Tierschutz, Sex und Mafia

Verstehe ich das richtig? Eine Undercoverbeamtin der Polizei hat sich in die radikale Tierschützerszene Österreichs eingeschlichen und sogar mit einem der Anführer gepimpert? Um den übereifrigen Veganern die Veschlüsselung von Computerdaten einzureden, damit man sie später mit dem Mafiaparagraphen belangen würde können? Das ist, sollte es stimmen, doch ein bisserl ungustiös. Man verstehe mich nicht falsch: Leute, die mutmaßlich mit Drohungen, Nötigung, Buttersäureattentaten, illegalen „Tierbefreiungen“ und ähnlich kriminellen Methoden für das Wohl des lieben Viehs kämpfen, müssen natürlich beobachtet werden, denn es kann bei allem Verständnis für schwärmerische Tierliebe nicht angehen, dass zB Besitzer von Textilgeschäften, medizinische Forscher und Pharmazeuten um Besitz, Gesundheit oder gar Leben fürchten müssen, weil ein paar Leute meinen, sie wären Dr. Dolittle und könnten im Namen der schweigsamen Kreaturen sprechen, handeln und richten. Und selbstverständlich gehört Menschen, die Straftaten begangen haben sollen, der (faire!) Prozess gemacht, wenn man ihnen tatsächlich gerichtswürdige Verstöße gegen das Gesetz nachweisen kann. Aber verbeamtete Venusfallen in die Szene einzuschleusen, welche diese Szene zur Kriminalität aufzustacheln und sich mit Sex Vertrauen erschleichen, das ist schon arg b-movie-like, und erscheint mir ebenso unverhältnismäßig, wie monatelange Untersuchungshaft und eine Prozessdauer, die schon nach Jahren bemessen werden kann. Nein, die radikalen „Tierrechtler“ gehören wirklich nicht zu meinen Lieblingsmenschen, denn in diesen Kreisen treiben sich für meinen Geschmack zu viele Spinner und potentiell gefährliche Menschenhasser herum und die Vernünftigen grenzen sich von den Irrationalen nicht deutlich genug ab, doch würde ich mir wünschen, dass unser lieber Staat gegen militante Neonazis, deren Ziel nicht die „Humanisierung“ der Behandlung von Tieren, sondern die Dehumanisierung und Vernichtung von Menschen ist, mit mindestens ebenso großem Eifer und Kreativität vorginge.

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5 Gedanken zu “Tierschutz, Sex und Mafia

  1. „Nein, die radikalen „Tierrechtler“ gehören wirklich nicht zu meinen Lieblingsmenschen, denn in diesen Kreisen treiben sich für meinen Geschmack zu viele Spinner und potentiell gefährliche Menschenhasser herum“

    Das ist wohl wahr. So gehörte auch zu dem antisemitischen gesockse, dass die Vorführung des Films „Warum Israel“ in Hamburg verhinderte, neben den „Antizionsten“ der B5 und der „Sozialisten Linken“ auch die „Tierrechtsaktion Nord“ TAN, die sich dort für die rechte der Palästineser und anderer seltener Tiere einsetzten.

  2. Sog. Tierrechtler, von denen nur allzu viele Meister darin sind mit antisemitischen Stereotypen zu hantieren, „Tierschützer“, deren Wurzeln in einer gar sonderbaren Sauce liegen, mancherlei „Tierliebhaber“, die den Holocaust verharmlosen, Menschenfeinde, die kriminell vorgehen, usw., gehen auch mir ziemlich auf den Sack.

    Ob es eines Rechtsstaats würdig ist, wenn eine Kommissarin Beinebreit durch die Abwehrstellungen der Missionare und Hündchenfreunde dringt, indem sie sich willig zur Verfügung stellt, ist aber ein anderes Thema. Karottenfans noch dazu anzustiften, um sie leichter dranzukriegen kann sich außerdem (vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung) zu einem kaum mehr auszugleichenden Eigentor entwickeln. Sehr schnell können sich radikale Tierschützer dann als „Opfer“ darstellen, obwohl ihnen Buttersäureattentate, Mobbing etc. doch schon jetzt viel zu gern verziehen werden.

    Bei den im Artikel beschriebenen Gefahren für den Rechtsstaat kann ich jetzt nicht ganz zustimmen. ADIs und Konsorten stellen natürlich eine beträchtliche Gefährdung dar, werden aber hoffentlich auch hierzulande niemals genügend Rückhalt in der Gesellschaft finden, um sich durchzusetzen (Womit ich aber keinesfalls kleinreden will, dass bedrohliche Verschränkungen existieren) Breite Zustimmung finden trotz allem meist jene, die sich für „hehre Ziele“ über demokratische Spielregeln hinwegsetzen, symptomatisch dafür ist doch die kaum bis gar nicht vorhandene Abgrenzung derjenigen, die unnötiges Tierleid verhindern wollen, von denen, die einer pervertierten „Tierliebe“ anhängen und oftmals aus braunem Sumpf stammen. Neben gröhlenden Säufern sollte ein selbsternannter „Volkskörper“ asketischer Herrenmenschen, der (bestimmte) Menschen als Tiere und Tiere als Menschen betrachtet, nicht übersehen werden.

  3. @BillBrook….joa, diese ganzen „linken“ Kleinvereine, die jeweils meinen die Wahrheit für sich gepachtet zu haben und sich weiß Gott was auf ihren „Antiimperialismus“ (dieses positive Wort wurde inzwischen dadurch völlig verhunzt…) einbilden, sind sowieso alle, im besten Fall, suspekt.

    @lindwurm…mal wieder volle Zustimmung, bei der Sache musste ich auch nur noch schmunzeln. der Profilbericht vor 2 oder 3 Wochen war schon die Härte (wie viele Kniffe und halblegale Machenschaften + Mobbing gegen die Tierschützer eingesetzt wurde und wie bei denen quasi keiner mehr seinen Beruf folgen kann, da sie nun schon seit Ewigkeiten regelmässig zum Gericht pilgern müssen, ohne jeden Fortschritt), aber nun wirds wildromantisch bizarr und man fragt sich doch, wer hier die Prioritäten setzt.

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