Teufel Mute BT: In der Ruhe liegt die Kraft

Auf Knopfdruck die Welt zum Schweigen bringen – das wär schon was! Ein Politiker hebt an, um von uns Blut, Schweiß und Tränen zu fordern und für sich mehr Gehalt? Knopfdruck! Beim Feierabendbier reden die Kollegen immer noch von nix anderem als der Arbeit? Knopfdruck! Um sechs Uhr morgens heult beim Nachbarn der Hund? Knopfdruck! Nun, ganz so weit ist die Technologie der Geräuschunterdrückung noch nicht, aber aktive noise cancelling in modernen Kopfhörern kann schon so einiges und erfreut sich in unserer lauten Welt immer größerer Beliebtheit. Aus diesem Grund habe ich mir den neuen „Mute BT“ der Berliner Firma Lautsprecher Teufel angehört. Für 199,99 Euro verspricht dieser Neuzugang am Kopfhörermarkt kabellosen High-Def-Musikgenuss mit Bluetooth 4.0-Verbindung, eine aktive und sich an die Umgebung anpassende Geräuschunterdrückung, eine Freisprecheinrichtung und einen Akku mit hohem Durchhaltevermögen (dank eines mitgelieferten Kabels verstummt der Hörer auch dann nicht, wenn dem Akku doch mal der Saft ausgehen sollte).

Der Mute BT kommt mit einigem Zubehör daher. Neben Akku, Ladekabel mit Mini-USB-Anschluss, Anschlusskabel und Flugzeugadapter findet sich im Karton auch eine schicke Transportbox in Teufels Hausfarben Schwarz und Rot. Der Akku ist wechselbar, was die Langlebigkeit des Produkts erhöhen sollte. Der erste Eindruck beim Unboxing: Alles hübsch aufgeräumt und dort, wo man es vermuten würde. Nach einer ersten Akkuladung nehme ich die Bedienungsanleitung zur Hand und richte das Gerät ein. Ich verbinde es per Bluetooth mit meinem Android-Smartphone und einem iPad und habe das erste Aha-Erlebnis: Im Unterschied zu manchen Konkurrenzprodukten funktioniert das alles auf Anhieb und ist in der Anleitung so logisch erklärt, dass selbst Leute ohne viel Technik-Affinität sofort zurecht kommen sollten. Die Bedienungsanleitung ist die beste und verständlichste, die mir bislang bei einem technischen Gerät untergekommen ist. Da merkt man wohl immer noch die Erfahrung, die Teufel einst sammeln konnte, als die Firma in den 70er Jahren als Versenderin von Lautsprecher-Bausätzen anfing. An der Verarbeitungsqualität gibt es nichts auszusetzen. Das Produkt ist zwar nicht protzig oder über alle Maßen edel, aber durchaus schick und stabil. Der Teufel Mute BT wirkt auf mich ein bisschen wie der Studiomusiker im Vergleich zum Popstar – er trägt keine auffälligen Glitzerklamotten, kann dafür aber spielen.

Sound und Komfort

Und wie der spielen kann! Ich habe ja schon den Teufel Real Z sehr gut gefunden, aber der Mute BT gefällt mir fast noch eine Spur besser. Wobei das eine Frage des persönlichen Geschmacks ist, denn die beiden Hörer verfolgen unterschiedliche Konzepte. Der Real Z ist ein halboffener Hörer, der Mute BT ein geschlossener. Die geschlossene Bauart sorgt im Zusammenspiel mit 40-mm-HD-Treibern und Neodym-Magneten für einen sehr satten, aber nie breiigen Klang. Dank einer leichten Bassbetonung macht dieser Teufel sehr viel Spaß mit elektronischer Musik und Hiphop, aber er ist keineswegs auf diese Genres eingeengt. Die Firma Lautsprecher Teufel bewirbt gerne und zurecht die schöne Darstellung der Bässe, aber ich persönlich finde das klangliche Gesamtbild noch eine Spur beeindruckender als den Tieftonbereich allein. Zu Testzwecken höre ich mir das Album „Sweet Child“ der britischen Folkrock-Band Pentangle an. Deren Ensemble-Spiel mit jazzigem Stehbass, einer Sopranistin und einem  Bariton an den Lead-Vocals, zwei von echten Könnern bediente Gitarren und einem experimentierfreudigen Schlagzeug zeigt rasch die Stärken und Schwächen von Lautsprechern und Kopfhörern auf. Der Mute BT meistert die Herausforderung mühelos. Der Stehbass kommt wuchtig und physisch rüber, überdeckt aber nicht den Rest des Klangfelds, sondern untermauert ihn mit genau der richtigen Dosis Power. Die Höhen, zum Beispiel Windspiel und Hi-Hats, sind klar und deutlich und zischen nicht unangenehm. Die Mitten sind die eigentliche Überraschung, denn die präsentiert der Mute BT so schön und baut sie dermaßen hübsch ins Gesamtbild ein, dass man stellenweise meint, einen Kopfhörer um 600 Euro auf den Ohren zu haben. Der Mute BT ist hierbei nur das neueste Beispiel für einen erfreulichen Trend bei Kopfhörern von Teufel – die Teile klingen viel besser, als sie es ihrer Preisklasse gemäß eigentlich „sollten“, und sie gehen immer stärker in Richtung Audiophilie. Sie vergessen dabei aber nie, warum wir Geld für Lautsprecher und Kopfhörer ausgeben, nämlich um Musik, Hörspiele und Filme zu genießen, nicht um sie zu sezieren. Teufels Produkte richten sich an Consumer, nicht an Toningenieure, und das ist als Lob gemeint, denn so mancher Kopfhörer, der für das Abmischen von Musik gemacht wurde, zeigt einem zwar noch das allerletzte Detail der Musik, macht aber keinen Spaß, weil er die gezeigten Einzelteile nicht zu einem flüssigen Ganzen zusammenfügt. Der Teufel Mute BT ist ein Spaßgerät, das aber auch die Ohren von Audio-Fetischisten nicht beleidigt. Kurz: Er findet die richtige Mischung zwischen hoher Auflösung und Musikalität. Der Tragekomfort ist gut bis sehr gut. Anfangs ist der Anpressdruck ein bisschen forsch, aber das sollte sich nach einiger Zeit geben. Das Kunstleder liegt angenehm auf den Ohren. Wie bei allen geschlossenen Kopfhörern kann es bei langen Hör-Sessions zu einer gewissen Wärmeentwicklung unter den Ohrmuscheln kommen. 

Die Rauschunterdrückung funktioniert mit dem Mute BT ausgezeichnet. Der Teufel ist schon dank seiner geschlossenen Bauweise recht gut gegen Außengeräusche abgeschirmt. Aktiviert man das Aktive Noise Cancelling, sorgt er mit Gegenschall dafür, dass vor allem monotone Geräusche wie das Brummen im Flugzeug, das Rauschen des Großstadtverkehrs oder sirrende Ventilatoren recht effektiv ausgeblendet werden. Zu 100 Prozent geht das natürlich nicht, aber das schafft auch kein anderer Kopfhörer. Wer oft mit Zug oder U-Bahn fährt, wird die Geräuschunterdrückung schnell zu schätzen lernen. Der Akku, der Bluetooth und Noise Cancelling mit Energie versorgt, hält erstaunlich lange. Ich musste ihn während einer Woche intensiven Testens nie aufladen, hatte aber die Geräuschunterdrückung nur selten aktiviert. Schaltet man alles ein, was es einzuschalten gibt, also Bluetooth und Rauschunterdrückung, sollte der Mute BT immer noch rund 28 Stunden im Dauerbetrieb durchhalten, was ein hervorragender Wert ist. Anrufe annehmen oder Siri/Google Now bedienen funktioniert klaglos und unkompliziert mittels Tasten an der linken Ohrmuschel. So soll das sein!

Pro: Ein Preis-Leistungs-Wunder, das wirklich hervorragend klingt und eine überzeugende aktive Geräuschunterdrückung an Bord hat. Die Hohe Laufzeit des Akkus, der noch dazu auswechselbar ist, und das umfangreiche mitgelieferter Zubehör runden das Angebot ab. Dank des im Zubehör enthaltenen Kabels spielt der Kopfhörer auch bei leerer Batterie weiter. Es wird schwer sein, zu dem Preis etwas Gleichwertiges zu finden.

Contra: Gegen den Mute BT kann man nicht viel vorbringen. Vielleicht sagt das schlichte und klare Design nicht jedem zu.

Zusammenfassung: Der Mute BT von Teufel ist ein ausgezeichneter Bluetooth-Kopfhörer mit aktivem Noice Cancelling, der klanglich mit wesentlich teureren Produkten mithalten kann und daher eine echte Empfehlung für Leute ist, die ihre Musik, Filme oder Hörspiele gerne unterwegs hören (müssen), dabei aber nicht auf hochwertigen Klang verzichten wollen.

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Wie Rassenwahn zur „Meinung“ wurde

Was von „Bild“ zu Sigmar Gabriel, von Alice Schwarzer zu Frauke Petry, von „FAZ“ zum Stammtisch in der Eckkneipe, also von deutschem Mund zu deutschem Ohr ging, dass nämlich die Kölner Polizei zu Silvester ganz hervorragende Arbeit verrichtet habe und es schon in Ordnung sei, „Nordafrikaner“ als „Nafris“ sprachlich verächtlich zu machen, endet nun, wie es von Anfang an anzunehmen war: Weder waren die nach ihrem Aussehen kontrollierten Personen sämtlich oder auch nur überwiegend „Nordafrikaner“, noch  gibt es Hinweise darauf, es wären dieselben Personen gewesen, die vor einem Jahr vor dem Kölner Bahnhof Radau machten und Frauen belästigten. Ein Rätsel konnte die deutsche Polizei bislang aber noch nicht lösen, was nicht verwunderlich ist, da es ein sehr schwieriges Rätsel ist: Warum sind rund 2000 meist junge Leute, die meisten davon Geflüchtete oder Menschen ohne Ariernachweis, zu Silvester nach Köln gefahren? Die Kölner Cops wollen hierzu eine Arbeitsgruppe einrichten, in der die feinsten Gehirne, die die Sicherheitskräfte zu bieten haben, über jenes seltsame Phänomen grübeln werden, für das  avantgardistische Sozialwissenschaftler den Begriff „Tourismus“ geprägt haben. Dass Menschen, die in kleinen Ortschaften ein tristes Leben fristen, einmal im Jahr woanders hinfahren, um der Beengtheit ihrer Existenz temporär zu entrinnen, ist ja eine völlig neuartige Mode.

Dass die Polizei nun langsam zugibt, ohne andere Grundlagen als rassistische Ängste und Vorurteile und somit grundgesetzwidrig gehandelt zu haben, wird den Marsch der Volksgemeinschaft in  Richtung Zivilisationsbruch 2.0 so wenig verlangsamen wie er diejenigen zum Verstummen bringen wird, die den Takt dazu trommeln. Von moralisch völlig verkommenen Subjekten darf man auch nicht erwarten, sie würden sich hinstellen und sagen: „Ja, ich habe Scheiße geredet/geschrieben, dafür bitte ich um Verzeihung“. Sie werden ihre Scheiße weiter verbreiten und ihren Rassismus weiterhin zu rationalisieren versuchen. Sie werden auch in Hinkunft den verbrecherischen Grundcharakter des Systems, mit dem sie sich arrangiert haben, auf andere projizieren und damit jeden ernsthaften Versuch, über Islam und Patriachat zu reden, erschweren oder verunmöglichen, weil die etwas Sensibleren und mit Gewissen Ausgestatteten eher ungern einen Diskurs führen, der zusehends von Nazis und Neofaschisten bestimmt wird. Wozu auch debattieren? Es ist doch schon lange klar, dass das Gerede über die angeblich „abgehobenen linken Eliten“, die endlich mal auf „das Volk“ hören müssten und „mit denen reden“ sollten, nichts anderes ist als die Aufforderung zur bedingungslosen Kapitulation vor der Barbarei, die sich selbst als Empfinden des „Volkes“ sieht und oft genug auch ist. Wer das nicht glaubt, soll halt mal schauen, wie so ein „Reden mit dem Volk“ ausgeht, wobei unter „Volk“ hier immer nur die rechtsextremen Schreihälse zu verstehen sind. Solche „Dialoge“ überzeugten nie die Rechten vom Irrsinn ihrer Haltungen, sondern schwemmten deren Irrsinn in die Politik und in die Parlamente, wo er in Gesetzesform gegossen wurde und wird. Fast die gesamte politische Klasse Deutschlands von der CSU bis zur Linkspartei ist der Ansicht, rechtsextreme Haltungen würden legitimer werden, je mehr Menschen sie einnehmen und dass die Wahnvorstellung, das edle deutsche Volk würde durch ein paar Menschen anderer Hautfarbe schwer bedrängt und dem Untergang preisgegeben, eine akzeptable oder wenigstens diskutable Ansicht sei.

Wenn Zombies Moralpolizei spielen

Als Wolfgang Pohrt über Menschen sprach, „die man außer mit dem Messer nicht verletzen kann“, meinte er damit jenes Milieu, das in den fast 20 Jahren, die diese Aussage nun am Buckel trägt, noch viel bestimmender wurde als es damals schon war, denn während 1998 die Zombiefizierung der Gesellschaft erst begann, ist sie zum Jahreswechsel 2016/2017 so weit fortgeschritten, dass diejenigen, die noch Leben in sich tragen, die noch etwas fühlen und somit lieben und hassen können, unweigerlich den Zorn der lebenden Toten auf sich ziehen, die keiner realen Emotion mehr fähig sind, da sie, wie Pohrt es nannte, „entkernt“ sind, ihrer eigenen Menschlichkeit schon lange beraubt. Pohrt meinte all die kleinen Streber und Anpasser, die Lehrerinnen und Beamten, die Psychologinnen und Pädagogen, die Journalisten und Agenturleiterinnen, das saturierte, irgendwie linksliberale, sich an den deutschen Staat und die Herrschenden anschmiegende Kleinbildungsbürgertum, das brav nachplappern kann, wie böse die DDR war und wie großartig der freie Westen sei, das Adorno, Horkheimer, Freud, Foucault, Marx und de Beauvoir gelesen, aber davon bestenfalls Ansätze verstanden hat und das nichts anderes mehr will, als irgendwie weiter zu machen und jeden Futtertrog, wie klein der auch sein mag, gegen Außenseiter zu verteidigen und ansonsten das Primat des Kapitals vor den Menschen zu affirmieren und am ideologischen Unterfutter für das globale Verrecken und Leiden zum Wohle der Shareholder zu stricken. Immerhin kämpfe man ja gegen die „Barbarei“, und Barbaren sind immer die anderen.

Flüchtlinge zum Beispiel, die sich nicht so recht an die Sittenregeln linker Szenekneipen zu halten wissen. Als das Plenum des Leipziger Kulturzentrums Conne Island den unsäglichen Text „Ein Schritt vor, zwei zurück“ veröffentlichte und ich diesen Text in „Konkret“ mit der nötigen Schärfe kritisierte, schlug mir eine letztlich doch unerwartete Welle an Ablehnung, Wut und Hass entgegen, wie sie ansonsten von Menschen geschlagen wird, die sich nicht für Rassisten halten, aber des Rassismus überführt werden. In Blogs und auf Facebook wurde zum Boykott der „Konkret“ aufgerufen und man verteilte PDF-Kopien, um der Zeitschrift finanziell zu schaden. Mehrere Leute aus der irgendwie linken Szene ergingen sich in wüsten Angriffen ad hominem und im letztlich mangels Interesse gescheiterten Versuch, mich und „Konkret“ zu shitstormen. Besonders Geschichtsbewusste unter diesen Leuten schrieben an Zeitschriften, sie würden diese weder lesen noch kaufen und schon gar nicht mehr ihre Edelfedern für sie in Bewegung setzen, sollte man weiterhin mit einem Unmenschen wie mir zusammenarbeiten.

Paulette Genser zum Beispiel, die ganz ernsthaft schrieb, muslimische Frauen, die sich nicht nackt oder halbnackt an den Stand legen, sondern ihren Körper teilweise bedecken, führten damit einen „Jihad“ und die den Islam so hasst, dass sie meinen historisch korrekten Hinweis, der Islam habe sich von christlich beherrschten Ländern dadurch unterschieden, dass er bis zum Kontakt mit deutschen Nazis keinen Vernichtungsantisemitismus kannte, während in Europa über die Jahrhunderte hindurch alle paar Jahre die Synagogen brannten und die Juden ermordet und vertrieben und schließlich industriell vernichtet wurden, ernsthaft mit der „Vertreibung dreier jüdischer Stämme“ durch Mohammeds Armee im Jahre 625 kontert, was in etwa so sinnvoll argumentiert ist, wie die heutige Mongolei für die Untaten Dshingis Khans anzuprangern, warf mir im Blog „Distanz“ „pathische Projektion“ vor. Weiters ferndiagnostizierte die Dame bei mir „abgrundtiefen Hass auf alle Mitmenschen“ und „ausgeprägte Paranoia“. Letzteres, weil ich vor dem neuerlichen Zusammenwachsen der Deutschen zur Volksgemeinschaft gewarnt hatte, die nicht davor zurückschrecken werde, die in Minderheiten und Dissidenten ausgemachten Gegner in Gefängnisse oder an den Galgen zu bringen. Und wirklich; Menschen, von der Volksgemeinschaft totgeschlagen oder gehenkt – wie kann man ausgerechnet in Deutschland oder Österreich auf derlei kommen? So etwas gab es hierzulande noch nie und es gehen auch keine neuen Nazis mit kleinen Galgen spazieren und falls doch, dann vermutlich um ihrer Verachtung für die Todesstrafe Ausdruck zu verleihen, nicht wahr? Denn wenn es eine Bevölkerung auf dieser Erde gibt, der man schon allein aus historischer Erfahrung vertrauen sollte, stets zivilisiert zu bleiben, dann ja wohl die deutsche. Darüber wacht Paulette Genser, deren gesamte publizistische Karriere daraus besteht, dem deutschen Volk zu bestätigen, wie nobel es im Vergleich zu den islamischen Barbaren sei.

Martin Niewendick wiederum, der sich fast täglich ein Stückchen weiter nach rechts bewegt, beklagte meine moralische Verkommenheit, nachdem ich auf Facebook ein Foto teilte, das den Mörder des russischen Botschafters in Ankara zeigte, wie er in heroischer Pose neben seinem Opfer stand und, bevor man ihn abknallte, „vergesst nicht Aleppo, vergesst nicht Syrien rief“. Dies, so hatte ich geschrieben, seien „starke Worte“ und eine „coole Pose“. Das war den Karrrieredeutschen, die schneller als jede Generation vor ihnen sich mühen, den Pöstchen und Einkommen vergebenden Altvorderen zu gefallen, ein weiterer Beweis dafür, welch Unmensch ich sei. Abgesehen davon, dass Mord nicht gut zu heißen ist, gab der Polizist, der zum Attentäter wurde und das in einem letzten verzweifelten Ausruf zu rechtfertigen versuchte, tatsächlich ein Bild ab, dessen ästhetischer Reiz und Aussage nur jenen verschlossen bleibt, die am Wüten der russisch-syrischen Kriegsmaschine und deren mittlerweile in die Hunderttausende gehenden Opfer nichts weiter finden oder die das insgeheim sogar befürworten, da unter den Opfern sicher auch der eine oder andere islamistische Terrorist ist – und ganz viele Kinder, die womöglich mal welche werden hätten können. Da hat einer den Abgesandten eines Regimes, das in Tschetschenien einst 180.000 Menschen, darunter 42.000 Kinder, totmachen ließ und das derzeit in Syrien das gleiche veranstaltet, erschossen, und die Sittenpolizei der liberalen Publizistik findet es ganz furchtbar, wenn man das nicht mit ausreichend glaubwürdig geheuchelter Anteilnahme beweint. Die Lehre aus den Kämpfen gegen den Faschismus, gegen den historischen wie aktuellen in all seinen Kostümen, also gegen Ideologien, die laut Selbstbeschreibung den Tod lieben und das Leben hassen, lautet freilich nicht, wie Niewendick, Genser und Konsorten meinen, den Mördern die andere Wange hinzuhalten, sondern sie am Morden zu hindern. Das Leben statt den Tod liebt nicht der, der nicht zurückschießt wenn sie seine Leute ermorden, sondern der, der andere am Ermorden seiner Leute hindert oder das wenigstens versucht, ob mit Armee und Geheimdienst oder ganz allein mit einer Knarre in der Hand. Man muss nicht die Überzeugungen eines Menschen teilen, der das praktiziert, man kann sie sogar komplett ablehnen, aber man kann das Prinzip respektieren und sehen, dass so einer wenigstens noch lebt während die deutschen Moralprediger, die sich bestenfalls ein Tränchen abringen können, wenn sie die Fotos der zerfetzten Kinderleichen in Aleppo sehen oder an die tausenden Menschen denken, die jedes Jahr vor den abgeschotteten Toren Europas ersaufen, innerlich abgestorben sind, Zombies eben.

Von solchen Leuten nicht gemocht zu werden, ist mir eine Ehre.

Acht Lehren aus Van der Bellens Wahlsieg

  1. Die Österreicherinnen und Österreicher wollten mit recht deutlicher Mehrheit doch lieber keinen Bundespräsidenten, der sich nur mit einer geladenen Waffe auf die Straße traut, Österreich aus der EU hinaus und in einen Bund mit Balkan-Halbdemokratien hineinführen wollte und den äußersten, gerade noch legalen rechten Rand des politischen Spektrums verkörpert.

2. Die Lopatka-Kurz-Fraktion in der ÖVP, die gerne eine Neuauflage von Schwarz-Blau hätte, wurde geschwächt.

3. Die Niessl-Troch-Fraktion in der SPÖ, die gerne mal mit der FPÖ in die Kiste steigen würde, wurde geschwächt.

4. Die globale Welle rechtsextremer Wahlerfolge brach. In Österreich!

5. Trotz gegenteiliger Vermutungen der FPÖ und ihrer Anhänger wird morgen nicht die Pflicht-Homo-Ehe für Heterosexuelle eingeführt. Auch der Kommunismus wird nicht ausgerufen. Straftäter werden weiterhin strafrechtlich verfolgt, abgelehnte Asylbewerber abgeschoben und die Polizei wird nicht aufgelöst.

6. Der Lindwurm wird weiterhin nicht die fürstliche Apanage kriegen, die ihm das gute Volk eigentlich schuldet.

7. Österreich hat einen klugen, liberalen und doch auch sozial eingestellten Bundespräsidenten, der nicht einen angenehmen Menschen spielen muss, wie es Norbert Hofer musste, da er tatsächlich einer ist.

8. Es bringt nix, die Rechten rechts überholen zu wollen. Es bringt aber was, authentisch zu bleiben und zu seinen Überzeugungen zu stehen, selbst wenn die Boulevardmedien und die rechten Schreihälse den Eindruck erwecken wollen, man gehöre damit zu einer Minderheit und könne keine Wahlen gewinnen.

 

Abendrot der Zivilisation

Als hätten sie geahnt, was auf die Welt zukommt, haben sich in den vergangen Monaten viele mit einer Clownsmaske getarnt, um ihre Mitbürger zu erschrecken, und die Medien machten daraus ein großes Spektakel. Jetzt zieht einer, der jahrzehntelang den Playboy-Clown spielte, in das Weiße Haus ein und der Horror wird real. Derzeit und wohl noch bis Neujahr schreibt jeder, der eine Tastatur bedienen kann, über die möglichen Motive der Wählerinnen und Wähler Donald Trumps. Das Naheliegende liest man in all den mehr oder weniger klugen Analysen selten: Trump wurde für das gewählt, was er versprochen hatte und was in seinem letzten Wahlwerbespot völlig klar zum Ausdruck kam: Die Entmachtung einer fantasierten jüdischen Elite, die keine Heimatliebe habe und daher den amerikanischen Arbeitern die Jobs geklaut und den Chinesen geschenkt hätte. „The Global Special Interests“ und „The Establishment“ nennt Trump die angeblichen Verschwörer gegen „das Volk“. Das ist das Vokabular von Neonazis, so redet der Ku Klux Klan, so quasseln Alexander Dugin und Marine Le Pen. Das heißt nicht, dass eine knappe Minderheit, die dank des US-Wahlsystems über eine knappe Mehrheit der abgegebenen Stimmen triumphierte, aus lauter antisemitischen Nationalisten bestünde, aber sie besteht aus Leuten, die solches wenigstens billigend in Kauf nehmen.

Viel diskutiert wird auch die Frage, was man dem Rechtspopulismus entgegenhalten könne. Die Antwort, die ich habe, wird Euch nicht gefallen: Nichts. Ein mit antisemitischen Codes agierender Rechtspopulismus war nur aus dem einzigen Grund bis vor wenigen Jahren nirgendwo erfolgreich, weil sich alle an den Konsens hielten, damit nicht Politik zu machen. Der Konsens ist futsch, einfach ignoriert von der Das-Wird-Man-Ja-Noch-Sagen-Dürfen-Bande, die ganz genau wusste, was folgen würde, wären die mühsam errichten Wälle der Zivilisation erst einmal sturmreif geballert. Gegen „Die Juden sind schuld“, „die Ausländer sind schuld“, „die Liberalen sind schuld“, „die Afroamerikaner sind schuld“, „die Intellektuellen sind schuld“, gegen all diese Sündenbockerei kommt keine Vernunft an, kein rationales Argument. Knapp 40 Prozent aller Menschen sind durch Dummheit und frühkindliche Abrichtung zum Gehorsam nicht in der Lage oder willens, die Verantwortung für ihr eigenes Leben und dessen Gelingen oder Misslingen zu übernehmen und springen daher begeistert auf das autoritäre Angebot an, die Schuld für alle Widrigkeiten  irgendeiner Minderheit zuzuschieben. Weitere 40 Prozent laufen dann aus Angst oder Ehrgeiz einfach mit und die verbleibenden widerständigen 20 Prozent landen im Knast oder im Krematorium. So geht das aus, wenn es erst einmal ins Rollen gekommen ist, und es rollt immer schneller. Die Parole „Wehret den Anfängen“ haben sich die Antifaschisten, die den Faschismus erlebten, nicht zum Spaß ausgesucht, sondern weil sie wussten, dass nicht mehr viel zu retten ist, wenn der faschistische Anfang erst einmal gemacht wurde, wenn faschistoide Politiken erst einmal den Sprung zur Salonfähigkeit geschafft haben.

Was wird Trump nun machen? Woher soll ich das wissen? Niemand weiß das. Aber wenn es eine Lehre aus der Geschichte gibt, dann wohl die, dass man die Ankündigung von Verbrechen ernst nehmen sollte und dass manches tatsächlich so heiß gegessen wird, wie man es kocht. Er wird schon aus Selbstschutz und aus Angst vor den Geistern, die er rief, wenigstens einige seiner Versprechen umsetzen müssen. Vielleicht wird es eine fünf Meter hohe Mauer zu Mexiko, für die er eine Rechnung an die mexikanische Regierung schickt. Vielleicht will die mexikanische Regierung diese Rechnung nicht bezahlen? Vielleicht droht Trump dann mit Gewalt, die Mexikaner sagen „fuck you“ und es kommt zum Krieg? Das ist genauso wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie ein Handelskrieg mit China, der, falls er dutzende Millionen chinesischen Arbeitern den Job und chinesischen Milliardären ihren Reichtum kostet, auch mit scharfen Waffen ausgetragen wird? Vielleicht geht die Welt aber auch gar nicht in einem großen Krieg unter, sondern einfach durch die von Trump angedrohte Aufkündigung aller Klimaschutzabkommen? Keine Ahnung, was alles passieren wird, aber wir werden ab Jänner 2017 in einer anderen Welt leben. Die Chance, dass es eine bessere sein wird, ist verschwindend gering. Viele, die jetzt noch feiern, weil die USA sich unter Trump von der Rolle als „Weltpolizist“ zurückziehen wollen, werden noch blöd gucken, wenn sie erst mal begriffen haben, dass ohne Polizei meist nicht die coole Anarchie ausbricht, sondern das Recht der Stärkeren und es keineswegs ausgemachte Sache ist, dass man selber immer zu diesen gehört.

Strache verbreitet Putins Anti-Österreich-Propaganda

Im Juni wurde in Österreich ein Mann, der einen zehnjährigen Buben vergewaltigt hatte, zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Im Oktober hob der Oberste Gerichtshof das Urteil teilweise auf, da das Erstgericht die Posttraumatische Belastungsstörung des Opfers nicht berücksichtigt habe. Diese sei mit einer schweren Körperverletzung gleichzusetzen, was das Strafmaß auf bis zu 15 Jahren erhöht.

Noch einmal in anderen Worten: Der Oberste Gerichtshof hat ein Urteil teilweise aufgehoben, da es zu milde war. Weder wurde der Täter freigelassen noch bekommt er einen Strafnachlass. Er wird im Gegenteil eine längere Freiheitsstrafe kriegen.

Der russische Präsident Wladimir Putin verbreitete daraufhin die Falschmeldung, das Gericht habe den Täter freigesprochen. Russische Medien griffen das auf und schmückten die Lüge mit weiteren Erfindungen aus.

Schlimm genug, wenn der russische Präsident die österreichische Justiz und damit auch den Staat Österreich mit Lügenpropaganda attackiert. Völlig unverständlich ist aber, dass FPÖ-Chef Strache die Putin-Lüge zustimmend weiterverbreitet. Auf seiner Facebookseite postete Strache dies:

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Strache hat den Artikel der „Krone“, zu dem er verlinkt, wohl entweder nicht gelesen oder er hofft, seine Facebookfans würden ihn nicht lesen. In dem Artikel steht: „Allerdings beruhen Putins Anschuldigungen auf einer Falschmeldung, denn in dem besagten Fall gab es keinen Freispruch, der Flüchtling sitzt weiterhin in Haft“.

Es stellen sich nun ein paar Fragen.

Wieso schreibt Strache, Putin habe recht? Putin verbreitete eine Falschmeldung, um Österreich schlecht aussehen zu lassen.

Wieso verbreitet der vorgebliche Patriot Strache Lügenpropaganda, die der Kreml in die Welt gesetzt hat, um Österreich zu schaden?

Hält Strache seine Facebookfans für unfähig oder zu dumm, einen vom ihm selbst verlinkten Artikel zu lesen und zu verstehen?

Als Ramid vor Menschenfeinden floh und bei anderen Menschenfeinden landete

Ramid ist 26 Jahre alt und stammt aus Syrien. Ich habe ihn zweimal getroffen. Einmal im Sommer 2015, als er gerade tausende Kilometer zu Fuß, auf Schlauchbooten und in Güterzügen hinter sich gebracht hatte, und ein zweites Mal vor ein paar Wochen. Bei unserem ersten Zusammentreffen war er noch von der Flucht gezeichnet, müde, und ausgezehrt, aber auch zufrieden, es nach Österreich geschafft zu haben. Im Gespräch mit ihm fiel mir der Gegensatz zwischen seinem Lächeln und seinen Augen auf. Er hatte Augen, wie man sie oft bei Refugees sieht, aber auch bei Kriegsberichterstatterinnen oder Veteranen. Es klingt nach einem Klischee, klar, aber wenn die Augen eines Menschen zu viel Schreckliches sehen, wirken sie älter als sie sein sollten, trauriger, tiefer, ein bisschen abwesend, über das unmittelbare Jetzt hinwegblickend. „Like black holes in the sky“. Fast das Letzte, was er in Syrien gesehen hatte, bevor er floh, war ein Nachbar, dem vor seinen Augen in den Kopf geschossen worden war.

Als ich Ramid ein Jahr später wieder traf, war er körperlich fitter, wirkte aber psychisch wesentlich angeschlagener. Auch seine Augen waren anders. Der Blick war fahriger, flackernder, härter. Aus der Freude, erfolgreich der Kriegshölle entronnen zu sein, war Enttäuschung über ein Land geworden, das ihm einst ein Synonym für „Menschenrechte und Kultur“ gewesen war, in dem nun aber alle nur mehr darüber redeten, ob Araber womöglich durchwegs gefährliche Leute, Terroristen gar seien, was Flüchtlinge alles tun müssten oder nicht tun dürften und wie rasch man sie wieder loswerden könne. Das, so Ramid, sei alles, worüber Österreicher mit ihm sprächen, während sich in Syrien die Leichenberge auftürmten. Der Westen, und zu dem gehöre Österreich ja wohl, schaue dabei zu und fühle sich dann auch noch moralisch überlegen. In St. Pölten, wo Ramid in einem Flüchtlingsheim lebt, geht er oft spazieren, denn was anderes darf der studierte Jurist ja nicht machen. Vielleicht noch ein bisschen in der Heimküche helfen. Während Ramid durch eine niederösterreichische Kleinstadt läuft oder Kartoffeln schält, interessiert sich niemand für die Wut, die in ihm immer größer wird, eine Wut, die sich aus der Gleichgültigkeit eines Landes speist, dessen Politiker immer von „Hilfe vor Ort“ schwafeln und dann genau gar nix unternehmen. Eine Wut, die von der Arroganz von Menschen ausgelöst wird, denen Ramid immer wieder aufs Neue erklären muss, dass er kein Islamist und schon gar kein Terrorist ist. Eine Wut, die auch von den Schlägen mazedonischer Grenzschützer herrührt, von den nächtlichen Märschen durch kalte Wälder auf der Flucht vor europäischen Polizeieinheiten, von der Gewalt in improvisierten Lagern, von Hunger und Durst und dem täglichen kalten Dosenfisch, den es im Lager Traiskirchen zu essen gab. Und von der ständigen Ungewissheit. Wird der Asylantrag angenommen? Lebt die Familie noch? Sind Freunde und Bekannte unter den jüngsten Opfern der Bombardierungen?

Ich fühlte mich zusehends elend bei diesem zweiten Treffen mit Ramid. Ich spürte seine Wut und die ansteigende Verzweiflung und ich wusste, dass es viele wie ihn gab. Menschen, die schwere Traumata mit sich herumschleppen, denen aber niemand bei der Aufarbeitung hilft. Das ist gefährlich. Zwischen all dem xenophoben Gebrüll der Menschenfeinde und der Politiker, die meinen, die Menschenfeinde wären die Mehrheit, gehen Menschen psychisch kaputt und keiner hilft ihnen. Manche von diesen Menschen fangen an zu saufen und nehmen Drogen. Andere verlieren langsam den Verstand und drehen irgendwann durch. So wie jener junge Syrer, der in Wien kürzlich versuchte, sich vor eine Straßenbahn zu werfen und der danach auf die Zuggarnitur kletterte, um nach den Stromkabeln zu greifen. Angeblich hatte der Mann gerade erfahren, dass seine Familie einem Bombenangriff der syrischen Regierungstruppen zum Opfer gefallen war. Aber selbst falls das nicht der Fall war, kann schon die ständige Sorge, können die Posttraumatischen Belastungsstörungen so eine Verzweiflungstat auslösen. Es ist das letzte Aufbäumen von Menschen, denen niemand zuhört und die von dem Land, in dem sie Schutz suchten, nur als Belastung wahrgenommen werden. Es ist ein Schrei: „Hier bin ich, ich bin ein Mensch, keine Nummer in der Statistik“.

In Reaktion auf die desperaten Handlung des Flüchtlings in Wien erreichte die FPÖ einen neuen Tiefpunkt an Inhumanität. FPÖ-Chef Strache postete ein Video des Vorfalls und schaute dann ohne einzugreifen zu, wie seine Facebook-Fans darum wetteiferten, wer auf die Verzweiflung eines Menschen grausamer reagieren kann. Wer versuchte, der Lynchstimmung mit sachlichen Argumenten oder auch nur mit Aufrufen zu mehr Menschlichkeit entgegenzuwirken, wurde gelöscht oder gar blockiert, Mordaufrufe blieben stehen. Das ist fast alles, was man über diese FPÖ wissen muss. Sie lassen Leute, die andere umbringen wollen, weil sie einen Nervenzusammenbruch haben, gewähren und bringen die zum Schweigen, die mit Menschen menschlich umgehen möchten. Da braucht es gar keine tiefe politische Analyse mehr, da muss man keine Parteiprogramme wälzen. Das wurde alles schon gemacht und brachte keine anderen Ergebnisse als jenes, das nach Lektüre der Facebookauftritts von Strache herauskommt: Die FPÖ ist eine menschenfeindliche Bewegung. Noch hat diese Partei keine Mehrheit, aber sie kommt ihr schon gefährlich nahe. Man sollte nicht wollen, dass die FPÖ Österreich regiert, und man sollte mit allen legalen Mitteln versuchen, das zu verhindern. Dazu braucht man nicht einmal „links“ zu sein, es reicht, ein Mensch zu sein.

Ich weiß nicht, wie es Ramid heute geht. Ob er wieder herausgefunden hat aus der seelischen Not oder ob er immer tiefer darin versinkt. Vielleicht hat er jemanden gefunden, der ihm nicht nur zuhört, sondern ihn sogar versteht? Vielleicht denkt er an Suizid? Der Zufall spielt da schon auch eine gewisse Rolle, aber entscheidender sind die Lebensbedingungen, und die sind nicht vom lieben Gott gemacht, sondern von uns allen. Politiker, die aus Feigheit vor den Unmenschen eine unmenschliche Politik betreiben und mit Menschen verfahren, als wären sie Gepäckstücke, machen sich mitschuldig an vermeidbarem psychischem Elend und letztlich auch an Verzweiflungstaten. Und dieses psychische Elend betrifft nicht alleine Refugees, es betrifft uns alle. Alle, die noch fühlen wie Menschen statt wie Mörder. Es gibt ein Zitat eines gewissen Jesus von Nazaret. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“. War ein kluger Mann, dieser Jesus, denn er wusste offenbar, dass sich niemand sicher fühlen kann, solange Minderheiten misshandelt werden.