9 Kommentare zu „Notwehr

  1. Ich versteh das überhaupt nicht, wie angesichts eines von hinten erschossenen Kindes die Kommentatoren jetzt erst recht die Kryptofaschisten heraushängen lassen können.

    Irgendwie fühle ich mich gerade überhaupt nicht wohl in diesem Land.

  2. Besondere Sorge bereitet mir zur Zeit die Berichterstattung der „Kronen Zeitung“. neben der EU-Meckerecke die im Leserbriefforum ein permanenter Bestandteil ist,hat man jetzt auch täglich einige Leserbriefe zu diesem Thema zur fixen Einrichtung gemacht…alle Schreiber beschweren sich ausnahmslos über die Gutmenschen die sich über die Polizei aufregen und man liest (nicht nur) zwischen den Zeilen,daß die Kinder es „verdient“hätten. Aufgrund der einsitigen berichterstattung fragt man sich allerdings gegen wen diese Leserbriefschreiber eigentlich anschreiben-geht´s nach der KZ gibt es sowieso nur Österreicher die FÜR die Polizisten und GEGEN die Kinder sind, die (das wird von Tag zu Tag deutlicher,lt.Berichterstattung)offensichtlich im großen Stil mit der Ostblockmafia Hand in Hand gearbeitet haben. Sehr erbärmlich das Ganze. Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und sage wenn das Ganze zwei Asylantenkindern passiert wäre würde schon längst kein Hahn mehr nach dem Vorfall krähen und die beteiligten Polizisten könnten schon wieder unbehelligt ihrem Broterwerb nachgehen.

  3. Also ich würde nicht so vorschnell die Polizisten als „eiskalte Killer“ hinstellen. Der genaue Hergang ist unbekannt, es steht Aussage gegen Aussage.

    Aber ich habe zumindest soviel Vertrauen in die österreichische Polizei, dass sie nicht einfach Kinder auf der Flucht erschießt.

    Man sollte sich mal die Frage stellen, was man tun würde wenn man in einem dunklen, engen Gang urplötzlich maskierten Typen gegenübersteht – die Nerven hoch gespannt sind, und man eine geladene Waffe in der Hand hat, vielleicht auch noch damit rechnet angegriffen zu werden.

    Das Verhalten der Polizisten war sicherlich falsch, aber ich bin der Überzeugung das es nicht mit Absicht geschah. Bei den Polizisten handelt es sich ja um erfahrene Beamte, um einen Familienvater und eine Polizistin die ebenfalls Kinder hat. Es war ein Fehler wie er jedem Menschen in Extremsituationen passieren kann, nur leider eben mit dramatischen Ausgang.

    Ich denke lückenlose Aufklärung ist angebracht, aber vor unserer Polizei muss man sich sicherlich noch lange nicht fürchten.

    Zu dem Treffer in den Rücken:

    Hat eigentlich schon mal jemand an einen Querschläger gedacht? Kugel trifft Objekt – Kugel prallt ab – trifft Jugendlichen in Rücken?

  4. „eiskalte Killer“: Hat niemand behauptet.

    Vertrauen? Würde ich liebend gern, wenn ich nicht wüsste dass die Polizei auch die miesesten Typen in ihr gern deckt. Gabs ein Nachspiel zu Linz?

    „Was würdest du tun?“ – Falsche Frage. Richtige Frage: Wie hätte diese Situation überhaupt vermieden werden können. Dunkler Raum? Mehr Licht (Schon mal gesehen, wie Supermärkte Nachts aussehen? Dunkel ist was anderes). Enger Gang? Ausweichen oder gegenseitig sichern. Geladene Waffe in der Hand? Pfefferspray in die andere nehmen. Polizisten investeren viel Zeit ihrer Ausbildung, um solche Situationen zu vermeiden oder mit minimaler Gefahr für alle Beteiligten aufzulösen. Dieses Training hat hier offensichtlich nicht gefruchtet, aus welchen Gründen auch immer. „Angespannte Nerven“ sind eher ein Grund, sich einen anderen Job zu suchen.

    „Das Verhalten war sicherlich falsch“? Dann können wir uns den vorigen Absatz sowieso schenken, oder? Dass es nicht mit Absicht geschah will ich doch bitte sehr stark hoffen. „Extremsituation“ war das wohl nur für die beiden Burschen. Für Polizisten sind solche Situationen Teil des Trainings. Abgesehen davon ist das alles nur Spekulation, bis die Untersuchung durch ist.

    Ja, Fehler können passieren und es ist eher eine Frage der Statistik, wann eine Situation eintritt, in der selbst die bestausgebildetsten und geistesgegenwärtigsten Polizisten einen solchen Fehler begehen. In so einem Fall ist dann entscheidend, wie damit umgegangen wird.

    Und genau dieser Umgang findet natürlich auf die klassisch österreichische Art statt und vertausendfacht die Tragödie. Die Polizisten bekommen Betreuung und Schonung, der angeschossene 16-jährige U-Haft wegen Wiederholungsgefahr. Die Krone steht ohnehin auf Recht, Anstand und solche die das auch „durchsetzen“ und der Mob findet die verunfallte Todesstrafe ja auch garnicht so übel, weil „selbst schuld“.

    PS: Das Waffengebrauchsgesetz: http://www.jusline.at/Waffengebrauchsgesetz_(WaffGebrG).html – Erfrischend kurz und bündig, besonders bis Paragraph 7 sehr interessant.

    PPS: Querschläger, die nach 180°-Abprallern tödliche Treffer landen? Weniger Westernphysik, bitte.

  5. @Krotach:Ich gebe Dir uneingeschränkt Recht! Klar sind die Polizisten auch nur Menschen,aber wofür dann die ganze Ausbildung wenn sie in solchen Situationen eh falsch reagieren? Lückenlose Aufklärung wäre angebracht,ist aber angesichts der Tatsache das alle Beteiligten(Von der Exekutivseite aus)eisern schweigen wohl eher nicht zu erwarten.Für den Aussenstehenden schaut das so aus als ob jetzt erstmal in Ruhe eine Story zurechtgebastelt wird,die dann alle Beteiligten erzählen und welche auch den Medien verkauft werden kann.

  6. Das die Sache scheinbar „vertuscht“ wird ist keinen Falls in Ordnung.

    In diesem Fall handelt es sich für mich klar um menschliches Versagen, die Polizisten haben Fehler gemacht, aber es handelt sich um Nachlässigkeit, schlechte Ausbildung, schwache Nerven, was auch immer aber sicherlich nicht um einen übertriebenen Mordinstinkt.

    Die Sache gehört aufgeklärt, keiner weis was wirklich passiert ist, und wir können nur spekulieren. Es stimmt leider wie Krotasch sagt, dass in Polizeikreisen sehr gerne vertuscht, und unter den Teppich gekehrt wird.

    Mit „Vertrauen in die Polizei“ meine ich ja auch den Exekutivbeamten, den man auf der Straße trifft, oder der kommt, wenn man ihn ruft. Nicht den Bürokraten-Apparat dahinter.

    Unsere Polizei macht vielleicht Fehler, aber sie handelt sicherlich nach bestem Wissen und Gewissen. Keiner von uns weis in wie vielen Fällen schon richtig gehandelt wurde, so etwas steht ja nicht in der Zeitung. Wegen einem Vorfall gleich die Polizei hinzuschmeißen und zurück zur Selbstjustiz, ist für mich Übertrieben.

    Also: Fehler – Ja. Aufklärung – Ja. Aber Eiskalter Mord und Panikmache – Nein

    PS: Die Berichterstattung der Krone Zeitung bekomme ich „leider“ nicht mehr mit, da ich mein Abonnement schon vor längerer Zeit gekündigt habe < Grund, könnt ihr euch ja denken

    PPS: @Krotach, ich bin kein Ballistikexperte 180° ist klar unmöglich, aber man weis ja auch nur das er im Rücken getroffen wurde, nicht in welchen Winkel… – Aber lassen wir das Spekulieren

  7. Das „liebe Kind“ hat wahrscheinlich um drei Uhr nachts im Supermarkt nur mit ein paar anderen Kindern gespielt, oder?
    Ein paar andere Kinder wollten jetzt eine Gedenktafel für das Kind anbringen das von den faschistischen korrupten Staatsbütteln eiskalt ermordet wurde.
    Kinder an die Macht!
    Wir wollten mehr Kindergärten und Kinderkrippen!

  8. Pierre, vielleicht fällt dir auf, dass keiner hier in Abrede stellt, dass bei den Kindern offensichtlich etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Von „liebem Kind“ kann keine Rede sein und ich hätte wohl ziemlich sicher die Strassenseite gewechselt, wäre mir die Truppe entgegengekommen.

    Aber vielleicht möchtest du ja deinen Gedanken weiterspinnen um dann konsequent zum Schluss zu kommen, dass es – ohne weiter auf die Situation, die ja noch ungeklärt ist, einzugehen – in Ordnung ist, Einbrecher durch Staatsorgane erschießen zu lassen.

    Bleiben wir auf dem Boden der Tatsachen: Kinder, die sich bereits semiprofessionell kriminell betätigen gehören in eine entsprechende Erziehungsanstalt, auch gegen den Willen der Eltern. Aber bestimmt nicht ins Leichenschauhaus.

    Da darf es kein „ja aber das waren doch Rotzlöffel“ und „die habens eh verdient“ geben.

    Aber ich verrenne mich da in deiner zugegebenermaßen geschickten Provokation, mir gehts nämlich garnicht darum, diesen – einigen wir uns auf Unfall – zu lamentieren. Vielmehr ist es eben der öffentliche Umgang damit. Ich war spontan der Meinung, dass es so eine Art moralischer Super-Gau ist, wenn die Polizei ein Kind erschießt (weshalb ich es unterschreibe, wenn die Beamten entsprechende Betreuung bekommen) und deshalb eine besonders sorgfältige Untersuchung und sorgsame Öffentlichkeitsarbeit mit sensiblen Profis verlangt, unter den wachsamen Augen aller derer, die Kinder haben und selber welche waren und ein Interesse daran haben, dass auch wirklich die Möglichkeit von Rambo spielenden Polizisten ausgeschlossen wird.

    Aber wenn ich so herumlese, scheine ich damit (mit Tingler – danke für die Zustimmung) in der Minderheit zu sein. Keine Spur von Mitgefühl oder sensiblem, ausgewogenem Vorgehen, weder von Polizei noch der Öffentlichkeit. Hab‘ ich wohl ein ganz anderes Moralempfinden als die Mehrheit im Lande.

  9. @Krotach
    Rotzlöffel?
    Das waren wir, als wir als Kinder auf der Straße Fussball gespielt haben. Rotzlöffel waren wir als wir Zigaretten heimlich geraucht hatten.
    Diese Kinderlein sind keine sechs oder zehn Jahre alt.
    Das sind zum Teil vorbestrafte Wiederholungstäter, die schon öfters auf Einbruchstour waren. Ich finde es auch erschreckend wie sich die heulende Mutter in den Medien darstellt, das der arme Kleine um drei Uhr nachts nicht zu Hause ist, war ihr scheiß egal, die Polizisten hätten sie belogen etc. …
    Nun ja, wenn einem eine Kamera hingehalten wird, dann reagiert man schon mal komisch. Aber muß mir das der ORF täglich aufs neue präsentieren, da läuft doch was schief!
    Mein Mitleid haben seine Mitschüler deren Handy er abgezogen hat, mein Mitleid haben die Lehrer der er bedroht hat, die Leute die er bestohlen hat …

    Natürlich, deswegen hat er den Tod noch lange nicht verdient, aber Mitleid habe ich deswegen mit ihm nicht, und auch nicht mit seiner erziehungsunfähigen Mutter.
    Aber unfassbar ist für mich auch, das Polizisten zu deren Jobbeschreibung gehört mit derartigen Situationen umzugehen „psychisch“ derartig beeinträchtigt sind, das sie mehr als 48 Stunden später noch immer nicht vernehmungsfähig sind.

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