Die linke Antisemitin Naomi Klein

Naomi Klein, Postergirl der Globalisierungskritiker und Galleonsfigur linker Antisemiten, hat nach Jahren, in denen sie nur durch peinliche Kommentare aufgefallen ist, mal wieder ein Buch geschrieben, das im „Standard“ das bekommen hat, was man im englischsprachigen Raum ein „raving review“ nennt. War ihr Erstlingswerk „no Logo“ noch das gründlich naive Manifest einer verzogenen reichen Göre, die eines Nachts schweißgebadet aufwachte und feststellen musste, dass es Nike, Coca Cola und Konsorten gar nicht um das Wohl von Bauersleuten in der Dritten Welt, sondern fieserweise um den Profit geht, so will ihr neues Werk, „Die Schock-Strategie“ („The Shock Doctrine“), gleich mal sowas bescheidenes wie „Das Kapital“ des 21. Jahrhunderts werden. Wer Klein kennt und weiß, was sie so daherschreibt, wenn der Tag lang und der Computer willig ist, der ahnt: ein weiblicher Karl Marx ist hier nicht herangewachsen. Kleins These lässt sich, mit Kopfweh, so zusammenfassen: der Kapitalismus ist ganz arg böse und schreckt vor nichts zurück. Er transformiert Gesellschaften nach seinem Gusto und geht dabei sogar so weit, die Arbeiterparadiese in Osteuropa zu zerstören und sich den glücklichen Kommunisten in Nordkorea oder Kuba aufzwängen zu wollen. Da, wie wir bereits etabliert haben und daher nie wieder hinterfragen müssen, „der Kapitalismus“ böse ist, nutzt er sogar Naturkatastrophen wie den Hurrican Kathrina für seine finsteren Pläne. Die Stadt New Orleans hat es doch tatsächlich und gegen den Rat Kleins und der unfehlbaren Gewerkschaften gewagt, einen Vorschlag von Milton Friedman in Ansätzen zu befolgen und die Schulen einer Teilprivatisierung zu unterziehen. Das schreckliche Ergebnis: Im Gegensatz zur staatlichen Infrastruktur wurden die Schulen von den kapitalistischen Erzgaunern rasch saniert und waren kurz nach dem Desaster wieder bezugsfertig. Aber Privatisierung ist halt des Teufels und Milton Friedman war der Satan persönlich, wie uns Klein versichert. Friedman ist laut Klein persönlich für die Politik von Weltbank und IWF der vergangenen Jahrzehnte verantwortlich. Dass der Nobelpreisträger mehrfach die Abschaffung dieser Institutionen gefordert hatte, ficht Klein nicht an, es beweist für sie nur, welch Genie des Bösen er war. Wenn mal keine Naturkatastrophen zur Hand sind, schläft der Kapitalisms aber nicht den Schlaf des Ungerechten, nein, er schafft künstliche Katastrophen und schickt hierzu seine Kettenhündin, die CIA, los, die dann im Auftrag der Weisen von Zion, pardon, der Chicago Boys und der Weltbank friedvollen Naturvölkern gegen deren Willen die Markwirtschaft aufdrängt. Ob Chile oder Irak, alles eine Soße für die kanadische Bloßstellerin finsterer Mächte: Gute Menschen machen gute Politik, bis die CIA kommt und den Weg für die Konzerne freischießt. So einfach kann die Welt sein. Nie geht es den westlichen Teufeln um Demokratie oder nation building, sondern stets und ausschließlich darum, die Völker dieser Erde zu berauben. Und damit diese sich nicht wehren, werden sie durch „shock and awe“ so eingeschüchtert, dass sie keinen Mucks mehr machen. Daher haben für Frau Klein die Folterungen in Abu Ghraib auch „System“, denn der Kapitalsimus will nicht nur Profit machen, er will, quasi systemimmanent, auch foltern. Er ist halt, wir merken es schon, grundböse.

Ach du Scheiße! Soviel Unsinn auf so wenigen Seiten! Und das Traurige: Nicht nur der „Standard“ ist begeistert, sondern hunderttausende Menschen, denen eine Auseinandersetzung mit Wirtschaftstheorie und Zeitgeschichte zu mühsam ist, werden den Schund kaufen und lesen und für gut und richtig befinden. Nicht, dass Klein ihrer Klientel was neues zu bieten hätte. Neues macht nur Angst. Also füttert Klein die Globalisierungskritiker mit dem Stoff, den sie kennen und lieben, einer wilden vulgärmarxistischen Mixtur aus romantisiertem Sozialismus, Ethno-Kitsch und Verschwörungswahn, wie sie zur Zeit Venzuelas Top-Komödiant Hugo Chavez verkörpert. Wie ernst man Naomi Klein nehmen kann, zeigt exemplarisch dieser Kommentar von ihr, in dem sie die unfassbare Verschwörungsthorie vebreitet, Israels Wirtschaft profitiere vom internationalen Terrorismus und 9/11 habe im Alleingang die israelische Volkswirtschaft gerettet. Ganz in der Diktion linker Antisemiten ist für sie Gaza ein „Gefängnis“ und Israel ein Apartheidsstaat, der einen „Apartheidsplaneten“ mit Sicherheitstechnologie beliefere. In völliger Umkehrung der Wirklichkeit ist für Klein Israel nicht wegen der ständigen Bedrohung von Leib und Leben seiner Bürger durch vernichtungswillige Feinde dazu gezwungen, immer bessere Sicherheitstechniken zu entwickeln, nein, umgekehrt wird für die kanadische Jüdin ein Schuh daraus, es sind die Israelis, die so total böse sind, dass sie die friedliche Hamas und die pazifistische Hizbollah ständig provozieren, nur damit sie mehr High Tech Kram verkaufen können. Sowas liest der gemeine Antisemit natürlich gerne und umso lieber, wenn es von einer Jüdin kommt, denn niemanden liebt der Antisemit inniger als Juden, die er als Kronzeugen benutzen kann, auch wenn das, was sie schreiben, völiger Schwachsinn ist. Um Kleins Irrsin ins rechte Licht zu rücken: Sie behauptet, Israels Wirtschaft basiere auf Krieg und Bekämpfung des Terrors (sie würde es „Widerstand“ nennen). Dies untermauert sie damit, dass Israel 2006 3,6 Milliarden Dollar an Waffenverkäufen und Sicherheitstechnik umgesetzt habe. 2006 betrug das Bruttoinlandsprodukt Israels 170,3 Milliarden Dollar. Ganze 6,1 Prozent der Wirtschaftsleistung Israels entfallen also nach kleinscher Rechnung auf den Bereich Waffenhandel und Sicherheit. Wohl kaum ein Beweis dafür, dass Israels Ökonomie mit dem Blut der Araber geschmiert wird und auf Krieg und Gewalt aufbaut. Aber wie könnte das eine Frau, die anlässliche der Schändung einer Synagoge in Montreal die Schuld dafür nicht den Antisemiten, sondern Ariel Sharon zuschob und in bester Antisemitenmanier vor einer „Likudisierung der Welt“ warnte und sowohl das Weiße Haus, als auch den Kreml unter der Fuchtel des Likuds vermutete, von ihrem Wahn abbringen?

4 Gedanken zu “Die linke Antisemitin Naomi Klein

  1. […] Wiederholt sprach sich Klein im Verlaufe des Abends deutlich gegen jegliche klassisch verschwörungstheoretische Argumentation aus. Das kann ihr angesichts der Nähe, in der sich ihre Argumentation zur “Cui bono”-Fraktion befindet, nicht hoch genug angerechnet werden. Die Nutznießer von Katastrophen gelten ihr nicht als deren Urheber, dennoch beschreibt sie von Neoliberalen entfesselte soziale Katastrophen und schien sich jedes mal zu verlieren, wenn sie von “Verbindungen” zwischen Firmen und staatlichen Aufträgen spricht. Ihre gesamte Darstellung lebte zudem von der völligen Ausblendung des jeweils anderen, der jeweiligen Alternativen zur Liberalisierung, dem Wirken der UNO, der Optionen bezüglich des Irak, der chinesischen Verhörspezialisten, die die CIA inspiriert hatten usw. Insofern kann ihre Position genauso gut zur Immunisierung gegen Kritik dienen, da sie vormacht, wie einseitig auch mit Anspielungen gegen Drahtzieher Stimmung gemacht werden kann, wenn gleichzeitig beteuert wird, es handele sich nicht um eine Verschwörungstheorie und schon gar nicht um Antisemitismus. […]

  2. […] Ihre gesamte Darstellung lebte zudem von der völligen Ausblendung des jeweils anderen, der jeweiligen Alternativen zur Liberalisierung, dem Wirken der UNO, der Optionen bezüglich des Irak, der chinesischen Verhörspezialisten, die die CIA inspiriert hatten usw. Insofern kann ihre Position genauso gut zur Immunisierung gegen Kritik dienen, da sie vormacht, wie einseitig auch mit Anspielungen gegen Drahtzieher Stimmung gemacht werden kann, wenn gleichzeitig beteuert wird, es handele sich nicht um eine Verschwörungstheorie und schon gar nicht um Antisemitismus. […]

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