Weg mit Martin Graf!

Der größte Verräter an Südtirol war ein Mann namens Adolf Hitler. Sein Abkommen mit Mussolini samt der berüchtigten „Option“, die die Südtiroler zu „Wehrbauern“ in den besetzten Gebieten im Osten machen sollte, war die wohl schändlichste Aktion zu Lasten der deutschsprachigen Bevölkerung Südtirols, die jemals stattfand. Daher ist es besonders peinlich und verlogen, wenn sich Neonazis und Rechtsradikale als Freunde Südtirols aufspielen.

Österreichs Dritter Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ), der aus dem Umfeld der rechtsextremen und zeitweise verbotenen Burschenschaft Olympia stammt, und dessen parlamentarische Mitarbeiter schon mal bei Nazidevotionalienhändlern einschlägige Produkte bestellen, hat nun in einem Interview mit der Wiener „Presse“ eine Volksabstimmung in Südtirol über den Verbleib im italienischen Staatenbund bzw. den Anschluss an Österreich gefordert. Das ist in einem vereinten Europa völlig jenseitig und ein gefährlicher Schlag gegen die Südtiroler, die mit ihrem Autonomiepaket bestens fahren und höchst zufrieden sind. Wes Geistes Kind Graf ist, zeigt sich auch daran, dass er die Südtiroler als „Deutsche“ bezeichnet statt als „Deutschsprachige“ oder meinetwegen „Alt-Österreicher“. Graf sollte mal Geschichte lernen und sich bei den Nord- und Südtirolern umhören, dann wüsste er, dass man dort nicht gerne als „Deutscher“ bezeichnet wird und dass man weder die bayrische Besatzung, noch Hitlers Verräterpolitik vergessen hat. Tiroler empfinden sich in erster Linie als Tiroler, dann als Katholiken, dann als Österreicher, dann als Europäer. Als „Deutsche“ sehen sich dort nur ein paar Nazis. Kein Wunder, dass Graf in Bozen und bei echten Freunden Südtirols nichts als Kopfschütteln und Entsetzen erntet.

Glücklicherweise wird niemand Grafs provokante Idee ernsthaft in Erwägung ziehen, denn sein Vorstoß enthält Sprengstoff, und das fast im wörtlichen Sinn. Wer im heutigen Europa Grenzen verschieben möchte, der aktiviert den Zeitzünder einer Bombe, deren Sprengwirkung er nicht abschätzen kann. Nichts aus den hunderttausenden Toten in Jugoslawien gelernt, Herr Präsident?

Graf stellt sich einmal mehr völlig abseits des politischen Konsenses von Frieden und Zusammenarbeit in Europa, er positioniert sich erneut auf der Seite dummdreister Nationalisten und Deutschtümler. Dieser Mann gehört schnellstens aus seiner derzeitigen Position entfernt! Oder wollen wir Grafs nächste Provokation abwarten, etwa ein Plädoyer für eine Neugründung der NSDAP oder den Vorschlag, Juden nach Madagaskar umzusiedeln? Hallo, SPÖ und ÖVP, aufwachen bitte! Graf muss raschest möglich abgewählt werden!

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5 Gedanken zu “Weg mit Martin Graf!

  1. Wir Süd-Tiroler sind Österreicher und keine Italiener!!
    Unsere Freiheit fängt an, wo Italien aufhört – Süd-Tirol zu Österreich!

  2. „Die Stellung Österreichs als Schutzmacht der deutschen Mehrheitsbevölkerung in Südtirol“

    Deutsche Bevölkerung? Herr Graf ernennt also Tiroler zu Alpenpiefkes? Na Mahlzeit 😉

    Kurz auf den Blog von Mazinga Z. geklickt, wo es ja nur so von deutschen Südtirolern wimmelt:
    „…Österreich die Schutzmacht der deutschen und ladinischen Bevölkerung ist“

    Ihr solltet Herrn Graf unverzüglich auf ein paar deutsche Speckknödel einladen, vielleicht auch auf ein wenig Eierpfannkuchen nach Kaiser-Art oder wenigstens zu einem Teutonen-Gröstl, ähm Teutonen-Geröstel

    ———–
    Von Andreas Kohl halte ich im Allgemeinen nicht viel, von seiner Reaktion auf Graf dafür aber umso mehr. Mit ihm und noch ein paar anderen hat Graf jetzt wohl Gegner gefunden, denen er sich vielleicht bald geschlagen geben muss. Solche Stimmen aus der ÖVP plus Sozis, die hoffentlich keinen Feigheitsanfall kriegen, müssten dafür ausreichen, dass ich als Ösi mich künftig nicht mehr für den Dritten Nationalratspräsidenten schämen muss.

  3. Graf ist ein Trophäensammler, er sammelt Rücktrittsforderungen und geht damit bei seinen gesichtszerschnitzten Co-Idioten renommieren. Bei dem nützt nur, lächerlich machen, mit Schimpf und Schande aus dem Parlament jagen und zwar mit einem nassen Fetzen…

  4. Graf setzt sich mit seiner Forderung nach einer Volksabstimmung in Tirol durch und erreicht einen historischen Durchbruch. Rom lenkt ein. Südtiroler, die seit über 90 Jahren ihren ordentlichen Wohnsitz in Südtirol haben, können
    per eVoting an der Volksabstimmung ab sofort teilnehmen

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