Barbarei und Barbarei

Die Taliban steinigen eine Frau, die mit einem Mann, der nicht ihr Gatte war, in der Öffentlichkeit gesehen wurde. Das ist barbarisch. In den USA wird eine Frau mit einem Intelligenzquotienten an der Grenze zur geistigen Behinderung mit der Giftspritze hingerichtet, weil sie zwei Männer damit beauftragt haben soll, ihren Ehemann und ihren Stiefsohn zu ermorden. Das ist ebenfalls barbarisch. Preisfrage: Warum löst letzterer Fall einen internationalen Proteststurm aus, während die Steinigung allenfalls ein müdes „Ach ja, was soll man machen“ hervorruft?

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11 Gedanken zu “Barbarei und Barbarei

  1. Aus dem gleichen Grund, aus dem israelische Menschenrechtsverletzungen mehr Entrüstung hervorrufen als jene palästinensische: Weil wir an eine säkuläre Republik andere Maßstäbe anlegen.
    Im Umkehrschluss müsste man jenen Dolmen wie dem verblichenen Kärntner Landeshauptmann Recht geben, die Saddam Hussein und George W. Bush auf eine Stufe stellten.

  2. „Im Umkehrschluss müsste man jenen Dolmen wie dem verblichenen Kärntner Landeshauptmann Recht geben, die Saddam Hussein und George W. Bush auf eine Stufe stellten“
    Was für ein Umkehrschluss ist das denn??? Da werde ich gar nicht mutmaßen, bis er mir erklärt wurde…
    @Lindwurm: Einen Unterschied zwischen der Todesstrafe nach einem Gerichtsverfahren, mehreren Revisionsmöglichkeiten etc… und „spontaner“ Steinigung würde ich schon noch machen, obwohl, oder gerade weil ich beides gern aus der Welt hätte.

  3. Einerseits: du hast absolut und völlig Recht.
    Andererseits: man hat an Länder der „westlichen“ Welt irgendwie moralisch höherwertigere Ansprüche, vor allem, da die Taliban „nur“ eine Terroristengruppe (vgl mit der RAF, wenn auch völlig anders) sind und keine Regierung, wie im amerikanischen Fall.

  4. Ich finde die Gleichsetzung der beiden Hinrichtungen nicht ganz zutreffend. Natürlich kann man prinzipiell gegen die Todesstrafe sein (was ich wohl auch bin), weil man der staatlichen Strafgewalt nicht das Recht zubilligt, über das fundamentale, alle anderen Rechtsgüter erst ermöglichende Rechtsgut eines Menschen zu verfügen.
    Aber: In den USA wird die Todesstrafe nach Abschluss eines rechtsstaatlichen Verfahrens vollstreckt, in dem dem Angeklagten umfassende Verteidigungs-, Beweiserhebungs- und Berufungsrechte zustehen und in dem auch die Schuldfähigkeit des Angeklagten geprüft wird. Die Taliban vernachlässigen sogar das in der Scharia festgelegte Verfahrenserfordernis, dass bei bestimmten „Verbrechen“ vier männliche Muslime den die Todesstrafe begründenden Sachverhalt bezeugen müssen. Da liegt schon ein gewaltiger Unterschied.

  5. aber es sind doch nicht die selben Maßstäbe.
    Bei den Amis ist die Todesstrafe Ausdruck einer barbarische, unkultivierten Zivilisiation, deren typische Mitglieder den IQ eines ungetoasteten Weißbrots besitzen.

    Bei den Taliban ist es Ausdruck einer uralten Kultur, die wir doch bitte schön respektieren müssen.
    Sicherlich, so eine Steinigung nach kurzen Prozeß ist für die Eine oder Andere Beteiligte etwas unangenehm,
    …aber das kann man auf keinen Fall mit der kaltblütigen Hinrichtung Einer von einer Jury rechtskräftig verurteilten Mörderin nach jahrelangen Berufungsverfahren vergleichen…

  6. Gratismut ist das. wenn man diese moslemische Tradition kritisiert braucht man u.u. Personenschutz und ist gleich ein NAZI!
    Ungeachtet dessen das die selben Moslems gerne auch einen Juden steinigen würden wenn sie noch welche in Afganistan übriggelassen hätten.

  7. ich find die todesstrafe gut. die achsomoralischen gegner finden sicher 1001 grund dagegen, aber wenn wir abstimmen dürften hätten wir morgen die todesstrafe in deutschland.der staat hat geheimdenste und andere möglichkein
    meschen weg zu räumen, die frage ist ob ein staat es möchte nicht ob er kann.

  8. Die Todesstrafe ist ein Rückschritt in finsterere Perioden der Menschheitsgeschichte und zum Glück ein immer mehr abgeschafftes Übel. Das die Moral an sich aber inzwischen scheinbar schon etwas negatives sein soll, beweist doch gut, was für ein Klima wir hier wieder haben. Humanisten waren wohl auch alles linkslinke Gutmenschen, wenn nicht gleich Appeasement-Sklaven, die unsere Kultur am Gewissen haben….

  9. #Vetinari was wer für nen rückschritt hält lasse ich mal so stehen. wenn der staat sein „gewaltmonopol“ nicht mehr
    ausübt werden die leute zur selbstjustiz übergehen.
    kannst du mir sagen warum du meinst inteligenter zu sein als die mehrzahl der deutschen?
    wenn die protagonisten der „church of humanism“
    sich immer auf die seite der täter schlagen, alles als verstoß gegen den humannismus und die männchenrechte darstellen, dürfen sie sich nicht wundern wenn leute wie ich die recht und ordnung wollen ihnen den spiegel vorhalten.
    ich kenne keine andere gerechte strafe für nen kinderschänder z.b.

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