Was man öfters mal sagen sollte

-Wer Antizionist ist, ist auch Antisemit. Antizionisten wollen den Staat Israel als jüdisches Staatswesen auflösen. Damit würden sie die Juden ihrer Schutzmacht berauben, die, was die Geschichte gezeigt hat, in den vergangenen Jahrhunderten und vor allem während der Zeit des Nationalsozialismus so dringend gebraucht worden wäre und die auch heute noch notwendig ist, weil sie dafür sorgt, dass Juden eine Stimme in der Welt haben, eine Armee haben, einen Geheimdienst und diplomatische Vetretungen und vor allem einen Fluchtort, um vor gewalttätigen Judenhassern Schutz zu suchen. Der Antizionist ist als Antisemit, der er ja defacto ist, grantig darüber, dass Juden sich wehren können. Er sähe sie lieber seiner Gnade ausgeliefert.

-Wer sich als Friedensaktivist aufspielt und die „Rückkehr der Flüchtlinge“ samt Enkeln und Urenkeln und Cousinen des Schwagers ins israelische Kernland fordert, der fordert nichts anderes als die Vernichtung Israels.

-Wer Jahrzehntelang immer wieder Israel als „Apartheidsstaat“ und „Gewaltstaat“  diffamiert und die Lage der Palästinenser mit jenen der Juden während der NS-Zeit vergleicht, der ist alles bloß keine „Friedensaktivistin“, wie man dies Felicia Langer in schlecht recherchierten Beiträgen so oft unterstellt. Wer propagandamäßig so fuhrwerkt wie die Langer, der ist auch kein „Israelkritiker“, sondern ein Israel-Dämonisierer, der doppelte Standards anwendet und den jüdischen Staat zu delegitimieren versucht.

-Wer die palästinensischen Araber stets nur als Opfer wahrnimmt und deren Opferposition verinnerlicht hat, ist ein Rassist. Weder sind die Araber in diesem Konflikt ausschließlich Opfer (eher im Gegenteil), noch sind sie doof und bedürfen der Führung durch europäische Gutmeiner. Ihre Taktiken sind verheerend für das eigene Volk, doch sie führen zu großen Siegen im internationalen Propagandakrieg. Diese Menschen sind keine wehrlosen Urprungsbuam, die von einem bösen westlichen Staat kolonialisiert werden, sie sind intelligent, auch nicht durchwegs militant, und potenziell das fortschrittlichste arabische Teilvolk. Nur weil die aufgeklärten Stimmen der Palästinenser unter dem Terrordruck von Hamas und Fatah meist schweigen, bedeutet das nicht, dass die gesamte arabische Bevölkerung die feuchten Träume der europäischen antisemitischen Nazis und Linksextremisten teilt oder den romantischen Vorstellungen us-europäischer Schwärmer vom „edlen, ursprünglichen Araber“ entspricht.

15 Kommentare zu „Was man öfters mal sagen sollte

  1. …und alles was ,,wenn – dann“ ist, ist erpressung…

    tut mir echt leid, aber in dem text sind mir persönlich viel zu viele pauschalurteile (eigentlich pauschalverurteilungen) deinerseits drin.

    ride on!

  2. Der Meinung bin ich nicht. Es ist ein Text, der viel öfter und noch viel pauschaler gesagt werden sollte. Er ist klar und deutlich und von jedermann zu verstehen. Israel als jüdischer Staat ist absolut notwendig, dies haben 2000 Jahre Verfolgung mehr als eingehend bewiesen. Ausserdem kann nichts pauschaler sein, als die dummen „antizionistischen“ Verurteilungen Israels.
    Und! Die palestinensischen Araber sind Opfer, aber nicht die Israels, sondern die der arabischen Staaten.

  3. Während ich im Großen und Ganzen deinen Beitrag teile (im Kleinen und Halben gibt es meistens ein paar Differenzen), so will ich doch in einem Punkt widersprechen: Nicht jeder Antizionist ist ein Antisemit. Aber jeder Antisemit ist ein Antizionist.
    (Wie auch nicht jeder, der für mehr Regulierung der Wirtschaft und Banken ist, ein Kommunist ist – aber jeder Kommunist ist für mehr Regulierung.)
    Es gibt auch solche, die der Meinung sind, man könne und müsse das Judentum vom Zionismus trennen. Mag zwar Schwachsinn sein, aber es ist nicht immer bös bzw antisemitisch gemeint.

  4. Nicht jeder Antizionist ist ein Antisemit. Aber jeder Antisemit ist ein Antizionist.

    Nicht mal das stimmt. Historisches Beispiel: Adolf Eichmann. Der war anfangs äußerst begeistert von der Idee, weit weg von Deutschland ein „jüdisches Heimatland“ neuzugründen, um dorthin alle europäischen Juden vertreiben zu können. Siehe auch sein Besuch in Palästina 1937. Dieser Plan ist übrigens verworfen worden, weil die Briten damals (1937) Einwände gegen die Gründung eines jüdischen Staats im damaligen palästinensischen Territorium hatten. Soviel nur dazu.

  5. Zitat: „Goebbels und Himmler waren nie in Palästina; der angebliche triumphale Empfang Eichmanns entspringt der Fantasie des Rabbinerdarstellers. Und sowohl Adolf Eichmann als auch sein Vorgesetzter, der SS-Oberscharführer Herbert Hagen, haben sich nach dieser Reise explizit gegen die Errichtung eines jüdischen Staates ausgesprochen: „Zu keinem Zeitpunkt hat der SD das Projekt eines jüdischen Staates in Palästina unterstützt.“* „Zitat Ende
    * Peter Longerich, Politik der Vernichtung, Piper 1998, S. 145

    http://www.lizaswelt.net/2006/12/mehr-als-nur-ein-kronzeuge.html

    Damit dürfte Ihre Aussage widerlegt sein, Philip.

  6. Wer schreibt was vom SD? Ich habe mich ausschließlich auf Eichmann selbst als Person, die zugleich Antisemit und (zeitweise) Unterstützer des Zionismus war, bezogen.

    „…ich [Eichmann] sah in dem Juden einen Gegner, das ist richtig, wo eine Lösung gefunden werden mußte, die beiden Teilen gerecht war, und ich nahm hier dauernd Bezug auf die selbst im Judentum vorhandenen Bestrebungen und Wünsche, eigenen Grund und Boden, ein eigenes Land unter die Füße zu bekommen und schloß mich dieser Meinung voll und ganz an und darauf basierte meine Mitarbeit und meine freudige Mitarbeit im Hinblick auf den Versuch zur Lösung dieser Angelegenheit“
    Aus diesem Grund hätten sie eben wirklich alle „an einem Strang gezogen“, und ihre Tätigkeit habe auf Gegenseitigkeit beruht. Auch wenn vielleicht nicht alle Juden das verstanden hätten, es habe doch schließlich im eigenen Interesse der Juden gelegen, aus dem Lande herauszukommen; und er [Eichmann] sei stets „bemüht [gewesen], diesen jüdischen Funktionären zu helfen“. Die „Idealisten“ unter ihnen, also die Zionisten, habe er respektiert und als seinesgleichen behandelt […].

    — Hannah Arendt, Eichmann in Jerusalem (deutsche Ausgabe, 15. Auflage Februar 2006), Seite 135.

    Überhaupt, das Kapitel IV „Lösung der Judenfrage – Erste Phase: Vertreibung“ zeichnet ein sehr deutliches Bild von der Kenntnis und der Unterstützung Eichmanns der zionistischen Idee.

    Damit dürfte Ihre (vermeintliche) Widerlegung widerlegt sein, Carl. (außer natürlich, sie schaffen es, Hannah Arendt ungenaue Arbeit, Antizionismus, Antisemitismus oder gar jüdischen Selbsthass nachzuweisen)

  7. Philip, Sie wollten das nachweisen – nicht ich.
    Ich will Frau Arendt nicht widerlegen, sondern Ihre Aussage und ich bleibe dabei.
    Ich betrachte diese Aussage Eichman’s in Zusammenhang mit den abscheulichen Taten, die er ausgeführt hat, ausführen lassen hat und unterstützt hat…wofür er letztendlich in Israel zur Verantwortung gezogen wurde.
    In diesem Licht erscheint mir sein Ausspruch wie das allseits wohlbekannte menschen verachtende, nationalsozialistisch-tödliche Grinsen, dass sich in dem Totenkopf der Zyklon B Dosen wieder spiegelte, dem 6 Mio Juden zum Opfer fielen.
    Frau Arendt hat das sehr gut aufgefangen.

  8. Das heißt, Sie haben keine wirklichen Argumente und verstecken das hinter einem rabulistischen Nebel. Danke, mehr wollte ich auch nicht wissen.

  9. @Philip: Aber das geschah doch unter ganz anderen Vorraussetzungen. Damals ging es darum, die Juden irgendwie loszuwerden. Und da sie ja nach NS-Ideologie andere Völker „unterwanderten“, galt es einigen Anfisemiten als passabler Weg, ihnen ein Zwergenland (Israel ist etwa so groß wie NÖ) zu geben, das kaum überlebensfähig war. „Hauptsache weg“, war der Gedankengang.
    Heute, da Flüchtlinge, Einwanderer und ihre Nachkommen in wenigen Jahrzehnten einen blühenden, wirtschaftlich und militärisch starken (Rechts-)Staat aufgebaut haben, der das Musterbeispiel schlechthin zwischen Marokko und Pakistan ist, gefällt den Antisemiten das Ergebnis nicht. Und Israelfeindlichkeit wird nun einmal eher akzeptiert als offene Vernichtungsfantasien gegenüber Juden…
    (Und ich habe mich ja auch im Zitat auf die Gegenwart bezogen, nicht die Vergangenheit.)

  10. Nicht jeder Antizionist will Juden zwangsumsiedeln. Es gibt auch die, die finden, Israelis und Palästinenser sollten gemeinsam in einem säkularen Staat geben. Auch vertrottelt – aber nicht antisemitisch.

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