Schlagwort-Archive: Medien

Grün(d)lich zivilisiert 2

Das “Das-wird-man-ja-wohl-noch-sagen-dürfen”-Land lässt seine Leitmedien ordentlich austeilen. Nach Roma, Muslimen, Homosexuellen und Russen kommen jetzt die Frauen an die Reihe. Für solche Überschriften, für so eine Sprache gewordene Misogynie wären Journalisten noch vor wenigen Jahren gefeuert worden. Inzwischen geht das wieder. Man ist wieder unverschämt primitiv.

Focus:

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Der Spiegel:

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Abschaum in Gummizellen sperren

Spiegel Online bringt eine reißerische Story über einen Konsumenten von allerlei Drogen, der in eine amerikanische Notaufnahme eingeliefert wird. Soweit, so uninteressanter Allerweltsjournalismus. Darunter krakeln dann aber deutsche Alltagsfaschisten das hin, was ihre engen Herzen bewegt, und das ist wirklich unheimlich. 

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Völkische Beobachter

Tagelang spielten Europas Medien ohne Hemmungen Völkischer Beobachter, schrieben vom “blonden, blauäugigen Kind”, das “bei Roma gefunden” worden sei, und wärmten die alten Hetzmärchen von den “Kinder entführenden Zigeunern” auf. Erwartungsgemäß ist nun klar: Alles Blödsinn. Das Mädchen wurde nicht “gestohlen”, es wurde von seiner bitter armen bulgarischen Mutter gegen eine kleine Geldleistung einem befreundeten Paar überlassen. Eine Sache, die  tausende Male pro Jahr passiert. Kinderlose Griechen fahren nach Bulgarien und “adoptieren” dort an der Bürokratie vorbei Kinder, und niemanden hat das bislang interessiert, waren es doch in aller Regel Nicht-Roma, die das machten. Aber ein Kind, das äußerlich dem Stereotyp der Nordländerin entsprach bei “schwarzen” Eltern? Das konnte nur Entführung sein, Kindesdiebstahl, letztlich eine Art “Rassenschande”. Als die irischen Behörden durchdrehten und aus rassistischen Motiven zwei Kinder ihren Eltern wegnahmen, weil auch diese Kinder blond waren, dröhnte es im Boulevard von “Fällen in ganz Europa” und von “Babymafia”. DNA-Tests widerlegten das zwar, aber der Schaden war schon angerichtet. Und auch wenn all die reißerischen Schlagzeilen nun Lügen gestraft sind bedeutet das für die werten Kolleginnen in den Redaktionen nicht, dass man nicht weiterhin Stories einfach erfinden könnte…

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Wolfgangs Schulden

Die Kolleginnen aus den Redaktionen sind manchmal schon putzig. Da bringt zB der “Standard” eine Story über Privatschulden und nimmt, soweit richtig, ein Beispiel aus dem richtigen Leben eines richtigen Menschen: “(…) Dieses Geld wird Wolfgang in seinem Leben nicht mehr zurückzahlen können. In den nächsten Wochen entscheidet sich, ob der Antrag des Mittvierzigers auf Eröffnung des Privatkonkurses durchgeht. Dafür müsste er eine Mindestquote von zehn Prozent erfüllen – zahlbar in den nächsten sieben Jahren. “Das ist machbar, wenn ich sorgsam mit meinem Geld umgehe” , sagt Wolfgang, der in psychischer Behandlung ist und von einer Invaliditätspension lebt. Unterstützt hat ihn die Wiener Schuldnerberatung, die am Donnerstag ihr 25-jähriges Jubiläum, nun ja, feierte.” Soweit okay. Dass aber Wolfgang sich seinen Plan zur Schuldenreduzierung schon ab nächstem Jahr in die Haare schmieren kann, weil die Regierung die Invaliditätspension für Menschen unter 50 abgeschafft hat, verschweigt das Blatt vornehm. Vielleicht ist die Gesetzesnovelle noch nicht bis zum Verfasser des Berichts durchgedrungen, aber wenn Wolfgang schon als Invalidenrentenbezieher geoutet wird, sollte man so viel journalistischen Anstand aufbringen, den Lesern (und vielleicht auch Wolfgang, denn der weiß wohl noch gar nicht, dass er ab 2014 als arbeitsfähig beim AMS antanzen wird müssen oder statt der IV-Rente die viel geringere Mindestsicherung kriegen wird) reinen Wein über die zu erwartenden negativen sozialen Auswirkungen der Politik unserer lieben Christsozialen und Sozialdemokraten einzuschenken. Wie soll Wolfgang dann seine Schulden bedienen? Was wird aus dem Privatkonkurs, wenn Wolfgang, da er statt Pension Reha-Geld oder Mindestsicherung bekommen wird, die Raten der zehnprozentigen Schuldentilgung nicht mehr bezahlen kann? Das wären Fragen, die einem Journalisten durchaus einfallen könnten. Den Politikern sind sie ja nicht eingefallen, denn denen ist das Schicksal der Betroffenen egal.

ps: Eine “psychische Behandlung” gibt es nicht, lieber Standard. Nur eine psychologische oder eine psychiatrische. 

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Vorwärts in die Barbarei

“1.200 Menschen von psychisch Kranken getötet”, brüllt die britische Bouldevarddreckschleuder “The Sun” ihren Millionen Leserinnen und Lesern entgegen.

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Im Inneren des Blattes wird die Hetze als scheinheilige Besorgnis über den Zustand des Gesundheitssystems getarnt.

Ich werde nun etwas machen, was ich nie machen wollte: Angesichts der Entwicklung in Europa warne ich davor, sich bei der Suche nach Hilfe an psychiatrische Krankenanstalten oder psychosoziale Dienste zu  wenden. Man ist dann registriert und eventuellen Verfolgungs- oder gar Vernichtungsgelüsten auf dem Präsentierteller ausgeliefert. In Belgien und den Niederlanden hat man die “Euthanasie” für psychisch Kranke bereits legalisiert. Noch müssen die Opfer zuvor ihre Einwilligung geben, aber es ist angesichts der politischen Entwicklung, der totalen Vorherrschaft der betriebswirtschaftlichen Berechnung des Wertes von Menschenleben und den mit Fressneid verbundenen Abstiegsängsten der Mehrheitsbevölkerungen davon auszugehen, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis Menschen erneut wegen ihrer angeblich “unwerten” Existenz ermordet werden. Die “Sun” zeigt, wohin die Reise geht – in Richtung Barbarei.

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Rassistenpack

Die von der rechtskonservativen Partei Fidesz regierte ungarische Stadt Ozd wollte den Roma mitten in der Hitzewelle das Trinkwasser abdrehen. Nach massiven internationalen Protesten traute man sich das dann doch nicht, sehr zum Unmut der österreichischen Volksseele. Und für dieses Rassistengesindel wollen Grüne, FPÖ, ÖVP und SPÖ mehr “direkte Demokratie” einführen? Habt ihr euch das gut überlegt?

“Krone”:

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“Die Presse”:

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usw. Mag nimmer mehr dokumentieren. Zu heiß die Temperaturen,  zu widerlich die Leute.

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Menschen zum Fürchten

Falls sich jemand fragt, wo nach einer faschistischen bzw totalitären Machtergreifung immer so rasch all die Folterknechte und Mittäterinnen und Erschießungskommandofreiwilligen herkommen, hier die Antwort anhand von Userkommentaren zum Polizeiübergriff bei einer Demo gegen Abschiebungen.

“Krone”:

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“Die Presse”:

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“Kleine Zeitung”:

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Schiraffenland

Die idealtypische FPÖ-Wählerin zeichnet sich durch folgende Erkennungsmerkmale aus: Liest die “Krone” und postet dort, beherrscht perfektes Deutsch und ist voller Liebe und Toleranz. Das gehäufte Vorkommen solcher Figuren im Wählerreservoir macht Österreich zum Schlaraffenland für rechte Demagogen, was mir allerdings manchmal einen Hals so dick wie den einer Giraffe beschert.

schiraffenland

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“Ich bin für zwei Besenstiele pro Zelle”

Ein geistig zurückgebliebenes 14-jähriges Kind wird in Untersuchungshaft gesteckt und dort, in einem österreichischen Gefängnis, mit einem Besenstiel vergewaltigt. Erst einen knappen Monat später wird der Bub nach einer psychologischen Untersuchung entlassen. Dazu Vox Populi:

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Der Quacksalberstandard

Liebe Tageszeitung “Der Standard”. In deiner Rubrik “Gesundheit”, Unterabteilung “Vorsorge”, bringst du allen Ernstes einen Artikel über “Ketogene Ernährug”, in dem eine Tiroler Diätologin Daniela Pfeifer was davon erzählt, dass man mit einer an Kohlehydraten armen Nahrung “Krebs aushungern” könne. Frau Pfeifer ist ihres Zeichens “Dipl. Ernährungsberaterin nach den 5-Elementen” und sie absolvierte ein Studium der Traditionellen Chinesischen Medizin, kombiniert mit Zusatzqualifikationen für Metabolic Typing, Traditioneller Chinesischen Diätetik sowie Fettstoffwechsel und Entgiftung und ist diplomierte Shiatsu-Praktikerin. Ihre Spezialisierung sind Nahrungsmittelintoleranzen, insbesondere die glutenfreie Ernährung und die zahlreichen negativen Auswirkungen von Gluten auf Körper und Stoffwechsel. Mehr “Alternativmedizin” geht fast gar nicht mehr. Was bringst du, “Standard”, als nächstes? Einen wohlwollenden Beitrag über die “neue germanische Medizin” des Mörders Ryke Geerd Hamer? Die Anleitung “Krebswegmachen durch Onanieren bei Vollmond”? Würde mich nicht überraschen. 

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