FPÖ-BZÖ auf Reuniontournee

Es ist geschehen, was zu erwarten war: Das Kärntner BZÖ und die Bundes-FPÖ vereinigen sich nach dem Vorbild von CDU und CSU. Die Kärntner Orangen sind nun wieder blau und nennen sich in Hinkunft „Freiheitliche Partei Kärnten“ (FPK), das Bundes-BZÖ bliebt zwar bestehen, doch Kärntens BZÖ-, Verzeihung, FPK-Chef Uwe Scheuch, der die Vereinigung mit den Blauen monatelang vorangetrieben hatte, attestiert diesem ganz richtig, eine „Verliererpartei“ zu sein. Das FPÖ-FPK-Gespann will sich „vor allem gegen die SPÖ“ wenden. Was sagt eigentlich Kärntens Landeshauptmann (BZÖ? FPK?) Gerhard Dörfler dazu? Immerhin hatte der Mann vor wenigen Monaten verlauten lassen: „Besser ein guter Sozi als ein schlechter Strache“, hatte dem FP-Führer das Du-Wort entzogen und war stets gegen eine Wiedervereinigung der beiden Parteien eingetreten. Ideologisch passen Scheuch und seine Bande natürlich zur FPÖ wie Salz zum Frühstücksei, die liegen in allen Bereichen auf einer Linie. Strache wird sich freilich die Frage gefallen lassen müssen, ob er denn nun  gedenkt, die total verluderten Sitten  der Kärntner Lei-Lei-Rechten und deren Steuergeldvernichtungspolitik und Banken-an-die-Wand-fahren-Taktik auch auf Bundesebene anzuwenden. Und falls die Staatsanwaltschaft nicht pennt, könnten einige kärntner Möchtegern-CSUler dem Strache schon bald  abhanden kommen, weil sie im Häfen sitzen.

Pikantes Detail: Er habe keinen Weg mehr mit dem Bundes-BZÖ gesehen, da „dieses immer stärker vom freiheitlichen Weg abgekommen“ sei, so Scheuch mit Verweis auf Homo-Ehe und die angestrebte wirtschaftsliberale Politik. „Werte wie Familie, Tradition und Heimatliebe haben für uns allergrößte Bedeutung.

Ist sie nicht erfrischend, diese Heuchelei? Einserseits betreiben Scheuch & Spießgesellen eine bizarre Heldenverehrung für den im Suff ums Leben gekommen Jörg Haider, der sich bekanntlich seine eigenen Lustknaben hielt und nicht davor zurückschreckte, in Discos mit jungen Buben zu knutschen, andererseits sind sie strikt dagegen, dass Schwule heiraten dürfen…

6 Kommentare zu „FPÖ-BZÖ auf Reuniontournee

  1. Erfrischend wie immer, der Kommentar von Lindwurm zur Fussion der getrennten siamesichen Zwillinge. Besser kann wohl dazu nicht geschrieben werden, Gratulation.

  2. Ist das denn nicht schon länger der Fall??? Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass es nach dem „Märtyrertod des geliebten Führers“ zarte Anbahnungen zwischen den Orangen und den Blauen gegeben hat -praktisch das Bärenthaler Revival auf politischer Ebene-, oder liege ich da falsch.

  3. Was hat der Hr. Scheuch eigentlich mal gelernt/studiert ? Sicher nichts, was auch nur im Entferntesten mit der Interpretation der deutschen Sprache zu tun hat.
    Was kann „FREIHEITLICH“ anderes bedeuten als
    – freie Wahl der sexuellen Ausrichtung
    – freie Wahl von Beruf u Aufenthaltsort
    – Religionsfreiheit

    Kann irgendjemand dem Mann bitte einen WIFI-Kurs in Germanistik zu Weihnachten schenken

  4. Ich werde den Verdacht nicht los, daß die BZÖ-ler irgendein Tagebuch eines (möglicherweise ehemaligen) CSU Spitzenpolitikers nachleben.
    Anhaltspunkte dafür sind:
    -das typische „mir san mir, und mir san anders als der Rest der Welt“ – Gehabe,
    -die Selbstgefälligkeit, sich über Gesetz u Ordnung hinwegzusetzen (man erinnert sich, ein CSU-Bonze ist vor einigen Jahren mit dem Soruch in die Bildzeitung gekommen, ein Bayer könne mit drei Maß Bier im Schädel noch locker Auto fahren.)
    -das Gekungel mit halbseidenen Personen (Amigo-Affaire hier/dubiose Kredite nach EX-Jugoslavien da)
    -dubiose Geschäfte einer im Bundesland führenden Bank >die bayerische Hypo war vor einigen Jahren wegen zwielichtiger Kreditvergabepraktiken ebenfalls mächtig im Gerede. Die damaligen Aufsichtsräte hatten, glaub ich auch einen Sessel im Bayerischen Kabinett(zum Teil jedenfalls)

    Ein guter Rat wäre vielleicht, das besagte Tagebuch mal zu Ende zu lesen. Am Ende ist da nämlich einer (politisch) ziemlich auf die Fresse geflogen.

  5. Fremdschämen

    Bis jetzt musste man sich als Kärntner hauptsächlich nur im Ausland für seine politische Herkunft schämen, Haider sei (Un-)Dank, seit dem Hypo-Debakel und dem FPK-Anschluss-2009 zusätzlich noch im Inland, man hält es im Kopf nicht mehr aus…

    Und auch als 100%-iger Haider-Kritiker der ersten Stunde muss ich sagen, das was der Scheuch jetzt macht hat nicht einmal der Jörgl verdient, beim Begräbnis noch seinen Buben zitierend (übrigens ein armes Kind bei solch einem Vater), nämlich mit: „Der Landeshauptmann darf nicht sterben“, jetzt mit dem „Anschluss“ und manch Kommentaren dem Haider in den „Rücken zu fallen“ ist erbärmlich und politischer Egoismus übelster Sorte… es ist zum Speiben!

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