Islamkritik: Die verlogene FPÖ

Der politische Islam, klerikalfaschistische Diktaturen und radikale Islamisten sind eine Bedrohung für die Freiheit aller Menschen – für jene, die bereits unter ihrer Fuchtel leben müssen wie auch für diejenigen, die „bekehrt“ werden sollen. Niemand, der bei Verstand ist, wird das leugnen können. Es ist ja nicht so, als würden diese Kräfte mit ihren Absichten hinterm Berg halten. Sie sind offen antidemokratisch, antisemitisch, frauenfeindlich, antiaufklärerisch, sexualneurotisch, totalitär und nekrophil.

Die Gegner  des funadamentalistischen Islam lassen sich derzeit grob in folgende Gruppen unterteilen:

1. Die Progressiven. Für sie macht es keinen Unterschied, wer die Freiheit bedroht und und wo dies geschieht. Sie sind prinzipiell gegen Unterdrückung und Totalitarismus und sehen im radikalen Islam eine von mehreren antiliberalen, antiemanziparotischen und antifortschrittlichen und daher zu bekämpfenden Kräften. Kommunistische Sekten und weite Teile der linksextremen Szene, naive Folkoristen und realitätsblinde Schwärmer zähle ich ausdrücklich nicht zu dieser Gruppe.

2. Die Konservativen: Die nehmen den Islam in erster Linie als Bedrohung für den Status Quo, eine unliebsame Konkurrenzreligion zum Christentum und eine Gefahr für das christliche Abendland wahr. Diese Gruppe hat nur dann etwas gegen klerikale Einflussnahme auf Politik und Gesellschaft einzuwenden, wenn diese von nicht-christlichen Religionen ausgeht.

3. Die Rechtsradikalen: Diese Leute unterscheiden nicht mehr zwischen einem Djihadisten und dem muslimischen Gemüsehändler von nebenan, da sie den Islam außerhalb seiner unterstellten „Stammländer“ per se ablehnen und ihn zumeist noch rassistisch konnotieren. Der Islam in Europa wird als ganzes negativ gesehen aus dem einzigen Grund seiner angeblichen Fremdheit und wegen der rassistischen Ablehnung der Bevölkerungsgruppen, von denen er großteils praktiziert wird. Rechtsradikale Xenophobe haben kein Problem mit dem Klerikalfaschismus islamischer Prägung, solange er „nur“ Muslime knechtet. Rechtsradikalen geht es nicht um die Menschenrechte, sie agitieren gegen Muslime auf einer taktisch-populistischen Basis.

4. Nazis. Diese überschneiden sich teilweise personell mit Gruppe drei. Sie sind zwar zumeist nach außen hin antiislamisch positioniert, paktieren jedoch mit radikalen Muslimen und nationalarabischen Diktaturen, da sie deren kompromisslosen Antisemitismus schätzen und auf eine Tradition der Kollaboration zwischen Nazi-Deutschland und der arabischen Welt zurückgreifen können. Nazis möchten Juden vernichten und es ist ihnen egal, wer ihnen dabei behilflich ist.

5. Die existenziell Bedrohten. Zu diesen zählen vor allem Jüdinnen und Juden in und außerhalb Israels, muslimische Intellektuelle und Linke, religionskritische Denker und Künstlerinnen, Homosexuelle, nicht-muslimische Schwarzafrikaner sowie religiöse und ethnische Minderheiten in klerikalfaschistischen Staaten.

Zu den seltsamsten Vorgängen der jüngeren Zeit zählt die Intellektuelle Fehlleistung von Teilen der Gruppe 5, in Vertretern der Gruppen 3 und 4 Verbündete zu imaginieren. In einer militärischen Auseinandersetztung mag der uralte taktische Gedanke, dass der Feind meines Feindes mein Freund sein müsse, Sinn machen – aber nur dann, wenn dieser Feind meines Feindes tatsächlich einer ist und sich nicht bloß als solcher tarnt. Intelligente und geschichtsbewusste Menschen haben beispielsweise längst erkannt, dass sich gerade europäische rechtsextreme Parteien nicht als Verbündete im Kampf gegen den radikalen Islam eignen, da die meisten dieser Parteien viele Positionen des fundamentalistischen Islam und des antisemitischen arabischen Nationalismus teilen. Es ist nicht so, wie manche meinen, dass zB die Juden und die österreichische FPÖ im radikalen Islam einen gemeinsamenen Gegner hätten, es ist vielmehr genau umgekehrt: Die FPÖ und der radikale Islam haben bei aller vordergründigen Gegnerschaft die Juden als gemeinsames Feindbild.

Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemneidne, weiß das: Die Israelitische Kultusgemeinde verwehrt sich gegen die Unterstützung durch die FPÖ im Kampf gegen Antisemitismus. So hatte der Wiener FPÖ-Gemeinderat David Lasar sein SPÖ-Pendant, Omar Al-Rawi, aufgefordert, sich von Antisemitismus und Judenhatz zu distanzieren. Der Präsident der IKG Wien, Ariel Muzicant, wies gegenüber der APA die ungewollte Hilfe zurück. Die FPÖ agiere scheinheilig und heuchlerisch, bei keiner Partei gebe es so viele “Kellernazis” und Verbindungen zu Holocaust-Leugnern. “Keine Partei in Österreich hat so viele Kontakte zu Islamisten und radikalen Muslimen, wie FPÖ, FPK, BZÖ”, so Muzicant, der als Beispiele Saddam Hussein, Muammar Al-Gaddafi und Mahmoud Ahmadinejad nannte. Der FPÖ-Abgeordnete Johannes Hübner vertrete zudem den “selbst ernannten Oberrabbiner” Moishe Arye Friedman anwaltlich, wobei unklar geblieben sei, “ob ihn die FPÖ bezahlt oder der iranische Geheimdienst unterstützt hat”.

Belege dafür, wie es die österreichischen Rechtsaußenpolitiker mit Israels Feinden halten, lassen sich zur Genüge finden.

-Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Peter Fichtenbauer unterhält exzellente Beziehungen zum Regime in Teheran: Fichtenbauer, for his part, said that Vienna wants to increase ties with Tehran as Iran is a powerful country. (…) The Austrian official also called for the expansion of parliamentary ties between Tehran and Vienna.

-Auch der FPÖ-Chefideologe Andreas Mölzer und der Ex-FPÖler und nunmehrige BZÖ-Politiker Ewald Stadler  haben ein Herz für Mullahs: Gleich zwei Delegationen der FPÖ besuchten am Wochenende den Iran: So stattete EU-Mandatar Andreas Mölzer mit vier Freunden der Islamischen Republik einen angeblich „vorwiegend privaten“ Besuch ab. Hier trafen sie auf eine mehrköpfige Reisegruppe der FP-Akademie samt Ewald Stadler. Der widrigen Witterung zum Trotz wurden Sehenswürdigkeiten von Teheran bis Isfahan besucht. Höhepunkt dürften aber „hochrangige Treffen“ mit Regierungsvertretern gewesen sein. Mit wem genau die FPÖ-Delegation konferierte, darüber sei – so Mölzer – Stillschweigen vereinbart gewesen. Wie nahe sich die Daham-statt-Islam-Partei und die Spitzen des Mullahstaates stehen, wurde zuletzt im Juni bewiesen. Damals konnten iranische Spitzenpolitiker die Bühne der FP-Akademie für PR zum Thema „unser friedliches Atom-Programm“ nutzen.

-Der ehemalige Verteidigungsminister Herbert Scheibner (BZÖ, vormals FPÖ) wurde 2008 zum Präsidenten der Österreichisch-Syrischen-Gesellschaft gewählt.

-Ewald Stadler war zu Zeiten Saddam Husseins Präsident der Österreichisch-Irakischen Gesellschaft.

Wir sehen: Wer meint, ausgerechnet bei der FPÖ pro-jüdische, pro-israelische oder auch nur islamismuskritische Verbündete zu finden, irrt sich gewaltig. Hinter der Hetze gegen Muslime verbergen sich strategische Partnerschaften mit antisemitischen Staaten. Oder auf den Punkt gebracht: Wenn der Muslim vertrieben ist, kommt der Jude als nächster dran.

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3 Gedanken zu “Islamkritik: Die verlogene FPÖ

  1. wer hätte das gedacht, in österreich wäre ich also progressiver ^^

    mein problem ist vor allem, dass es meiner meinung nach nicht so schwer wiegt, wie lächerlich der gute mann sich durch durch ein paar thesen machen möchte, sondern dass in deutschland wieder einmal ein vermeintlicher aufreger über GELEBTE meinungsfreiheit benutzt werden soll, um eben diese ein stück weiter abzuschaffen.

    ich werde mein studium abschliessen, am besten noch in der schweiz oder österreich meinen mba machen, und dann in eine angelsächsische demokratie, ihr wisst schon, den „westen“, möglichst nahe am lateinamerikanischen kulturkreis auswandern, während hier mit applaus und freudiger erwartung der vorhang fallen wird.

    der mitteleuropäischen gesellschaft ist nicht mehr zu helfen, wenn ganze bevölkerungsteile, die fröhlich vor sich hinleben, gleichzeitig zulassen, dass sich vollkommen realitätsfremd und unbegründet in ihrem namen aufgeregt wird, um in klassischstem aktionismus noch nicht einmal die diskussion über probleme aufkommen zu lassen.

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