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Antisemitische Welle

Am selben Tag, an dem Österreich gegen den Willen und wohl auch das Interesse Israels “Palästina” anerkennt, wird der Gemeinderabbiner von angeblichen Beschneidungsgegnern bei der Staatsanwaltschaft wegen “Körperverletzung” angezeigt. Ebenfalls am selben Tag verbietet das polnische Verfassungsgericht das Schächten von Tieren. Wenige Tage zuvor hat ein ungarischer Parlamentarier die Kennzeichnung von politisch tätigen Jüdinnen und Juden gefordert. Wer hier keine antisemitische Welle durch Europa rollen sieht, sollte einen Augenarzt aufsuchen.

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Zwischen allen Stühlen

Immer wenn Israel Krieg führen muss, möchte ich am liebsten meinen Fernseher verkaufen, keine Zeitungen mehr lesen und das Internet abmelden, denn in solchen Zeiten ist niemand einsamer als der linke Freund des Judenstaates. Gefühlte neun Zehntel derjenigen, die sich selbst als links definieren, betätigen sich in solchen Zeiten als offensichtlich kritiklose Wiederkäuer längst überholter und immer schon falsch gewesener antiisraelischer Positionen aus dem Kalten Krieg und imaginieren wider alle Evidenz weit rechts stehende klerikalfaschistische Terroristen und Unterdrücker wie die Hamas als Freiheitskämpfer, wo doch alles, wofür die kämpfen, der Tod von Juden und die Unterwerfung des Menschen unter die Tyrannei der Religion ist. Diese Sorte von Linken, die ansonsten völlig zu Recht Ungerechtigkeiten anprangert, ist nicht in der Lage zu behirnen, dass das größte jemals begangene Unrecht der Zivilisationsbruch der Shoah war und das oberste Gebot für Humanisten – und solche müssen Linke sein, denn ohne Humanismus ist auch linke Politik nichts als potentielle Terrorherrschaft – daher sein muss, dass sich die Shoa niemals wiederhole. Der Staat Israel mit seinem Militär und seinem Geheimdienst ist der einzige Garant dafür, dass Auschwitz nie mehr sein kann und niemand mehr Jüdinnen und Juden straflos und ohne Gegenwehr abschlachten darf. Nicht die Gutherzigkeit von Linken sorgt dafür, nicht die Großzügigkeit interkonfessioneller Dialogführer, nicht progressive Auslegungen des Koran und auch nicht Gesetze gegen Rassenwahn und Neonazismus. Nein, alleine Jüdinnen und Juden mit Gewehren in der Hand machen möglich, was primäre und sekundäre, rechte und linke Antisemiten so sehr hassen, nämlich die Selbstverteidigung einer vom Wohlwollen anderer unabhängigen jüdischen Nation.

Aber nur weil große Teile der Linken verabscheuungswürdige Positionen zu Israel haben ist es nicht so, als würden gerade in Zeiten der akuten Bedrohung Israels nicht viele Rechte erneut unter Beweis stellen, dass sie in Sachen Kotzbrockigkeit immer noch führend sind, zumindest aber den Dummlinken in nichts nachstehen . Ich denke da an diese seltsamen neuen Freunde Israels, die nur deswegen solche sind, weil es in Israel einen Rechtsrutsch gegeben hat und es sich bei den militärischen Feinden Israels zufällig um Muslime handelt, und die, wäre die “Islam-Frage” zu ihrer Zufriedenheit erledigt oder käme in Israel wieder die Linke an die Macht, ihre Freundschaft sehr rasch aufkündigen würden. Das sind Leute, die versteckt hinter ihrer Israelsolidarität rassistische Vorurteile und rechtskonservative Ideologien transportieren, was im Extremfall bis hin zur faktenwidrigen Verleugnung der Existenz rechtsextremen Vernichtungsantisemitismus reicht. Das dumme Geblöke mancher Linken, wonach Israel ein imperialistischer Apartheidsstaat sei, finde auf der rechten Seite sein Äquivalent in der ebenso dummen Behauptung, der “wahre Antisemitismus” sei links (was manchmal bis hin zur wahnwitzigen Behauptung reicht, Hitler sei ein Linker gewesen).

Ich bin nicht der einzige Mensch, der sich in diesen Zeiten zwischen den Blöcken der Dummheit und der Niedertracht heimatlos fühlt. Aber ich habe es satt, Linken erklären zu versuchen, warum ich jede Maßnahme, die der Sicherheit Israels dient, begrüße und gleichzeitig den auch in Israel wie überall sonst vorhandenen Rassismus ablehne. Ich habe es ebenso satt, Rechten erklären zu versuchen, dass Israel keinen Kampf gegen “den Islam” führt, sondern gegen Menschen, die Juden vertreiben oder ermorden wollen (bzw generell israelische Bürger, denn die Raketen der Hamas unterscheiden ihre Opfer ja nicht nach Religion oder Ethnie), dass Araber keine Untermenschen sind und dass das reale Israel ein multikultureller und multiethnischer Staat ist. Ich habe es satt, auf Facebook dumme antisemitische Karikaturen und Fotomontagen sehen zu müssen, die von angeblichen Linken verbreitet werden, so wie ich es satt habe, auf Facebook von Rechten verbreitete Karikaturen und Fotomontagen sehen zu müssen, welche Araber als Tiere darstellen. Daher abschließend an diese Linken und Rechten (es sind zum Glück ja nicht alle so): Nehmt eure Eindimensionalität und steckt sie euch sonst wo hin! Werdet glücklich mit euren simplen schwarz-weißen Weltbildern aber lasst mich damit in Ruhe!

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Die Krone des Antisemitismus

Ich werde hier nicht das machen, was die meisten anderen deutschsprachigen Medien tun, nämlich den Israelis vorschreiben, was sie zu tun hätten, ich werde lediglich dokumentieren, welches Ausmaß der Hass auf Juden in Österreich, dieser unverbesserlichen Brutstätte des Antisemitismus, hat. Wie immer bricht dieser Antisemitismus dann ganz offen hervor, wenn Israel es wagt, sich gegen die Bedrohung von Leib und Leben seiner Bürger zu wehren.

So geht es in den Leserforen der “Krone”, Österreichs auflagenstärkster Tageszeitung, zu:

 

 

Und so weiter und so fort. All das in MODERIERTEN Foren. Und all diese Figuren dürfen wählen, sind vielleicht Nachbarn… Mir ist einfach nur mehr schlecht.

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Occupy-Nazis

Auf der Facebookseite von “Occupy Wall Street” lässt das antisemitische Gesindel alle Hemmungen fallen. Dort wurde das folgende unglaublich bösartige und den Holocaust relativierende Bild gepostet:

 

Die Kommentare der Okkupanten fallen dementsprechend aus:

 

 

 

 

 

 

Mir war von Beginn an klar, dass im 99-Prozent-Gehabe von “Occupy” der Antisemitismus mindestens als verkürzte Kapitalismuskritik ein Einfallstor hatte. Dass sich der Facebook-Arm von “Occupy” als stramme Linksnationalsozialistenveranstaltung entpuppt, ist daher leider weniger überraschend, als manche meinen.

 

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Was Österreicher wünschen: “Realistische Endszenarien” für Israel

Wie zu erwarten war, drehen die Antisemiten angesichts der Tatsache, dass sich Israel nicht länger ohne Gegenwehr mit Raketen beschießen lässt, kräftig am Rad und verbreiten in den Leserkommentaren der österreichischen Tageszeitungen ihren geistigen Sondermüll. Das kann man ärgerlich finden, aber ist es auch faszinierend zu sehen, welche Gipfel das Wahnwitzes diese Figuren zu erklimmen in der Lage sind. Sozusagen den Mount Everest des Wahnsinns erreichen ein paar ganz Irre, die sich “Endszenarien” für Israel wünschen oder eine pakistanische Atombombe herbeisehnen.

“Krone”:

 

 

 

 

 

“Die Presse”:

 

 

 

 

 

“Kurier”:

 

 

 

 

 

“Kleine Zeitung”:

 

 

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FPÖ-Antisemitismusaffäre: Morddrohungen gegen Heinz Fischer

Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer hat FP-Chef Strache wegen dessen Veröffentlichung einer antisemitischen Karikatur scharf zurechtgewiesen. In den Userforen von Österreichs größter Tageszeitung, der “Krone”, ist das auf wenig Gegenliebe gestoßen. Straches Fans würden Fischer gerne tot sehen:

Für die, die´s nicht wissen, erklärt Tante Wiki, was eine “Sizilianische Krawatte” ist: “Die kolumbianische Kravatte, gelegentlich auch als mexikanische oder sizilianische Kravatte bezeichnet, ist eine Hinrichtungs- und Foltermethode. Dem Opfer wird die Kehle im Bereich des Larynx aufgeschnitten und seine Zunge durch diesen Schnitt nach unten gezogen, sodass sie unterhalb des Kinns heraushängt.”

Andere finden, dass Heinz Fischer “weg” gehört, psychiatriert werden sollte, man seine Leiche an Fische verfüttern möge oder er sich selbst erschießen soll:

Das ist das Klientel, das ein Strache anzieht. Dieses Klientel weiß vermutlich nicht so genau, dass das, was es da absondert, eine schwere Straftat darstellt. Nach dem Paragraphen 249 des Strafgesetzbuches, “Gewalt und gefährliche Drohung gegen den Bundespräsidenten”, sind Aussagen wie jene mit der “sizilianischen Kravatte” mit einem Strafrahmen von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen. Nun könnte man sagen, dass das doch nur besoffene Spinner sind, die sich ihren Hass von der Seele schreiben, aber zu oft schon sind Spinner nicht rechtzeitig ernst genommen worden. Die Sicherheitskräfte sollten die Identitäten dieser Poster eruieren und mal bei denen nachschauen, was sie so an Waffen zuhause rumliegen haben.

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Ein kleines Burschendrama

Vor nicht allzu langer Zeit, in einer “Bude”…

Burschi: “Des traust di nie, Hazeh”

Strache: “Ich trau mi olles”

Burschi: “Na dann bring die Zeichnung da auf deiner Facebookseite.”

Strache: “Welche Zeichnung?”

Burschi: “Na die da. Die Zeichnung da, wo der Staat den fetten Judn füttert, während das Volk hungert. Siehst, die is ursprünglich von so einer komischen, haha, linken amerikanischen Zeitung aus den 60er Jahren, aber Kameraden aus dem Altreich haben die Karikatur noch ein bisserl eindeutiger gemacht, so mit Davidsternen auf dem Gwand vom Bänker, und a Judennasen haben´s eam auch verpasst. Aber des traust di ned posten, gell?”

Strache (vor Erregung mit Meidlinger L sprechend): “I soll mi des ned traun? Hör zu, Bub, I bin schon mit der VAPO durch den heiligen Kärntner Tann gerobbt wia du noch ned amoi gwusst hast, wie ma Hiddler schreibt. I hab öffentlich den Kühnen-Gruß gezeigt! I bin bei einem Treffen der Wiking-Jugend von den Bütteln des BRD-Besatzungsregimes verhaftet wordn. I woa mit der Elite vom nationalen Widerstand unterwegs, vom Andi über den Jürgen bis zum Gottfried. Herrgott nochmal, der Norbert Burger selbst hat mich eingeschult! I hab die Bewegung aus den Klauen von dem unzuverlässigen Homofürsten und seinen warmen Brüdern entrissen und wieder auf den echten rechten Weg gebracht. I hab sogar in Yad Vashem a Burschenschafter-Tonne aufn Kopf getragn. I trau mi alles”.

Burschi: “Na dann bring die Karikatur!”

Strache: “Her mit dem Link! So, und jetzt schau!” (öffnet Facebook auf dem PC der “Bude” und tippt die Email-Adresse Herr_Wolf_18@altermedia.de und das Passwort “Bumstinewjew” ein, veröffentlich die antisemitische Karikatur und schreibt dazu: “So sieht die Umverteilung von Rot-Schwarz mit ihren grünen Helferleins in Wahrheit aus! Sie verteilen unser hart erarbeitetes und erwirtschaftetes österr. Steuergeld in Richtung der EU-Bankspekulanten mittels ESM-Diktat und Österreich-Verrat! Gleichzeitig kürzen sie das Pflegegeld und die Familienbeihilfe in Österreich und haben damit die Ärmsten der Armen getroffen (Kreisky dreht sich im Grab um)”.

Burschi: “Respekt, Alter…Herr. Des sitzt! Die Roten und die Schwarzen und die Grünen schenken unser Geld den Juden und nehmen es den Ärmsten der Armen weg. Supa! Und dann noch den alten Saujud Kreisky ins Spiel bringen quasi als Kronzeuge unserer Sache… genial. Ich nehm alles zurück, du hast echt Eier, Hazeh”.

Strache: “Na sicher. Ich bin im Stahlgewitter der Zahntechnikerausbildung, äh, gestählt worden und ich kenn doch die Pappenheimer von den anderen Parteien und von den Medien. Die ÖVP hofft auf mich als Koalitionspartner, die halten also brav die Pappn, den Roten ist Antisemitimus auch a lässliche Sünd und die Medien, ja mei, da werden ein, zwei empörte Kommentare kommen, aber mia sind in Österreich, des schlaft wieder ein – nachdem die Botschaft hängen geblieben is und ein weiterer Zwischensieg bei der Enttabuisierung unseres nationalen Gedankenguts errungen worden ist.”

Burschi (schenkt sich und Strache ein Bier ein): “Ja, genial, aber hast keine Angst, dass deine neuen Freunde in Israel des eventuell missverstehen könnten? Und was ist mit dem Lasar , dem Hausju… dem Verbindungsmann zur rechtszionistischen Szene?”

Strache: “Hahaha, der Lasar, der Naivling! Und die rechten Juden in Israel! Hättest sehen sollen, wie ich die um den kleinen rechten Finger gewickelt hab mit  ein bisserl Billigrhetorik gegen den Islam. Die san so verzweifelt auf der Suche nach Freunden und so an´gfressen von de europäischen Linken, dass die echt glauben, wir waratn auf ihrer Seite. Simma ja auch irgendwie. Die wollen, dass alle Juden nach Israel einwandern, und wir wollen, dass alle Juden von hier auswandern. Des passt doch super zusammen. Profitiern ja beide davon.”

Burschi: “Aber eigentlich san wir ja traditionell eher mit den Arabern und dem Iran verbandelt, oder? Wir ham ja ned umsonst diverse österreichisch-syrische, österreichisch-libysche und so weiter Gesellschaften? Und der Ahmedinedjad, auf den hat ja der Mölzer, der ja unser Ideologe ist und, ned beleidigt sein, Hazeh, ein echter Burschenschafter, wahre Hohelieder geschrieben in seinem Blattl. Weist eh noch: Sogar ein T-Shirt mit der Aufschrift “A world without Zionism” hamma damals kaufn können beim Mölzer, vor ein paar Jahren, so um 2008 rum. Ist der Iran jetzt plötzlich der Feind?”

Strache: “Aber nein, grundsätzlich hat der schon recht, der Kravattenverweigerer aus Teheran. Aber hier bei uns gibt´s halt viel mehr Musels als Juden, deswegen hamma eine Feindbild-Analyse gemacht und dabei festgestellt, dass der durschnittliche Wiener Prolo die Islamers noch mehr hasst als wie die Juden. Da muss man sich halt anpassen. Aber des ändert nix an unseren Überzeugungen, und ich hab das ja gerade bewiesen mit dem Posten der schönen Karikatur”.

Burschi: “Wow, Hazeh, du hast echt was am Kasten, strategisch und so.”

Strache: “Ja, deswegen bin I ja auch Parteichef und du nur Aktenträger beim Graf. Haha, nix für Ungut, und jetzt PROST” (beide stoßen an, knallen die Biergläser auf den Tisch und sagen im Duett: “Keine Juden am Tisch”)

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