„Einfach so hart zuschlagen, dass es keine Kläger mehr gibt“ – ein Land im Blutrausch

Das ZDF hat auf Facebook auf die Widersprüche hingewiesen, in die sich Hamburgs Oberbürgermeister Olaf Scholz verwickelt.

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Mehr hat der Sender nicht gebraucht. Darunter erleichterte sich das Volksempfinden, als hätten wir anno 68.

Ohrfeigen für linke Gören

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Schusswaffengebrauch gegen das linke Gesindel

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Fester draufhauen

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Chaoten haben keine Rechte

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Merkel ist schuld

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Fake News. So sad.

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Mehr Gewalt gegen das subversive Gesindel

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Merkel ist schuld, Teil 2

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Auf´s Maul hauen, zur Markierung

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Volksfront!

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Wegsperren!

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Totschlagen!

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Als der WDR die Hosen runterließ und darunter ein kleiner Antisemit zum Vorschein kam

Als der WDR den Film „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner nach Wochen der Weigerung doch noch zeigte, tat er das auf eine beispiellose Weise. Auf seiner Website veröffentlichte der Sender eine Art Beipackzettel, den man frech „Faktencheck“ nannte, dessen Fakten aber großteils keine waren, sondern nur Statements, ganz so, als wäre die Doku ein gefährliches Medikament, ein Fläschchen Gift, und im Anschluss an den Film ließ man notorische „Israelkritiker“ wie Norbert Blüm über den Film zu Tribunal sitzen. Die ganze Vorgehensweise, die ganze Attitüde des WDR war von ungeheurer und durch nichts gerechtfertigter Überheblichkeit, der Überheblichkeit deutscher Besserwisser, die nichts besser wissen und die ihr Unwissen mit Zähnen und Klauen vor der Aufklärung zu verteidigen suchen. Die Botschaft war: „Okay, wir senden das, denn sonst steigt uns die allmächtige Juden-Lobby aufs Dach, aber wir machen deutlich, dass wir die Doku für Mist halten“. Was der WDR da veranstaltete, war zutiefst paranoid und von genau dem Antisemitismus geprägt, die Schroeders Film aufzeigt.

Was ist Antisemitismus?

Um die Ungeheuerlichkeit dieser Vorgänge zu verstehen muss man zuerst begreifen, was Antisemitismus ist. Antisemitismus ist unter anderem das Beharren des Dummen nicht nur auf seinem vermeintlichen Recht, unhinterfragt dummes Zeug denken und sagen zu dürfen, sondern auch sein Begehren, die Dummheit der Intelligenz als gleichwertige Geistesleistung beigestellt zu sehen. Antisemitismus ist Projektion und Fantasie und demnach, wie Adorno es ausdrückte, das Gerücht über die Juden. Antisemitismus kann Symptom eines Wahns sein, einer pathologischen Fehlinterpretation der Realität, aber es wäre falsch und psychisch Kranken gegenüber unfair, ihn als krankhaft im psychiatrischen Sinne abzutun. Der Wahn des Antisemiten ist ein gesellschaftlicher Wahn, dessen pathischer Charakter nur während jener Phasen erforschbar und somit bewusst wird, in denen Gesellschaften es ihren Intellektuellen erlauben, sich mit eben diesen Gesellschaften tiefgreifend kritisch zu befassen und an die Wurzeln ihrer Destruktivität zu gehen. Üblicherweise korreliert das mit dem Ausmaß an Offenheit einer Gesellschaft oder ihrer historischen Entwicklungsstufe. Je enger, autoritärer und letztendlich totalitärer die Gesellschaft, desto beschränkter die Hervorbringungen ihrer Denkerinnen und Denker, umso unhinterfragter und unbehandelter die Eiterungen von Wahn und Fantastik. Der Hass auf Juden, primärer und sekundärer Antisemitismus – das wuchert dort, wo nur ein Gott der Größte sein soll und/oder wo nur eine Ideologie unhinterfragt herrscht am mächtigsten. Wenig überraschend fanden und finden Antijudaismus und Antisemitismus fruchtbarsten Boden stets, wo Totalität und Absolutheit die Räume für das Denken schließen. Ein womöglich unterschätzter Grund für das neuerliche Erstarken des im kulturellen Hintergrundrauschen stets mitsummenden Antisemitismus ist die Transformation des gesamten Planeten in eine Kultur des totalen Marktes. Der Glaube an die Alternativlosigkeit des kapitalistischen Absolutismus führt zu einer Verengung und Verarmung des Denkens und wo eng und ärmlich gedacht wird, ist auch Antisemitismus, der sich dann bei Apologeten wie vermeintlichen Kritikern der Zustände gleichermaßen in die Argumentation einschleicht, also aus dem Hintergrundrauschen hervortritt und mit zunehmender Verblödung der Gesellschaft immer unverschämter formuliert wird.

Der Neid auf Israel

Der Hass auf Juden und, seit über 70 Jahren, auf ihren Staat Israel hat viel mit dem Zurückdrängen visionären und utopischen Denkens zugunsten einer pseudorationalen ideologischen Behübschung trostloser Zustände zu tun. Zionismus ist Utopie als Realität, der Beweis für die Machbarkeit des angeblich Unmachbaren. Die schiere Existenz der Juden nach Jahrtausenden der Verfolgung und mehreren, in der Shoah gipfelnden Versuchen der Ausrottung ist auf mehrere Arten eine Kränkung des falschen Bewusstseins. Die Juden überstanden nicht nur tatsächlich tausendjährige Reiche wie das römische, sie überlebten als Gemeinschaft auch das zwölfjährige der Nazis. Und nach dem größten Verbrechen, der größten von Verbrechern verursachten Katastrophe des jüdischen Volkes, dem gut die Hälfte des europäischen Judentums zum Opfer fiel, gründeten die Juden einen Staat und kehrten dorthin zurück, physisch wie emotional, von wo man sie einst vertrieben hatte. Das Judentum hat den Holocaust nicht nur überlebt, es war danach stärker als je zuvor, denn man hatte sich an Theodor Herzls Motto gehalten: „Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen“. Es ist kein Zufall, dass die ersten Sympathien für Israel und die erste konkret lebenswichtige Unterstützung mit Waffen aus dem realsozialistischen Block kamen. Ende der 1940er Jahre lebten dort trotz Stalin noch Kommunisten, die das Bestreben, eine Utopie zur Realität zu machen, nachvollziehen konnten und die die nahe Verwandtschaft der sozialistischen und zionistischen Träume noch verstanden. Es ist kein Zufall, dass Israel jahrzehntelang sozialistisch geprägt war und dass linke Projekte wie der Kibbuz das Land durchzogen und geistig mitbestimmten. Noch heute, nach der kapitalistischen Wende im Land und dem politischen Rechtsrutsch, ist Israel ein Staat, in dem scheinbar Unmögliches möglich wird und Märchen in die Realität übertreten. Sicher, die Märchen der heutigen Zeit drehen sich um Geschäftsideen, Geldverdienen und teilweise um religiös unterfütterte Siedlungsvorhaben, aber sie sind immer noch beseelt von der Möglichkeit der Realisierung, vom unglaublichen Optimismus im Angesicht schwerster Hindernisse. Das beunruhigt und kränkt die angeblich Vernünftigen, deren Vernünftigkeit keine Vernunft ist, sondern die Kapitulation vor den herrschenden Verhältnissen. Das befeuert den Antisemitismus unter vermeintlich Linken, die den Juden nie verziehen haben, nicht auf die Weltrevolution gewartet zu haben, die den Israelis ihre Tatkraft immer neideten und die ihre eigenen Träume dadurch enttäuscht sehen, dass der jüdische Staat sich ständig verändert und anpasst, um zu überleben. Dass dies und nichts anderes der Sinn und die Daseinsberechtigung Israels ist, nämlich durch eine jüdische Staatlichkeit zu garantieren, dass Juden nie wieder abgeschlachtet werden, weil angeblich zivilisierte Staaten im Ernstfall dem Morden einfach zusehen, ist großen Teilen der aktuellen Linken nicht vermittelbar, nicht intellektuell und nicht emotional.

Schroeders Film zeigt nur auf, was jeder wissen kann, der sich mit der Materie ein bisschen eingehender befasst, dass nämlich Antisemitismus nicht nur bei Neonazis zu finden ist, sondern den gesellschaftlichen Mainstream und seine Ränder durchfließt wie eine Sepsis die Blutgefäße. Antisemiten, die sich selbst für keine halten, reagieren auf solcherlei Aufklärung gereizt, mit aggressiver Abwehr und mit Angriffen auf die Aufklärer. Genau das ist rund um „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“ geschehen. WDR, Arte und viele Politiker verhielten sich exakt so, wie es leider zu erwarten war. Sie alle haben bewiesen, dass eine Haltung, die Antisemitismus wirklich durchwegs kritisiert und ihn auch dort aufspürt und bloßstellt, wo er nach Eigen(fehl)einschätzung der Kritisierten nicht sein könne, die Aggression der Ertappten auslöst, und diese Aggression resultiert aus der traurigen Tatsache, dass der Antisemitismus viel stärker und tiefer im Unbewussten vergraben weiterwirkt, als es gerade die deutschen vorgeblichen Weltmeister in Sachen Geschichtsaufarbeitung wissen oder wahr haben wollen.

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Teufel Boomster: Mobiler Klang-Gigant und bester seiner Klasse

Es ist wieder Sommer und damit die Zeit für Gartenpartys, Baden, Campen, Grillen und was man sonst noch alles im Freien anstellen kann. Weil all das mit Musik noch ein bisschen schöner ist, sind portable Soundsysteme seit vielen Jahren beliebt. Ich bin ein alter Sack und habe die Blütezeit der originalen Boom-Boxen, auch Ghettoblaster genannt, noch erlebt. Ihr wisst schon, das waren diese teils enorm fetten Stereokassettenspieler, die man lässig auf der Schulter trug, um beim Schlendern durch die Hood eben diese mit seiner Lieblingsmusik zu belästigen. Dann ersetzte die CD langsam die Kassette, danach der MP3-Stick die CD und heute wird schon mehr als die Hälfte aller Musik per Streaming konsumiert. Jedes Smartphone bietet inzwischen Zugang zu Dutzenden Streaming-Diensten und mittels immer größerer Speicher kann man sogar seine gesamte Musiksammlung in ein einziges Handy packen. Die Elektronik-Hersteller haben ihr Angebot angepasst und bieten seit ein paar Jahren Bluetooth-Lautsprecher an, die man vom Mobiltelefon aus ansteuern kann und die die Musik je nach Größe und Fähigkeit der Geräte mal besser, mal schlechter abspielen. Der Boomster des Berliner Herstellers Lautsprecher Teufel spielt gut. Er spielt sogar sehr gut.

Schick, aber massiv

Der kleinste und handlichste Bluetooth-Lautsprecher ist der Boomster nicht. Mit seinen gut drei Kilo Lebendgewicht und seinen Abmessungen, die in etwa einem besseren Ghettoblaster der 80er Jahre entsprechen, passt er in keine noch so große Hosentasche. Wer also was ganz Kleines und Zartes sucht, sollte sich anderswo umsehen (auch Teufel selbst bietet kleinere mobile Speaker an). Wem aber die Tonqualität wichtiger ist als kompakte Ausmaße, der sollte dem Boomster eine Chance geben. Es ist nun auch nicht so, dass der Boomster total schwer zu transportieren wäre. Drei Kilo sollte selbst der größte Schwächling stemmen können. Außerdem hat das Teil einen guten Tragegriff aus Metall. Wer es noch bequemer haben will, kann als Zubehör auch eine Tragetasche erwerben, in die der Boomster passgenau reingeht und die man mit ihren Aussparungen am Boxengitter und an den Bedienelementen auch als zusätzlichen Schutz verwenden kann, zum Beispiel bei feuchtfröhlichen Partys. Nicht dass das unbedingt nötig wäre, denn der Boomster ist nicht nur extrem stabil gebaut, seine Anschlüsse sind auch gegen Staub und Spritzwasser resistent.

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Nach dem Auspacken fiel mir zuerst auf, wie robust und dennoch stilsicher der Boomster daherkommt. Massiv aber schick. Wäre er ein Mensch, wäre er so was wie ein sehr modebewusster Türsteher. Alles ist aus Metall oder hochwertigem ABS-Kunststoff. Die Verarbeitung ist sauber, überall ist alles fest verschraubt und auf Haltbarkeit getrimmt. Die Inbetriebnahme stellt einen Menschen, der nicht gerade erst aus dem Urwald gekommen ist, vor keine Rätsel. Sogar ohne die Bedienungsanleitung, die Teufel-typisch sehr verständlich und logisch ist, erkennt man sofort die Power-Taste, das Bluetooth-Zeichen, die Lautstärkeregelung und die Radiotasten. Die Anschlüsse für Strom, Aux (3,5 mm Klinke) und das Fach mit der Wurfantenne sind hinter schützenden Gummiabdeckungen verborgen. Das Fach mit dem Akku, den man übrigens auch gegen acht AA-Batterien tauschen kann, ist in einem verschraubten Fach an der Rückseite untergebracht. Nach dem Auspacken habe ich den Boomster zunächst an die Steckdose gehängt und dann mein Handy verbunden, was kein Kunststück war. Einfach die Bluetooth-Taste am Boomster drücken und dann das Handy die neue Bluetoothverbindung suchen lassen. Klappe bei mir so schnell, dass ich nicht mal NFC brauchte, was der Boomster ebenfalls an Bord hat. Bis zu acht verschiedene Bluetoothverbindungen kann sich Teufels mobiler Edel-Lautsprecher merken. Die Bedienelemente am Boomster sind übrigens Touch-Tasten, keine physischen Knöpfe. Mir persönlich gefällt das, da ich es zeitgemäß finde. Auch das Einrichten der Radiofunktion geht leicht von der Hand. Man drückt die FM-Taste und der Boomster sucht sich durch die Stationen. Hat man eine, die man mag, drückt man eine von drei nummerierten Tasten daneben und schon ist der Sender gespeichert. Kleiner Kritikpunkt: Es wäre praktisch, hätte der Boomster eine kleine Senderanzeige, denn ohne diese ist der Suchvorgang ein bisschen umständlich. Da das Radio aber nicht die Hauptfunktion des Geräts ist und der Suchlauf selber sehr rasch geht, ist das verzeihlich. Drei Lieblingssender kann man speichern.

Klassenbester Sound

Nun zum Wichtigsten: Wie klingt der Boomster? Kurze Antwort: Mich hat schon lange kein Audio-Gerät so begeistert. Das liegt nicht daran, dass es keine besseren Boxen gäbe oder ich keine besseren kennen würde, sondern am genauen Gegenteil. Gerade WEIL ich Boxen kenne, die tausende Euros kosten, hat mich der vergleichsweise kleine und günstige Boomster aus den Socken gehauen. Natürlich klingt er nicht so wie zwei Standboxen um je 2.000 Euro oder mehr, aber er klingt besser als alles, was ich in der Preisklasse unter 500 Euro bislang gehört habe, und für bis zu 500 Euro kriegt man schon recht ordentliche Kompaktanlagen und Standboxen der Einsteigerklasse.

Bereits nach den ersten Tönen des Beatles-Songs „Don´t Let Me Down“, den ich auf den Boomster streamte, staunte ich über den fetten, aber bestens konturierten Bass, der aber nicht dröhnte oder waberte, sondern genau so klang, wie er soll. Ich schaute kurz auf die fünfstufige Basseinstellung am Lautsprecher und sah, dass der Subwoofer-Regler auf Stufe Zwei steht. Da ginge also noch viel mehr, wenn man denn wollte. Ich wollte aber gar nicht, denn Stufe Zwei war schon sehr, sehr gut. Aber Bass, selbst guter Bass, ist nur die halbe Miete. Umso erfreulicher, dass der Boomster die Tieftöne ganz fein in die Gesamtfrequenzen einwebt und auch die Mitten und Höhen nicht vernachlässigt. Im Gegenteil. John Lennons Gesang klang so präsent und klar, wie ich ihn zuletzt mit meinen 700 Euro teuren Grado-Kopfhörern erlebt hatte. E-Piano und Schlagzeug kamen ebenfalls ganz klar und souverän rüber. Musik bekommt auf dem Boomster eine warme, aber detailreiche Präsentation und sie wirkt überhaupt nicht so, als käme sie aus einem vergleichsweise kleinen Lautsprecher. Wie macht der Boomster das? Nun, während viele andere Bluetooth-Speaker mit maximal zwei oder drei Tönern antreten, bringt der Boomster gleich fünf mit. Zwei für die Mitten, zwei für die Höhen und einen Downfire-Subwoofer. Das macht sich so was von bezahlt! Klar, der Boomster wirkt besonders mit Eletronic und Hiphop groß, aber er kann eben auch jede andere Musikrichtung. Ich habe Chorgesang getestet, Klassische Konzerte, Schlagermusik, Metal, Blues und Folk – das alles klang nicht nur gut, sondern angesichts der Preisklasse hervorragend. Würde man mir den Boomster im Blindtest vorspielen, würde ich auf eine gute Stereoanlage der oberen Mittelklasse tippen.

Er kann auch leise. Und laut. Sehr laut.

Ein gutes Wiedergabegerät erkannt man unter anderem daran, dass es auch bei mittleren und leisen Lautstärken nicht blechern oder matt klingt, sondern immer noch voll und voluminös. Der Boomster kann das. Auch bei Zimmerlautstärke und weit darunter hört man immer noch die warmen Bässe, kann man immer noch die Instrumente schön zuordnen. Und wie ist es, wenn man so richtig aufdreht? Dann staunt man erst recht, denn der Boomster fängt nie an zu schlagen oder zu dröhnen. Er wird ganz einfach furchtbar laut bzw. schön geil laut und bleibt dennoch gelassen und linear. Ein Gartenfest beschallen? Kann er. Ein 25-Quadratmenter-Zimmer mit Musik füllen? Kann er. Im Partykeller musizieren? Kann er. Einen in der Küche zu Ravels „Bolero“ richtig mitgehen lassen? Kann er. Ich traue mich zu sagen, dass man für den aktuellen Preis von 329,99 Euro schlicht kein besseres mobiles Bluetooth-Abspielgerät auf dem Markt findet. Ich weiß, das liest sich jetzt alles ein bisserl arg nach übermäßiger Begeisterung, aber genau das Gefühl hat der Boomster bei mir verursacht: Überraschung und Begeisterung. Und es ist eine Zeit lang her, seit ich diesen Wow-Faktor erleben durfte.

Wenn der Boomster am Strom hängt, lädt er seinen Akku. Ist der voll, spielt er zehn Stunden lang am Stück bei mittlerer Lautstärke. Mittlere Lautstärke meint beim Boomster übrigens ca 50 Dezibel, was schon so manche Unterhaltung deutlich übertönt. Dreht man ihn auf, kommt er an die 100 Dezibel heran und kann damit schon gegen Flugverkehr anbrüllen oder für Disco-Lautstärken sorgen. Sollte eine Party mal länger als zehn Stunden dauern und man hat keine Steckdose zur Hand, kann man den Akku auch rausnehmen und findet dann ein Fach für Batterien vor. Mit acht AA-Batterien gibt der Boomster noch mal sechs Stunden lang durchgehend Laut. Man dürfte kaum ein anderes Gerät dieser Klasse finden, das mobil länger durchhält. Es ist viel wahrscheinlicher, dass zuerst das Handy den Geist aufgibt, aber auch da kann der Boomster helfen, denn man kann an ihm Smartphones an der USB-Buchse aufladen! Zwar ist der Boomster nun schon zwei Jahre auf dem Markt, aber er ist technisch immer noch auf der Höhe der Zeit. Bluetooth 4.0 mit aptX und NCF dürften noch für viele Jahre eine sehr gute Übertragungsqualität und Zukunftssicherheit bieten. Ach ja, man kann sein Handy oder andere Tonquellen auch per 3,5-Millimeter-Klinke anschließen. So gibt der Boomster auch den Lautsprecher für MP3-Player, CD-Walkman und ähnliche Geräte. Theoretisch ist er sogar als Soundbar für einen Fernseher zu gebrauchen, obwohl es da Lösungen gibt, die besser auf Filmton abgestimmt sind.

Fazit: Der Boomster von der Berliner Firma „Lautsprecher Teufel“ hat mich richtig begeistert und überrascht. Ich gebe das Testexemplar nicht mehr her. Der Boomster bleibt bei mir und wird mir im Sommer ein treuer Begleiter im Freien sein und mir im Winter in der Küche oder im Schlafzimmer was vorsingen.

Pro: Der beste Bluetooth-Lautsprecher unter 500 Euro. Klingt wie eine gute Stereoanlage der oberen Mittelklasse. Sehr robust und dennoch optisch ansprechend. Der Akku hält lange durch. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist extrem gut.

Contra: Nicht der kleinste und handlichste Bluetooth-Speaker. Eine Anzeige für Radiosender wäre fein, fehlt aber. Eine Fernbedienung könnte auch nicht schaden (obwohl man sie nicht so sehr vermissen wird, da man das meiste eh per Smartphone regelt).

 

Von der blütenreinen Unschuld und den bösen fremden Männern – letzte Anmerkungen zum Fall Götz Schrage

Je geschickter das fortschreitende soziale Unrecht unter der unfreien Gesellschaft der Zwangskonsumenten sich versteckt, desto lieber zeigt es im Bereich nicht-sanktionierter Sexualität seine Zähne und bedeutet den erfolgreich Nivellierten, dass die Ordnung im Ernst nicht mit sich spaßen lässt. (Theodor W. Adorno, „Das alte Unwahre“, 1964)

Die „Kronen Zeitung“, Österreichs auflagenstarkes Megaphon des ungesunden Volksempfindens, ist empört, und dieses eine Mal dürfte die Empörung nicht geheuchelt sein. Die Kampagne der Zeitung gegen den Wiener SPÖ-Bezirksrat Götz Schrage führte nicht zum erwünschten Ergebnis, nämlich zum erzwungenen Rücktritt des Politikers oder gar zu dessen Ausschluss aus der Partei. Die sozialdemokratischen Entscheidungsträger, die in ersten Reaktionen noch bereit schienen, dem von rechts aufgebauten Druck nachzugeben, kamen zu Sinnen, bremsten die Moral-Scharfrichter aus den eigenen Reihen ein und beließen Schrage unter der Auflage, in Zukunft behutsamer mit seinen Worten umzugehen und mit seinen Fähigkeiten als Fotograf Wiener Frauenprojekte zu unterstützen, im Amt. Ratio und innerparteiliche Solidarität obsiegten gegen Hysterie und blindwütiges Moralisieren. Das ist gut für die die Sozialdemokraten und schlecht für die „Krone“ und andere Agenten der Regression. Wenn der Verstand einsetzt, verliert die Hetze, verliert das Spiel mit meist unbewussten Ressentiments, verlieren Populisten und verliert die „Krone“.

Für Götz Schrage und die SPÖ ist der Fall damit ebenso erledigt wie für ÖVP-Generalsekretärin Elisabeth Köstinger, die Schrages Entschuldigung schon früh angenommen und sich den „Hängt-ihn-höher“-Rufen nie angeschlossen hat.

Causa finita also? Für mich nicht. Die Reaktionen auf ein tatsächlich harmloses Facebook-Posting haben nicht nur ein erschreckendes Unwissen über die Definition dessen, was Sexismus ist, an den Tag gebracht, sondern auch erneut gezeigt, wie schnell viele Leute ihren ansonsten durchaus vorhandenen Verstand auszuschalten bereit sind, sobald es um Sexualität geht. Und in Schrages Textlein ging es um Sexualität, nicht um Sexismus. Die Unfähigkeit oder auch der bösartige Unwillen, das voneinander zu unterscheiden, ist symptomatisch für eine Gesellschaft, die sich für ungeheuer frei und tolerant hält, die aber in weiten Teilen nach wie vor autoritär ist und daher für jedes überwundene Tabu ein neues einführt, auf dass der süße Wahn der eigenen moralischen Überlegenheit gegenüber dem Andersartigen ewig weiter gehen möge. Die Identifikation mit der herrschenden Moral, die die Moral der Herrschenden ist, wandelt sich allenfalls in Anpassung an sich ändernde Herrschaftsverhältnisse, doch ihr Wesen und Wirken, die Herstellung von Gruppenkonsens gegenüber dem Nicht-Identischen und somit die Versicherung gegenüber sich selbst und der Herrschaft, dieser keinesfalls gefährlich werden zu wollen und somit keine Schläge der Obrigkeit herauszufordern, bleiben bestehen.

An dieser Stelle möchte ich, dass wir uns noch einmal Schrages angeblich sexistisches Posting durchlesen: „Elisabeth Köstinger als neues Gesicht und neue Generalsekretärin einer neuen Bewegung? Aus autobiographischen und stadthistorischen Motiven möchte ich schon anmerken, dass die jungen Damen der ÖVP Inneren Stadt aus den frühen 80er Jahren, die mit mir schliefen, weil sie mich wohl für einen talentierten Revolutionär hielten, genauso aussahen, genauso gekleidet waren und genauso sprachen. Da hängt sicher noch ein Burberry Schal im Vorzimmer bei Elisabeth Köstinger. Ich muss das wissen als Experte.“ Man beachte die grammatikalische Konstruktion! Nicht er schlief mit diesen Frauen, sondern sie mit ihm. Das ist nicht dasselbe. Schrage gibt den Frauen sprachlich eine aktive Rolle. Diese Frauen haben, und nichts anderes ergibt eine ehrliche Textanalyse, aktiv ihre Sexualität ausgelebt, haben die Initiative übernommen, haben sich Schrage zur Befriedigung ihrer eigenen Lust ausgesucht. Eine Lustbefriedigung, bei der womöglich auch Klassengegensätze eine Rolle spielten, der Reiz des Verpönten, die Erotik des gesellschaftlich Unerwünschten, in diesem Falle eine Affäre von Bürgerfrauen mit einem „Proleten“, der noch dazu in einer damals bekannten Band spielte und damit der Alptraum aller gut bürgerlichen Schwiegermütter war. Auch die Reaktionen, die es in den vergangenen Tagen auf Schrages Facebookeintrag gab, erzählten viel mehr von Standesdünkel und Klassengegensätzen als von Sexismus. Bei vielen Wortmeldungen schwang recht deutlich jene Abscheu, jener Ekel mit, der Autoritäre bei dem Gedanken befällt, ein Mann, der nicht dazu gehört, der nicht Teil ihres „Stammes“ ist, habe sich „widerrechtlich“ an den „eigenen“ Frauen vergriffen.

Etliche Interpretationen von Schrages Posting lassen eher Rückschlüsse auf die Fantasien und Nöte der Interpreten zu als auf jene Schrages. Ein von mir ansonsten sehr geschätzter Wiener Schriftsteller schrieb dazu zum Beispiel dies: „Der Text sagt: Solche wie die habe ich schon gfressen. Solche wie die habe ich flachgelegt. Solche wie die habe ich abgehakt. So sehen die aus. Das ist eine von denen. Damit ist kein – wie manche insinuieren – selbstbestimmter Akt von Lust gemeint. Der Sex ist hier nichts als ein Triumph. Er wird erwähnt, um die politische Kontrahentin, die Frau der anderen Partie auf ihren Platz zu verweisen. Unter mir lag sie. Damals schon. Sie wird als Frau, die eine politische Person ist, nicht wahrgenommen, sie wird auch – um einem möglichen Einwand zuvorzukommen – nicht in ihrer freien Sexualität wahrgenommen, sondern auf ihre Sexualität reduziert.“ So kann eine Exegese natürlich auch aussehen, aber damit sie so aussieht, bedarf es Vorstellungen über Sexualität, in denen diese nie unbeschwert, nie frei, nie einvernehmlich oder gar weiblich initiiert und selbstbestimmt sein kann, sondern immer nur Gewalt, Unterjochung, Schändung. Allein schon, dass Frauen in dieser Interpretation stets „unten“ liegen, erscheint mir bemerkenswert und spricht für eine eingeschränkte, rigide Sicht auf Sexualität. Viele andere, die Schrages Posting als „sexistisch“ qualifizierten, extrapolierten eigene negative Erfahrungen oder erlagen schlicht der Verblendung, dass wo von Sex die Rede sei, auch Sexismus am Werk sein müsse, da Sex im Seximus ja drin stecke.

Die nun wieder deutlich zutage getretene Unschärfe des Sexismusbegriffs in dem Sinne, dass allzu viele ihn nicht richtig zu verwenden verstehen, ist gefährlicher, als man zunächst meinen könnte. Sexismus, also die Benachteiligung von Menschen aufgrund ihres biologischen oder angenommenen Geschlechts, wurde erst verhältnismäßig spät als eigene Problematik im Bezugsrahmen der ökonomischen Verhältnisse und deren Formung der Verhältnisse der Menschen zueinander erkannt. Zwar hat die sozialistische Theorie, vor allem in den Schriften Engels, Luxemburgs und Goldmans, bahnbrechende Arbeit geleistet, um Sexismus überhaupt erst theoretisch dingfest machen zu können, und in sozialistisch wenigstens inspirierten Staaten wie der Sowjetunion oder Israel gab es dann auch viel weitreichendere Versuche, sich einer Art von Geschlechtergerechtigkeit anzunähern als anderswo, doch hatten auch diese Versuche mit der Hartnäckigkeit von über Jahrhunderte eingetrichterten patriarchal-tribalistischen Vorstellungswelten zu kämpfen. Dennoch kam es in den 1960er Jahren zu einem nahezu globalen Erkenntnis-Schub in den der Aufklärung verpflichteten Kreisen von Philosophie und Soziologie, der das, was zuvor allenfalls höchst Gebildeten ersichtlich war, massenkompatibel verständlich machte, dass es nämlich für die Befreiung des Menschen unabdingbar ist, ihn aus primitiven Ideenwelten heraus- und einem klareren Bild von sich und der Welt zuzuführen. Schon in den 70er Jahren wurde dieser Anspruch schwer erschüttert, als sektiererische Teile feministischer Ideologieproduktion damit begannen, Sexismus als Kampfbegriff zu reklamieren, der ausschließlich die Unterdrückung der Frau beschreiben sollte. War das angesichts der Tatsache, dass Sexismus sich in patriarchalen Gesellschaften wesentlich stärker gegen Frauen richtet als gegen Männer, zunächst durchaus nachvollziehbar, begann damit doch eine Entwertung und Entstellung des Begriffs, da er sehr schnell auch von Menschen verwendet wurde, die ihn nicht verstanden, womit ihm eine ähnliche Karriere als Idioten-Wort bevorstand wie dem „Imperialismus“.

Konservative und Rechte, deren gesamte Weltanschauung unter anderem auf realem Sexismus beruht, die also die angeblich natürlichen Hierarchien und Rollen der Geschlechter verteidigten, perpetuierten und neu erkämpfen wollten, erkannten rasch, dass simplere Gemüter beim Wort Sexismus sofort an Sex, also Sexualität denken und begannen, unterstützt von den schlichteren Geistern auf Seiten der Linken, den berechtigt negativ konnotierten Begriff auf alles anzuwenden, was mit Sex und Erotik zu tun hatte. Vor allem aber nutzten sie ihn dazu, Sexismus selektiv anzuprangern und projektiv in ihre rassistische und autoritäre Propaganda gegen alles Fremde, alles Nicht-Identische einzubauen. Endlich hatten sie ein Wort zur Hand, das aufgeklärt und „links“ klang, sich aber dazu missbrauchen ließ, die imaginierte Überlegenheit der eigenen „Kultur“ gegenüber dem ihrer Meinung nach abzuwehrendem Fremden zu betonen. Das ist kein ganz neuer Vorgang. Rassisten in den USA warnten seit der Abschaffung der Sklaverei immer wieder vor dem „sexuell aggressiven“ schwarzen Mann, den es nach unschuldigen weißen Frauen gelüste. Die Propaganda der Nazis zeichnete jüdische Männer als geile Verführer „arischer“ Mädchen. Schon die anekdotische Orientalistik hatte über Jahrhunderte Klischees von Muselmanen transportiert, die in ihren Harems gefangene Christinnen nötigten. All das war und ist gleichzeitig Reaktion und vor allem Projektion des sich seiner selbst nicht sichereren männlichen Ego auf Fremde, die vermeintlich all das tun, was man selber ganz gerne tun würde, und andererseits sexualisierte Angstlust, wie sie uns seit einigen Jahren wieder verstärkt in Fetischen wie dem oftmals rassistisch aufgeladenen „Cuckolding“ begegnet, bei dem es darum geht, dass ein Mann seiner (Ehe)Frau dabei zusieht, wie sie es mit anderen, oft einer anderen Ethnie zugehörenden und als sexuell aggressiv und „überlegen“ fantasierten Männern treibt. Wie tief derlei in der oft, aber nicht durchwegs männlichen Psyche steckt, zeigten auch die teilweise schon in Massenhysterie abgleitenden Reaktionen auf die Kölner Silvesternacht im Jahr 2015. Da entstand in den Wochen und Monaten danach ein dermaßen starker Sog rechtskonservativer bis rechtsextremer rassistischer Sexualneurose, dass selbst viele jener Menschen, die bis dahin noch alle sieben Tassen im Schrank hatten, anfingen, ihre Phantasmen über ach so andersartige arabische oder afrikanische Sexualität in die Öffentlichkeit zu tragen. Jedenfalls herrschte bald große Einigkeit, dass man es eindeutig mit Sexismus ganzer Ethnien zu tun gehabt habe, nicht aber mit sexualisierter Gewalt einzelner Täter und vor allem mit Trickdiebstählen, die sexuelle Übergriffe zur Ablenkung benutzten.

Jedenfalls ermöglichen es diese unzulässigen Ausweitungen und damit Entwertungen des Sexismus-Begriffs genau jenen gesellschaftlichen Kräften, die realen Sexismus als integralen Bestandteil ihrer Ideologie vertreten, ihr eigenes Wirken zu verschleiern und die real sexistischen Verhältnisse zu beschönigen.

Zur Verteidigung Götz Schrages gegen die Geier der Moral

Hierzu gibt es ein aktuelles Update*

Götz Schrage ist einer jener Menschen, die aus Wien eine Großstadt machen. Zu einer Großstadt wird eine Stadt nämlich nicht allein durch die Anzahl ihrer Bewohner – schon gar nicht, wenn diese zu großen Teilen Provinz-Flüchtlinge sind, die ihre Dorf-Mentalität und ihre Trachten-Beschränktheit in die Stadt einschleppen – sondern vor allem durch jene geistige Offenheit, die sich erst durch das Aufeinanderprallen verschiedenster Lebensstile, die daraus entstehende intellektuelle Reibungshitze und die tägliche Konfrontation mit dem Nicht-Identischen ergibt. Während das Dorf nahe an der soziologischen Organisationsform des Stammes ist, der Gleichförmigkeit belohnt und Abweichung von der Norm sanktioniert, ist die Stadt ein Konglomerat vieler „Stämme“, aus denen dann die Polis entsteht, und wenn diese erst groß genug ist, wird sie zur Metropole, zum geistigen, finanziellen und politischen Machtzentrum des sie umgebenden Landes. Götz Schrage ist kein Dörfler, er ist Metropolen-Mensch. Schon seine Biographie ist eine, wie es sie nur in Großstädten geben kann: Der gebürtige Bochumer war erst Berufsspieler, dann Musiker, dann Fotograf, Autor und Bezirkspolitiker, nie auf eine Sache festgelegt, nie gefügiger Untertan und immer politisch interessiert und aktiv. Am Land, wo Anpassung Pflicht und eine lebenslange Festanstellung, am besten als Beamter, das Ideal sind, nennt man solche Menschen Versager, in der Stadt können sie gedeihen und müssen ihre vielfältigen Talente nicht zwischen Hausbau, Kernfamiliengründung und ängstlicher Assimilation verkümmern lassen.

Götz Schrage war immer schon fasziniert vom Subproletariat, vom Halbseidenen, von Strizzis, „Beislhuan“ und „Peitscherlbuam“, vom Leben im Schein roter Glühbirnen, das er in Fotos und Texten beschreibungspotent dokumentierte. Ohne Scham oder Berührungsängste bewegte er sich zwischen Zuhältern und Sexarbeiterinnen und gab jenen ein Gesicht, die in den gesellschaftlichen Zwischenräumen lebten, und er tat dies, ohne deren Existenz zu romantisieren oder zu dämonisieren. Als im Jahr 2015 hunderttausende Menschen auf der Flucht vor Krieg und Elend über den Balkan gen Norden marschierten und auf österreichischen Straßen nur deswegen nicht verhungerten und verdursteten, weil sich abertausende freiwillige Helferinnen und Helfer fanden, die rasch und unbürokratisch praktische Solidarität übten, war Schrage von Anfang an dabei. Zuerst vor allem als Fotograf, der diese Geflüchteten, die in den Medien und Politikeraussagen nur als „Welle“ oder „Flut“ vorkamen, wieder zu Menschen machte, indem er sie einfach nur in all ihrer Menschlichkeit zeigte. Etliche der berührendsten und besten Fotografien aus diesen Tagen stammen von Schrage. Honorare, die er für diese Fotos von Zeitungen bekam, spendete er der Flüchtlingshilfe. Bald wurde aus dem Dokumentieren mehr. Schrage verbrachte viel Zeit vor allem im „Kurier-Haus“, einer großen Wiener Flüchtlingsunterkunft, und packte dort mit an, half Geflüchteten im Kampf mit der österreichischen Bürokratie, vermittelte Schlafplätze und Jobs. Obwohl er sich nie der sprachlichen Codes der Politischen Korrektheit bediente und schon qua Lebenslauf weit von dem entfernt ist, was die Rechten so gerne als „Gutmensch“ diffamieren, handelte er so, wie gute Menschen handeln. Ohne Naivität und Schwärmerei vom Fremden agierte er wie ein Mensch, der weiß, dass Flüchtlinge Menschen sind und keine Flut, keine Welle, keine Invasion. Man könnte auch sagen: Schrage reagierte auf die Geflüchteten wie ein urbaner Großstadtmensch, denn als solcher ist ihm bekannt, dass es keine unveränderlichen kulturellen Eigenschaften gibt, dass in jeder größeren Gruppe von Menschen alle möglichen menschlichen Verhaltensweisen und Ansichten vertreten sind und dass Menschen, egal woher sie kommen, letztlich mehr verbindet als trennt.

Götz Schrage hat sich gerade während der sogenannten „Flüchtlingskrise“ als geradezu idealtypischer Sozialdemokrat verhalten: Solidarisch mit denen, die Solidarität nötig haben. Jetzt fordern ihn die Vorsitzende der SPÖ-Neubau, Andrea Kuntzl, der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler und die SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar zum Rücktritt von seinem Amt als Bezirksrat auf. Der Vorwurf: Schrage habe sich des „Sexismus“ schuldig gemacht. Was war geschehen?

Auf Facebook, wo Schrage sehr aktiv ist und immer wieder mit sprachgewaltigen Vignetten unterhält, postete er folgenden Eintrag: „Elisabeth Köstinger als neues Gesicht und neue Generalsekretärin einer neuen Bewegung? Aus autobiographischen und stadthistorischen Motiven möchte ich schon anmerken, dass die jungen Damen der ÖVP Innere Stadt aus den frühen 80er Jahren, die mit mir schliefen, weil sie mich wohl für einen talentierten Revolutionär hielten, genauso aussahen, genauso gekleidet waren und genauso sprachen. Da hängt sicher noch ein Burberry Schal im Vorzimmer bei Elisabeth Köstinger. Ich muss das wissen als Experte.“ Das rechtsextreme Internetportal „unzensuriert.at“ und Boulevardzeitungen wie die „Krone“ griffen das auf und erklärten Schrage zum „Sexisten“. FPÖ und ÖVP, deren gesamte politische Historie wie Gegenwart von realem Sexismus durchtränkt sind, sprangen freudig auf und forderten Schrages Kopf. Und dann kamen die genannten Genossinnen und Genossen daher und schlossen sich umgehend dem Shitstorm gegen den Lokalpolitiker an. Anstatt die Medien aufzufordern, die Kirche im Dorf zu lassen und ÖVP und FPÖ auszurichten, sie sollten beim Thema Sexismus lieber den Rand halten, taten Duzdar, Köstinger und Niedermühlbichler so, als wüssten sie nicht, was der Begriff Sexismus bedeutet, und ließen einen Parteifreund nicht nur fallen, sondern traten auch noch mal kräftig nach, auf dass er ja möglichst hart und tief fallen möge.

Beim ersten kleinen Scheiße-Lüftchen entledigt sich die SPÖ eines aktiven und originellen Funktionärs, statt sich hinter ihn zu stellen. Was für eine deprimierende und armselige Performance! Und was für eine intellektuelle Verödung, wenn sozialdemokratische Spitzenkräfte zwischen einem zugespitzten Statement, das nur ausdrücken sollte, dass die laut Eigen-PR „neue ÖVP“ ganz die alte ist, und in dem halt auch Sexualität vorkommt, und Sexismus nicht unterscheiden können! Nur für den Fall, dass die das wirklich nicht wissen sollten: Sexismus ist die Diskriminierung einer Person aufgrund ihres Geschlechts. Sexismus ist, wenn eine Frau einen Job nicht bekommt, weil sie eine Frau ist. Sexismus ist, wenn ein Mann vor Gericht härter bestraft wird, weil er ein Mann ist. Sexismus ist, wenn ein drittklassiger Comedian behauptet, Frauen könnten nicht Autofahren. Sexismus ist, wenn nur Männer zum Militärdienst eingezogen werden. Sexismus ist, wenn Parteien wie die FPÖ in ihren programmatischen Schriften Frauen die Rolle als häusliche Mütter zuweisen und Männern die als Ernährer und Krieger. Kein Sexismus ist es, wenn ein Mann ohne grobe Abwertung vom Geschlechtsverkehr mit Frauen berichtet. Ebenfalls kein Sexismus ist es, wenn eine Frau gerne Sex hat und davon auch erzählt. Es ist auch kein Sexismus, wenn ein Mann eine Frau, eine Frau einen Mann, ein Mann einen Mann oder eine Frau eine Frau schön findet und das auch sagt. Der Begriff Sexismus hat nichts mit Sex im Sinne von Geschlechtsverkehr und Erotik zu tun, sondern mit Sexus, also dem Geschlecht. Einem Menschen Sexismus vorzuwerfen, weil er schreibt, er habe mal mit ÖVP-Politikerinnen geschlafen, ist in etwa so, als würde man jemandem Behindertenfeindlichkeit vorwerfen, weil er mal Rollstühle verkauft hat. Es ist sprachlich falsch und faktisch dumm.

Die Entwertung des Sexismusbegriffs durch seine Ausweitung auf alles, was die „Geier der Moral“ (Georg Danzer) nicht mögen, ist Teil einer seit langem um sich greifenden Verblödung und Hysterisierung der Gesellschaft und ein Symptom des intellektuellen Niedergangs der Linken, die ganz freiwillig und begeistert dabei mitmacht, Sexualität wieder zu jenem Minenfeld zu machen, das es dank Jahrtausenden des Patriachats und dessen religiös verbrämter Ideologien viel zu lange gewesen ist und auf dem viel zu viele Menschen Leben, Lebensqualität, Freiheit und Ehre verloren. Ein bizarres Bündnis aus Reaktionären, Religiösen etlicher Konfessionen und sexualneurotischen „Linken“ ist fleißig dabei, uns alle wieder in die 50er Jahre oder noch weiter zurück zu katapultieren und alles zunichte zu machen, was Freud, Jung, de Beauvoir, Foucault und so viele andere, denen an der Freiheit des Individuums gelegen war, uns mühsam beizubringen versuchten.

Ich kenne Götz Schrage nur über Facebook, ein paar Telefonate und durch seine Arbeit als Fotograf und Autor. Nicht jedes Statement von ihm finde ich gut, nicht in jeder Frage stimme ich mit ihm überein und ich teile nicht ganz seine Begeisterung für vom Machismo geprägte Subkulturen. Aber diesen pseudomoralischen Lynchmob der Superanständigen hat er nicht verdient und ich will nicht schweigen, wenn einer, der meiner Ansicht nach doch einer der Guten ist, von verlogenen Tittenblättchen, scheinheiligen Reaktionären und unsolidarischen Sozialdemokraten zum Abschuss freigegeben wird.

*Nach einer Aussprache hat die SPÖ Wien Schrages Entschuldigung für sein Posting angenommen und wird ihn nun doch nicht rausschmeißen. Das ist sehr erfreulich.

„Krone“-Headline:

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Wenn islamistische Terroristen Leserbriefe schreiben würden

Unter einem Artikel des „Standard“ über das neueste Massen-Ertrinken im Mittelmeer, das diesmal vor allem Kinder betraf, lassen Kommentatoren ihrer Inhumanität freien Lauf. Ob die noch irgendwo tief in ihrem Inneren spüren, was für einen unmenschlichen Quatsch sie schreiben? Oder ist da wirklich schon alles verloren? Vielleicht brauchen die auch nur einen kleinen Denkanstoß, den ich hiermit liefere. Ich poste ein paar dieser Kommentare und füge dann eine alternative Version hinzu, aus der Sicht islamistischer Terroristen.

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Eben weil sich die Ungläubigen mittlerweile darauf verlassen, dass nach gerechten Aktionen von Märtyrern Rettungskräfte die Überlebenden behandeln, sind diese Aktionen nur halb so effektiv, wie sie sein könnten. Würde man die Rettungskräfte dazu verpflichten, immer erst vier Stunden nach einer Märtyreraktion die Überlebenden zu behandeln, würden die Ungläubigen viel effektiver terrorisierbar sein. Aber den Rettungskräften geht es ja nur ums Geld.

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Die Rettungskräfte mit ihrem falschen Mitleid gegenüber den Ungläubigen haben schon wieder 31 Kuffar gerettet.

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Warum ist es so schwer zu verstehen, dass jeder verschonte Ungläubige mindestens drei andere motiviert, sich nicht dem Islam zu unterwerfen? Im Endeffekt sind die selbstlosen Retter und die sich dem Jihad verweigernden Muslime dafür verantwortlich, dass die Ausrottung der Ungläubigen länger dauert als nötig.

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Ich frage mich, warum nach Aktionen der Märtyrer immer Frauen und Kinder unter den Opfern extra erwähnt werden. Ist doch total egal wie alt oder welches Geschlecht.

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Ich kanns schon nicht mehr lesen/hören. Jeden Tag die gleiche Meldung. Alle diese Leute weigern sich freiwillig, den Islam anzunehmen. Warum werden die Überlebenden nach einer Aktion unserer Märtyrer gesund gepflegt? Da kann man auf die Verbreitung des einzig wahren Glaubens auch gleich verzichten. Die gehören alle vor die Wahl gestellt, zu konvertieren oder geköpft zu werden.

Kapitulierende Nazis, Emmanuel Macron und ein wenig Hoffnung auf bessere Zeiten

Am 8. Mai 1945 kapituliert die deutsche Wehrmacht bedingungslos. Irgendwo in Berlin glühten in einem anonymen Erdloch noch die Knochen von Adolf Hitler aus, der sich am 30. April per Suizid der weltlichen Gerichtsbarkeit entzogen hat, als die verbliebene Führungsspitze der militärischen Vernichtungsmaschinerie der Nazis in Reims und danach in Berlin die entsprechenden Dokumente unterzeichnet. Aus dem, was sich großspurig das „Deutsche Reich“ genannt hatte, gehen die BRD, die DDR und Österreich hervor. Drei Staaten voller Nazis und stiller Mitläufer, denen die Welt eine zweite Chance gibt. Widerwillig reihen sich diese Länder wieder in die Zivilisation ein und deren Bevölkerungen lecken vor allem die eigenen Wunden. Ein paar tausend der aller dümmsten Nazis tun es ihrem Führer gleich und bringen sich um, da sie in einer Welt, in der sie nicht herrschen und morden dürfen, nicht mehr leben wollen. Viele andere flüchten nach Lateinamerika oder bieten arabische Staaten ihre Dienste als Folterknechte und Auftragsmörder an. Vor allem im sowjetischen Einflussbereich wird vielen NS-Verbrechern der Prozess gemacht. Doch dort wie im Westen kommen die meisten ungeschoren davon, verhalten sich unauffällig und setzen ihre Karrieren mit anderen Parteibüchern ausgestattet fort. In einigen deutschen und österreichischen Psychiatrien ermorden Ärzte und Krankenpflegerinnen bis in die 50er Jahre hinein weiterhin Patienten. Die überlebenden Opfer des Nationalsozialismus treffen in Ämtern und an Gerichten auf ihre vormaligen Verfolger und Peiniger, die dort weiterhin das Sagen haben. Die Rückgabe geraubten Vermögens zieht sich über Jahrzehnte, ist äußerst unvollständig und jene Menschen, die für diese Rückgabe kämpfen, gelten ebenso als Nestbeschmutzer wie Historikerinnen und Intellektuelle, die die Verbrechen des Nationalsozialismus erforschen. Eine Aufgabe, mit der sie übrigens auch 72 Jahre später noch nicht fertig sein werden, was allein schon einen Eindruck vom Ausmaß der Gräuel vermittelt.

Und trotzdem sind aus diesen drei Ländern, von denen zwei später wieder zu einem werden sollten, halbwegs lebenswerte Regionen geworden. Nicht über Nacht, sondern in Jahrzehnten, in denen ihnen zivilisiertes Verhalten teilweise aufgezwungen werden musste. Tapfere Menschen in den von Ex-Nazis verseuchten Parteien und Organisationen reformierten den braunen Dreck langsam, sehr langsam weg. Immer noch finden sich in Gesetzestexten und im Umgang mit Minderheiten braune Restelemente. Noch immer ist es bedeutenden Teilen der Bevölkerungen in den NS-Nachfolgestaaten nicht vermittelbar, was unteilbare Menschenrechte sind, dass es kein „wertes“ und „unwertes“ Leben gibt, dass Sippenhaftung falsch ist und Rassismus und Antisemitismus idiotisch sind. Manchmal erringen politische Nachfolgepartien der NSDAP beängstigende Wahlerfolge. Trotzdem: Es ist besser geworden. Frauen lassen sich nicht mehr auf Gebärmaschinen für das „Volk“ reduzieren; Homophobie, Rassismus und Behindertendiskriminierung werden langsam, aber doch zurückgedrängt; die Toleranz gegenüber Abweichungen von alten Normen ist gewachsen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und die EU-Verträge wirken als Feuermauer gegenüber allzu autoritären Tendenzen. Mancher Fortschritt findet zeitgleich mit Rückschritten statt. Der gesellschaftspolitischen Liberalisierung in diesem Europa steht ein wirtschafts- und sozialpolitischer Backlash gegenüber. Mit jenen Menschen, die aus Kriegen, Diktaturen und lebensbedrohlichem Elend nach Europa entkommen wollen, ist sogar so etwas wie eine neue Form des „Untermenschen“ entstanden, den man nach Belieben zu quälen und schikanieren können meint und auf den alle möglichen und unmöglich abstrusen negativen Eigenschaften projiziert werden. Europa schottet sich ab gegenüber den Opfern, die seine Wirtschaftspolitik und seine Rüstungsexporte global produzieren, und nimmt dafür auch das Massensterben im Mittelmeer und absolut menschenrechtswidrige Zustände in türkischen und nordafrikanischen Lagern in Kauf. Es ist also alles andere als ein ideales Europa, ein ideales Deutschland, ein ideales Österreich. Aber all das ist besser als das, was vor 1945 war. Und all das ist reformierbar und veränderbar.

Heute, am 8. Mai, einen Tag nachdem Emmanuel Macron mit 30 Prozent Abstand die Rechtsextremistin Marine Le Pen bei der französischen Präsidentschaftswahl besiegt hat, sehe ich Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Es gibt keine Gesetzmäßigkeit, die vorschreiben würde, dass alles immer schlimmer werden müsste. Ja, noch sind wir gefangen im Hamsterrad kapitalistischer Sachzwänge, die so unüberwindbar und ewig erscheinen, obwohl es sie noch gar nicht so lange gibt. Noch können viele von uns sich nur Dichotomien vorstellen, nur das ganz große Entweder-Oder. Aber wie schon Brecht richtig erkannte: Das Sichere ist nicht sicher. Hunderte Millionen Chinesen wachsen in Wohlstand auf und sehen dieselben Filme und Fernsehserien wie wir. Ihre Vorstellungen von einem guten Leben wird man nicht ignorieren können, und diese Vorstellungen werden sich nicht groß von denen anderer junger Leute auf dem ganzen Planeten unterscheiden. Sie werden eine Welt haben wollen, in der sie würdig und halbwegs frei leben können und die nicht ihre eigenen Existenzgrundlagen für ein paar Prozent zusätzlichen Profit vernichtet. In den USA wäre beinahe der Sozialdemokrat Bernie Sanders Präsidentschaftskandidat und, in direkter Konkurrenz zu Donald Trump, wohl auch Präsident geworden. Dutzende Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner waren zu diesem Schritt in Richtung Vernunft und Solidarität bereit. Wer vor zehn Jahren gesagt hätte, ein linker Sozialdemokrat könne in den USA auch nur in die Nähe der Macht gelangen, wurde ebenso ausgelacht wie jemand, der vor 20 Jahren gesagt hat, es würde in absehbarer Zeit einen schwarzen US-Präsidenten geben.

Die Dinge bewegen sich und nichts ist ewig, nichts ist sicher. Für Menschen, die sich wie ich als Linke begreifen, gibt es weder Grund zum jubeln noch zu tiefer Verzweiflung. Die Selbstvernichtung der europäischen Sozialdemokratien, die bislang fast durchwegs gescheiterten Versuche linkspopulistischer neuer Parteien, der intellektuelle Stillstand der extremen Linken, das Abgleiten in Wahn und Paranoia von Teilen der antideutschen Szene, der Konservatismus der Gewerkschaften – all das ist wenig erfreulich und ein revolutionärer Umsturz scheint so fern wie seit eh und je. Was nicht zwingend was Schlechtes ist, sofern man sich über die Fähigkeit der Menschen zum Unmensch-Sein keine Illusionen macht und daher weiß, dass Aufgabe und Ziel der Linken nicht sein sollte, Macht auszuüben, sondern die Macht von Menschen über andere Menschen zu schwächen. Will eine Linke nicht Befreiung und Herrschaftsfreiheit, ist sie keine, sondern nur der alte Wahnsinn in inzwischen auch schon alter Verkleidung. Als Linker sollte man also nicht Parteien gründen und, wie der letzte Neonazidorftrottel, Waffen horten und militärische Übungen im Wald veranstalten, sondern Druck von unten aufbauen und richtiges Bewusstsein dort schaffen, wo das falsche wütet. Wo Unrecht ist, haben Linke solidarisch einzugreifen. Dazu braucht es nicht einmal allzu großen Mut, denn wir sind nicht allein. Die echten Menschenfeinde, die sich am Leid anderer ergötzen, die für Krieg und Mord und Folter und Knast werben, sitzen gar nicht auf so komfortablen Mehrheiten, wie viele annehmen. Überall auf dieser Welt verstehen sehr viele, dass es falsch ist, andere zu morden, sie hungern zu lassen, sie einzusperren oder sonst wie zu misshandeln. Überall haben sehr viele Menschen wenigstens eine Ahnung in ihrem Inneren, dass dieser Planet gerechter eingerichtet werden muss. Aber ein österreichischer Linker wird nicht so einfach korrupte Oligarchien in anderen Staaten wegzaubern können. Was er/sie kann, ist vor Ort den Opfern falscher und bösartiger Politik beizustehen und gemeinsam mit diesen die Gegenwehr zu organisieren. Der britische Singer-Songwriter Roy Harper hat das einmal so ausgedrückt: „If you want a better world why don´t you make one?“