Kleine Frage zwischendurch

Aus einer „Spiegel“-Reportage:

Endlich allein, bestätigt Halimi die Schließungen. Laut liest er aus den Drohbriefen der Taliban vor. Sie sind so simpel wie eindeutig. „Von heute an“, heißt es in einem Schreiben aus Aqtasch, „dürfen Mädchen nicht mehr zur Schule kommen“. Gezeichnet ist das Schreiben mit dem Logo des „Islamischen Emirats von Afghanistan“, sogar auf Englisch ziert dieses  das Formblatt. Es ist ein weiterer Beweis, wie gut organisiert die Taliban im Einsatzgebiet der Bundeswehr mittlerweile sind. Ein anderer Drohbrief zeigt ein Schulmädchen am Galgen. „Wir haben euch gewarnt“, heißt es düster, „wenn wir nun Schulmädchen töten, dürft ihr euch nicht wundern.“

Und jetzt eine kleine Frage: Sollte man

a) mit diesen netten religiösen Herren verhandeln, ihre kulturellen Eigenheiten respektieren und sie höflich und untertänigst bitten, doch wenigstens keine Terroristen auszubilden, die im Westen Blutbäder anrichten?

b) Solange die Scheiße aus diesen Religonsfaschisten bomben, bis ihrer Terrorherrschaft vorbei ist und keine Mädchen mehr ermordet oder mit Säure übergossen werden, weil sie westlich dekadent die Schule besuchen?

11 Kommentare zu „Kleine Frage zwischendurch

  1. entscheidend für den Erfolg gegen die Taliban ist es, bei (leider immer wieder gelingenden) Morderfolgen der Taliban nicht sofort alles hinzuschmeißen (wie es von vielen beim Irak immer wieder gefordert wurde)

    im Irak gibt es mittlerweile halbwegs positive Entwicklungen:

    http://uk.reuters.com/article/worldNews/idUKTRE54U1Q220090531?rpc=401&

    der Irak galt noch vor 2 jahren als ausweglose „Katastrophe“ – in Afghanistan mag es noch schwieriger sein, eine stabile Situation (die im menschenrechtlichen Sinn besser ist als unter den Taliban) zu schaffen.

    Militärisch können die Taliban (10.000 Kämpfer laut http://de.wikipedia.org/wiki/Afghanistan) unmöglich gewinnen – als die Sowjets 1989 aus Afghanistan abzogen, dauerte es bis 1992 als die Mudschaheddin Nadschibullah stürzen konnten.

    Gewinnen können sie nur, wenn der Westen freiwillig aufgibt – was wohl kaum „Frieden“ bedeuten würde, sondern ein neuer Bürgerkrieg, in dem sich am Ende wieder die schlimmsten und rücksichtslosesten durchsetzen würden

  2. Verhandeln kann man nur, wenn man weiß, dass der Gegenüber zu Zugeständnissen bereit ist. Wenn es tatsächlich so etwas wie moderate Taliban gäbe (man beachte den Konjunktiv!), so würde es Sinn machen, mit ihnen zu reden, und sie gegen die Extremisten auszuspielen.

    So bleibt leider nur die Möglichkeit, sie in die Höhlen zurück zu bomben, aus denen sie gekrochen kamen. Und dann die Höhlen allesamt sprengen. (Oder nein – das würde das Landschaftsbild stören. Lieber verseuchte Kadaver reinwerfen. Hat schon im Mittelalter funktioniert – und das ist ja genau die Zeit, nach der sie sich sehnen 🙂

  3. Genau, die Welt ist schwarz und weiß, entweder Unterwürfigkeit oder der totale Krieg, dazwischen gibt es keinen Mittelweg, zumindest nicht in der Lindwurmschen Gedankenwelt. Oder ist es die Medikamentierung, die das rationale Denkvermögen des Herrn Lindwurm außer Kraft setzt?

  4. Philip, brechen wir das doch mal runter auf ein anderes Feld, auf dem die naiven Träume vom guten Zureden großteils wie Seifenblasen zerplatzt sind. Stell dir (o.k.?) vor in deinem unmittelbaren Umfeld geschieht ein Gewaltverbrechen, Menschen, die dir nahestehen, sind davon betroffen. Wirst du anläuten, versuchen mit dem „moderatesten“ Verbrecher einen Kaffee zu trinken oder wirst du die Polizei holen? Wirst du, weil etwas sehr Schlimmes passiert ist, die Verbrecher erst vor dem Richter, dann im Gefängnis sehen wollen oder wirst du ihnen als „arme Benachteiligte“ etwas von deinem Ersparten abgeben?
    Wie sehr wirst du dann schwarz oder weiß sehen?
    Trotzdem wird der Vollzug nicht bloß schwarz oder weiß sein. Da gibt es unzählige Grautöne und diese wirst du auch hier finden, wenn du beim Lesen darauf achtest, ob die Taliban oder welche verbrecherische Organisation auch immer von anderen Bevölkerungsgruppen unterschieden werden. Etwas blättern hilft vielleicht 😉
    Taliban und Konsorten müssen jedenfalls als das bezeichnet werden, was sie sind, alles andere ist geistige Flachwichserei. Das gilt ebenso für diverse Verdrehungen: Verantwortlich für erhängte Schulmädchen etc. sind diejenigen, die das getan haben, also jene, die solche Taten begehen – nicht aber jene, die das kritisieren und dagegen vorgehen, egal wie oft vertrottelte Antiimps diesen Schwachsinn auch verzapfen mögen, bzw.: unfassbare Brutalitäten als „Folkore“ verharmlosen. Übrigens: Hält sich jemand, der den Menschen in anderen Ländern nur solche „Folklore“ zutraut, nicht für –selbereinsetzen– überlegen?

  5. @Philipp: Du kannst den Lindwurm meinetwegen als Arschloch, beschränkt, undifferenziert, parteiisch, ignorant, westlich arrogant oder sonst was bezeichnen. Das wäre alles von der Meinungsfreiheit gedeckt und Dein gutes Recht. Deine Anspielung auf seine Krankheit geht aber gar nicht, das ist unterstes Niveau. Das solltest Du nicht nötig haben.

    Und zur Sache: verhandel mal mit Fanatiker, die ihre Position als nicht verhandelbare Wahrheit ansehen und der Meinung sind, auserwählt zu sein, einen Gottesstaat zu errichten. Mal sehen, wie ernst man Dich nehmen wird.

  6. der kommentar von ap ist einer der besten, die ich jemals wo gelesen habe. hast du auch ein blog? ^^

  7. @ pol:

    Danke!
    Nein, ich blogge nicht, ich denke zwar schon länger darüber nach, ob ich damit anfangen soll, aber wenn, dann will ich das auch so machen, dass es fast täglich Updates gibt und ich mich nicht allzu weit hinter den hier zu findenden Messlatten verstecken muss.
    Bloggen ist Journalismus und dieses Kapitel hatte ich in meinem Leben eigentlich schon abgeschlossen, heute erfinde ich die Leute lieber so, wie sie sind. Mal sehen, was uneigentlich noch passieren wird 🙂

  8. Funktioniert beides nicht, da man
    1. mit Scheiße nicht reden kann und
    2. diese Scheiße schneller Nachwuchs kriegt, als du Bomben bauen und schmeißen kannst!
    Warum jagen die Amis nicht mal ein paar Yaquis, Apachen und ähnlich toughe Typen in die Berge zur freien Jagd nach Skalpen!
    Hat schon mal funktioniert!

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