Opel: War wohl nix

General Motors tut Deutschland, den Opel-Arbeitern und nicht zuletzt auch Frank Stronach einen Gefallen und stimmt dem Verkauf von Opel an Magna und die schwindelige russische Sberbank nun doch nicht zu. Damit wurde vermutlich eine der größten Abzockereien des europäischen Steuerzahlers aller Zeiten verhindert. Hat sich schon mal jemand die russischen Autowerke, die der Sberbank gehören, angesehen? Ich habe zumindest einen TV-Bericht darüber geguckt, und ich sah leere Fabrikshallen auf dem technische Stand der frühen 60er Jahre, totalsanierungsbedürftige Ruinen, in die dann die EU, ginge es nach Franz Strohsack, 4,5 Milliarden Euro pumpen hätte sollen! Und die deutsche Bundesregierung wohl nochmal so viel in Form von Garantien und Billigkrediten. Die Kohle wäre natürlich nicht in den rusischen Permafrustwerken oder bei den deuschen Opelmalochern gelandet, sondern – leider, leider – irgendwo zwischen Banken, Maschinenhändlern und Hintermännern aller Art verpufft. Sie wissen schon: Der gnadenlose freie Markt (lol). Onkel Frank mag sich ärgern, dass der Megadeal nicht klappt, aber er sollte sich freuen, dass die Autoindustrie auch in Hinkunft noch bei ihm einkaufen wird. In der deutschen Politik gibt man sich jetzt „verwundert“ bis „empört“. Kein Wunder, waren doch die Schmiergelder schon ausverhandelt…

4 Gedanken zu “Opel: War wohl nix

  1. Super, Danke für die erfrischend realistische Sicht dieses Desasters! Die 10.000Arbeitnehmer die Franz Stronach rausgeschmissen hätte sind wenn man den Nachrichten glaubt NIX im Vergleich zu den 10.000Arbeitskräften die GM vor die Tür zu setzen beabsichtigt.

  2. kann dir auch rechtgeben, habe aber zwei einwände zu deinen ausführungen:

    – die opel-arbeiter können sich NICHT freuen: alleine schon deswegen weil sie opel-mitarbeiter sind 😉
    nein im ernst: jetzt monatelang weiter der spielball GMs zu sein, halte ich für unerträglich und moderne sklaverei.

    – dass sich stronach ärgert, entspringt einer schadenfrohen fantasie deinerseits. magna steht so besser da – siehe börsen…

  3. @tingler: Lol, alter Zyniker. Aber du hast natürlich nicht ganz unrecht, die Zeche zahlen werden in jedem Fall die Arbeiter und die Steuerzahler.

  4. Ich hatte meiner Kanzlerin eigentlich so viel Intelligenz zugetraut, einen Deal nur dann abzufeiern, wenn er auch tatsächlich in trockenen Tüchern ist. Zu viel der Ehre!
    Jetzt wird wieder der alte deutsche Klassiker geboten: wir wußten von nichts! So wie bei der HRE, wo ein Refinanzierungsbedarf von ca. 100 Milliarden € auch ganz plötzlich über Nacht aufgetaucht ist, ohne dass jemand etwas ahnte.

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