Frutarier am Küniglberg

Ich bin auch beim Thema Ernährung ein halbwegs toleranter Mensch. Jeder soll das essen, was er mag und sich leisten kann, solange er andere nicht mit der angeblichen moralischen Überlegenheit seiner Ernährungsgewohnheiten belästigt. Die Schriftstellerin Karen Duve hat sich nun in die Schar jener eingereiht, die den Omnivoren die Schuld für traurige Häschen, weinende Kühe, depressiven Salat und natürlich für den drohenden Untergang der Welt durch einen von Nutztierfürzen verursachten Klimawandel zuschieben möchten. Fein, soll sie machen, aber wie kommt der mit Zwangsgebühren finanzierte ORF dazu, in der Nachrichtensendung “ZIB 2″ vom 5.1.2001 einen Bericht über Duves neues Büchlein “Anständig Essen” zu senden, der so auch als Propagandavideo von PETA hätte gedreht worden sein können? Mit manipulativ-trauriger Musik untermalt und mit grellem Rotfilter verfremdet wurden uns da ein paar Bilder von Massentierhaltung usw um die Augen geknallt, und dazu sagte eine tief betroffen klingende Sprecherin Sachen wie “ohne Betäubung kastriert…bei lebendigem Leib im Schlachthof zerhackt…Klimawandel”. Einmal ganz davon abgesehen, dass ich die Sache mit den bei lebendigem Leib in Schlachthöfen zerhackten Rindern vom ORF gerne genauer erläutert und bewiesen haben würde (und nein, EIN Schlachthof in EINEM Land irgendwo weit weg reicht mir da nicht): Das geht nicht! Mittel der Emotionsmanipulation, wie man sie aus Spielfilmen kennt, haben in einem Bericht einer Nachrichtensendung eines Öffentlich Rechtlichen Senders nichts verloren. Agitation gegen den Fleischkonsum, ja sogar gegen den Verzehr von, wie die Frutarier sagen, gequältem Gemüse (Übersetzung: gerntet) hat in einem Medium, das für sich Seriosität in Anspruch nimmt, nichts verloren. Wenn ich sowas sehen möchte, gehe ich zu Vorträgen der Sekte “Universelles Leben”, schalte aber nicht ein Nachrichtenformat des ORF ein. Ein neuer Tiefpunkt des Journalismus Marke Österreichischer Rundfunk.

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28 Kommentare

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28 Antworten zu “Frutarier am Küniglberg

  1. Caja

    Deswegen jage ich mein Essen auch selber…. :8

  2. Tingler

    Ich finde das vollkommen richtig…schliesslich hat jeder Fleischesser ein Recht(ja sogar die verdammte Pflicht) darauf zu sehen wie die Tiere ohne die er nicht leben kann gehalten und geschlachtet werden und woher seine Mahlzeiten kommen.
    Ich habe eine Zeitlang als Frischfleischlieferant gearbeitet und wenn man frühmorgens einen zerlegten Stier in den Transporter wuchten muss dem die Kehle und so manch anderes Teil heraushängt dann ist das wohl realistischer als jedes Pamphlet das an einem Schreibtisch fernab vom Geschehen verfasst wird. Jedem der ein fanatischer Tieresser ist sei empfohlen eine Zeitlang in einem Schlachthof zu arbeiten, denn das wäre ja die ehrlichere Variante…man trägt dazu bei den wundervollen Brauch des Leichenessens hochzuhalten und kann auch selber tätlich eingreifen. Allen anderen empfehle ich das Buch “Tiere Essen” von Jonathan Safran Foer, ein objektiver Blick auf die Massentierhaltung eines (Ex)Fleischessers.

  3. Tingler

    Edit: Ich bin KEIN Vegetarier, da ich selber gerne koche und hie und da (zugegebenermassen sehr selten)muss es einfach ein Chilli sein oder ein Wildschweingulasch…das Leben ist imho zu kurz um sich sowas Leckeres entgehen zu lassen. ABER als mündiger Konsument scheisse ich auf die Bevormundung durch die Fleischkonzerne, die mit ihrem Milliarden sowieso das Geschehen und die Berichterstattung diktieren.
    Massentierhaltung ist KEINE Lösung des Welthungers, denn nur ein paar reiche Säcke werden durch die Tierquälerei immer reicher und tumbe Konsumenten werden durch den massenhaften (Antibiotika)Fleischkonsum noch blöder und auch kränker. Bitte sich die Bevölkerung eines Billigfleischlandes wie USA anzuschauen und sich selbst seine Meinung zu bilden. Fleisch ist durch die Massentierhaltung genauso billig, manchmal billiger als z.B.in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, während alle anderen Konsumartikel um bis zu 1400% teurer wurden…
    In Abwandlung von Ingeborg Bachmann: “Jedem Fleischesser ist die Wahrheit zumutbar” und sie sollte ihm jeden verdammten Tag in Farbfotos aus der Zeitung und dem Fernsehen entgegenprangen.
    Beste Grüße

  4. Natürlich gehen die “glücklichen”, wie auch die aus einem Tier-KZ stammenden Tiere, gerne zu ihrem Scharfrichter! Für die letztgenannten ist es vielleicht sogar eine Erlösung!
    Aber schon einmal musste ich hier einen ätzenden und beleidigenden Artikel über Tierschützer lesen.
    Besuche vielleicht meine Seite zu dem Thema:
    http://tierblut.blogspot.com/
    Albert Einstein: “Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf dieser Erde so erhöhen wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.”

  5. “Tier-KZ ”

    Wie manch einem das so locker über die Lippen kommt…

  6. Dachte fast an einen Protest gegen diese Umschreibung von Tierleid.
    Genügt das?:
    Jedes Jahr werden in den Schlachthöfen der EU rund 360 Millionen Schweine, Schafe, Ziegen und Rinder sowie mehrere Milliarden Stück Geflügel zur Fleischgewinnung geschlachtet.
    Für 2010 werden allein in Deutschland über 59 Mio. ermordete Schweine erwartet (2009: 56 Mio)
    Ich hoffe mit dem Ausdruck “ermordet” kein Sensibelchen zu empören, der vielleicht gerade sein Schnitzerl genussvoll verspeist hat…
    Ich weiß auch nicht, ob in KZ`s Menschen bei lebendigen Leib die Haut abgezogen wurde….
    Von den Zeitzeugen, mit denen ich sprach, erzählte mir keiner davon, aber es reicht WAS sie erzählten….
    Vor wenigen Jahren dachte ich vielleicht auch etwas anders, als ich auch noch Leichenteile verschlang…
    LG

  7. @ Strichfilosof: Gehen sie zum Arzt! Wirklich, tun sie das! Ich meine es gut mit ihnen. Muss ja die Hölle sein, unter lauter “Mördern” und “Leichenessern” zu leben…

    Dämliche und dehumanisierende KZ-Vergleiche werden in Hinkunft gelöscht. Letzte Warnung.

  8. Sie glauben ja wirklich, die Weisheit mit dem Schöpflöffel gegessen zu haben, und belieben Sätze aus dem Kontext zu reissen und mit Phantasie zusammen zu fügen. Damit ich in Zukunft bei ihren Lesern keinen “dehumanisierenden” Schock auslöse, erfolgt mein Kommentar morgen auf meiner Seite.
    Schon bei ihrem Bericht über die “Tierschutz-Mafia” bekam ich ein Kratzen im Hals.
    Was soll überhaupt der Ausdruck “letzte Mahnung”? Zuviel Krimis gelesen? Ich habe sie erlebt!

  9. borrachon

    also lindwurm, ich kann ihre empörung hier nicht nachvollziehen. ich hab mir den beitrag in der tv-thek angesehen und kann dabei – abgesehen von etwas sehr viel emotion – nichts falsches erkennen. wenn sie den artikel angreifen, dann müssen sie auch safran-foers buch “tiere essen” verurteilen, dann da kommen die daten her. ich persönlich denke, dass niemand, der für sich in anspruch nimmt ein kritischer und aufgeklärter denker zu sein irgendeinen ehrlichen grund finden kann, die industrielle massentierhaltung zu verteidigen. denn diese bringt – außer vielleicht einigen fettgefressenen agrarlobbyisten – so gut wie allen menschen nur nachteile. ernormen wirtschaftlichen schaden durch fehlgeleitete agrarförderungen, schaden für die umwelt, die kaum messbar sind (um jetzt mal den “klimawandel” nicht zu strapazieren – alleine die verschmutzung durch abwässer etc.), dazu die vielen gesundheitlichen schäden, die eindeutig durch überfütterung mit tierischem fett und eiweiss entstehen… man muss weder vegetarier noch veganer sein, noch die peta oder andere derartige seltsame organisationen bewundern noch irgendwelche bescheuerten kz-vergleiche anstellen um massentierhaltung abzulehnen. und was die kz-vergleiche betrifft: ich finde den von den durchgeknallten “lebensschützern” verwendeten begriff “baby-holocaust” für wesentlich widerlicher als alles, wann im tierschutz-kontext verwendet wird. denn hier werden frauen, die sich aus einer notlage heraus für einen schwangerschaftsabbruch entscheiden, mit ss-mördern gleichgesetzt.

  10. Anna

    Ich möchte nur kurz anmekrken, dass es sich nicht um EINEN Schlachthof IRGENDWO handelt, in dem Tiere bei VOLLEM BEWUSSTSEIN zerstückelt oder in ein Brühwasser geworfen werden, sondern dass dies leider der Regelfall geworden ist. Die Betäubung von Schweinen mit einer elektronischen Zange würde ca. 40 Sekunden in Anspruch nehmen. Diese Zeit haben die Schlachthofarbeiter nicht mehr. Sie werden ja nicht nach Stunde, sondern nach geschlachtetem Tier bezahlt. Eine Betäubung von wenigen Sekunden bewirkt, dass die Tiere kurze Zeit ihr Bewusstsein verlieren, jedoch während und vor der Schlachtung aufwachen. Es gibt davon genügend Beweismaterial. Wer sich davon nicht überzeugen lässt, soll einen Tag lang einen österreichischen Schlachthof besuchen.
    Haben Sie schon einmal von der betäubungslosen Ferkelkastration gehört? Den kleinen Ferkeln werden OHNE Betäubung die Hoden aus dem Körper gerissen bzw. geschnitten. Es ist schlimm, dass derartige Brutalitäten erlaubt und von der Gesellschaft geduldet werden.
    Die Augen vor solchen Grausamkeiten zu verschließen und weiterhin Fleisch zu konsumieren, halte ich für sehr bedenklich.

  11. David

    Fleisch aus Massentierhaltung schmeckt nicht so gut wie Fleisch aus guter Haltung. Mein Tip: lieber Mal den Fleischer um die Ecke besuchen als sich Schrott im Supermarkt zu besorgen. Dort gibt es eine günstige warme Theke und Fleisch, das man wesentlich besser geniessen kann als ein Doserl Inzersdorfer Gulasch (würg, spuck, spei).
    In Klagenfurt gibts mehere sehr gute Fleischer. Ich geh am liebsten zum Kranzelbinder.

  12. borrachon

    @ yael: es gibt ja auch leute, die vergleichen allen ernstes Gaza mit Ausschwitz – insofern finde ich den von ihnen zitierten vergleich noch tolerabler.

  13. Man sollte überhaupt nichts vergleichen, nicht mit Vernichtungslagern oder anderen Dingen, die Menschen angetan werden. Es ist einfach zynisch.
    Ich bin übrigens Vegetarierin, weil ich nicht möchte, dass Tiere wegen des Essens getötet werden, lehne aber diese fanatischen Tierschützer ab.

  14. @ GS

    Ich werde on-topic bleiben
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  15. @ GS

    Ui hat der eiserne Zionist wieder einen Kommentar ohne Vorwarnung gelöscht?
    Gut gemacht!

  16. ap

    Kleines Extra für Anhänger des Reichsvollkornbrotausschusses und Dummköpfe, die was von Tier-KZs verzapfen:
    http://esowatch.com/ge/index.php?title=Tierrechte

    @ Tingler: Wenn du z.B.: was vom Salud isst, hast du was im Magen, wenn du was vom McDonalds holst, kommt bald wieder der Hunger. Ich behaupte mal, dass Letzteres der Figur weniger gut tut. Mir ist lieber es ist was drin und trotz Glatteisgefahr stelle ich jetzt mal die These auf, dass es sich im Laufe der Evolution als Vorteil entpuppt hat, dass unsere Sinne in der Nähe des Mundes sind. Ob wir wollen oder nicht, was wir in den Körper gelangen lassen, wird vorher überprüft. Mit der ganzen “Luftnahrung” können wir ihm zwar vortäuschen, dass momentan genug reinkommt, der Gute lässt sich aber nicht bescheißen und misst alles nach.

    Daran, dass die Fleischkonzerne die Berichterstattung diktieren, zweifle ich, “Sanftes”, “Bio”, “Heimattum” usw. werden doch allerorten gepredigt, Konzerne, die den Leuten “Verstand” verkaufen, sind natürlich weder sanft noch sonst was, surfen bloß auf dieser Welle mit. Daneben sprießen aber doch diverse Bioläden aus dem Boden und die eine oder andere Ernährungsreligion, wie z.B.: der Veganismus, erfreut sich frommen Zulaufs. Ich brauche wohl nicht zu betonen, dass es mir egal ist und es mich auch gar nichts angeht, was bei wem auf den Teller kommt, was mich stört, sind die Religionen, die zum Missionieren neigen, oft mit Eifer, mitunter bedrohlich. Der EsORF trägt, neben anderen Medien, sehr stark zur Verbreitung gewisser Glaubenssätze bei, normalerweise ist die ZIB 2 bei diesem RTL mit Krawatte noch eine der wenigen Sendungen, die angesehen werden können, manchmal gibt es allerdings auch dort Propagandabeiträge, die deutlich zeigen, dass mancher Gutmeiner nichts, rein gar nichts, von den sehr guten Journalisten, die es dort mal gab, gelernt hat.

    Das Wort Massentierhaltung ist mittlerweile ein Kampfbegriff, diverse Auswüchse gehören selbstverständlich kritisiert, nur fällt allzu viel unter diesen Begriff und ich bin mir relativ sicher, dass eine gewisse Industriealisierung der Landwirtschaft nicht nur aus ernährungstechnischen Notwendigkeiten heraus, sondern auch aus Gründen der Qualitätssicherung notwendig ist. Nehmen wir als Beispiel den aktuellen Dioxinskandal: So schlimm, wie er interpretiert wird, ist er ohnehin nicht, trotzdem sind Dinge geschehen, die nicht passieren sollten. Die Ursachen können benannt und abgestellt werden. Bei irgendwelchen mittelalterlichen Landwirtschaftsmethoden wüsste jedoch keiner, was die Viecher überhaupt gefressen haben. (Vielleicht haben sie ja kontinuierlich Dioxin eingelagert?) Naja, gewiss wäre wohl, dass sie keine Antibiotika bekommen hätten, nur andererseits nehmen Tiere, die sie verabreicht bekommen, sie wenigstens lange genug. (Ich möchte nicht wissen, wie viele Leute sie trotz ärztlicher Aufklärung absetzen, sobald es ihnen wieder besser geht und brav resistente Bakterien heranzüchten) Nichtsdestotrotz können wir es uns in unseren reichen Ländern natürlich leisten den grausigen Hoferspeck links liegen zu lassen.

    Apropos große Handelsketten: Trotz der Vorschriften in der EU und erst recht bei den Amis, die dafür sorgen, dass wir nicht mehr die kaum bis gar nicht untersuchten Lebensmittel essen müssen, die unsere Vorfahren gegessen haben, hat ja so mancher Konzern seine eigenen “Hausnormen”, verknüpft mit so mancher Geldbeschaffung beim Ursprung dieser Normen. Der eine oder andere Biobauer darf dann mit dem ganzen Käse kämpfen, Qualität allein reicht ja nicht, sie frei zu verkaufen wird schwierig, wenn er genau nach den Vorgaben eines großen Abnehmers produzieren muss und dort sogar noch das Futter kaufen darf, um ja alles “ursprünglich” zu bewirtschaften.

    Ach ja, wer wie ich in der tiefsten Provinz lebt, weiß natürlich, wie lebende Nahrung aussieht und hat auch schon mal gesehen und gehört, wie sich eine Sau vor dem Schlachten aufführt und zumindest früher lief dabei nicht immer alles ganz reibungslos ab ;-)

    p.s. an @ GS:
    GS! D.h.: Geh spielen!

  17. vom ORF ist man leider nichts anderes gewohnt:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/tag/orf/

    mit den seriösesten Stimmen des Staatssenders wurde “9/11-Truth” verbreit:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2009/09/04/zwangsgebuhren-fur-911-truthers/

  18. borrachon

    @ap: der verlinkte artikel scheint mir etwas oberflächlich und einseitig zu sein. ein satz ist allerdings klar herauszustreichen: “Seriöse Tierschutzorganisationen distanzieren sich von den Aktionen der Tierrechtler, von denen sie meinen, dass sie dem Tierschutz eher schaden als nutzen.” derzeit ist es in österreich allerdings so, dass terror und willkürliche gewalt eher von der justiz ausgehen als von den “tierrechtlern”: http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/618797/Gericht-verliert-Kontrolle_Eklat-bei-Tierschuetzerprozess?from=suche.intern.portal

  19. borrachon

    @yael: diese ganzen shoah-vergleiche muss man immer im kontekt der shoah-leugnungen sehen, die ja in letzter zeit wieder populärer werden. das gibt es nun eben drei wesentliche strömungen: 1. ist alles gelogen und nie passiert. 2. ist alles passiert und leider hat es nicht alle erwischt (das traut sich außerhalb von öst. akademikerkreisen allerdings keiner mehr laut zu sagen. 3. (die häufigste). ist vielleicht passiert aber es waren sicher nicht so viele und außerdem war krieg und die anderen haben es ja genauso gemacht (und machen es immer noch). vor allem natürlich die bösen amis und ihr handlanger israel. deshalb ja auch die fpö-ler standardfloskel wenn man sie nach dem holocaust fragt: “ich lehne jede art der politischen gewalt und unterdrückung ab”. die strategie dahinter: alles relativieren und nivellieren. wenn alles schrecklich ist, dann ist in wirklichkeit nichts mehr schrecklich. ob jetzt kindern im kz das essen vorenthalten wird oder männern in gaza das viagra – alles natürlich gleich schlimm. vor diesem hintergrund sehe ich die so modernen dresden-ausschwitz vergleiche für viel problematischer als den durchgeknallten peta-vergleich. denn eines hatten die irren tierrechtler sicher nicht im sinn: das leiden der juden zu verharmlosen – das wäre ja auch kontraproduktiv für ihre strategie.

  20. ap

    Sicher, die Unterscheidung zwischen fanatischen “Tierbefreiern” und jenen, die gegen unnötiges Tierleid auftreten, ist notwendig, seltsamerweise wird sie meist von den Kritikern gefordert, während eine ausreichende Distanzierung von braunem Gedankengut in Tierschützerkreisen oft fehlt. Vielfach werden Bambi-Jünger wohl gar nicht wissen, woher so manches Glaubensbekenntnis stammt. Vom Vegetarismus als “eine dem jüdischen Treiben gefährliche, volkserneuernde Macht” bei Paul Förster über das Volkskörper-Geschwätz asketischer Nazis bis hin zu heutigen Kampagnen feiert der Antisemitismus ein regelrechtes Biofest. Die PETA-Spinner erinnern mich übrigens an jene, die “Ja aber die Indianer” oder sonstigen Schwachsinn von sich geben und damit etwas zu relativieren versuchen, was keinesfalls relativiert werden kann.
    Dabei stammen doch die wahrscheinlich ältesten Anweisungen das Leiden von Tieren zu vermeiden aus dem Judentum, alleine das Schächten setzt gegenüber manch heutigen Grausamkeiten immer noch Maßstäbe. Aus der Tierrechtsbewegung kommen dazu aber oftmals Töne, die seit dem 3. Reich noch immer nicht verstummt sind.

    Von Tierschützern, der Ökologiebewegung etc. wünsche ich mir zumindest das, was Tritin mit der von ihm über die braunen Wurzeln der grünen Bewegung in Auftrag gegebenen Studie geleistet hat.


    Für Liebhaber des Bio-Aberglaubens gibt´s wieder einen Link, diesmal zum biologisch dynamischen Kräutergarten Himmlers im KZ Dachau: http://cdn-storage.br.de/mir-live/podcast-migration/audio/podcast/import/2010_05/2010_05_06_17_21_17_podcasthimmlerskrutergarten_a.mp3
    Wer immer noch KZs verharmlost, muss sich außerdem die Frage gefallen lassen, ob er mit einer Ideologie sympathisiert, die versucht hat Tierversuche durch Menschenversuche zu ersetzen.

  21. pol

    ich hab mir nach dem lesen der kommentare hier vorgenommen, in dieser woche extra viel fleisch zu essen. lasst die saftigen steaks und die gschmackigen schnitzel kommen…mmm da läuft mir das wasser im munde zusammen :)

    ihr sollt aufhören meinem essen das essen wegzuessen!

  22. ap

    @ pol:
    Ich habe mir schon lange angewöhnt bei Diskussionen über Fleischverzicht einen Teller mit Schinken, Salami usw. neben den Monitor zu stellen. So rauche ich weniger und meine Gesundheit wird es den Vegetariern danken ;-)

  23. borrachon

    ap
    auf der anderen seite wird den tierschützern allzu oft die simple braune keule um die ohren gehauen wenn andere argumente fehlen. oder wird jemand alleine deshalb zum nazi wenn er fordert, dass z.b. ein schwein zumindest soviel platz im stall haben sollte dass es sich zumindest einmal im leben umdrehen kann? tatsache ist doch, dass die nazis alle lebensbereiche vereinnahmt haben, das gilt für die kunst genauso wie für die wissenschaft wie für den tierschutz. mit letzterem war es übrigens unter den nazis auch nicht so weit her.

  24. ap

    @ borrachon:
    Klar.
    (Dabei habe ich den größten Veget-Arier aller Zeiten doch gar nicht erwähnt ;-)
    Sicherlich kann zu häufiges Schwingen der braunen Keule den Nebeneffekt haben, dass gemeine Bräunlinge als “etwas ganz Normales” wahrgenommen werden.
    Selbstverständlich wird keiner zum Nazi, der sich gegen unnötiges Tierleid zur Wehr setzt. Nationale Sozialisten etc. fischen aber ganz gerne im Tierrechtsmilieu. Auch die NDP hat sich schon längst an Tierschutz im 3. Reich erinnert. Stattgefunden hat dieser dann nicht wirklich, eine Doppelmoral der Nazis kann ja nicht nur hier beobachtet werden. Die Geschickteren unter den Braunen setzen allzu gerne auf Themen, bei denen z.B.: auch Linke zustimmen können und streuen dabei nach und nach immer mehr Ideologie aus.
    Ich zitiere mal von http://www.faschismus2.de/index.php?option=com_content&view=article&id=151:querfront-der-diskrete-charme-des-kryptofaschismus&catid=48:querfront&Itemid=86 : “Das Ideal von einer „heilen Welt“ ist für die Linke eine eschatologische Zukunftsoption, für die Rechte ein verlorenes Paradies,ein mythischer „naturgemässer“ Urzustand, der in der Vergangenheit verortet wird. Linke glauben an die Kultur, Rechte verklären die Natur. Eine ideale Ordnung ist für die Linke eine noch zu schaffende Kulturleistung, für die Rechte ein zu bewahrendes oder wiederherzustellendes Produkt der Natur.”
    Der Vollständigkeit halber: Mir geht es jetzt nur um die Gefahr des Einsickerns der Blut und Boden Truppe in an sich positiv besetzte Themen, naja, ich werd wohl nicht falsch verstanden werden.

    Das Gedankengut aus der NS-Zeit, das natürlich nicht aus dem Nichts entstanden ist, ist immer noch lebendig und taucht mitunter in Kreisen auf, die damit lieber nichts zu tun haben wollen. Es schadet nicht zu wissen, aus welchem Mief manches stammt. Diverse Fallen lauern auf jeden, vor längerer Zeit wäre ich genauso fast in eine rein getappt, wie der eine oder andere Tierschützer. Eigentlich wollte ich damals nur aus meiner Bewunderung für Autoren wie Stefan Zweig etwas ableiten und plötzlich war es nicht mehr weit bis zur “jüdischen Intelligenz”. Zum Glück habe ich es rechtzeitig erkannt, sonst hätte es eines deutlichen Hinweises bedurft.


    Und wieder ein kleines Extra, weil ich rübergeklickt habe, um die Antwort und noch mehr zu lesen:
    Mr. Erstaunlich, mit dem, was Sie drüben auf dem Strich über die Krebserkrankung des Lindwurms geschrieben haben, haben Sie eindrucksvoll demonstriert, welch primitiver Kerl Sie sind.

  25. @ap
    IHR ZITAT:
    Mr. Erstaunlich, mit dem, was Sie drüben auf dem Strich über die Krebserkrankung des Lindwurms geschrieben haben, haben Sie eindrucksvoll demonstriert, welch primitiver Kerl Sie sind.
    ZITATENDE:
    Es kann halt nicht jeder zur geistigen Elite zählen, so wie Sie werter AP.
    Schön dass Sie meine Kommentare auch auf anderen Webseiten verfolgen. Dabei habe ich extra einen grossen Bogen um Ihren Käfig gemacht, um ja nicht daran zu rütteln.
    MfG
    Mr. Erstaunlich

  26. mein Kommentar dazu (wegen drohenden “Platzverweis” und “Heimvorteil”) auf meiner Seite…
    http://radio-schwachsinn.blogspot.com/

  27. borrachon

    @ap
    schon verstanden. wer sich zum thema “nazis und tierschutz” informieren will soll bei viktor frankl nachlesen (zum thema “juden und haustierhaltung”). denen wurden ohne jede rücksicht ihre tiere abgenommen und gnadenlos getötet. soll sich nur ja kein nazi als tierschützer aufspielen ;-)
    seltsam finde ich nur, dass ich das thema “tierschutz” oft im nazi-kontext lese, das thema “förderung kinderreicher familien” aber fast nie. obwohl das noch viel mehr in die nazi-ideologie gehört.

  28. heisseluft

    Stimmt!
    Aber es fängt ja schon da an, wenn mir irgendwelche Experten eklären, dass ich in der Früh essen muss, ob ich hungrig bin oder nicht! Dem nicht genug, wird auch noch vorgeschrieben, was man essen soll (und das ändert sich so alle 2-3 Jahre). Sowas kann man sogar lernen und geht dann in Schulen, um den Kleinen zu sagen, was sie wann essen müssen, um so alt wie Opa zu werden…
    Abgesehen davon, dass Individuen sich im Stoffwechsel unterscheiden (nicht jeder kann z.B. Vollkorn verdauen, für manche sind getreideschalen gar schädlich!), soll man essen, wann man hunger hat (sofern man nicht an einer gravierenden Essstörung leidet)! Alles andere ist ja absurd!

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