Hypo: Von Gangstern und „Tockern“

Zur Hypo AA nur soviel: Wenn nach diesem größten Bankenskandal der zweiten Republik wieder niemand von seinem Pöstchen zurücktritt, wenn wieder kein einziger Politiker oder Millionenabzocker in den Knast geht, weil die Justiz(ministerin) sich weigert, schwarze und blau-orange Gangster zu belangen, und also Helmut Elsner der einzige bleibt, der neun Jahre im Gefängnis abbrummen muss, obwohl seine Geschäfte „nur“ dem ÖGB die BAWAG gekostet haben, nicht aber dem Steuerzahler hunderte Millionen, wenn also bei der HAA nicht rasch und hart durchgegriffen wird und jene, die sich mit Summen in bis zu dreistelliger Millionenhöhe bei dieser Bank bedient haben, dann verspielt nicht nur die Justiz jegliches Vertrauen, das man in sie haben sollen müsste, auch ganz Österreich wäre dann endgültig und offiziell zur ärgsten Banenenrepublik und zum tiefsten Korruptionssumpf der EU abgestiegen. Ich hege die (vergebliche?) Hoffnung, dass sich die Bürger diesen Skandal nicht bieten lassen, dass die Medien endlich einmal wirklichen Druck erzeugen, und ich erwarte, die Verantwortlichen demnächst auf der Anklagebank sitzen zu sehen.

Dafür, dass Jörg Haiders Partei in der HAA einen finanziellen Selbstbedienungsladen hatte, dass sich deutsche Gauner auf Einladung des BZÖ durch Insidergeschäfte aberwitzige Summen aneignen konnten, dass dubiose Figuren“ für „mündliche Beratungen“, über die keine Unterlagen vorliegen, Millionen abkassiert haben, dass die Balkan-Mafia über Luftgeschäfte mit der HAA ihr Geld wusch und sich ihren Luxus finanzierte, für all das darf nun der österreichische und deutsche Steuerzahler bluten. Konkret wird die Bayern LB 825 Millionen Euro zahlen, das Land Kärnten 200 Millionen, Miteigentümer Grawe (Grazer Wechselseitige) 30 Millionen und – was das Sahnehäubchen ist – der Staat Österreich schießt 450 Millionen zu.  Außerdem wird die Liquidität der HAA aufgestockt. Dafür zahlen die Bayern zusätzlich drei Milliarden (!) Euro, das Land Kärnten nochmal 227 Millionen (!) und die Grawe 100 Millionen. Zusätzlich spendieren Österreichs große Banken der HAA 500 Mios (!).

Kärntens BZÖ-Chef Uwe Scheuch, der die bayrischen und österreichischen Steuerzahler als „Tockern“ (Deppen) bezeichnet hatte („nicht der, der verlangt ist ein Tocker, sondern der, der zahlt“), da diese schön brav das vom BZÖ angerichtete Finanzdesaster ausbaden, entbödete sich nicht, angesichts der 427 Millionen Euro, die Kärnten nun blechen muss, von einem „guten Geschäft für Kärnten“ zun halluzinieren. Wer da wohl, nach dem Steuerzahler, der größte aller „Tockern“ ist?

Ach ja, zum Schluss noch was, worüber sich der österreichische Wähler mal Gedanken machen sollte: Was ist der Unterschied zwischen Österreich und Bayern? In Östereich grinsen Finanzminister Pröll und Kärntens Landeshauptmann Dörfler dummdreist und auf die nötige Hilfe von Justizministerin Bandion-Ortner vertrauend, in die Kameras, in Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft und es werden (Politiker)Köpfe rollen.

9 Kommentare zu „Hypo: Von Gangstern und „Tockern“

  1. Furchtbar, Du bringst es wiedermal auf den Punkt. Und der Dörfler ist sich auch nicht zu blöd dazu vor seiner Bittstellerreise nach Wien den Teuerungsausgleich wie der einstige Lügenbaron Haider zu zelebrieren und so 3 Mio. Steuergelder zu verpulvern, was in Wien natürlich nur verständnisloses Kopfschütteln hervorgerufen hat. Achja…der „Zukunftsfonds“(???)der BZÖ bleibt natürlich unangetastet,wass die BZÖler beruhigen wird obwohl eh keiner weiss was und wozu der überhaupt da ist(sofern es ihn wirklich gibt). Wir Kärntner sind und bleiben die Idioten, keine Ahnung ob das das Trinkwasser ist oder die Luft…bei der nächsten Wahl kriegt das BZÖ dann wahrscheinlich 70%, weil „wir uns von den Großkopferten in Wien draussen nix gefallen lassen“…manchmal fragt man sich schon ob´s nicht besser wäre den Hut draufzuhauen.

  2. Dachte mir gestern schon, als ich es in den Nachrichten hörte: „Angesichts dieser fast unglaublichen Geschichte wird der Lindwurm nicht schweigen!“

    Und unsere Bayern waren auch noch so blöd, sich in diesen Saustall zu begeben.

    Pure Geldgier!

  3. der hauptunterschied zwischen deutschland und österreich? deutschland ist ein zivilisiertes land.
    deutschlands demokratie ist schlichtweg erwachsener als unsere, hat weniger lebenslügen auf dem buckel, und noch viel weniger proporz. in deutschland hätte ein grasser keine zwei jahre überlebt.

    so gerne ich auch in österreich lebe, aber politisch/rechtsstaatlich ist dieses land zum genieren.

  4. @ denkbar:
    Träum weiter.
    Die Bayrische Staatsregierung hat seit F.J. Strauss genau den gleichen Hang dazu, einmal im Konzert der ganz grossen mitspielen zu dürfen und umgibt sich deshalb mit den gleichen Lichtgestalten des Schwarzgeldes u der Waffenschieberei wie J.H. u. Konsorten. Man erinnere sich an den Starfighter-Skandal, die Waffenlobby des Herrn Schreiben u. v. m. Wer den Stoiber einmal live erlebt hat, fühlt sich direkt nach „Wir sind Kaiser“ versetzt.
    Schade daß man nicht darüber lachen kann, es kostet schließlich die Zukunft unserer Kinder.

  5. Na, da können die Kärntner stolz sein, denn IHRE landesvertretung hat Kärnten gerettet. Hä??? Gehts noch? Sind die alle von ihren Kärntner Liedern eingelullt? Haben die Pilze gegessen? Immer fest über Wien schimpfen – von de Großkopfatn loss ma uns nix sogn – und dann raus plärren gehn – ma kennts uns bittschen hölfn? Scheinheilige Brüder sind das alles, nichtsnutzige Schmarotzer die in jedem anderen Land mit dem nassen Fetzen zum Teufel gejagt würden. Aber in Kärnten sind alle eh fetzenteppat und deshalb können diese Dorfprinzen tun und lassen was sie wollen. Das Volk is sowieso zu blöd um da was zu ändern – eine Wahl wärr der richtige Zeitpunkt, aber bis dahin haben die ohnehin wieder alles vergessen und sind bis dahin bei allem möglichen Dorffesten von der Orange-Braunen Buberlpartei eingelullt worden. Das ist alles seeeeehr, seeeehr traurig.

  6. „Aber in Kärnten sind alle eh fetzenteppat “

    …tschuldige Waltair, aber das kann ich SO nicht stehen lassen, denn immerhin haben mehr als die Hälfte der Kärtner das BZÖ NICHT gewählt….und sich ergo auch nicht
    „von der Orange-Braunen Buberlpartei einlullen“ lassen….

  7. Anmaßend fand ich gestern das präpotente Auftreten von Scheuch beim runden Tisch des ORF. Durch Haftungsnübernahmen zwingt man die Republik in die Knie und erlaubt sich dann noch den Hypoverkauf als großartigen Deal zu verkaufen. Am Ende wird der Zukunftsfonds zu einem Fonds zur Bewältigung der Altlasten … somit zu einem Vergangenheitsfonds. Ich hoffe, dass sich Kärnten irgendwann mal wieder durch Leistung in den Vordergrund spielt und nicht durch Präpotenz, Arroganz, Freunderlwirtschaft sowie Unternehmenspleiten. Ob es in Bayern oder Deutschland anders ist oder nicht ist gar nicht von Bedeutung. In unserem Haus sollte zunächst mal Ordnung herrschen.

  8. @woertherseeweibl

    Siehst, diese Reaktion ist es, die ich mir erwartet habe. Schimpf auf Kärnten und ihre Bevölkerung und plötzlich ist man der Buhmann.

    Eine typische Kärntner Reaktion.

    Wenn jedoch irgendwo wirklich was zu bemängeln wäre, dann heißt es nur „lei loßn, weat schon wean“.

    Gott ist das alles peinlich…..

  9. @waltair…verallgemeinerungen sind, soviel mir bekannt ist, auch ein kärnter symptom…willkommen im club:) ( und jetzt kannst dich weiterschämen!)

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