Aus dem Wüsten-Stürmer

Statt sich wie die zionistisch unterwanderte westliche Presse (zb Aftonbladet, Kronen Zeitung) in höhnischen Frechheiten gegenüber dem größten Politiker aller Zeiten zu ergehen, zeigen uns libysche Edelfedern, wie man korrekt über die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Diktatur, äh, der Volksrepublik, äh, der islamischen Basisdemokratie, äh, egal, sie wissen schon, berichtet:

Auf dem Grünen Platz von Tripolis versammelten sich Würdenträger aus der ganzen Welt, um an den grössten, erfolgreichsten und spektakulärsten Festveranstaltungen in der Geschichte Afrikas teilzunehmen.

Für den größten, erfolgreichsten und spektakulärsten Tyrannen Afrikas ist das nur angemessen. Allerdings liest sich die Gästeliste ein wenig weiter unten Im Text nicht mehr ganz so berauschend:

Unter den Ehrengästen befanden sich Hugo Chavez, Präsident von Venezuela, König Abdullah von Jordanien, Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, Emir von Qatar, Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah, Emir von Kuwait, Ben Ali, Präsident von Tunesien, Abdelaziz Boutaflika, Präsident von Algerien, Ali Abdullah Saleh, Präsident des Jemen und Karekou, Präsident von Benin.

Nicht gerade das Who-is-Who der Weltpolitik. Aber da geht schon wieder die zionistische Verleumdungslust mit mir durch. Lesen wir lieber den neutral im NS-Wochenschaustil verfassten Bericht der Libyschen Kollegen weiter:

Die Eröffnungsfeier begann mit einer perfekt durchgeführten Militärparade, an der Truppen aus der ganzen Welt teilnahmen. Afrikanische Soldaten, unter anderem aus dem Senegal und Algerien, marschierten zusammen mit Soldaten aus europäischen Ländern, beispielsweise aus Italien und der Ukraine, unter ihrer jeweiligen Staatsflagge zur Musik. Ausserdem nahmen Truppen aus Griechenland und von der französischen Fremdenlegion teil. Den Soldaten folgte eine vollständige Artillerie von Militärfahrzeugen, von Lastwagen bis zu Panzern, von denen einige mit Flugabwehrwaffen ausgestattet waren, während Kriegsflotten an der Küste vorbeizogen.

Boah, das sind halt noch Formulierungen, die die müden Knochen zittern lassen! Dass von den „Truppen aus der ganzen Welt“ die US-Streitkräfte, die luxemburgische Marine und die IDF nicht erwähnt werden, finde ich aber ein wenig gemein. Und wo bitte bleibt die lobende Erwähnung des präzisen Spiels der österreichischen Militärblaskapelle? Während der Schweiz von Gaddafi höchste Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, lässt er das ebenso neutrale und noch viel appeasendere Österreich links liegen. Das ist doch ungerecht! Na wenigstens ist der Wüstenprinz ein guter Gastgeber in bester bescheidener Beduinentradition:

Die Speisen wurden vom berühmten Pariser Restaurant Le Notre zubereitet und die Gäste erhielten goldene Chopard-Uhren in limitierter Auflage mit einer Abbildung von Afrika sowie einem Diamanten für Libyen auf dem Ziffernblatt.(…) Während sich Hunderte von Künstlern auf ihren grossen Auftritt auf zeltähnlichen Bühnen vorbereiteten, trafen die Ehrengäste in Golfwagen ein, die von Hummer and Cadillac hergestellt wurden. Zusammen mit der Familie von Gaddafi nahmen weitere Gäste an der Eröffnungsfeier teil, unter anderem Amina Erdogan, die Frau des türkischen Ministerpräsidenten, der ehemalige ukrainische Ministerpräsident Ioulia Tymochenko (sic), der französische Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit Alain Joyandet, Idriss Deby, Präsidend des Tschad, und Nigers Präsidnet Mamadou Tandja. Die Show war wirklich beeindruckend: Akrobaten, Laserprojektionen und beleuchtete Tierskulpturen verliehen der beindruckenden Show Stil, Würde und Magie.

Stil und Würde – wenigstens hatte die Show jene Eigenschaften, die den illustren Gästen so völlig abgehen.

Eine Feier zu Ehren Afrikas war der Kern der Vorstellung mit Tänzen, Kostümen, Farben und Gesang. Riesige beleuchtete Skulpturen afrikanischer Tiere erhellten die Dunkelheit. Während dieser Festveranstaltung wurde an der Küste von Tripolis ein neues Monument für Afrika und seine Union enthüllt, wobei afrikanische Flaggen gleichzeitig mit Präzision gehisst wurden.

Es fällt auf, dass mit Präzision keine Flaggen der arabischen Bruderstaaten gehisst wurden. Vielleicht, weil die sich weigern, nach der Pfeife eines größenwahnsinnigen Irren zu tanzen?

Celebrate Libya lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Nation, die so viel zu bieten hat.

Jep, unter anderem Finanzierung des internationalen Terrorismus, Terroranschläge auf ausländischem Territorium in Eigenregie sowie lustiges Geiselnehmen. Aber Gaddafi ist jetzt ja einer von den Guten, denn:

Internationale Investoren interessieren sich seit langem für Libyen und seine aufstrebende Industrie. „Das Tor zu Afrika“ rangiert auf dem zweiten Platz der reichsten Länder Afrikas und ist der grösste Ölproduzent des Kontinents.

Man ist in Tripolis auch voll der Hoffnung auf einen weiteren Geschäftszweig:

Die Regierung erwartet in den nächsten elf Jahren zehn Millionen Touristen und Grossaufträge für Hotels sind bereits im Gange.

Ok, mal im Ernst: Wer so deppert ist, und in Libyen Urlaub macht, der sollte noch am Abflugsflughafen einen Ansteckbutton mit der Aufschrift „potenzielle Geisel“ erhalten. Denn sobald der Herr Diktator sich wegen irgendeiner Petitesse erregt, werden gleich ganze Hotelbelegungen die „verlängerte Gastfreundschaft“ des totalitären Erpresserstaates genießen dürfen.

Der Lindwurm schreibt übrigens nur deshalb so boshaft über die großartigsten Feierlichkeiten aller Zeiten, weil er nicht eingeladen wurde, keine goldene Uhr mit Diamanten geschenkt bekommen und noch nicht mal ein bisschen Fingerfood von Le Notre gekriegt hat. Und weil Österreich bei der von Gaddafi geplanten Aufteilung der Schweiz an ihre Nachbarländer leer ausgehen soll.  

3 Kommentare zu „Aus dem Wüsten-Stürmer

  1. 1. find ichs auch ne frechheit, dass wir nix von der schweiz kriegen sollen. sprachlich würden die auch besser zu westösterreich passen als zu D.

    2. bin ich mir sicher, dass das ohnehin übersättigte volk des prosperierenden kontinents afrika vollstes verständnis für solch bescheidene festivitäten ihrer verdienten und gütigen anführer hat.

  2. @pol

    find auch echt oag, nix von den eidgenossen abzubekommen. was wir brauchen könnten wäre vor allem die neue (alte) langsamkeit.

    aber sprachlich gesehen haben wir da wenig meter. das meiste in Ö gesprochene kauderwelsch ist eher „teutsch“ 🙂 (außer recht weit westlich)
    das kärtnerische ist eine bairische unterart, sozusagen „a klana pruada“ vom süd-bairischen.

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