Verdacht: Gerhard Dörfler entführt?

Schrecklicher Verdacht: Der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler (BZÖ) könnte entführt worden sein. Von Aliens, Ausländerbanden oder dem Mossad? Gerüchteweise ermittelt bereits die Polizei und geht mit Hundestaffeln auf die Suche nach dem Verschollenen. In der Tat hört man in der jüngsten Zeit, die für die Orangen durch existenzbedrohende Wahlniederlagen geprägt war, zwar viel von Uwe Scheuch, vom Bundesparteichef Josef Bucher, ja sogar von kleinen Lichtern wie dem Finanzreferenten des Landes Kärnten, Christian Ragger. Von Dörfler, der zur Entwicklung des BZÖ als einziger oranger Landeshauptmann Österreichs vielleicht auch das eine oder andere zu sagen hätte, fehlt hingegen jede öffentliche Stellungnahme, gibt es keine Fernsehauftritte, ja nicht einmal Presseaussendungen. Wurden ihm seine für BZÖ-Verhältnisse äußerst wunderlichen Aussagen nun zum Verhängnis? Immerhin kanzelte er den FPÖ-Chef Strache mit den Worten ab „besser ein guter und ehrlicher Sozialist als ein Strache, der ein Dampfplauderer ist“, und, was noch schwerer wiegen dürfte in den einschlägigen Kreisen: Dörfler bezeichnete das Ulrichsbergtreffen als „zu weit rechts“. Die Entführungstheroie ist bei genauerer Betrachtung freilich unwahrscheinlich. Viel eher wird es so sein, dass der arme Dörfler mit einem von Scheuch geschmiedeten eisernen Maulkorb traurig in seinem Büro sitzt und ihm seine öffentlichen Auftritte von den wirklich Mächtigen der Partei auf geisterhafte Erscheinungen bei Straßenabschnittseröffnungen und Bierfassanstichen zusammengestrichen wurden, bei denen der ORF striktes Filmverbot hat und vorab keine Medien mehr informiert werden. Doch der Lindwurm prophezeit: Dörfler wird wieder auftauchen, und zwar spätestens am 11. Oktober, bei der Eröffnung des grandiosen Haider-Museums im Stollen unter dem Kreuzbergl. Ob er dort aber nicht nur weinen, sondern auch reden wird dürfen, das muss sich der Uwe noch überlegen.

Abgesehen davon bietet das BZÖ derzeit bestes Laientheater. Da ist die Rede davon, die Partei als „österreichische FDP“ zu positionieren, dann wieder drohen die Kärntner, sich mit der FPÖ wiederzuvereinigen, dann rudern die Kärntner wieder zurück und finden die Idee einer wirtschaftsliberalen Partei wieder ganz toll…ach, es ist eine rechte Freude, diesem Wirrwarr der ohne ihren sich zu Tode gerasten Chef verwirrten Leute zuzusehen. Freilich darf man dabei nicht vergessen, dass dies ideologische Scheingefechte sind, denn das BZÖ – und vor der Parteispaltung schon die FPÖ – war nie die Partei der kleinen Leute, sondern immer schon Interessenvertreter der Industrie, also eine Art superrechte FDP, aber das ist wieder ein anderes Thema.

4 Gedanken zu “Verdacht: Gerhard Dörfler entführt?

  1. Werter Lindwurm,

    an anderer Stelle schon geschrieben aber jetzt passt es zum Beitrag:

    Könnten Sie in Ihrer Eigenschaft als bewährter Investigativ-Journalist eventuell recherchieren, ob man den BZÖ-Mann Uwe Scheuch nicht wegen seiner Raserei letztens von Wien nach Klagenfurt anzeigen kann?

    Wenn man die Abfahrts- und Ankunftszeiten her nimmt und noch den Stadtverkehrsanteil von den etwa 320 km abzieht, kommt man auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 150 km/h auf der Autobahn, d.h. für jede Minute wo er deutlich langsamer fährt (z.B. Baustelle – 80) muss er eine Minute NOCH SCHNELLER rasen… Würde mich über eine Antwort sehr freuen, freundliche Grüße – Alexander

  2. Aja, und noch was:

    Im ZIB24-Interview benutzte Herr Dipl.-Ing. Scheuch zum wiederholten Mal ein etwas seltsames Zitat:

    „Was kümmert es die deutsche(!) Eiche wenn sich ein Schwein an ihr kratzt…“ oder so ähnlich.

    Kann man ja noch nachsehen auf der ORF-Seite. Er bezeichnet den Spruch als „alte Weisheit“.

    Hab viel gegoogelt, aber ich find nicht den Urheber des Zitates. Hat wer eine Ahnung?

    Ich frage mich nur warum jemand, der immer von übertriebener „Heimattreue“ faselt, ausgerechnet deutschtümeln muss?

    Das versteht wohl auch nur ein gehirngewaschener BZÖ/FPÖ-ler…

  3. @ Alexander: Wieso den Scheuch anzeigen? Man sollte doch eher hoffen, dass er am Rasen weiterhin Gefallen findet und dies bestenfalls auch noch sturzbesoffen nachts auf einsamer Landstraße. 😉

    Ernsthaft: Das ist mir zu mühsam und fruchtlos. Zeigen Sie ihn doch selber an, wenn Ihnen danach ist. Ich bin einfach nicht der Anzeiger-Typ.

  4. „Man sollte doch eher hoffen“
    Werter Herr, man sollte „nichts“ erhoffen, was als Ergebnis einen Unfall hat..

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