Zucht und Ordnung in Gaza

Die Helden der antiimperalistischen Linken, die tapferen fortschrittlichen Männer von der Hamas, werden nicht müde, die letzten Reste von Zivilisation westlicher Dekadenz auszurotten: Die im Gazastreifen herrschende Hamas-Organisation hat Damenunterwäsche in Schaufenstern verboten. Damit solle die „öffentliche Moral“in der palästinensischen Gesellschaft wieder hergestellt werden, sagte Polizeisprecher Aiman Batniji am Donnerstag in Gaza. Er begründete die verschärften Bestimmngen mit zahlreichen Beschwerden aus der Bevölkerung, die wünsche, dass Traditionen hochgehalten würden. Unter das Verbot fallen auch Schaufensterpuppen. Darüber hinaus müssen Ladenbesitzer künftig Sicherheitskameras abschalten und die Türen zu ihren Geschäften offen halten. Polizisten würden Ausschau halten, ob es zwischen Verkäufern und Kundinnen zu einem „verdächtigen Verhalten“ komme, sagte der Sprecher. Er wies zugleich Vorwürfe zurück, die Hamas wolle die Gesellschaft weiter islamisieren.

Die radikal-islamische Hamas hatte im Juni 2007 nach einem blutigen Putsch die Macht im Gazastreifen übernommen. Seitdem schränkt sie mit einer Reihe von Vorschriften und Verboten die Freiheiten der rund 1,5 Millionen Palästinenser immer weiter ein. Besonders betroffen sind dabei Frauen. Palästinenserinnen dürfen seit zwei Wochen beispielsweise keine Wasserpfeife mehr in der Öffentlichkeit rauchen. Die Hamas verbot außerdem, dass Frauen als Sozius hinter Männern auf einem Motorrad sitzen. Studentinnen und Maturantinnen können nur noch mit einem Hijab zum Unterricht erscheinen. Dieser traditionelle Umhang bedeckt den ganzen Körper bis auf das Gesicht und die Hände.

Ich warte jetzt gespannt auf die erste europäische „Feministin“, die die Hamas als Vorkämpferin gegen sexistische Unterwäschewerbung, sexistische Schaufensterpuppen und sexistische legere Kleidung lobt…

Ach ja: Schaufenster mit Damenunterwäsche, Ladenbesitzer die sich Überwachungskameras leisten können, neu errichtete Einkaufszentren, etliche Supermärkte, gut bestückte Fleisch-, Fisch- und Gemüsemärkte, eine hohe Lebenserwartung und steigende Geburtenraten…lauter Merkmale für ein „Gefangenenlager“, ein „Freiluftgefängnis“ oder gar ein „KZ“, nicht wahr?

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