägerin des Steuerberaters des Zahnarztes, der ohnehin zu viel geraucht hat. Krebs, das ist nichts für unsereinen, der ist so weit weg, der betrifft uns vielleicht irgendwann einmal, wenn wir sehr alt sind und, an der Opiumpfeife nuckelnd, bedächtig nicken, während unsere Enkelkinder die drei Nobelpreise auf dem Kaminsims in der Stadtvilla bewundern, und dann murmeln wir, mehr zu uns selbst, fast zufrieden in uns hinein: “Es war ein gutes Leben, jetzt darf er anklopfen”.

Leider ist Krebs fast immer wie ein männlicher Pornodarsteller, der es nicht mehr bringt: Er kommt zu früh. Zumindest empfinde ich das so, jetzt, da ich hier sitze und auf den Befund starre, als könne wiederholtes Lesen ungeschrieben machen, was dort steht: “Malignes Burkit-Lymphom”. Eine kurze Recherche auf Wikipedia sorgt auch nicht für bessere Stimmung: “Das Burkit-Lymphom ist einer der am schnellsten wachsenden humanen Tumore und hat eine außerordentlich hohe Zellteilungsrate”. Außerdem, so Tante Wiki, sei diese Krebsart fast exklusiv in Schwarzafrika anzutreffen. Und bei HIV-Patienten im Endstadium. Dass ich als Nicht-Afrikaner ohne HIV somit ein medizinisches Kuriosum bin, quasi an einem abenteuerlichen Exzentrikerkrebs leide, ist kein echter Trost.

Das Propofol hat mich fast ausgeknockt, aber dann, mitten in der Koloskopie, werde ich mit einem Schlag hellwach, denn ich höre den Arzt Worte sagen, die meinen Puls trotz des starken Beruhigungsmittels auf Trab bringen: “Bösartig”, sagt er, und dann die Stimme der Krankenschwester: “Aber er ist doch noch so jung”. Was ist bösartig? Wofür bin ich noch zu jung? Nach der Darmspiegelung muss ich lange 20 Minuten auf einem Krankenbett liegen, bis die Wirkung des Tranquilizers nachgelassen hat, aber ich bin putzmunter, ich war noch nie so wach wie jetzt. Dann endlich spricht der Arzt mit mir. Er wirkt sehr ernst, sehr besorgt, genau so wie die Arztdarsteller in Krankenhausfernsehserien, die ihren Patientendarstellern grimmige Nachrichten überbringen. Er habe einen Tumor gefunden, sagt er, ganz oben im Darm, am Übergang zum Magen. Genaueres werde erst der Laborbefund der eingeschickten Gewebeproben zeigen, aber nun sei eine Computertomographie dringend ratsam.

Mir ist, als hätte mir jemand einen Backstein an den Kopf geworfen. Tumor? Krebs? Womöglich bösartig? Gibt es Metastasen? Ich hatte doch bloß Sodbrennen? Tatsächlich, so werde ich bald erfahren, hat sich der Krebs symptomlos angeschlichen, das Sodbrennen hatte nichts damit zu tun. Es ist reiner Zufall, dass man den Tumor entdeckt hat. Glück, um genau zu sein, und dass man neben guten Ärzten auch Glück braucht, um eine Krebserkrankung zu überleben, werde ich nur allzu bald lernen. Und die Redewendung vom “Glück im Unglück” wird für mich bald eine unerwartete Aktualität bekommen, zum ersten Mal direkt nach dem CT-Scan, denn der Krebs hat noch keine sichtbaren Filialen in anderen Organen eröffnet. Dann kommt der Befund: Es ist bösartig, es ist lebensbedrohend, es muss herausgeschnitten werden.

Was für eine Operation! Man hat mir 30 Zentimeter meines Darms mitsamt dem darin nistenden Tumor entfernt. Ich schlage meine Augen auf, ich bin glücklich, weil ich noch da bin, obwohl desorientiert und, ohne meine Brillen, nicht in der Lage, meine Umgebung wahrzunehmen, doch ich weiß, dass ich in einem Aufwachraum bin, genauer: in einem Aufwachsaal, denn ich höre das Stöhnen und Wehklagen mehrerer Leute. Es überrascht mich, dass Menschen tatsächlich “au weh” rufen, und nicht bloß “au”, oder “ah”. Einer ist besonders hartnäckig und stößt wie ein Mantra aus der Hölle andauernd den Ruf “au weh, au weh” aus. Man rollt mich in ein Krankenzimmer, wo ich meine Gattin und meine Eltern anlächeln kann, aber was wir reden, vergesse ich schnell, die Narkose wirkt nach und lähmt mein Gehirn. Ein paar Stunden später bin ich voll da, und bin in eine Folterkammer geraten, in der ein sadistischer Henker die Schmerzschraube immer straffer anzieht. Noch nie in meinem Leben habe ich so etwas erlebt, es ist, als würde man mir glühende Speerspitzen in den Bauch rammen, und ich begreife, warum Soldaten im Krieg nichts so sehr fürchten wie einen Bauchschuss. Ich rufe um Hilfe, ich flehe die Krankenschwestern an, mir Schmerzmittel zu geben, aber die sagen nur, dass die Morphiumpumpe, ein antiquiert wirkendes Gerät, an das ich angeschlossen bin, ohnehin schon auf die höchste vertretbare Stufe eingestellt sei. Eine sehr junge Nachtdienstärztin kommt und ist ratlos, ich stöhne, schreie, die Minuten wollen nicht vergehen, geschweige denn die Stunden. Aber kurz bevor ich den Verstand verliere ist die Nacht dann doch vorbei und man fährt mich in die Palliativabteilung. Dort stellt man fest, dass beim Abklemmen meiner Bauchnerven ebenso Mist gebaut wurde wie beim korrekten Anschluss der Morphiumschleuder. Man sticht mich nun in die richtige Stelle am Rückgrat, und rasch sind die Schmerzen fast weg, dann schließt man mich an ein mobiles Morphiumgerät an, bei dem ich selbst die Dosis regulieren kann.

Schon zwei Tage nach der Operation darf ich wieder essen. Und ich habe wieder Verdauung. Eigentlich unfassbar. Gerade erst hat man mir einen halben Meter Darm entfernt, trotzdem arbeitet der Körper, als wäre nichts Gröberes passiert. Mein Respekt vor den Leistungen der Chirurgen wächst ebenso wie meine Ehrfurcht vor der Natur. Dann will die Onkologin mit mir sprechen. Sie bringe gute Nachrichten, behauptet sie. Man habe das Geschwür rechtzeitig entfernen können, bevor es streuen konnte. Ob dies bedeute, dass die Sache damit erledigt wäre, will ich wissen. Die Ärztin lächelt milde. Nein, nun müsse man leider eine stationäre Chemotherapie beginnen. Ungefähr acht Monate lang werde diese dauern. Einen Großteil dieser Zeit würde ich auf der Isolierstation verbringen müssen. Acht Monate. Isolierstation. Mir wird schwindelig. Dann sage ich, in der Hoffnung auf Beruhigung: “Aber wenigsten ist so eine Chemo ja nicht wirklich gefährlich, oder?” Die Ärztin schaut mir in die Augen. “Das kann ich leider nicht bestätigen und schon gar nicht versprechen”. Ich muss mich hinlegen.

Noch vor Beginn der Chemo fange ich an, ein Online-Tagebuch über meine Erlebnisse mit der Krankheit zu schreiben. Ich blogge über meine Ängste, meine Schmerzen, über den Alltag im Krankenhaus, und ich stoße auf unerwartet hohe Resonanz. Tageszeitungen berichten über mein “Krebstagebuch”, tausende Leser interessieren sich im Laufe der Monate für meine Erlebnisse und ich bekomme E-Mails von vielen Leidensgenossinnen und -genossen. Das Schreiben hilft mir, bei Verstand zu bleiben, so wie es auch hilft, mit anderen Patienten auf der Krebsstation zu reden. Da ist Tim aus Deutschland, den es vor Jahren nach Kärnten verschlagen hat. Tim ist 24 Jahre jung und hat Hodenkrebs. Und Metastasen in der Lunge. Wir treffen einander oft bei der Sitzbank vor der Onkologie – um zu rauchen. Und zu reden. Tim ist lustig, gescheit, frisch verliebt. Nach seiner Behandlung, sagt er, will er mit seiner Freundin schön Urlaub machen, in einem teuren Wellnesshotel. Wir tauschen Telefonnummern aus und plaudern öfters per Handy. Nach drei Wochen in der Isolierstation will ich wissen, wie es Tim geht. “Unter der von ihnen gewählten Rufnummer ist uns kein Teilnehmer bekannt”.

Und dann gibt es Karin aus Wien. Die hat mir eine Mail geschickt, nachdem sie im Internet auf meine Berichte gestoßen ist. 29 Jahre ist sie alt und leidet an Brustkrebs. Wir schreiben einander häufig. Sie hat Angst, teilt sie mir mit. Dann hören die E-Mails plötzlich auf. Für immer. Es ist ein bisschen so, wie wenn man in einer mondlosen Nacht durch den Wald taumelt, dort jemanden mit einer Kerze in der Hand trifft, kurz mit ihm spricht, dann weiterstolpert, und wenn man sich umdreht, weil man noch etwas sagen will, ist die Kerze erloschen und der Mensch verschwunden, als hätte er nie existiert.

Nach jedem Behandlungszyklus muss ich einige Wochen in einem Isolierzimmer verbringen, weil die Chemo mein Immunsystem ausschaltet. Schon ein grippaler Infekt könnte lebensgefährlich sein. Hier herrscht die totale Hygiene, der Raum ist so steril, dass es nicht einmal ein WC gibt, weil zu befürchten ist, dass Bakterien die Rohre heraufkriechen. Stattdessen muss ich mich an Urinflaschen und an den Leibstuhl gewöhnen. Das ist erniedrigend. Ich sehe nie ein menschliches Gesicht, denn alle Ärzte, Pflegerinnen und Besucher, die in meine winzige Welt kommen, müssen einen Mundschutz tragen. Das laute, konstante Brummen der Luftreinigungsanlage ist der Soundtrack zu diesem Horrorfilm, ergänzt durch die Klickgeräusche des Infusionsgeräts, die immer wieder in alarmierendes Piepsen übergehen, wenn sich Luftbläschen im Infusionsschlauch bilden. Nicht selten kommt es vor, so erzählt mir eine Krankenschwester, dass Patienten in diesen Zimmern einen Nervenzusammenbruch erleiden. Das überrascht mich nicht.

Hier passiert das Schlimmste der ganzen Behandlungszeit, denn zum wochenlangen Eingesperrtsein, zum Schrumpfen der Welt auf sechs Quadratmeter kommen die Nebenwirkungen der Chemo hinzu. In meinem Fall die zerstörerische Wirkung des Giftcocktails auf die Schleimhäute. Essen wird fast unmöglich, Reden tut weh, mildes Mineralwasser fühlt sich an wie brennendes Benzin. Starke Schmerzmittel auf Opiatbasis helfen. Schlimmer als die starken Schmerzen ist aber die Summe kleinerer Unannehmlichkeiten. Das Erste und Letzte, was ich jeden Tag spüre, sind die Spritzen, mit denen mir Blut abgenommen wird. Da ich eine Intensiv-Chemo bekomme, werden mir bei jedem Behandlungszyklus eine Woche lang jeden Tag sechs Liter Chemie in den Körper gejagt, gefolgt von so genannten Ausspüllösungen, was zur Folge hat, dass ich nicht mehr durchschlafen kann, da ich alle 30 Minuten wach werde und Wasser lassen muss.

Antibiotika in rauen Mengen, allergische Reaktionen gegen eben diese Antibiotika, juckende Ausschläge, der Lärm der Luftfilter, andauernd Angst vor einer Lungenentzündung oder anderen für mich in diesem Zustand tödlichen Nebenerkrankungen – spätestens nach der dritten Runde hat man das alles so furchtbar satt und weiß doch, dass es keine Alternative dazu gibt. Man muss durchhalten.

Zwei Tage vor Weihnachten 2009 ist die Chemo nach sechs langen Runden endgültig überstanden. Und ich lebe noch, stehe immer noch aufrecht im Ring. Nach einem letzten PET-CT bekomme ich die wohl schönste Nachricht, die ein Arzt einem Patienten überbringen kann: Keine Spur mehr von Krebsaktivität zu sehen. Das bedeutet aber nicht, dass ich “geheilt” wäre. Onkologen sprechen nicht von Heilung, sie sprechen bestenfalls von totaler Remission , was bedeutet, dass der Krebs zwar noch irgendwo im Körper versteckt sein mag, aber keine Aktivitäten mehr entfaltet, dass er sozusagen schläft. Die Freude darüber wird überschattet von etwas anderem: Kurz zuvor, während des letzten Chemozyklus, ist meine Ehe zerbrochen. Krebs macht unter anderem auch einsam, denn die Krankheit ist mit so viel Ängsten besetzt, dass viele Menschen davor zurückscheuen, den Patienten auch nur zu besuchen. Manche trauen sich nicht einmal, anzurufen. Für die engsten Verwandten ist die Belastung extrem, fast ebenso hoch wie für den Kranken selbst.

Umso dankbarer bin ich jenen, die sich nicht abschrecken haben lassen und mir in all der langen Zeit Mut zugesprochen haben. Überstehen konnte ich das alles nur aus zwei Gründen: Einerseits habe ich mich als seelisch stärker entpuppt, als ich zu Beginn der Behandlung zu hoffen gewagt hatte. Andererseits waren die Ärztinnen und das Pflegepersonal menschlich großartig. Mit so viel Empathie, so einer bedingungslosen Bereitschaft, alles zu tun, um mir das Leben zu erleichtern, hatte ich nicht gerechnet. Egal ob Oberarzt, Krankenschwester oder Reinigungskraft – nie habe ich in all den Monaten auch nur ein böses Wort gehört, immer waren alle freundlich und zuvorkommend zu mir, auch dann, wenn es mir richtig schlecht ging und ich entsprechend grantig war. Dieses menschlich erstklassige Verhalten der Belegschaft der Klagenfurter Onkologie hat mich während meines Behandlungsjahres am meisten beeindruckt. Wenn man schon so eine schlimme Krankheit erleiden muss, dann bitte in den Händen dieses Teams! Ein gutes Jahr nach dem Ende meiner Behandlung lautet der Befund meiner Kontrolluntersuchungen immer noch “komplette Remission”. Ich habe den Krebs nicht “besiegt”, wie es in Boulevardzeitungen gerne heißt, sondern überlebt.

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12 Kommentare

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12 Antworten zu “A year in hell

  1. wolfiberger

    Habe es ins Facebook gestellt, das muss man lesen!

  2. tom93

    das freut mich für dich!
    sehr interessant, dass die onkologie klagenfurt so gut ist.

  3. Alreech

    Interessante Einblicke, und Toi Toi Toi das es so bleibt.

  4. Das ist eine wirklich traurige aber zugleich auch Hoffnung und Mut zusprechende Geschichte Bernhard. Wünsche dir das dieser Krebs nie wieder aktiv wird und du gesund bleibst. Du bist ein Kämpfer und deine Geschichte sollte Krebskranken Menschen zum lesen gegeben werden. Die Menschen brauchen Beispiele und deines zeigt doch das man niemals aufgeben darf und man den Krebs in die Schranken weißen kann.

  5. Klafu

    Es ist schwer so einen Text zu kommentieren… Danke für diese sehr persönliche, intensive und irgendwie auch schöne Geschichte! Und natürlich weiterhin alles Gute!

  6. tom93

    “dass man niemals aufgeben darf und man den Krebs in die Schranken weisen kann”
    … was für ein Unsinn! Solche platten Allgemeinplätze schmerzen beim Lesen.

  7. Ein sehr bewegender Text. Danke für Deine Offenheit, auch in Deinem Krebstagebuch. Nur wenige Betroffene können das Erlebte so in Worte fassen wie Du.

  8. Ach kleiner Tom, wie schade ich es doch finde das du selbst bei einem von mir gut gemeinten, dem Bernhard eigentlich meinen Respekt zollenden Kommentar versuchst mich als Idiot dar zu stellen. Aber, lieber Tom, ich und sicher einige andere Leser haben bereits begriffen das du als 19-Jähriger (was mich ja nicht stört) noch viel lernen musst. Nur dein Troll-Level (dies verstehst du doch sicher) solltest du etwas minimieren. Nichts für ungut.

  9. wiltrud

    @tom 93: keine manieren? verwöhntes einzelkind?
    by the way- weiterhin alles gute dem lindwurm!

  10. Thilo

    Du bist trotzdem ein linker Spinner.

  11. Ein beeindruckender und ehrlicher Text. Als nicht Betroffener kann man wahrscheinlich trotzdem nicht nachempfinden, welches Leid ein Betroffener durchmachen muss; und danach noch eine Zeit lang mit der Ungewissheit leben zu müssen. Größten Respekt für diesen Text, aber auch dafür, mit den Kommentaren weiterzumachen. Mit meinen besten Wünschen dafür, dass tatsächlich Genesung eingetreten sein möge. Eine Voraussetzung bringst Du aber mit: Du stellst Dich dem Problem ohne jede Wehleidigkeit oder Selbstmitleid. Angesichts eines eigenen dreimonatigen Spitalsaufenthalts wegen eines Guillain-Barré (vereinfacht gesagt: neurologische Muskellähmung) sagte mir ein Arzt bei der Entlassung: Die (aufsteigende) Lähmung kann natürlich medizinisch bekämpft werden und führt nur in seltenen Fällen zum Tod (Lungenlähmung). Die Lähmung selbst kann aber bis zu 3 Jahren andauern. Medizinisch nicht erklärbar, aber empirische Beobachtung des Arztes: Selbstmitleid führt zu längerem Andauern der Lähmung. Dies würde meinen relativ kurzen Aufenthalt im Spital erklären. Bei Dir ist keine Spur von Selbstmitleid vorhanden. In diesem Sinn: Alles Gute, oder auf gut jiddisch: A refie scheleme.

  12. Thilo

    Sorry, war nicht so gemeint, dachte du hättest mich wieder gelöscht.

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