Vorbilder für die Jugend

Dass die Menschen immer dümmer, immer schlechter informiert und immer ungebildeter werden, obwohl wir angeblich in einer Informationsgesellschaft leben, ist nicht mehr wegzudiskutieren. Oder wie es ein schweizer Freund des Lindwurms angesichts der allerorten aufflammenden Begeisterung für enthirnte Politik ausdrückte: „Dummheit boomt.“ Wer nicht richtig lesen oder schreiben kann, hat schlechte Chancen, seinen Dummheitsquotienten zu verringern. Und was sagt die aktuelle Pisa-Studie über Österreichs Jugend? Das: 28 Prozent der 15- und 16-jährigen Österreicher können nicht sinnerfassend lesen, unter den Burschen sind es 35 Prozent. Österreich erreicht nur 470 Punkte und ist damit nur auf Platz 31 von 34 OECD-Ländern, der Durchschnitt liegt bei 493 Punkten. Jetzt befetzen die diversen Politiker und Bildungsexperten einander, was und wer denn nun Schuld an dieser unschönen Entwicklung habe. Ich hätte da auch was beizusteuern: In einem Land, in dem der Kärntner Kulturreferent Harald Dobernig (FPÖ/FPK) stolz verkündet, er lese keine Bücher, und in dem der Niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll damit angibt, das einzige Buch, das er jemals zuende gelesen habe, sei Karl Mays „Schatz im Silbersee“, ist es schwierig Schülern zu vermitteln, dass das Lesen eine nicht ganz unwichtige Kulturtechnik ist.

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3 Gedanken zu “Vorbilder für die Jugend

  1. Danke: Das Beispiel mit Prölls Lektüre von „Schatz im Silbersee“ ist auch eines meiner allerliebsten, wenn es um die Sorge der Politik um die Bildung geht!

    Könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass Österreich dazu neigt, den Nutzen nur in jenen Bildungsbereichen zu sehen, die sich sofort und problemlos verwerten lassen. Nur: Neue Gedanken und Innovationen kommen eben nicht von nichts, sondern durch die Möglichkeit von Reflexion über das, was schon vorher gedacht wurde.

  2. Beispiele dafür, welche Auswüchse es annehmen kann, wenn ein Schulsystem versagt finden sich haufenweise in Kärnten. Eines der krassesten ist dann wohl Dobernig als Kulturreferent. Auch der gefühlte IQ Dörflers als LH zeigt auf, wie weit ein Land mangels intelligenten Politikern die Hosen herunterlassen muss. Die dumpfe Präpotenz der Scheuchbrüder verunglimpft Kärnten europaweit. Dies führt jetzt dazu, dass alle Posten in der Landesregierung zwar besetzt, aber keinerlei Kompetenzen auch nur ansatzweise vorhanden sind. Das Chaos ist perfekt. Kärnten hat die mieseste Landesregierung der Nachkriegszeit in ganz Österreich. Dies lässt sich für jeden, der lesen kann, anhand der wirtschaftlichen und sozialen Eckdaten leicht erkennen.

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