Offener Brief an Voves und Bundes-SP

Sie, steiermärkischer Landeshauptmann und SPÖ-Landesparteichef Franz Voves würden laut eigenen Angaben „jederzeit“ mit der FPÖ koalitionär zusammenarbeiten, denn es gäbe“ im sozialen und wirtschaftlichen Bereich durchaus Fragen, wo wir der FPÖ sehr nahe sind“. Herr Landeshauptmann: Welche „sozialen und wirtschaftlichen Fragen“ sind es denn, in denen ihre Partei der FPÖ „sehr nahe ist“? Bei „Daham statt Islam“? Bei „Abendland in Christenhand“? Bei „sozial geht  nur national“? Bei der „Internierung von Asylanten“ , wie es ihre Landsmännin, die blaue Volksverhetzerin Susanne Winter, fordert?

Und haben sie, Herr Voves, gar kein Problem, nicht mal ein klitzekleines, mit dem immer offener zur Schau gestellten Antisemitismus der Strache-Bagage? Immerhin hat der Vorarlberger FPÖ-Chef Dieter Egger gerade verkündet, „den „Exil-Juden aus Amerika in seinem hochsubventionierten Museum“ – gemeint ist der in Frankfurt geborene deutsche Staatsbürger und Leiter des jüdischen Museums in Hohenems, Hanno Loewy, der die rassistischen FPÖ-Plakate kritisiert hatte – gehe die „österreichische Innenpolitik nichts an“? Mit Leuten, die sich eines solchen Nazijargons und hetzerischer Verleumdungen bedienen, wollen sie, Voves, koalieren?

Und ihr, Bundes-SPÖler, was gedenkt ihr gegen das Liebäugeln eurer Landespolitiker mit den Hetzern und Antisemiten zu tun? Ein bisschen rügen, ein bisserl kritisieren, und das war es dann? In dem Fall könnt ihr mich am Arsch lecken! Ihr habt mich und meine gesamte Familie, die seit Jahrzehnten gestandene Sozialdemokraten waren, mal als Wähler gehabt, unsere Stimmen kriegt ihr nicht mehr, und ich bereue heute mehr denn je, dass ich zwei jahre meines Lebens damit verschwendet habe, hauptberuflich für euch tätig gewesen zu sein. Euer schlampiges Verhältnis zu Rechtsaußen, euer Unvermögen, einen Burschenschafter-Betonschädel wie Martin Graf abzuwählen, die taktische und leider auch ideologische Nähe vieler eurer Landespolitiker zu den Neofaschisten sowie diverse antisemitische und antiisraelische Aktivitäten hochrangiger Parteimitglieder veranlassen mich und mit mir meine Familie dazu, euch als unwählbar zu betrachten.

6 Kommentare zu „Offener Brief an Voves und Bundes-SP

  1. Ich bin inhaltlich voll bei dir, bis auf die Kritik an der Bundespartei – was genau soll die den tun? Die hat kein Druckmittel, nichts, eher umgekehrt. Die Landesorganisationen können dem Bund den Marsch blasen. Faymann und Co kritisieren die FPÖ konsequent und scharf, aber ich sehe keinen Weg, wie sie eine Landesorganisation, gerade eine so große und finanziell starke wie die steirische, „auf Kurs“ bringen könnten…

  2. Ja, genau-was soll die Bundes SPÖ groß machen? Die schauen doch auch nur daß sie ihre Posten behalten und ihre Verwandten und Bekannten gut bezahlt unterbringen…..Dazu gehört halt auch der Bundes FPÖ den Hintern mit der Zunge zu säubern,sind ja soviele Wähler, ist ja soviel Geld….

  3. Billigste Polemik, meingott, wie traurig.

    Das Vermischen von „sozialen und wirtschaftlichen Fragen” mit den rassistischen Parolen „Daham statt Islam”, „Abendland in Christenhand” und „sozial geht nur national” ist mehr als billig und peinlich. Dass die Blauen sich, wenn sie nicht mitziehen bei sozialpolitischen Fragen, sich entweder bewegen oder selber enttarnen und anpatzen ist dir nicht klar? Die ÖVP muss, aus ihrem Selbstverständnis und der Erwartungshaltung ihrer WählerInnen jeden sozialpolitischen Fortschritt torpedieren, ihr schadet das nicht, der FPÖ hingegen sehr wohl. Abgesehen davon hat die SPÖ – dank der Schwäche und Feigheit der Grünen – außer einer Minderheits- bzw. Alleinregierung keine Optionen. Bei einer Minderheitsregierung hieße das auch, sich kurzfristig von den Blauen stützen zu lassen, aber das ist besser als weitere 5 Jahre von der ÖVP jeden Erfolg zertrümmern lassen und dann wieder Schwarzblau zu erleben.

  4. @Tingler – Ähm… Bitte was? Seit Werner Faymann Parteivorsitzender ist macht die Bundespartei genau nichts anders im Bezug auf die FPÖ als eine Koalition mit ihr ausschließen und sie als rassistisch, antisemitisch und hetzerisch zu kritisieren.

    @Athanasius – abgesehen davon, dass du Bundes- und Landesebene vermischt, ist die Idee der Selbstentlarvung der FPÖ schon gescheitert. Sie hat das mit Schüssel gemacht, und es hat ihr nur kurzfristig geschadet.

    Die Argumentation, die FPÖ sei in sozialpolitischen Frage eh super, ist das kleine Geschwisterchen von Hitler war eh nicht so schlimm, weil er Autobahnen gebaut hat/Arbeitslosigkeit bekämpft hat…

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