Kellernazi bleibt Kellernazi

Die blaue Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz hat heute in Wien vor Journalisten eine eideststattliche Erklärung unterzeichnet, wonach sie „jede Interpretation, wonach ich das NS-Verbotsgesetz abschaffen wolle, mit aller Entschiedenheit“ zurückweise. Damit kam sie zwar einer Forderung des „Krone“-Herausgebers Hans Dichand nach, doch die Diskussion ist damit sicher nicht beendet, dazu war allein schon der heutige Auftritt zu bizarr. Wie mir Wiener Kollegen berichten, waren Journalistenfragen bei dieser so genannten „Pressekonferenz“ nicht zugelassen, Rosenkranz gab lediglich eine knappe Erklärung ab und das – kurz gehaltene – Wort führte ansonsten FPÖ-Kommunikationschef Herbert Kickel.

So nicht, Frau Rosenkranz! Meint die Dame im Ernst, sie könne die Öffentlichkeit einfach mit einem Blatt Papier abspeisen und die mehr als berechtigte Kritik damit zum verstummen bringen? Glauben die FP-Strategen, dass damit die über Jahrzehnte angebräunte Weste der Dame plötzlich blütenweiß wäre? Hält die FPÖ die Journalisten, die kritischen Bürger und auch Hans Dichand für so einfältig, auf diesen Trick hereinzufallen?

Rosenkranz hat die  Abschaffung des NS-Verbotsgesetz gefordert, sie hat auf die einfache Frage, ob es Gaskammern gegeben habe, nicht mit „ja“ oder „nein“ geantwortet, sondern mit einer Ausflucht. Sie ist mit einem Mann verheiratet, der seit jahrzehnten immer wieder im neonazistischen Umfeld unterwegs ist und sie hat sich bis heute nicht von dessen Umtrieben und dessen Aussagen und Schriften distanziert. Barbara Rosenkranz ist unglaubwürdig und bleibt unwählbar. Punkt.

Gucken wir aber noch einmal genau hin.  In ihrer heute unterzeichneten Erklärung heist es: „Zu keinem Zeitpunkt habe ich die Grundwerte unserer Republik in Frage gestellt, sondern sie im Gegenteil immer verteidigt. So habe ich auch das Verbotsgesetz als Symbol für die Abgrenzung vom Nationalsozialismus niemals in Frage gestellt und werde es auch nicht in Frage stellen.

Das ist schlicht gelogen.

3. März 1010: Am Mittwoch wurde sie im Ö1-Morgenjournal dazu (zur Aufhebung des Verbotsgesetzes, Anm.) befragt. Ihre Aussage: Die FPÖ trage das Wort „Freiheit“ im Namen und stelle Bürgerrechte an die Spitze ihrer Forderungen. „Ist man für Meinungsfreiheit, dann wird es nicht anders gehen, als dass man absurde, skurrile, verwerfliche Meinungen zulässt.“ Gefragt, ob sie selbst bezweifle, dass es in NS-Konzentrationslagern Gaskammern gegeben hat, sagt Rosenkranz: „Ich habe das Wissen, dass ein Österreicher, der zwischen 1964 und 1976 in österreichischen Schulen war – das ist also mein Wissen von der Geschichte, und daran habe ich überhaupt keine Änderung vorzunehmen.“

30.10. 2007, Zeit im Bild 2: „Ich bin der Meinung, dass das Verbotsgesetz so wie es ist, also wie auch Juristen darlegen, ausufernd, schwammig, dem Missbrauch Tür und Tor öffnend, nicht im Einklang mit unserer Verfassung, die ja Meinungsfreiheit gewährt, steht“.

Was ist eine eidesstattliche Erklärung wert, in der gelogen wird? Ist eine solche nicht ein Fall für die Gerichte?

Unterdessen beweist die Strache-FPÖ immer und immer wieder, wes Ungeistes Kind sie ist. Da warb etwa die Salzburger FPÖ im Landwirtschaftskammerwahlkampf mit folgendem Plakat:

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5 Gedanken zu “Kellernazi bleibt Kellernazi

  1. Braune Scheisse bleibt braune Scheisse-auch wenn´s parfümiert wird stinkts noch immer erbärmlich. Der Knallkopf der Salzburger FP ist ja Hammer…interessant auch die kleinen Zweizeiler, die die F in letzter Zeit zum leichteren Verständnis der Thematik auch für Grenzdebile auf ihren Plakaten offeriert… ob sich hier der Wolf ein Zubrot verdient?

  2. Gut, daß die FPÖ auf ihrem Plakat unter dem Konterfei ihres Kandidaten seinen Namen gesetzt hat. Sonst hätte zumindest ich nicht erkannt, wer der Bewerber und wer das Rindviech ist.

  3. Diese eidesstattliche Erklärung ist mmn keineswegs irgendwie als Distanzierung zu verstehen. Bestenfalls ist es ein Geständnis

  4. meiner ansicht nach wurde hier gezielt manipuliert und eine image-finte inszeniert.

    jetzt kann man wenigstens von ihr behaupten, sie habe sich ja deutlich von den ns-gräueln distanziert, was für unentschiedene doch eine rolle spielen dürfte.
    denn, so rechtsradikal kann sie ja gar nicht sein, wenn sie sich öffentlich davon distanziert…und mit vielem was sie sagt hat sie ja recht. 😉

    den hardcore-rechten ist das natürlich egal, denn die wählen sowieso eher eine „quasi-distanzierte“ rosenkranz als den roten.

    bg
    pfugge

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