Ein Kaiser für Kärnten

Am Samtstag wurde Peter Kaiser mit beeindruckenden 78 Prozent zum neuen Landesparteichef der kärntner SPÖ gewählt. Damit haben die Sozialdemokraten ein klares Signal gesetzt, dem hoffentlich auch eine klare Politik folgen wird. Kaiser ist ziemlich genau die Anithese zum Negerwitze erzählenden Wirtshausschreier Gerhard Dörfler und zu den großmannsüchtigen Gebrüdern Scheuch. Er ist intelligent und intellektuell, weltmännisch, integer und menschlich sehr in Ordnung. Er wird nun aber beweisen müssen, dass er die SP-Kärnten wieder auf die Beine stellen und zu der für Wähler attraktiven und dominanten Kraft im Lande machen kann, die sie einmal war. Aus vielen Gesprächen mit Funktionären und treuen Wählerinnen und Wählern der kärntner SPÖ weiß der Lindwurm, was von Kaiser erwartet wird: Er muss einen klaren Gegenkurs zur wirtschaftlich und sozial katastrophalen FPÖ/ÖVP-Politik einleiten, muss Klartext reden, angriffig sein und Fehler der vergangenen Jahre vermeiden. Kaiser muss die Partei, für die er nun die Verantwortung trägt, kampagnefähig und schlagkräftig machen, muss ganz klar die ruinöse Misswirtschaft der blau-schwarzen Chaostruppe attackieren, darf nicht, wie es seine Vorgänger taten, immer wieder blödsinnigen Ideen der Haider-Zöglinge zustimmen im Austausch gegen ein paar Krumen vom Regierungskuchen, muss unzweideutig die mutmaßlich kriminelle Geldvernichtung angreifen (siehe Hypo, siehe Fußballstadion, siehe Pyramidenkogel) und konsequent eigene Ideen vorstellen, mit denen die Menschen im Land auch etwas anfangen können. Immer noch ist das Wählerpotenzial für FPK, BZÖ, FPÖ und ÖVP viel zu hoch angesichts der beispiellosen Skandalserie, die diese Parteien zu verantworten haben, und das liegt vor allem daran, dass die SPÖ es bislang  nicht schaffte, sich als klare Alternative zu präsentieren. Wenn Kaiser all dies angeht, dann muss man ihn als Vertreter des anderen Kärnten, des nicht kriminellen und nicht provinztrotteligen Kärnten nämlich, das es sehr wohl gibt, unterstützen, denn die SPÖ ist trotz ihrer Fehler, die auch ein Kaiser nicht völlig beseitigen werden wird können, die einzige Hoffnung für die unverblödete Hälfte des Landesbevölkerung.

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Ein Gedanke zu “Ein Kaiser für Kärnten

  1. Das klingt, bis auf die Regierungsparteien, sehr ählich wie die Situation der Grazer SPÖ nach den letzten Gemeinderatswahlen, als Walter Ferk (der in gewisser Hinsicht sehr gut mit Reinhard Rohr vergleichbar ist) gehen musste, und ihm Wolfgang Riedler nachfolgte, der im wesentlichen so beschrieben wurde (und wird), wie du Kaiser beschreibst. Es ging auch ein ordentlicher Ruck mit einer Menge Optimismus durch die Partei, nur leider folgte dann nichts, und die Grazer SPÖ kann Bgm. Nagl nach wie vor nicht unter Druck setzten. Ich hoffe für Kaiser dass es anders läuft als in Graz, wo das Beispiel zeigt, dass sogar ein wirklich guter, sympathischer Parteichef der sicher schwer in Ordnung ist, eine unbrauchbare Partei nicht so leicht verändern kann. Selbst mit einem großen Vertrauensvorschuss nicht…

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