Roma deportieren, Israel kritisieren

„Gratuliere“, Herr Präsident Sarkozy, sie haben soeben die erste Zigeunerdeportation Frankreichs seit dem Vichy-Regime erfolgreich abgeschlossen. Aber bitte keinesfalls vergessen: Nächste Woche rasch wieder Israel bezüglich der Menschenrechte schulmeistern! Am besten im Chor mit all den großen Humanisten Europas, denen zur Lage der Sinti und Roma nichts einfällt außer brüllend laut zu schweigen…

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11 Gedanken zu “Roma deportieren, Israel kritisieren

  1. völlig gesetzeskonforme Rücküberstellungen in die Heimatländer mit Zigeunerdeportationen in die Nazi-KZs gleichzusetzen, finde ich aber auch nicht viel geistreicher als die Gaza/Warschauer Ghetto-Vergleiche.

  2. Ich schätze ihre Artikel, aber würden sie die Abgeschobenen gerne als unmittelbare Nachbarn haben? Sollten Sie Eigentümer (nicht Mieter) eines Immobilie sein, werden Sie es zu schätzen wissen…
    Ihre Linie ist gut, aber nicht durchgehend…

  3. @aron2201sperber u.A.
    „völlig gesetzeskonforme Rücküberstellungen in die Heimatländer“
    tja, in der jetzigen gesetzeskonformität eine kontnuität zur vergangenheit zu sehen is natürlich „weltfremd“. ich mag jetzt garnicht viel über die nähe bestimmter ideologien zu anderen faseln, sondern Ihnen folgenden podcast empfehlen, der u.a. die mangelnde auseinadersetzung mit kontinuitäten zum NS zum thema hat: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=33027

    nebenbei sollten sich (ernsthaft) _alle_ der reflexion mächtig glaubenden menschen mal über die mächtige phrase der „naturalisierung des sozialen“ gedanken machen, auch im kontext von populistischen/symptomatischen abschiebungen

    my 2 cents

  4. Und wieder die gebetsmühlenartige Leier: „Kannst sie ja bei dir aufnehmen!“ Oder, bei Kritik am öffentlichen Gemeinwesen beliebt, der Tipp zum Auswandern von bürgerlichen, kleinkarierten Tunneldenkern…

    Jedenfalls kann man die Politik des Franzosen und der meisten westlichen Länder nicht gutheißen, weil sie allzuoft gegen Menschenrecht verstößt. Bsp. Schubhaft für Kinder und Jugendliche, Abschiebungen bei Nacht und Nebel…

  5. @ dieter:

    Zitat aus dem von dir verlinkten Artikel: „About 400 children and their parents are expected to leave Israel over the next month. An additional 800 children may qualify to stay and receive residency status if they meet certain requirements such as having lived for the last five years in Israel and attended grade school.“

    Im Klartext: 400 Kinder müssen gehen, 800 (also eine größere Anzahl) dürfen bleiben. Das ist eine überaus großzügige Lösung seitens Israels (das sich im Gegensatz zu Frankreich in einem ständigen Existenzkampf befindet und folglich nicht jedem ein Bleiberecht einräumen kann, der halt gern in diesem Land leben würde), dein Kommentar somit Stimmungsmache.

  6. ich würd gern sehn, wer, wenns hier bspw. um ghettoisierte polnische juden ginge, noch von rechtmäßig oder „doch bei sich selber aufnehmen“ labert. die parallelen antisemitismus antizigansimus, die diese endlösungsideologien vom „einfachen“ rassismus hervorheben, bestehen. aber da den „zivilisierten“ die „unzivilisierbaren zigeuner“ im gegensatz zu jüdischen menschen nicht so recht ins konzept passen wollen, kann man ja aus ihnen shoah-opfer zweiter klasse machen und sich nicht weiter drüber den kopf zerbrechen…
    http://tinyurl.com/2g9c58z

  7. Es ist halt so das man nicht einfach in ein fremdes Land gehen kann und für allen möglichen Ärger sorgen kann. Das ausweisen von Leuten in ihre Heimat ist was ganz anderes. Und wenn sowas gegen die Menschenrechte verstößt hat da einer die Menschenrechte nicht verstanden. es gibt Grenzen, auch in der EU.

    Warum „Fliehen“ eigentlich MOSLEMS aus Afrika ins ACH SO MOSLEMFRESSENDE ISRAEL?
    Mögen die Ölprintze in Arabien keine SCHWARZE oder was?

  8. Naja, spätestens mit 1.1.2014 hat derartiger Populismus sowieso ein Ende – dann enden nämlich die temporären Beschränkungen der EU-Freizügigkeit für EU-Bürger aus Rumänien und Bulgarien.

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