Achsenbruch?

Ein Leser hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass auf Henryk M. Broders „Achse des Guten“ mittlerweile auch Figuren wie dem bizarren österreichischen „Nationalkatholiken“ Ewald Stadler gehuldigt wird. Immerhin ist  dem „Achse“-Autor Hannes Stein aufgefallen, dass dies mit dem Anspruch der „Achse“, unter anderem auch gegen den Antisemitismus einzutreten, nicht so recht vereinbar ist, und er hat einen kleinen Einspruch erhoben. Wird spannend zu sehen, wie lange Stein noch auf der „Achse des Guten“ publizieren darf, bevor man ihm wegen gutmenschlichen Abweichlertums die Tür weist.

Wer ist nun dieser Ewald Stadler, der einen Achsenbruch auslösen könnte?

Stadler ist gelernter Jurist, machte in der FPÖ unter Jörg Haider Karriere und schloss sich seinem Herren und Meister an, als dieser die FPÖ-Abspaltung BZÖ gründete. Derzeit ist er Parteiobmann des BZÖ-Niederösterreich. Stadler war neben (und konkurierend mit) Andreas Mölzer der Hauptideologe der FPÖ und später des BZÖ, wobei sein Bestreben vor allem die Einbindung ultrakonservativer katholischer Kreise in die Machtstrukturen der Partei war. Er fiel außerdem immer wieder mit extrem rechten Äußerungen auf und wird nicht ohne Grund von den glühenden Judenhassern der obskuren Website kreuz.net verehrt.

Eine kleine Auswahl an Stadler-Zitaten:

-„Die EU ist das wichtigste Instrument freimaurerischer Politik (…). Die Maurer sind damit beschäftigt, eine Zivilreligion mit dem Holocaust im Zentrum aufzubauen“ (2006, Vortrag beim Initiativkreis katholischer Laien- und Priester in Wien).

-„Ich verlange mehr Mut, für einen enttabuisierten Umgang mit unserer Geschichte einzutreten, wie dies auch Horst Mahler in Deutschland getan hat, der dafür auch entsprechend verfolgt wurde“ (Rede am 8. Mai 2002 Anlässlich der Kranzniederlegung rechtsextrember Burschenschaften am Grab des Unbekannten Soldaten in Wien)

-„1945 sind wir, und das ist zur Staatsideologie geworden, angeblich vom Faschismus und der Tyrannei befreit worden und in der nächsten Tyrannei gelandet“ (Rede bei einer Sonnwendfeier in Niederösterreich im Jahr 2002)

-„Moralisch führen die gleichen Gleise zur Abtreibung und in die Vernichtungslager der Nazis“ (Interview mit der Zeitschrift „News“, September 2009)

-„Das wäre ja noch schöner, wenn man die Kriegsverbrechen, die von den Israelis seit Jahrzehnten an den Palästinensern verübt werden, nicht beim Namen nennen dürfte“ (APA-Interview 2006)

Zur Zeit der Diktatur von Saddam Hussein war Ewald Stadler übrigens Präsident der Österreichisch-Irakischen Gesellschaft. Er war weiters lange Mitglied der antisemitischen Piusbruderschaft. Da hat der Herr Broder aber einen echten Freund der Juden und Israels gefunden…

Advertisements

7 Gedanken zu “Achsenbruch?

  1. Ist mir mit einigem Schrecken auch aufgefallen – erst die englischen EU-Hasser, nun noch der olle Ewald…denen ist echt nichts zu billig inzwischen, solange das Feindbild stimmt.

  2. Quark!
    „Ein Leser hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass auf Henryk M. Broders „Achse des Guten“ mittlerweile auch Figuren wie dem bizarren österreichischen „Nationalkatholiken“ Ewald Stadler gehuldigt wird.“
    Ja, nur blöd, dass in dem Videoausschnitt Stadlers bizarre Ansichten nicht vorkommen.

  3. Wieso ist es „blöd“ `? heisst das nun, wenn ich nur die aspekte eines politikers auswähle die mir gefallen, kann ich auch verfassungsfeinden zujubeln?

    ein so professionelles portal wie achgut, wird wohl in der lage sein, zu recherchieren, wem man da so huldigt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s