Pseudolinkes Geschmeiß

Nach Hugo „Arschloch“ Chavez hat sich nun auch der angeblich linke Präsident Brasiliens Luiz Inacio Silva auf die Seite der iranischen Demonstrantenmörder und Religionsfaschisten gestellt. Er halte einen Wahlbetrug in Iran für „wenig wahrscheinlich“, so der Ethanolsozialist, der dann auch noch ein Schäufelchen drauflegte und die Freiheitskämpfer diskreditierte, indem er ihnen die Schuld für die Ermordung von Demokraten zuschob (Lula warf der iranischen Opposition vor, das Wahlergebnis nicht zu akzeptieren. Viele „Unschuldige“ müssten deshalb sterben, und dies könne „kein Demokrat der Welt“ hinnehmen.“)

Frage: Ist die lateinamerikanische Linke moralisch bereits ebenso verkommen wie die europäische? Schwer zu beantworten. Der Irrsinn von Sekten wie der „Antiimperialistischen Koordination“ lässt sich schwerlich überbieten („Der überwältigende Wahlsieg für Ahmadinejad ist aus antiimperialistischer Sicht positiv, denn das dominante Charakteristikum des nun im Amt bestätigten Präsidenten ist die Ablehnung der US geführten Neuordnung des „Nahen Osten“…Die extrem hohe Wahlbeteiligung von über 80% ist ein Zeichen der Stärke und Stabilität des politischen Systems der Islamischen Republik….“). Doch das politische Irrlicht Jürgen Elsässer bemüht sich nach Kräften, die Situation noch verquerer zu kommentieren (nicht ohne sich auf einen weiteren Vertreter der Spezies „durchgeknallter Pseudolinker“, Jürgen Külbel, zu berufen): „Ahmadinedschad ist übrigens ganz relaxt nach Moskau gereist. Nach Staatskrise sieht das nicht gerade aus. Zugegeben, die Discomiezen und Nato-Yuppies, die anfänglich unterwegs waren, haben mittlerweile Zulauf auch von ganz normalen Leuten bekommen, die eine Änderung im Iran wollen. Aber eine Mehrheit ist das auch nicht, selbst wenn man alles twittert …“

„Discomiezen und Nato-Yuppies“ – das sind für Elsässer die jungen Menschen, die unter Einsatz und oft genug auch Verlust ihres Lebens gegen eine klerikalfaschistische Diktatur für die Demokratie kämpfen. Kaum ein Schimpfwort wäre stark genug, den eiskalten Zyniker Elsässers treffend zu beschreiben.

Die großen Friedens- und Palästinenserfreunde der „AG Friedensforschung der Uni Kassel“ wissen unterdessen nicht so recht, welchen Geschmack sie ihrem unvermeidlichen Senf zur Lage geben sollen, und veröffentlichen daher einfach mal ein paar Texte unterschiedlicher Stoßrichtung, nicht ohne dabei auch dem unsäglichen Külbel Platz für seine paranoiden Ergüsse einzuräumen. Man sieht: In Kassel steht der Arsch für alles offen.

Man muss freilich zugeben, dass die Linke alles andere als ein einheitlicher Block ist und viele linke Strömungen die Demokratiebewegung im Iran unterstützen, doch es ist dennoch bemerkenswert und nicht zu übersehen, dass sich starke Fraktionen dieser politischen Richtung mittlerweile auf ideologischer Augenhöhe mit Neonazis befinden, die ja auch alle voll hinter dem Holocaustleugner und Holocaustandroher Ahmadinedjad stehen. Für mich ist die Sache dennoch einfach: Diese Leute sind pseudolinkes Geschmeiß, dem ich ein Leben im Iran oder einer linksreaktionären Diktatur von ganzem Herzen gönnen würde. Diesen Leuten spreche ich jegliches Linkssein ab. Wer links ist, der kann nicht gleichzeitig brutale Frauenunterdrücker, Antisemiten, religiöse Regime und Schwulenmörder unterstützenswert finden.

5 Gedanken zu “Pseudolinkes Geschmeiß

  1. Im Zusammenhang mit da Silva darf aber nicht vergessen werden, dass er als ehemaliger Gewerkschafter selbst lange gefährlich lebte und gewalttätige Unterdrückung erfahren hat. Damals wurden die, die in Lateinamerika am Drücker saßen noch von den USA mit vielen guten Dollars unterstützt. Dass entschuldigt es nicht, dass er hier eine Scheißhaltung hat – aber erklärt es zumindest. Und vergiss nicht, dass er es geschafft hat, Millionen in Brasilien ein besseres Leben zu verschaffen. Trotz monströser Auslandsverschuldung.

    Chavez ist ein Widerling für sich – aber die demokratische Linke in Südamerika hat den Antiamerikanismus halt von der Pike auf gelernt. Und ich kann’s ihnen nur schwer verdenken, auch wenn ich sehr amerikanophil bin…

  2. jürgen elsässer ist wirklich ein ganz besonders dämliche schmeissfliege. am ärgerlichsten ist sein arrogant-überhebliches allwissend-gehabe. wenn er zum beispiel (zitat) selbstgefällig erwähnt, „er haben sehr komplexe zusammenhänge bewusst einfach darstellen müssen, da in vortrag ja vor allem mittelständler und handwerker saßen“. elsässer selbst hat nicht einmal die allgemeinbildung eines durchschnittlichen 11 jährigen wikipedia-user.

  3. Mag ja alles auf Teile der antiimperialistischen Linken zutreffen. Aber wer, so wie du, den Fokus auf einen zwar theokratischen, aber immerhin doch, ganz ungewöhnlich für den nahen Osten, Verfassungsstaat wie die islamische Republik lenkst (mit all ihren eklatanten No-Goes für Prograssive), gleichzeitig aber die Situation z.B. in Pakistan oder, weils vom Theokratischen her passt, Saudi Arabien beständig verschweigst (das machen tendenziell alle Meinungsmacher), urteilst du mit zweierlei Maß. Stützt tendenziell, wie alle bürgerlichen Linken, die Profiteure des Status quo in der Welt. Ganz deutlich wird das in deiner Verachtung für die Repolitisierung der menschen in Südamerika, wie sie in Wichspülform durch LaSilva, vor allem aber durch die bolivarischen Revolutionen in Bolivien und Venezuela repräsentiert wird.

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