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Ihr Rücktritt bitte, Herr Darabos

Jetzt ist Österreichs Verteidigungsminister Norbert Darabos rücktrittsreif. Ja, erst jetzt. Nicht weil er den israelischen Außenminister Avigdor Lieberman als “unerträglich” bezeichnet hat. Auch nicht wegen seiner gewagten These, Israel stelle “offenbar Außenfeinde wie den Iran oder auch die Palästinenser in den Vordergrund, um von inneren sozialen Problemen abzulenken”.  Beides ist grenzwertig und beides sind Aussagen, die ein österreichischer Minister sich verkneifen sollte, aber beides wäre noch kein Rücktrittsgrund. Diesen lieferte Darabos jedoch heute im ORF-Mittagsjournal. Da sagte er nämlich, er verwahre sich gegen den Vorwurf, Israel einseitig angegriffen zu haben, da er ja  das Regime von Präsident Mahmoud Ahmadinejad “genauso hart kritisiert” hätte . Damit sagt Darabos deutlich, dass er die Demokratie Israel mit der Diktatur Iran auf eine Stufe stellt. Wer wie ich von Darabos eine Klarstellung erwartet hatte, bekam diese auch, wenn auch anders, als erhofft. Der Minister stellte klar, dass es in ihm genau so daher denkt, wie in einem politisch noch naiven Mitglied der Sozialistischen Jugend und im denkfaulen europäischen Mainstream überhaupt sobald es um das Thema Nahost geht. All die ziemlich komplizierten Probleme in der Region werden da auf die simple Formel heruntergebrochen: “Na die sind eh alle irgendwie gleich schuld”. Eine Demokratie, auch wenn in dieser Demokratie ein paar Ungusteln an der Regierung beteiligt sind und nicht jede politische Entscheidung dieser Regierung leiwand ist, ist aber nicht das Gleiche wie eine klerikale Diktatur, die Demokraten umbringen lässt, Schwule an Baukränen aufhängt, sich Terrorarmeen in fremden Staaten hält und generell ein menschenrechtlicher Alptraum ist. Eine Demokratie, die sich gegen einen vernichtungswilligen Feind wappnet, ist nicht in derselben Unrechtsposition wie eine Diktatur, die die Vernichtung jener Demokratie immer wieder offen ankündigt und dafür aufrüstet. Man kann an Israel so manches nicht gut finden und kritisieren, aber die sprachliche Gleichstellung dieses Staates mit dem Mullahregime ist eine unentschuldbare Entgleisung. Darabos sollte zurücktreten, bevor er noch mehr Schaden anrichtet.

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Hysterie um Darabos

Dass das Simon-Wiesenthal-Zentrum nun den österreichischen Verteidigungsminister Norbert Darabos zum Rücktritt auffordert ist genauso daneben wie Darabos´peinliche Attacke auf den israelischen Außenminister Lieberman. Darabos suchte sich unter all den wirklich unerträglichen Politikern dieser Welt ausgerechnet einen israelischen aus, um den als “unerträglich” zu bezeichnen, und Shimon Samuels, Direktor für internationale Angelegenheiten des Zentrums, nimmt sich von all den wirklichen Antisemiten und Israelhassern unter den Politikern dieser Welt ausgerechnet den Antifaschisten Darabos vor. Das zeugt von einer Überhitzung der Debatte, von Realitätsverlust und fast schon Hysterie. Darf das Wiesenthal-Zentrum das? Klar darf es. Ist das klug? Nein, es ist deppert. Wasser auf den Mühlen all jener Drecksäcke und ihrer Nachplapperer, die bei jeder Gelegenheit weinerlich beklagen, man dürfe Israel nicht kritisieren. Und ein Knüppel zwischen die Beine von all jenen, die seit vielen Jahren dafür kämpfen, dass Israel als normaler Staat gesehen und akzeptiert wird. Natürlich spricht Samuels nicht für Israel, aber wir wissen ja, dass dem durchschnittlichen antisemitischen Dummbeutel, der jeden Juden überall mit Israel gleichsetzt, Fakten egal sind. Daher hat, selbst wenn es schwer fällt und die Versuchung groß ist, auch ein Sprecher des Wiesenthal-Zentrums sein Hirn einzuschalten bevor er was sagt. Mit dem Hochschaukeln der Affäre ist Israel ebenso wenig gedient wie den österreichischen Juden. Darabos ist Verteidigungsminister eines Kleinstaates mit einem lächerlichen Militär, unbedeutend eigentlich, und so entbehrlich seine Wortspenden zu Israel auch waren, muss man sie doch aushalten können, vor allem wenn man mitdenkt, dass Darabos eben einer ist, von dem man mit Sicherheit sagen kann, dass er kein Antisemit und kein verkappter Nazi ist. Genauso, wie man es auch als Freund Israels aushalten muss, wenn ein österreichischer Politiker mal nicht jeden israelischen Minister und jede politische Aktion Israels großartig findet.

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