Schmutzige Kampagne gegen Obama

Ich stehe der Außenpolitik von US-Präsident Barack Obama bekanntlich sehr kritisch gegenüber und war von seinem messianischen Auftreten ebenso irritiert wie von den fast hysterischen Lobpreisungen für den Mann in europäischen Medien. Doch die Hetze, die derzeit gegen Obama läuft, bloß weil er es wagt daran zu arbeiten, den unwürdigen Zustand zu beenden, dass im reichsten Land der Welt dutzende Millionen Menschen ohne Krankenversicherung dastehen und weitere dutzende Millionen nur sehr schlecht versichert sind, ist widerlich. Konservative Politiker und Medienleute haben mit völlig jenseitigen Nazi- und Kommunismusvergleichen ein Klima des Hasses geschaffen, in dem nun genau jene Leute aktiv zu werden drohen, von denen man sich gewundert hatte, dass sie einen schwarzen Präsidenten zu akzeptieren schienen: Rassisten, rechte Waffennarren, illegale Milizionäre, kurz: Amerikas Abschaum.

Es war zwar zu erwarten, dass die Versicherungs- und Pharmakonzerne sich gegen Obamas Pläne wehren würden, doch kaum jemand hätte damit gerechnet, dass sie statt eine sachliche Diskussion zu führen einen Feldzug des Hasses und der Verleumdung  begännen. Damit will ich, nur um das klarzustellen, nicht sagen, dass jeder Obama-Opponent in Sachen Gesundheitsreform ein Lakai der Konzerne wäre. Es gibt in den USA (und anderswo) genügend Menschen, die aus eigener politischer Überzeugung eine allgemeine Krankenversicherung ablehnen. Doch dass die amerikanische Gesundheitsgeschäftswelt „ihr“ System, das das teuerste und gleichzeitig eines der ungerechtesten der Welt ist, mit Zähnen und Klauen verteidigen und politische Fürsprecher entsprechend fördern, ist keine Verschwörungstheorie, sondern die banale Wahrheit im Mutterland des Lobbyismus. Jetzt müssen sich all diese Herrschaften aber vorwerfen lassen, eine fast beispiellose Schmutzkübelkampagne zu führen, für die sich sogar die „Kronen Zeitung“ schämen würde. Bleibt zu hoffen, dass Obama mit seinem Charisma und seiner Fähigkeit, Graswurzelbewegungen für sich einzuspannen, in der Lage sein wird, den unappetitlichen Angriffen etwas entgegenzusetzen, denn es darf ja wohl nicht wahr sein, dass eine Koalition aus Konzernen, rechten Politikern und dem White Trash es erneut schafft, dass alles beim Alten bleibt und die Armen weiterhin eine Gesundheitsversorgung auf Drittwelt-Niveau haben.

4 Kommentare zu „Schmutzige Kampagne gegen Obama

  1. die Hitler-Obama-Vergleiche zeugen zwar zweifelsfrei von schwerer Ignoranz und Geschmacklosigkeit mancher Obama-Gegner:

    http://images.google.at/images?hl=de&q=obama%20hitler%20&um=1&ie=UTF-8&sa=N&tab=wi

    Hitler-Bush-Karikaturen von Bush-Gegnern gab es ebenfalls zum Sau füttern – diese waren auch nicht angebrachter oder niveauvoller – empört hat sich beim ORF darüber niemand.

    http://images.google.at/images?hl=de&um=1&sa=1&q=bush+hitler&btnG=Bilder-Suche&aq=f&oq=

    siehe auch:

    http://www.zombietime.com/zomblog/?p=612

  2. Nazivergleiche sind in den USA sehr beliebt, darüber sollte man sich keine Sorgen machen.

    Über die Gesundheitsreform übrigens auch nicht, im Kongress und im Senat gibt es eine Mehrheit der Demokraten.
    Also, wenn diese Reform scheitert, dann nicht an den bösen Republikanern oder den überbösen Pharmakonzernen.

    Wenn sie scheitert dann an der Manipulation der Lobbys und Konzerne am dummen Amerikaner, und wenn sie nicht scheitert, dann an der Weitsicht und Heiligkeit von Obama und der Größe und Güte der Demokraten.
    Oder so …

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