The 12 Monkeys return

Selten zuvor hat eine Partei so schnell und nachhaltig ihr mühsam gebasteltes Image der Ehrenhaftigkeit und Harmlosigkeit ruiniert, wie es derzeit die Grünen in Österreich tun. Mit ihrer kritiklosen und massiven Unterstützung der Tierschutzsekte „Verein gegen Tierfabriken“ und der Reihung von deren Chef, Martin Balluch, auf ihrer Kandidatenliste zur Nationalratswahl fällt die Maske der sanften Umweltschützer und es kommt die hässliche Fratze des Ökofaschismus zum Vorschein. Der „Verein gegen Tierfabriken“ ist nämlich keineswegs nur ein Sammelbecken für durchgeknallte Wohlstandskids auf Sinnsuche, sondern erfüllt in Österreich, Deutschland und vor allem der Schweiz eine Scharnierfunktion zwischen Ökologisten und Faschisten. Schauen wir uns mal die Geschichte dieser Organisation an. Gegründet wurde der VgT in Österreich im Jahr 1992 von Dr. Franz-Joseph Plank (Geschäftsführer), Vanja Hans Palmers (Präsident) und dem Schweizer Erwin Kessler (Vizepräsident). Letzterer darf laut einer Entscheidung des Züricher Bezirksgerichts als „Antisemit, der die Juden in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise herabgesetzt“  habe bezeichnet werden und der schweizer OGH befand, dass Kessler „auf Grund seiner nachweislichen Kontakte zu Revisionisten und Holocaustleugnern im konkreten Zusammenhang mit der antisemitisch motivierten Polemik um das Schächtverbot ohne Verletzung seiner Persönlichkeit Kontakte zur Neonazi- und Revisionistenszene nachgesagt werden durften“. Kesslers Statement dazu: „Wenn jeder ein Antisemit ist, der das Schächten kritisiert, dann bin ich halt einer“. Kritische Artikel und sogar Dissertationen, die die klare Verbindung zwischen der antisemitischen Propaganda der Nazis und der Agitation radikaler „Tierschützer“ aufzeigen,  bezeichnet Kessler gerne als „jüdische Hetzschriften“ , wobei Juden für den schweizer Ökofaschisten ohnehin „Kannibalen und Nazis“ sind. Für diese und ähnliche Aussagen wurde der Mann 2004 schließlich wegen „mehrfacher Rassendiskriminierung“ und Körperverletzung (er hatte einem Landwirt Reizgas ins Geicht gesprüht) zu einer unbedingten Haftstrafe von fünf Monaten verurteilt. Soviel zum geistigen Urheber des „Verein gegen Tierfabriken“

Doch auch der derzeitige Vorsitzende des VgT, Martin Balluch, ist so harmlos nicht, wie er vorgibt zu sein. Nicht nur, dass gegen ihn nach wie vor der Verdacht besteht, eine kriminelle Vereinigung gegründet und in verbrecherische Aktivitäten wie Brandanschläge, Stinkbombenangriffe, Erpressungsversuche und Stalking etc verwickelt gewesen zu sein (die Staatsanwaltschaft vermutet einen österreichischen Ableger der terroristischen „Animal Liberation Front“), nein, Balluch ist auch gerne zur Stelle, wenn es gegen das Schächten geht, wenn für die Dehumanisierung des Menschen geworben oder die Shoah relativiert wird. Balluch nahm 2002 an einem „Tierschutzkongress“ teil, wo auch die Sekte „Universelles Leben“ stark vertreten war, die durch einen wirren Mischmasch aus UFO-Gläubigkeit, Bio-Wahn, Endzeitpanikmache, „Tierschutz“, Antikatholizismus und Antisemitismus auffällt und die Opfer des Holocausts als „reinkarnierte Seelen von römischen Sklavenhändlern“ halluziniert, die auf diese Weise für die Sünden ihres vorherigen Lebens büßen mussten. Bei den vom VgT regelmäßig ausgerichteten „Tierschutzkonferenzen“ kommt auch die radikalen Tierrechtsaktivisten eigene Geschmacksicherheit zum Zug, mit der das Leiden des lieben Viehs bildlich dargestellt werden soll. Neben Holocaustrelativierung wird zur Untermauerung der eigenen Wahnideen gerne auch auf Blasphemie zurückgegriffen:  

Sobald es um die systematische Entmenschlichung des Menschen, um „Menschenrechte für Menschenaffen“ und ähnlichen inhumanen Humbug geht, darf man sich darauf verlassen, dass der australische „Bioethiker“, Utilitarist und Unterscheider zwischen „wertem und unwertem Leben“, Peter Singer, sich in die Diskussion einmischt. Gelegenheit dazu gibt ihm die vorgeblich liberale österreichische Tageszeitzung „Der Standard“, in der Singer in einem Gastkommentar seinen Affenfetisch ausleben und den von der Justiz bedrängten VgT-Aktivisten seine Solidarität ausrichten darf. Schließlich ist sein 1975 erschienes Werk „Animal Liberation“ so etwas wie die Bibel der radikalen Tierrechtsszene (merke: Jede Pseudoreligion braucht ihre eigene Pseudobibel). Singer leistet seit jahrzehnten mit seinen scheinheilig vorgebrachten Argumenten für eine Ausdehnung des Ethikbegriffs auf die Tierwelt der Demontage des jüdisch-christlichen Ermordungsverbots massiv Vorschub und gibt alten wie neuen Nazis, obwohl er dies natürlich empört zurückweisen würde, eine philosophische Rechtfertigung für die Tötung Behinderter in die Hand. Kurz: Singer ist einer der intellektuellen Wegbereiter für den Abstieg der Menschheit in die Barbarei, und genau deswegen passt er wie der Deckel auf den Topf zu den dümmsten Aktivisten unserer Tage, die nicht einmal ein Bewusstsein dafür haben, dass sie mit Kampagnen wie „Holocaust auf ihrem Teller“ die Millionen Opfer des nationalsozialistischen Vernichtungsprogramms, die von den Nazis auf den Status von Vieh reduziert wurden, ein weiteres Mal dehumanisieren. 

So, Herr Van der Bellen, was haben Sie zu all dem zu sagen? Nichts? Das dachte ich mir schon.

14 Kommentare zu „The 12 Monkeys return

  1. Oh Mann, das ist so lächerlich dass es wirklich weh tut. Die Fähigkeit zu differenziertem Denken hat sich im Laufe deiner geistigen Entwicklung offenbar nicht gebildet, ansonsten käme es gar nicht so weit, Schächtungskritiker mit Antisemiten gleichzusetzen, oder Holocaustvergleichende mit, naja, auch wieder mal Antisemiten.

  2. Meine Fähigkeit zu differenziertem Denken ist zumindest ebenso weit ausgebildet wie bei schweizer Gerichten. Aber dort arbeiten vermutlich auch nur solche dummen Deppen wie der Lindwurm, gelle?

  3. Ich beziehe mich nicht auf die schweizer Gerichtsurteile, die du ja zumindest mit Fakten belegt hast und auch glaubwürdig klingen, sondern darauf, was du daraus schlussfolgerst bzw. auf deine Brandmarkungen von Schächtungskritik als „antisemitisch“, von der Ausweitung von Menschenrechten auf Menschenaffen als „unhuman“ sowie von Holocaustvergleichen als „Verharmlosung“.

    Selbst wenn dir Tierschutz nichts bedeutet zeugt es nicht gerade von Intelligenz oder gar Toleranz, sämtliche Aktivisten in abstruserster Art und Weise mit Nazis und Judenhass in Verbindung zu bringen, nur weil das deine Lieblingssündenböcke sind und du dein Recht auf Schnitzel gefährdet siehst.

    Zudem würde mich interessieren, inwiefern eine Ausweitung von Grundrechten auf Tiere eine „philosophische Rechtfertigung für die Tötung Behinderter“ darstellt. Logik?

  4. Und? Wo liegt jetzt bitte, naturwissenschaftlich betrachtet, der Unterschied zwischen Menschen und anderen Säugetieren? Eine von Ihnen behauptete Herabwürdigung durch einen Vergleich von zB. Legebatterien mit Konzentrationslagern liegt insofern schlichtweg im Auge des Betrachters. Menschen (im Allgemeinen, keine bestimmte Herkunft/Religion/…) haben sicher mehr „Schuld“ (zB. am Zustand des Planeten) als andere Tiere, insofern ist nicht einzusehen, weshalb der Tod von Menschen so viel über dem von anderen Säugetieren stehen soll…
    Aber bitte, Scheuklappen ja nicht abnehmen!

  5. „Menschen (im Allgemeinen, keine bestimmte Herkunft/Religion/…) haben sicher mehr “Schuld” (zB. am Zustand des Planeten) als andere Tiere, […]“

    …und nicht zu vergessen diese verdammten Pflanzen, die in Jahrmilliarden ungehindert mit ihren Stoffwechselabfallprodukten den Sauerstoffanteil in unserer Athmosphäre auf über 20% ansteigen ließen.

    Und die ganzen Kalksteinablagerungen, dieses prähistorische „Entsorgungsproblem“ mariner Tierarten!

    Es ist schon schlimm, wie einige Lebensformen den „Zustand des Planeten“ nachhaltig verändern können.

  6. Also, wenn ich mit meinem Bio-Kommentar in ein Wespennest gestochen habe, hast du gerade eben das selbe Nest mit Kerosin übergossen und angezündet, nachdem du an den Wespen Tierversuche im Auftrag der Kosmetik-Industrie durchgeführt hast.

    Ich bin in dieser Sache auf Seiten des Lindwurms. Zu seinen Ausführungen ist nichts mehr hinzuzufüngen, außer Interessierten jene legendäre Episode von „Penn&Teller’s Bullshit“ zu empfehlen, in der die sogenannte Tierschutzorganisation PETA außeinandergenommen wird. Die grundlegende Aussage deckt sich mit der des Lindwurms, wird aber etwas unterhaltsamer aufbereitet und geht gleichzeitig mehr ins Detail.

    Um Penn zu zitieren: „I would gladly throttle all the monkeys in the world with my bare hands if that could save even one junky from Aids.“

  7. >Und? Wo liegt jetzt bitte, naturwissenschaftlich betrachtet, der Unterschied zwischen Menschen und anderen Säugetieren?

    „Säugetiere“… damit würdest dir glatt die rote „Speziezisten“-Karte einhandeln.

    An Herrn Heavy Heavy Low Low: Ich seh‘ hier wenig Grund, sich angegriffen zu fühlen. Das ist nun mal des Lindwurms Stil, war beim Biodiesel (bzw. Umweltthemen) auch nicht anders. Nur hats da keiner von euch gemerkt.

  8. @Lindwurm: Singer ist ein Idiot, wenn es um Euthanasie geht, aber das macht seine Ansichten gegenüber den Rechten von Menschenaffen nicht falscher. Ich habe beide Artikel gelesen und sehe immer noch nicht, wieso die Ausweitung von Grundrechten auf Lebewesen anderer Spezies gleichzeitig eine Abwertung der Menschenrechte bedeutet. Stellte die Ausweitung der Grundrechte für Männer auf Frauen etwa auch eine Diskriminierung ersterer dar? Ist es eine Beleidigung für Menschen weißer Hautfarbe, wenn solche mit dunkler Haut im Bus nicht mehr hinten sitzen müssen? War es bestimmt mal – nur ist das einige Jährchen her, und mittlerweile sind wir allesamt doch bestimmt um Einiges schlauer.

    @zashimi: Mir ist eigentlich egal, was sein Stil ist und was nicht – ich fühle mich auch nicht persönlich angegriffen, sondern bin mehr erstaunt über die unglaubliche Undifferenziertheit, die die Herangehensweise Seitens des Lindeswurms an das Thema Tierschutz zeichnet. Hier werden die wildesten Thesen auf einen gemeinsamen Haufen geworfen, durcheinandergewürfelt und dadurch dann so etwas wie Argumente kreiiert, die aber – einmal mehr nachgedacht – nur instabile Pappaufsteller sind, die dem einfachen Leser suggerieren wollen, bei all diesen Tierschützern handle sich es um ein Kollektiv von Antihumanisten, Faschisten und Judenhassern.

    Ansonsten: Was ist an der Terminologie „Menschen und andere Säugetiere“ speziezistisch?

  9. @griller: Menschen nehmen für sich in Anspruch, sich über ihre Instinkte erhoben zu haben und nunmehr Vernunftwesen zu sein. Dass dem nicht so ist lässt sich an unzähligen Beispielen nachvollziehen. Und wenn Sie den Sauerstoffgehalt der Luft oder das fossile Kalkgestein mit Treibhauseffekt, Nuklearkatastrophen, Regenwaldabholzungen, Gewässerzerstörungen durch Dämme und Kraftwerke, Giftmüllentsorgungen usw. vergleichen dann ist das einfach nur lächerlich.

    @zashimi: Ich bezeichne mich selbst als Antispeziesist – dies folgt aus einer Achtung jeglichen Lebens – es sein denn, es trachtet mir nach meiner körperlichen Unversehrtheit. Den Menschen anatomisch mit anderen Tieren als Säugern zu vergleichen würde allerdings nicht allzu viel Sinn machen, daher strebte ich diesen Vergleich an.

  10. Es ist eine sehr komplexe Materie, die hier – von Lindwurm offensichtlich bewusst – nur von einer Seite betrachtet wird. Die bedauerliche Vermengung von berechtigten Tierschutz Interessen mit rassistischen – vor allem antisemitischen bzw. sozialdarwinistischen Denkmodellen. Gerade die Diskussion rund um das „Schächtverbot“ war und ist deutlich unter diesen Gesichtspunkten zu sehen. Fehler werden hier von beiden Seiten gemacht, von Religionsgemeinschaften, die jeden Kompromiss ablehnen („Schächten unter Betäubung“) ebenso wie von Tierschützern. Überhaupt muss man sich dem Thema auf einer breiteren Ebene widmen. Und beide Seiten sehen. Ein Schimpansen („Matthias Pan“) als „Person“ zu sehen ist ebenso abwegig wie ihn als „Sache“ zu sehen. Insofern waren die Schöpfer unseres ABGB um nichts klüger als die „extremistischen“ Tierschützer.

  11. @kWahnsinn…

    Um Penn zu zitieren: “I would gladly throttle all the monkeys in the world with my bare hands if that could save even one junky from Aids.”

    mir ist diese aussage nicht geläufig – auch die sendung habe ich nur zum teil gesehen. wenn sie so gefallen ist, dann ist diese aussage sicher eine der allerdümmsten, die in diesem zusammenhang jemals gefallen ist.

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