St.Veit an der Glan: Russen-Millionen für Mocks Hotelgrößenwahn

Der Bürgermeister von St.Veit an der Glan, Gerhard Mock, ist im Gespräch als Kandidat für den Parteivorsitz der kärntner SPÖ. Die hochfliegenden Polit-Träume des Mannes, der sich von niemandem einen Rat geben lässt, könnten aber einem eher unangenehmen Erwachen weichen, denn wie ein Bericht des „Kurier“ nahelegt, scheint Mock bei der fröhlichen Verteilung von Staatsbürgerschaften an russische „Geschäftsleute“ mitgemischt zu haben, wissentlich oder unwissentlich. Zur Einführung für Nicht-Kärntner: Mock hat ein Faible für Hotelprojekte. Er ließ einst vom „Semi-Surrealisten““ Ernst Fuchs ein Hotel entwerfen, das seither wie ein gelandetes UFO in grotesken Farben und Formen in der ansonsten mittelalterlichen Stadt erstrahlt und, was Kritiker vorausgesagt hatten, bald pleite ging, was bei einer durchschnittlichen Auslastung von rund 40 Prozent und einer berüchtigt schlechten Küche kein Wunder war. Ein neuer Besitzer versucht derzeit, das Hotel zu einem Wellnesstempel für ältere Leute umzugestalten. Ob er Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Mock gehört freilich zu jenen, die die Herdplatte immer wieder anfassen, egal, wie oft sie sich verbrennen, also ließ er gleich ein weiteres Nächtigungshaus bauen, das so genannte „Blumenhotel“ (da sich St.Veit als „Blumenstadt“ versteht und sich sommers mit viel Grünzeug schmückt – die einzige, nun ja,  Attraktion des Ortes). Stolz gab Mock in der „Bürgermeistzeitung“ zu Protokoll: „Wir haben zwei Investoren gefunden, die mit uns gemeinsam die Projekte Fuchshotel und Blumenhotel umgesetzt haben. (… ) Wir haben für dieses Projekt nur ein Budget von 10,5 Millionen Euro gehabt und durch eine Punktplanung ist es uns gelungen, dass es auch nicht mehr gekostet hat“. Die beiden Investoren, von denen Mock spricht, dürften jene zwei russischen „Geschäftsleute“ sein, die zur Belohnung dafür, in das Blumenhotel zwei Millionen Euro gesteckt und dem kärntner Formel-1-Piloten Patrick Friesacher über ein von ihnen gefülltes Hypo-Konto den Einstieg in einen Rennstall erkauft zu haben, wenige Monate später die österreichische Staatsbürgerschaft erhielten, auf „ausdrücklichen Wunsch aus Kärnten“, wie der „Kurier“ schreibt.

Da stellen sich folgende Fragen: War (und ist) es in Kärnten üblich, dass man sich für ein paar Mille die Staatsbürgerschaft erkaufen kann? Sind Parteispenden geflossen, und wenn ja: an wen? Wer genau hat die Deals eingefädelt? Liegt der Verdacht der Korruption vor, wenn gegen Geldleistungen Staatsbürgerschaften verteilt werden? Was wusste Gerhard Mock vom Staatsbürgerschaftsdeal? Wir sehen: Auf die Staatsanwaltschaft kommt in Kärnten immer mehr Arbeit zu. Wird Zeit, die seltsam anmutenden Vorgänge ordentlich zu untersuchen!

Gerhard Mock hat sich durch diese Aufdeckungen bis auf weiteres als Kandidat für den Landesparteivorsitz der SPÖ disqualifiziert. Wie sollte er Oppositionspolitik gegen die Scheuch-Clique machen, wenn er möglichweise selber bis zum Hals in deren Machenschaften verstrickt ist? Es gilt natürlich für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung, aber auch die „Das-stinkt-Vermutung“.

Nur am Rande sei erwähnt, dass das „Prestigeprojekt“ Blumenhotel ein gar seltsames Haus geworden ist. So hat das Teil zum Beispiel keine Küche. Gar keine Küche. Man bekommt dort nicht einmal ein Frühstück, welches es zB sogar in jeder Jugendherberge gibt. Welche Klientel soll so ein B-Hotel anziehen? Manager für den Industriepark, wie Mock fieberträumt? Bustouristen, die sich die netten Blumendekorationen der Stadt angucken, um dann noch vor dem Frühstück (das es ja gar nicht gibt) abreisen? Derzeit wird das Blumenhotel und dessen großer Saal vor allem von der Politik für Veranstaltungen genutzt, doch das kann kaum ein tragfähiges wirtschaftliches Konzept sein. St.Veit an der Glan hat 12.000 Einwohner. Braucht so eine Winz-Stadt tatsächlich zwei Großhotels neben den seit langem bestehenden kleineren Herbergen? Würde ein vorausschauender Politiker nicht zuerst versuchen, einen echten Anreiz für Besucher zu schaffen, zB international anerkannte Kulturfestivals, bevor er gleich mehrere Hotels bauen lässt? Mit floristisch behübschten Plätzen können auch andere Städte aufwarten, und Vorschläge für Veranstaltungen oder Museen, die ganzjährig ein gehobenes und interessiertes Publikum anlocken könnten, hat Mock keiner Antwort gewürdigt. Auch die Hotels selber sind eher zum Davonlaufen als zum Einchecken. Der „Fuchsbau“, wie er von Einheimischen genannt wird, wirkt wie der Architektur gewordene Amoklauf eines Esoterikers auf LSD, und das Blumenhotel ist ein enorm schlichter rechteckiger Kasten. Es wäre wohl zuviel verlangt gewesen von einem wie Mock, der stets mit Haider gekungelt hat, zu kapieren, dass wirklich interessante und daher auch Gäste anlockende Architektur von guten Architekten gemacht wird und nicht von Malern.

Seufz, und dieser Mock will Chef der kärntner Roten werden? Das wäre nach Seifried schon der zweite, der stets mit den Blauen kollaboriert hat, immer wieder die eigene Partei aus dem Hinterhalt torpedierte und ein Busenfreund Haiders war.

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