No sex please, it could insult muslims

Das Sicherheitspersonal der US-Botschaft in Kabul hat also eine homoerotische Sexparty geschmissen. Welch unentschuldbarer Skandal, der die höchsten Kreise empört: „Wenn diese Berichte zutreffen, sind dies nicht nur beleidigende Handlungen für Afghanen und Muslime. Sie sind auch beleidigend für uns und unentschuldbar“, sagte Verteidigungsminister Robert Gates am Donnerstag. Ich bin wahrscheinlich zu naiv für diese Welt, aber was zum Schaitan geht es die „Afghanen und Muslime“ an, was US-Bürger auf US-Territorium veranstalten? Und warum fühlt sich der US-Verteidigungsminister „beleidigt“? Sollten während der Sause dieser „Vier-Bier-Schwulen“ des Sicherheitspersonals Misshandlungen vorgefallen sein, dann sind diese zu untersuchen und zu ahnden. Und sonst nix. Was soll dieses ewige Getue von wegen „huch, das könnte die Muslime beleidigen“? Haben Muslime keinen Sex? Planzen die sich durch intensives gemeinsames Koranlesen fort? Gibt es unter Muslimen keine Homosexuellen? Die Mischung ist übrigens hoch ekelhaft: Verlogene, sexualneurotische ultrakonservative Muslime treffen auf bigotte US-Politiker. Übrigens, nur zur Erinnerung: Als kurz vor dem Krieg eine Abordnung der Taliban in Europa war, um ihre Herrschaft doch noch irgendwie zu retten, stapelten diese frommen Männer in dem Luxushotel, in dem sie wohnten, Rechnungen über tausende Euro für feinsten Whiskey, erlesenstes Essen und exzessives Gucken des Pornokanals an. Grrr, wirklich, ich kann gar nicht verbalisieren, wie sehr ich dieses verlogene Gesindel hasse, und mit verlogenem Gesindel meine ich sowohl die vorgeblich so asketisch-frommen Muslime, als auch die US-Politiker, die in ihrem Land, das der größte Pornographieproduzent der Welt ist, ein sexualfeindliches Gesetz nach dem anderen erlasssen (wobei die EU da brav hinterherläuft). Sex ist menschlich, ihr Arschgeigen, Sex ist natürlich, Sex macht Spaß. Aber vor allem letzteres ist es ja, was die scheinheiligen Frommen aller Kulturen vereint, die Abscheu vor dem Spaß, vor freier Sexualität, vor entspannten und daher auch toleranten Menschen. Ob Vatikan, Taliban oder die Reaktionäre von links und rechts – sie alle würden gerne Aufpasser in die Schlafzimmer der Menschen schicken, damit diese auch ja nix anderes machen als ehelichen Fortpflanzungssex.

5 Kommentare zu „No sex please, it could insult muslims

  1. Sorry, aber es brennt mir jetzt gerade so furchtbar auf der Zunge… Das katholische Coitusgebet:

    Father, send your Holy Spirit into our hearts. Place within us love that truly gives, tenderness that truly unites, self-offering that tells the truth and does not deceive, forgiveness that truly receives, loving physical union that welcomes.

    Open our hearts to you, to each other and to the goodness of your will. Cover our poverty in the richness of your mercy and forgiveness. Clothe us in true dignity and take to yourself our shared aspirations, for your glory, forever and ever. Mary, our mother, intercede for us. Amen.

    Via http://scienceblogs.com/pharyngula/2009/09/boom-boom-chika-wow-wow_amen.php

    Siehe auch http://www.catholic.net/index.php?option=zenit&id=26764

  2. Ich bin wahrscheinlich zu naiv für diese Welt, aber was zum Schaitan geht es die „Afghanen und Muslime“ an, was US-Bürger auf US-Territorium veranstalten?

    Ich weiß ja nicht, in welcher bizarren Realität du lebst, aber Afghanistan ist immer noch kein US-Territorium. Und nein, Botschaftsgelände sind _nicht_ exterritorial, das ist ein urban legend.

    Übrigens, nur zur Erinnerung: Als kurz vor dem Krieg eine Abordnung der Taliban in Europa war, um ihre Herrschaft doch noch irgendwie zu retten, stapelten diese frommen Männer in dem Luxushotel, in dem sie wohnten, Rechnungen über tausende Euro für feinsten Whiskey, erlesenstes Essen und exzessives Gucken des Pornokanals an.

    Du möchtest dafür Quellen bringen. Das ist nämlich das einzige, mit dem du eine angebliche Doppelmoral begründen könntest.

  3. Quellen: Das war ein Bericht des ZDF vor einigen Jahren. Aufgegriffen unter anderem vom „Spiegel“: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,302730,00.html

    Und von der „Zeit“: „Die Taliban-Führer, die 2000 zu Geheimverhandlungen mit der amerikanischen Regierung nach Frankfurt am Main gekommen waren, hinterließen im Flughafenhotel eine Getränkerechnung von mehreren tausend Mark: Die Funktionäre, unter deren Schreckensregime der Genuss von Alkohol im buchstäblichen Sinne eine Todsünde war, hatten in einigen Tagen Unmengen Whisky vertilgt.“ http://www.zeit.de/2004/39/ressentiment

    Ich bin natürlich trotzdem ein dreckiger Lügner, denn die Taliban hatten nicht den schottischen Whiskey, sondern den irisch-amerikanischen Whisky gesoffen. Schande über mich!

    Und Botschaften sind zwar nicht mehr rechtlich exterritorial, doch außer von Verbrecherregimen werden sie von allen Staaten so behandelt, als wären sie es.

  4. d.h. nur Verbrecherregime haben sich dafür zu interessieren, was das diplomatische Corps in ihrem Land so treibt? Seltsame Logik… aber Hauptsache, du kannst wieder mal Muslim-Bashing betreiben.

  5. „Ob Vatikan, Taliban oder die Reaktionäre von links und rechts – sie alle würden gerne Aufpasser in die Schlafzimmer der Menschen schicken, damit diese auch ja nix anderes machen als ehelichen Fortpflanzungssex.“

    Ja, gaaanz fürchterliches Muslimbashing…

    Bist du wirklich so blöd und leseschwach oder tust du bloß so?

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