Money Money Money

Gerade gelesen: Hohe Verluste von Anlegern in der Finanzkrise – diese schmerzhafte Erfahrung haben zwar viele Investoren gemacht, in Summe sind sie aber ziemlich glimpflich durch die Turbulenzen gesegelt. Laut einer Studie der Boston Consulting Group (BCG) liegen die im Kapitalmarkt veranlagten globalen Privatvermögen bereits wieder auf Vorkrisenniveau (…). In Österreich liegen die an den Finanzmärkten (Aktien, Anleihen, Fonds) veranlagten Werte sogar deutlich über dem Stand von 2007. Hierzulande sind die Anlagen im Horrorjahr 2008 nur um 1,4 Prozent geschrumpft (Europa: minus 5,9; Nordamerika: minus 20) und im Vorjahr um acht Prozent auf 676 Milliarden Dollar gewachsen. (…). Dank der starken Entwicklung an den Märkten erweiterte sich der Klub der Dollarmillionäre weltweit um 14 Prozent auf 11,2 Millionen Haushalte. Auffällig ist der starke Anstieg von 25 Prozent in Asien. In Österreich wuchs die Anzahl der Millionäre von 35.582 auf 39.077 im Vorjahr. (…). Vergrößert hat sich 2009 die Verteilungsschieflage: Jenes Promille aller Haushalte weltweit, das mehr als fünf Mio. Dollar angehäuft hat, kommt auf 23 Billionen Dollar oder 21 Prozent des globalen Privatvermögens (2008: 19 Prozent). In Japan und Europa verfügen Millionäre über gut ein Viertel aller Finanzwerte, im Nahen Osten/Afrika und Nordamerika halten sie mehr als die Hälfte.

Und dann kommen unsere Politikerdarsteller daher und beschließen, die Sozialleistungen mit der aberwitzigen Begründung zu kürzen, „wir“ hätten über unsere Verhältnisse gelebt. Das Beste: Die Knalltüten geben sich auch noch verwundert darüber, dass sich immer mehr Menschen radikalen Gruppierungen zuwenden. Ich habe nichts gegen Millionäre oder Milliardäre per se, ich will sie weder enteignen, noch möchte ich „Leistung bestrafen“, selbst wenn die Leistung oft nur aus gekonntem Erben und Stiften besteht. Aber der Dreh, die Mittel- und Unterklasse für krisenbedingte Ausfälle bei den Millionärseinkommen zahlen zu lassen, und zwar gleich zweimal, während die  Vermögen und die Gewinne aus Spekulationen weiterhin wachsen, ist schon ein bisschen schäbig.

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6 Gedanken zu “Money Money Money

  1. Du weist schon, das die „großen“ Investoren auf den Finanzmärkten nicht Millionäre und Milliardäre sind, sondern Pensionfonds, Versicherungen und Bausparkassen sind ?

    Also gerade die Systemelemente, die das Kapital der Mittel- und Unterklasse sammeln und mehren (und der Wirtschaft als Kredit verfügbar machen) und dabei nebenher noch ihre Kunden vor den finanziellen Folgen Unfällen, Krankheiten oder einfach Erwerbsausfällen im Alter absichert ?

    Über Versicherungen, Pensionsfonds und Bausparkassen profitieren also gerade die Unter- und Mittelschicht von den „schäbigen“ Gewinnen aus Spekulation.

  2. höhö ^^
    danke 🙂
    mehr davon alrik – bitte viel mehr – ist selten dass ich vor den schlafen gehen nochmal herzhaft und vorallem ehrlich lachen kann *gutgelauntzubettgeh* 🙂

  3. eh alrik – ich hasse 3 punkte.
    soviel mal dazu.

    weiters hast du mich einfach zum lachen gebracht – also
    dazu schon mal gratulation – ich lache gerne, leider viel zu selten 🙂

    heute bringst du mich nicht zum lachen, weil ich keinen bock
    habe zu argumentieren – aber! – da du ja was gut bei mir hast (lachen),
    versuche ich mich in deine meinung hineinzudenken:

    du redest von „das Kapital der Unterklasse“

    -> sry, da muss ich schon wieder mit nachdenken über deine worte aufhören.

    aber moment – willst du wirklich sagen dass an unserem ganzen finanzsystem
    eigentlich die, die wirklich produzieren (bspw ein x-beliebiger arbeitnehmer)
    verdienen?

    jetzt hast du mich doch, wiederholt, zum lachen gebracht!

  4. Jepp, ein X-beliebiger Arbeitnehmer verdient an unserem Finanzsystem.
    Wenn wir davon ausgehen das er bei einer x-beliebigen Versicherung Kunde ist. Und das ist meistens der Fall.

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