Die BZÖ-Sonne fällt vom Himmel

Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler hatte die Bevölkerung aufgefordert, die Kärnten-Fahnen, die traditionell rund um den 10. Oktober aus vielen Fenstern gehängt werden, mit einem schwarzen Trauerflor zu umgeben, als Zeichen der Beweinung Jörg Haiders. In Klagenfurt war jedoch außer auf Öffentlichen Gebäuden keine einzige Kärnten-Flagge mit schwarzem Trauerband zu sehen. Kärntens BZÖ-Chef Uwe Scheuch, gegen dessen Partei gerade ein Konkursverfahren eröffnet wurde, strebt die Wiedervereinigung mit der FPÖ an. Der Mann weiß genau, dass das BZÖ nicht nur in den anderen Bundesländern keinen Fuß auf den Boden bekommt, sondern dass auch die Kärntner bereits in ihrer großen Mehrheit die Schnauze voll haben von der machtgeilen, aber völlig desorientierten Bande, die nach Haiders Verscheiden übrig blieb. Will Herr Scheuch (und dessen Bruder Kurt) also noch auf eine Zukunft als gut bezahlter Politfunktionär hoffen können, wird er auf den „Plan“, aus dem BZÖ eine liberale Wirtschaftspartei zu machen, pfeifen und sein Heil (Hitler?) unter den Fittichen von Hans-Christian Strache suchen. Die groß beworbene Haider-Ausstellung im Kreuzbergler Bergbaumuseum zieht, wie es der Lindwurm erwartet und prophezeit hatte, nicht die Massen an, auf die das BZÖ gehofft hatte. Nur wenige Hardcore-Haideranbeter verirrten sich am Eröffnungstag zu der Schau und vergossen Tränen über Jung-Jörgis Schaukelpferd, seine Kugelschreiber, ein Handy des verstorbenen Landesfürsten und andere Exponate von höchstem wissenschaftlichem Interesse. Falls das BZÖ nicht ab morgen zwangsweise ganze Schulen zum Besuch der Ausstellung verdonnert, wird wohl bald wieder Ruhe herrschen im Luftschutzstollen. Auch die tausenden Kerzen, die ein „unbekannter Gönner“ gespendet haben soll, werden inzwischen ohne die Auflage, sie an Haiders Unfallstelle oder vor dem Amt der Kärntner Landesregierung anzuzzünden, verschenkt. Klar, das BZÖ wird noch einmal seine Mitarbeiter dazu verdonnern, ein Kerzenmeer zu inszenieren, doch die Bevölkerung ist des Kults mittlerweile leid. Da nützen auch beinahe nordkoreanisch anmutenden Mega-Trauerfeierlichkeiten (im Klagenfurter Dom, an der Unfallstelle, in der Ossiacher Stifstkirche) nicht mehr. Wäre ich nicht krank, ich wäre versucht, mir die traurigen Trauerfeiern anzusehen und vergnügt zuzugucken, wie zB die für den Gedenkgottesdienst in Ossiach aufgestellten Außenlautsprecher, welche die vom BZÖ erhofften Tausendschaften von Haiderfans in den Genuss der Messe kommen lassen sollten, wieder still und heimlich abgebaut werden.

Der angebliche Haiderkult ist, ich wiederhole mich, ein künstlich von dessen zertrittenen und verwirrten Erben inszeniertes Schauspiel, bei dem außer BZÖ-Angestellten und einigen geistig Verwirrten niemand in Kärnten mitmacht. Spricht man heute Kärntnerinnen und Kärntner – auch solche rechter Gesinnung – auf Haider an, hört man selten freundliche Worte, denn es dämmert nun auch den Dümmsten, dass der Mann außer der höchsten Verschuldung Kärntens aller Zeiten  nichts hinterlassen hat. Das BZÖ kann also auch mit dem „Pfund Haider“ nicht mehr wuchern gehen, das vermeintliche Ass wird nicht mehr stechen in der politischen Auseinandersetzung. Daher beginnt bereits die Absetzbewegung prominenter BZÖler von diesem FPÖ-Spaltprodukt. Aber auch Strache braucht sich nicht voreilig die Hände zu reiben, denn dass alle ehemaligen Haiderwähler nun zu ihm überlaufen werden, ist alles andere als fix, auch in Kärnten nicht, wo Haider vor allem ehemalige Wähler der SPÖ mit seiner Almosenverteilung nach Gutsherrenart geködert hatte.

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