Zentralorgan der Irrenanstalt

Für intellektuell unflexible Gefühlslinke und Traditionskommunisten sind die Zeiten unübersichtlich geworden. Sie halten stur an ihren einmal eingeübten politischen Reflexen fest und staunen dann nicht schlecht, wenn sie feststellen müssen, dass etwa die irakische KP mit den Amerikanern zusammenarbeitet und diese als Befreier sieht. Das passst nicht ins Weltbild vom bösen imperialistischen Ami, der Kopf beginnt zu rauchen, does not compute, does not compute, und *peng* ist schon wieder ein Betonschädel explodiert. Soweit muss es aber nicht kommen, denn es gibt Medizin für die psychischen Nöte solcher Leute, und zwar in Form der Print gewordenen Schiefheilung names „Junge Welt“, dem Zentralorgan der antiimperialistischen  nationalen Sozialisten. Dort ist die altlinke Welt noch heil und die Verteilung von Gut und Böse so, wie es der DKP und großen Teilen der Linkspartei gefällig ist. Dort wird der „Bundesarbeitskreis Shalom“, der in der Linken gegen antisemitische Tendezen ankämpft, vom berüchtigten Knut Mellenthin in alter stalinistischer Tradition als „denunziatorisch“ denunziert und als „Sprengstoff der Linken“ bezeichnet, und es wird die Frage gestellt, warum sich „maßgebliche Vertreter der Linken“ immer noch mit diesen konterrevolutionären zinonistischen Agenten treffen würden. Ok, das mit den konterrevolutionären zionistischen Agenten hat er so nicht geschrieben, aber wer die Terminologie der Stalinisten und Nationalbolschewiken kennt, der weiß, dass er es genau so gemeint hat. Und wenn er und seinesgleichen könnten, wie sie wollten, wäre eine Verbannung nach Sibirien noch das Gnädigste, was den frechen Freunden Israels widerfahren würde.

Es wundert den Lindwurm auch nicht, dass in der „Jungen Welt“ der Kinderschädel-mit-dem-Gewehrkolben-Zerschmetterer Samir Kuntar als „Freiheitskämpfer“ gefeiert wird, ebenso wie dessen Komplizen, die einen israelischen Überlandbus in ein Beinhaus mit 37 Toten verwandelt hatten. Geschrieben hat diesen Abklatsch einer Hisbollah-Presseaussendung eine gewisse Karin Leukefeld, deren Abenteuertrips zu den Feinden der Freien Welt leider auch von der ARD mitfinanziert werden. Für ein Blatt wie die „Junge Welt“, das so geizig und/oder pleite ist, dass es Zeilenhonorare erst nach Monaten auszahlt, arbeiten natürlich nicht die besten Federn des deutschsprachigen Journalismus, sondern eben solche Überzeugungstäter wie Leukefeld, für die ein Kinderschlächter wie Kuntar ein Held ist und die verbreiten, Israel bombardiere mit voller Absicht UN-Posten. Leute also, die An- und Verstand schon vor langer Zeit an der Garderobe des Irrenhauses der kritiklosen Linken abgegeben haben.

Mehr dazu hier und hier.

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