„Es ist Deutschland hier“

Vielleicht ist das Gerede im BZÖ, sich als „österreichische FDP“ positionieren zu wollen, ja doch nicht so ideologisch abwegig, wie es zunächst mal klingen mag. Der FDP-Boss und vermutlich nächste Außenminister Deutschlands, Guido Westerwelle, hat bei einer Pressekonferenz schon mal gezeigt, dass auch er die Klaviatur des Chauvinismus gut beherrscht:

8 Gedanken zu “„Es ist Deutschland hier“

  1. Der Westerwelle ist ja bisher schon ziemlich bizzar in Erscheinung getreten. Aber trotzdem muss sich auch der BBC-Journalist die Frage gefallen lassen: Was ist das für ein Auslandskorrespondent, der die Sprache seines Dienstlandes nicht beherrscht oder beherrschen will? Sowas gibts ja nicht einmal beim ORF!

  2. PS.: Man könnte den Spieß auch umdrehen und sagen: Typisch angloamerikanischer Chauvinismus – Wir brauchen keine Fremdsprachen lernen, weil die ganze Welt ohnehin Englisch können muss.

  3. Wäre Westerwelle ein Mann von Welt, was man von einem Aussenminister eigentlich erwarten sollte, hätte er den Journalisten, darauf ansprechen können, warum er als Auslandskorrespondent nicht die Sprache des Landes spricht, in dem er eingesetzt wurde, ihm aber trotzdem, eben weltgewandt auf englisch antworten können. So macht er den Eindruck eines müffelnden, deutschtümelnden Kleinbürgers, das stinkt nacht Kohlsuppe und zwar gewaltig!
    Im übrigen glaube ich nicht, dass Fritz Sitte, als er das Buch „Flammenherd Angola“ schrieb, die dortige Landessprache beherrschte…

  4. Ach, Leute – scheißt euch nicht ins Hemd.

    Wie viele andere Leute in D/Ö/F spricht er wohl nicht sehr gut Englisch. Natürlich hätte er das souveräner rüberbringen können.
    Aber deswegen ein derartiges Fass aufzumachen …

    Ist wohl die Angst, das es in den nächsten 4 bis 8 Jahren nicht mehr so viel zu kritisieren geben wird.

    In diesem Punkt beneide ich die kleineren Staaten in denen nicht jeder Film synchron übersetzt wird …

  5. Man, das schlägt ja Wellen im Netz. Ganz ehrlich, wer das komplette Video gesehen hat, hat gesehen, dass der Mann an dem Tag auch nicht gerade in der besten Verfassung war, die Nacht war vielleicht doch etwas lang. Er hat nicht sehr geschickt reagiert und sein Verhalten begründet (geschweige denn es wie sonst geschliffen formuliert), ich frage mich allerdings, wie das in anderen Ländern ausgesehen hätte. Ich glaube ich habe unseren jetzigen Außenminister Steinmeier noch nie englisch reden gehört, aber egal. Ich warte ab, was die Verhandlungen bringen und wer dann tatsächlich welchen Posten einnimmt. Sollte der Herr Westerwelle tatsächlich das Außenamt antreten, wird er sicher seine Gewandheit auf internationalem Parkett schulen. Ansonsten hätte ich mich doch sehr im Ehrgeiz dieses Manns getäuscht.

  6. Wer für sich selbstbewusst den Posten des Außenministers für sich beansprucht, der sollte sich etwas weltmännischer geben können. Als positives Beispiel muss man da ja (ausgerechnet!) Benita Ferrero-Waldner zitieren, die sich trittsicher mehrsprachig auf dem internationalen Parkett bewegt, und deren Französischkenntnisse so gut sind, dass sie schon mal problemlos im französischen Fernsehen in Diskussionsrunden auftreten kann. Aber so, wie Westerwelle das gemacht hat, der konnte einfach nur Spott auf sich ziehen. Die meiner Meinung nach bisher schönste Parodie auf seine schlechten Englischkenntnisse: „Guido Westerwave“ http://twitter.com/Westerwave

  7. Naja, man kann ja viel hin und her argumentieren ob das jetzt unpassend vom Journalisten war auf Englisch zu fragen oder vom Westerwelle etwas peinlich nicht nur auf Deutsch zu beharren, sondern auch dazu nen stereotypen Teetrinker-Spruch abzulassen.

    Allerdings, wenn man den Westerwelle schonmal Englisch sprechen gehört hat, dann versteht man auch warum er einer Antwort ausweicht…
    Und anmaßend möcht ich nicht sein, aber als Außenminister in spe eines 82Mio. Einwohner-Staates wäre vl zu erwarten dass man sich ein wenig weltoffener gibt…

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