Perspektiven nach der Wahl

Viele Berufenere als der Lindwurm werden nun in den kommenden Tagen und Wochen das Wahlergebnis kommentieren. Eine Folge ist aber schon jetzt absehbar: Das braune Pack zeigt sich wieder recht ungeniert in der Öffentlichkeit. Im „Standard“ lese ich gerade diesen Userkommentar: „Ja, BlauOrange ist Stimmenstärkste Fraktion! Rote Verschwendung und schwarze Clientelpolitik…..das ist die Ernte…wartet nur, ihr werdet Euch bald wieder interniert wiederfinden!“ Ok, solche Aussagen beweisen unter anderem auch, dass Nazis nicht rechnen können, aber ein ganz klein wenig besorgniserregend sind diese Drohungen dann doch.

Ob und wie die nächste Regierung gebildet wird, hängt nun von zwei Faktoren ab:

1. Lässt die ÖVP das Wahlverlierer-Duo Molterer-Schüssel weiter die Geschickte der Partei in Richtung Abgrund lenken, oder finden sich endlich vernünftige Schwarze, die wieder mehr an Sachpolitik als an Ideolgie interessiert sind und die Fanatiker von der Parteispitze entfernen? Geschieht letzteres, dann könnte eine neue Regierung in kurzer Zeit stehen, vielleicht sogar unter Einbindung der Grünen, um eine Verfassungsmehrheit zu haben. Bleibt die Volkspartei bei ihrem Hochrisikospiel, eine rechts-rechtsextreme Koalition zu basteln, so wäre das nicht nur für die darunter zu leiden haben werdenden Österreicher ein Problem, sondern vor allem auch für die ÖVP selbst. Schon als sie mit nur einer FPÖ koalierte, war das eine höchst fragile und lächerliche Konstruktion und spülte halbalphabetisierte Provinzkarrieristen plötzlich in höchste Ämter, von denen sie natürlich völlig überfordert waren. Das gleiche Spielchen jetzt mit gleich ZWEI extrem populistischen und unzuverlässigen Partnern anzufangen, gliche einem politischen Selbstmordkommando.

2. Was wird Heinz Christian Strache machen? Lässt er sich von der ÖVP mit attraktiven Posten locken und dazu überreden, seiner Wählerschaft den Stinkefinger zu zeigen? Ich denke, wohl eher nicht, denn Strache hat ganz genau beobachtet, wie die ÖVP mit Koalitionspartnern umzugehen pflegt, spricht: Wie sie sie auseinandernimmt. Bleibt Strache also das, was er vorgibt zu sein, nämlich seinen Prinzipien treu (und vor allem an der Lukrierung weiterer Proteststimmen interessiert), dann wird es die SPÖ wesentlich leichter haben, sich diesmal von der ÖVP nicht bis aufs letzte Hemd ausziehen zu lassen.

Es wird jedenfalls keine langweilige Woche werden.

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2 Gedanken zu “Perspektiven nach der Wahl

  1. […] Besorgnis erregend ist der Zuwachs der Rechtspopulisten. Eine Wahleinschätzung gibt es beim Lindwurm. In Bayern wurden einige Rekorde gebrochen: Die CSU hat mit 43% überdeutlich ihre absolute […]

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