Die echten Sozialschmarotzer

Strinkreiche Großbauern und Millionäre, die sich zum Privatvergnügen einen Bauernhof halten, werden von der Allgemeinheit großzügig beschenkt: (…) Dazu zählen laut Transparenzdatenbank etwa Dr. Wolfgang Porsche, Mitglied des Porsche/VW-Clans mit 55.000 Euro, Privatstiftungen von Friedrich Karl Flick mit 17.000 Euro, Privatstiftungen des Fürsten Liechtenstein mit 1.600.000 Euro, ein Mitglied der Swarovski-Gruppe mit 25.000 Euro, der Banker Julius Meinl mit 34.000 Euro, Magna-Chef Siegfried Wolf mit 41.000 Euro und der Papierindustrielle Alfred Heinzel mit 415.000 Euro.

Dem nächsten Schwarzen oder Blauen, der mit was von „Sozialschmarotzern“ und „faulen Arbeitlosen“ und „unleistbarem Sozialstaat“ und „unfinanzierbaren Renten“ vorjammert, hau ich eine aufs blöde Maul…

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14 Gedanken zu “Die echten Sozialschmarotzer

  1. Lieber Lindwurm,

    trotz aller Sympathie für dich bereitet es mir zunehmend mehr Bauchschmerzen, deinen in letzter Zeit eruptiven Auslassungen zu folgen. Man könnte fast meinen, dass nicht du hier schreibst sondern ein bestellter Ghostwriter (sorry).

    Oben merkst du zwar völlig zutreffend an, was bei der fiskalischen Behandlung/Einstufung vieler Reicher bzw. deren egoistischer Missbrauchspraktiken falsch läuft, gleichzeitig resümierst du aber, dass du Schwarzen oder Blauen….eine aufs Maul hauen willst, die von „Sozialschmarotzern“, „faulen Arbeitlosen“ und „unleistbarem Sozialstaat“ reden.

    Warum gebrauchst du diese verabsolutierende Formulierung, wenn du doch genau weißt, dass sie nicht auf alle Schwarzen oder Blauen zutrifft. Gehöre ich auch dazu, weil ich CSU-Mitglied bin?

    Enschuldige, aber hier machst du genau das, was du deinen Gegnern vorwirfst: du denkst in holzschnittartigen Schablonen und formulierst auch so.

    Im Prinzip machst du jetzt genau das, was viele Linke wie eine Monstranz vor sich hertragen (du siehst, ich schreibe nicht „Die Linken“):

    Minderheitenmeinungen müssen per se gut sein – Mehrheitsmeinungen per se schlecht.

    Du weißt genauso gut wie ich und viele deiner Leser, dass dieses Axiom im Kern mehr als hinterfragbar ist. Und du weißt auch, dass damit auch jegliche Gewalt, die von Minderheiten ausgeübt wird, gerechtfertigt werden kann.

    Was ist also in dich gefahren, dass du so wild um dich schlägst?

    herzlich
    Bernd

  2. Ich will keineswegs allen Schwarzen oder Blauen aufs Maul hauen, sondern nur denen, die eine Klientelpolitik für Abkassierer der Extraklasse betreiben und dann die Frechheit besitzen, die unteren Zehntausend als „Sozialschmarotzer“ zu beschimpfen. Und ja, wer die Gesellschaft auf das Übelste ausnimmt, wie es die Großsubventionseinstreicher der Agrarindustrie zB tun, und dann noch die Menschen, die mit ein paar hundert Euro im Monat auskommen müssen, des Sozialmissbrauchs beschuldigt, dem gehört eins auf die Fresse.

  3. „Ich will keineswegs allen Schwarzen oder Blauen aufs Maul hauen, sondern nur denen, die eine Klientelpolitik für Abkassierer der Extraklasse betreiben und dann die Frechheit besitzen, die unteren Zehntausend als „Sozialschmarotzer“ zu beschimpfen.

    Lieber Lindwurm,

    Bis auf deine kleine Korrektur bleibst du ja doch bei deinem Klassenkampf-Thema, das die Minderheiten als „prinzipiell gut“ und die „konservativen“ Mehrheiten als „prinzipiell schlecht“ interpretiert.

    Mich wundert, dass du in diesem Denkschema verharrst…

    Ich gehöre „argumentativ“ auch dieser konservativen Mehrheit an, arbeite aber nach Kommunalvertrag 20 Stunden pro Woche, tatsächlich aber oft mehr als 30 oder 40 Stunden; (wegen Einzelgesprächen und Seelsorge weit über die Arbeitszeit hinaus) und mehr, die ich nie abrechne, obwohl ich als universitär ausgebildeter Theologe und Politikwissenschaftler andere Ansprüche anmelden könnte, was das Gehalt betrifft.

    Ausbeutung?

    Ja, sicher. Da würde ich dir zustimmen, was die Frechheit der EKD betrifft.

    Aber tatsächliche Ausbeutung beginnt für mich erst dann, wenn man mein Gewissen(!) „ausschlachtet“ und mich in den Dienst einer Sache stellt, hinter der ich nicht stehe.

    Und Rentenansprüche interessieren mich schon seit Jahren nicht mehr, weil ich gut 20 Jahre freiberuflich im Verlagswesen als Korrektor gearbeitet hatte. Meine(!) Rente ist sowieso futsch.

    Irgendwann wird mich ein Mensch pflegen müssen, den ich nicht kenne.

    Ich hoffe, er hat dann die richtige ethische Einstellung (im Notfall), begibt sich nicht pausenlos auf Demonstrationen und urteilt bei meiner Medikamentenzufuhr nicht nach sozialistischer Gleichmachermentalität, die unweigerlich zum Tode führt, weil ich keine Antidepressiva oder Morphium bekomme, die mir das Sterben erleichtern.

    Soll er dann sein Recht einklagen, damit ich sterbe?

    Herzliche Grüße
    Bernd

  4. >>>Zitat:Und ja, wer die Gesellschaft auf das Übelste ausnimmt, wie es die Großsubventionseinstreicher der Agrarindustrie zB tun, und dann noch die Menschen, die mit ein paar hundert Euro im Monat auskommen müssen, des Sozialmissbrauchs beschuldigt, dem gehört eins auf die Fresse.<<<

    Bin auch dabei! Aber sowas von….

  5. @bernd
    Vielleicht sind genau Leute wie du (darf ich so vertraut sein?) das Problem. Du siehst (und ich nehme mal an wählst) eine Partei, die du für konservativ und christlich hältst, weil das Label das so verspricht.

    Deinen Ausführungen nach bist du aber exakt das Feindbild der Partei, der du die Stimme gibst. Du scheinst kein Millionär und Finanzopportunist zu sein wenn ich deine Ausführungen richtig lese.

    Fakt ist, daß die ÖVP eine Klientelpolitik für 1-2 % der Bevölkerung betreibt, aber von 30% der Bevölkerung gewählt wird. Von Leuten die träumen, auch dieser Elite anzugehören. Gleichzeitig wird gelogen, gestohlen und umverteilt durch Politiker, die nicht einmal bei positivster Auslegung christlichsozial sein können.

    Bitte um ein einziges Beispiel in dem die ÖVP etwas für dich persönlich positives vertritt!

    Vor allem das Beschränken des Zuganges auf medizinische Leistungen für Leute die keine Leistungsträger (100k+ im Jahr) sind, kommen eigentlich immer von den Schwarzen.

  6. Meiner persönlichen Einschätzung nach, haben die Parteien, die sich christlich-sozial nennen, schon seit Jahren nichts mehr mit christlichen Werten zu tun.

  7. zustände, wo jeder jedem „eins auf die fresse haut“, weil irgend etwas nicht so läuft wie er/sie es sich vorstellt, davor graut es mir.
    ich hoffe das ist kein aufruf-gefolgsleute findet man scheinbar sehr leicht. wer hat nicht ein paar aufgestaute aggressionen.
    dann schon lieber sport, holz hacken oder einfach eine psychotherapie

  8. Lieber Herr Dahlenburg!

    Mutig, sich als CSU-Mitglied zu outen! Ich pflege meine Vorurteile sorgfältig! Mein Bild von einem CSU-Mitglied: erzkonservativ, reaktionär, schwülen Heimatdunst verbreitend, Strauß verherrlichend, Hirarchie festigend, Sicht bis zum nächsten Gamsbart, erzkatholisch, selbstgefällig, Jagdszenen aus Niederbayern lebend, wenn Ihnen Literatur etwas sagt.

    Aber:
    Aufs Maul hauen ist in diesem Fall überaus angebracht, denn mir hat der Herr Jesus schon als Kind immer imponiert, weil er die den Tempel seines Vaters entweihenden Händler verprügelte und mit ein paar Fußtritten hinauswarf!

    Alle Achtung!

  9. @ Wiltrud: Oder sich in einem Blog abreagieren. 😉 Aber du hast natürlich Recht. Ich habe da sehr leichtsinnig formuliert. Physische Gewalt ist natürlich, außer in Notwehrsituationen, völlig indiskutabel.

  10. @ lindi: ooooh, ich dachte wird würden zuerst ein paar bier saufen, und dann anschließend ein paar blaue oder orange (wurscht) zu einem politisch motivierten raufhandel herrausfordern??

    die frauen untern den rechten bekommen natürlich keine faustschläge ins gesicht ab, sondern werden lediglich mit einer „gsundn watschn“ für ihre politische disposition abgemahnt.

    xD

    ps: Wiltrud: wie schön jemanden bei uns zu haben, der über ein solches unbotmäßiges amygdala-gesteuertes imponierverhalten erhaben ist.

    und nicht vergessen, immer schön KORREKT bleiben!

    Pfugge

  11. „Physische Gewalt ist natürlich, außer in Notwehrsituationen, völlig indiskutabel.“

    ich habe in den letzten beiden jahrzehnten, meine güte, bin ich mittlerweile alt, diverse budo- und kampfsportarten trainiert und auch vor, dies bis zu meinem letzten atemzug auch genauso weiterzufühern.

    lasst mich euch eines sagen: mit den richtigen trainingspartnern und der entsprechenden schutzausrüstung bereitet das ganz außerordentliches vergnügen ^^

  12. Zu Tode quatschen ist auch eine Form von verabscheuungswürdiger Gewalt…da ist mir ein paar Faustwatschen austeilen noch lieber…bin halt einfach gestrickt.

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