R.I.P. Dennis Hopper

Mit Dennis Hopper ist einer der ganz Großen der amerikanischen Kulturszene verstorben. Hätte der Mann außer „Easy Rider“ gar nichts gemacht, es wäre schon genug gewesen, wer kann schon von sich sagen, den „Film einer Generation“ gedreht zu haben und damit auch noch das Verständnis davon, was Filmemachen bedeutet, völlig zu verändern? Doch Hopper hat mit Streifen wie „Out of the Blue“, „Das Messer am Ufer“ und „Colours – Farben der Gewalt“ noch drei weitere echte Meisterwerke des Autorenkinos geschaffen. Hopper war auch ein hervorragender Fotograf, dem wir viele Schappschüsse verdanken, die längst den Weg in die Ikonographie des 20. Jahrhunderts gefunden haben und von denen viele nicht wissen, das sie eben von dem Mann stammen, den die meisten Leute nur als Schauspieler kannten. Auch gemalt hat Hopper und Skulpturen hat er gebaut, und das gar nicht mal schlecht. Immerhin bekam er eine eigene Werksschau im Museum für Angewandte Kunst in Wien, und das nicht deswegen, weil er Dennis Hopper war, sondern weil seine Kunst echte Kunst ist. Auch einige der provokantesten Aktionismusperformances gehen auf sein Konto, wie etwa der berüchtigte Auftritt in einem Autorennstadion, bei dem er sein Leben aufs Spiel setzte, indem er sich mitten in einen Kreis explodierender Dynamitstäbe hockte. Jahrzehntelang war Hopper ein Drogenfreak, der sich so ziemlich alles einwarf, was irgendwie high machte, und dazu trank er bis zu drei Liter Rum pro Tag. Dies und sein Ruf, unberechenbar zu sein, führte dazu, dass er sein Talent manchmal recht billig für nicht gerade hochwertige Filme und Fernsehserien hergeben musste, denn auch Hopper hatte seine Miete zahlen. Doch immer wieder durfte er auch zeigen, was wirklich in ihm steckte, wenn er etwa für Regisseure wie Francis Ford Coppola, David Lynch oder Wim Wenders arbeitete. In den letzten Jahren hatte Hopper sich von Drogen und Alkoholexzessen freigemacht und wurde ein treusorgender Familienmensch und Vater, allein auf seine geliebten Zigarren wollte er nicht verzichten. Dann kam die Diagnose Protatakrebs, und später das Todesurteil, denn der Krebs hatte ausgerechnet in den Knochen gestreut. Hopper wurde 74 Jahre alt und sein Tod ist ein Verlust für die Film- und Kunstwelt.

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