Leb wohl, Peter Kreisky

Peter Kreisky ist tot, und die Nachricht von seinem Ableben hat mich schockiert. Ich hatte mit ihm nie politisch zu tun, kannte ihn aber persönlich von vielen gemeinsamen Mittagessen in der Kantine der AK Wien, und ich habe ihn als sehr angenehmen, witzigen, warmherzigen und intelligenten Menschen in Erinnerung. Vielleicht ist es ganz gut, dass wir nie gemeinsame politische Projekte betrieben haben, denn so kann ich des Menschen gedenken und nicht irgendwelcher ideologischer Zwistigkeiten. Dieser Tod kam überraschend und viel zu früh. Es ist ein trauriger Tag.

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6 Gedanken zu “Leb wohl, Peter Kreisky

  1. Ich bin ein Mensch, der sich als 68iger niemals von anderen Menschen (schon gar nicht von Politikern, ja nicht einmal von Bruno Kreisky) blenden ließ. Ich kannte Peter Kreisky nur aus den Medien, bis ich heuer im Juli einen wunderschönen Sommerabend mit ihm und seiner Frau am Peloponnes verbrachte. Dass mir seine vielen interessanten Erzählungen, u.a. – „mein Vater hat mir Bergtouren verboten“ – so bald wieder in Erinnerung gerufen werden, schmerzt mich und macht mich zugleich glücklich. Glücklich, weil mir das Schicksal einen Tischnachbar für einen Abend beschert hat, an den ich mein Leben lang denken werde. (Leider hatte er nicht mehr die Zeit, mir mitzuteilen, ob ihm meine geschenkte Feigenmarmelade, die ich sonst zu Gunsten der „3.Welt“ verkaufe, geschmeckt hat.) Glücklich sind jene in seiner Umgebung, die seine Werte zu schätzen gewußt haben. Ich teile ihr Mitgefühl.
    Silvester (der Waldmmensch)

  2. Wir haben vor einem Jahr auf der UNI- Wien eine Zwentendorf- Foto und Buch- Präsentation gemacht. Danach haben wir noch lange geplaudert. Peter hat mir die übrig gebliebenen Bücher zur Straßenbahn getragen. Wir beasaßen beide kein Auto. Nun spüre ich sein Abschieds- Freundschaftsküßchen auf der Wange und spüre noch einmal seine Herzenswärme. Rund um ihn war Weihnachtsbeleuchtung. Ich bin ihm so dankbar dafür, daß er sich darauf einließ in „Kein Kernkraftwerk in Zwentendorf- 30 Jahre danach“ als Autor mit mir zusammen zuarbeiten.Ich bin eine ganz gewöhnliche Staatsbürgerin und habe mich erst allmählich daran gewöhnt, daß der liebe und geistreiche linke Sohn unseres großen Bundelskanzlers mich öfters aus Majjorka anrief. Alle Anrufe bezahlte immer Peter. Einmal ist ihm im Gespäch das Handy ins Meer gefallen. Ich habe das Meer auf Majjorka gehört und dann war es still. Ob er nun auch das Meer gehört hat?
    Peter war ein sehr liebenswerter und gewöhnlicher Zeitgenosse was ja gerade das ungewöhnliche an ihm war.
    Peter Kreisky werden wir sehr vermissen.
    Sigrid Schönfelder

  3. lieber lindwurm, ich wünsche dir trotzdem einen schönen tag.
    dir und allen menschen die guter dinge sind wünsche ich schon mal einen guten rutsch in ein besseres (es geht immer noch ein bißchen besser) 2011!
    in diesem sinne:

    (ich bin dann mal weg – komme aber wieder..)
    wiltrud

  4. obwohl wir wahrscheinlich in den sechziger und siebziger jahren in der jungen sozialdemokratie sehr oft aneinander vorbeigeschrammt sind, habe ich peter kreisky niemals persönlich kennengelernt.
    wirklich sehr schade, dass ihm sein alter herr keine chance für eine politische laufbahn gelassen hat, aber, vielleicht war es besser so…….
    denn auf der heutigen politischen bühne haben ehrliche, herzensgute menschen keinen platz.
    wo immer du auch hingegangen bist
    ich wünsche dir alles gute

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