Obamas Irrweg

Na bitte, sage keiner, Appeasement wirke keine Wunder! Der wahre Machthaber im Iran, das „geistliche Oberhaupt“ Ayatollah Ali Khamenei, hat auf Obamas Anbiederei prompt reagiert und in einer Fernsehansprache klargestellt, dass die USA bloß in allen Belangen den iranischen Wünschen nachzugeben bräuchten, und schön könne man auf Augenhöhe miteinander reden und Friede, Freude, Eierkuchen wären greifbar nahe. Noch ist es laut Khamenei aber nicht so weit: „Haben Sie die Sanktionen aufgehoben? Haben Sie aufgehört, das zionistische Regime zu unterstützen? Sagen Sie uns, was Sie geändert haben. Ein Wandel nur in Worten ist nicht genug.“

Eine, höflich gesagt, orginelle Sicht der Dinge hat der Journalist Amir Loghmany, der für den „Standard“ aus Teheran berichtet und dem zu Obamas Vorstoß folgendes aus der Feder fließt: „Von einem Regimewechsel, wie Bush ihn propagiert hatte, ist keine Rede mehr. Damit bahnt Obama auch eine Lösung des Atomstreits an. Denn auf Nuklearwaffen würde Teheran wohl nur dann verzichten, wenn es keinen Umsturz mehr fürchtet.“

Mir fällt es immer schwerer, hinter Obamas außenpolitischen Wortmeldungen eine kluge Taktik zu erkennen. Seine Schmeichelein gegenüber der iranischen Diktatur sind nämlich keineswegs dazu geeignet, den iranischen Oppositionellen und den unentschiedenen Massen den Rücken zu stärken und sie auf eine Demokratie ohne Mullahwillkür hoffen zu lassen. Im Gegenteil, der US-Präsident sendet die fatale Botschaft aus, dass er gewillt ist, jede noch so abscheuliche Schreckensregierung zu tolerieren, solange die nicht gerade mitten in Amerika eine Atombombe hochgehen lässt. Damit begibt sich Obama auf das tiefe Niveau jener Linken, die zwar ausrasten, wenn ein Zeitungsartikel ohne Binnen-I erscheint, aber kein Problem damit haben, dass Frauen im Iran und in anderen fundamentalistischen Ländern Bürgerinnen zweiter Klasse sind und systhematisch und mit größter Brutalität unterdrückt werden. Obama faselt von „Respekt“ und dient diesen Respekt Regimen an, die schlicht nicht respektabel sind. Wir werden von Glück reden können, wenn diese Politik nicht in eine Reihe katastrophaler Kriege führen wird.

5 Kommentare zu „Obamas Irrweg

  1. Der wahre Machthaber im Iran, das “geistliche Oberhaupt” Ayatollah Ali Khamenei, hat auf Obamas Anbiederei prompt reagiert und in einer Fernsehansprache klargestellt, dass die USA bloß in allen Belangen den iranischen Wünschen nachzugeben bräuchten, und schön könne man auf Augenhöhe miteinander reden und Friede, Freude, Eierkuchen wären greifbar nahe.

    Du siehst das wie immer viel zu negativ: Das ist doch ein glasklares „positives Zeichen“!Und den Mullahs entgegenzukommen dürfte doch auch kein Problem sein: Menschenrechtsverletzungen werden ja ohnehin nicht angeprangert, vom „Regime Change“ wird nicht nur nicht gesprochen, sondern sich öffentlich distanziert, und in Bezug auf die „schwarze und dreckige Mikrobe mit Namen ‚zionistisches Regime’“ kann man sich doch gewiss auch noch einig werden….

  2. >>Obama faselt von “Respekt” und dient diesen Respekt Regimen an, die schlicht nicht respektabel sind.<<
    Absolut zutreffende Zusammenfassung, wenn auch nicht so schön ironisch wie Mr. Moe.

  3. Aus aktuellem Anlaß habe ich diese Rezension über Philp Roths Roman, der von einem sehr populären populistischen Präsidentschaftskandidaten handelt, wieder hervorgekramt…

    Wie wäre die Geschichte verlaufen, wenn in Amerika 1940 statt Roosevelt, Verfechter einer interventionistischen Politik, ein Kandidat gewählt worden wäre, der das Land nicht in den Weltkrieg geführt hätte?

    Dieser sehr spannenden Frage geht Philip Roth in seinem Roman aus der Persektive eines neunjährigen Jungen und seiner jüdischen Familie aus Newark, New Jersey nach.

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2008/07/25/verschworung-gegen-amerika/

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