Plastik ist nicht so super

Etwa 500 Tonnen an winzigen Plastikteilchen schwimmen nach Schätzungen von Forschern im Mittelmeer, werden von Fischen gefressen und landen so in der Nahrungskette, die bis zu  Menschen reicht. Lecker. Wer das nicht so toll findet, der sollte nicht nur eine Online-Petition unterschreiben, in der die EU aufgefordert wird, gegen den Plastikwahnsinn vorzugehen, sondern auch selbst einen kleinen Beitrag leisten. Dem Lindwurm kommen inzwischen so wenig Plastikverpackungen wie möglich ins Haus. Bei jedem Einkauf nerve ich die Filialleiter der Supermärkte mit der Frage, warum man denn in ihrem Laden keine Glasflaschen erwerben könne. In der Tat dürfte die Verdrängung der Glas- und Mehrwegflaschen durch die PET-Gebinde zu den größten ökologischen Fehlentwicklungen der vergangenen Jahrzehnte gehören. Und es geht ja nicht nur um den Umweltaspekt. Getränke aus PET-Flaschen schmecken schlechter als solche aus Glasbehältnissen. Ja sogar aus der Dose ist der Geschmack besser als aus dem Plastikteil. Und sage mir keiner, die Weichmacher in den PET-Flaschen seien völlig harmlos. Sicher, eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung besteht wohl nicht, aber wer über viele Jahre aus den Plastikflaschen trinkt, riskiert nach Meinung vieler Mediziner und Chemiker ähnlich viel wie jemand, der raucht.

Es ist ein Irrsinn, dass man auch in den bestsortierten Supermärkten keine Milch in Glasflaschen mehr bekommt, dass, egal ob Mineralwasser oder Ketchup, Plastik überall den Sieg im Verpackungswettbewerb und bei der Kundenbeliebtheit davongetragen hat. Klar, das erscheint zunächst ja auch praktisch: Weniger Gewicht, nicht bruchgefährdet, wegwerfbar. Aber es ist der falsche Weg, der Weg zu verseuchten Meeren, immer höher werdenden Müllbergen und allerlei Gesundheitsrisiken. Und es sind bitte nicht nur die Konsumten in der Pflicht. Die Regierung kann und muss auch mal was unternehmen statt sich einfach zurückzulehnen und einem klaren Marktversagen zuzugucken. Wenn es Italien schafft, die Plastiktüten zu verbieten, weshalb sollte Österreich das nicht können? Außerdem gehört vom Gesetzgeber sichergestellt, dass ich als Konsument zumindest die Wahl habe. Wenn nur mehr Plastik angeboten wird, dann kann man die Alleinverantwortung schwerlich einem „mündigen Konsumenten“ zuschieben. Ach ja, ich sage nicht, dass wir generall vom Kunststoff wegkommen müssen. Wir müssen vom derzeigen, auf Rohöl oder Erdgas basierenden Plastik weg. Alternativen zu dem Schwachsinn, endliche Ressourcen zu Wegwerfprodukten zu verwursten, gibt es ja schon längst…

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7 Gedanken zu “Plastik ist nicht so super

  1. So ist es! Aber Verbote finde ich nicht so zielführend-jeder mündige Konsument hat die Möglichkeit sich an der Kassa für ein Papiersackerl zu entscheiden, keiner ist gezwungen Plastiksackerln zu nehmen. Man sollte auch nicht vergessen dass da eine ganze Industrie dranhängt mit etlichen Arbeitsplätzen und ob das so super wäre wenn da wieder viele Arbeiter plötzlich auf der Strasse stehen? Lieber sollte man Politiker zum Plastikmüll entsorgen umschulen, dann machen die auch einmal im Leben etwas nützliches für Wähler und Umwelt….

  2. auch wenn mir die Ökos – mit ihrem religiösen Eifer – oft auf die Nerven gehen , haben sie in vielen Punkten recht – so auch in diesem.

    zumindest sollte man sich angwöhnen mit einer Stofftasche zum Einkaufen zu gehen…

  3. moment… irgenwie kommen mir da die milchkartons mit plastikflaschen durcheinand. die milchkartons kann man flachdrücken und sammeln. die werden dann wieder gradgebogen und wiederbefüllt. und wenn nicht, dann kommen sie zumindest nicht ins meer, sondern in den hausmüll. glasflaschen kommen deshalb nicht mehr in den handel, weil man in der frischeabteilung mit kartons wesentlich weniger arbeit hat. der spar in deiner nächsten umgebung bekommt einen rollator mit 100+ gestapelten packungen kärntner milch rein und wenn dieser leer ist wird ausgetauscht. den umstieg auf glas will weder der kunde (schlepperei) noch der angestellte (mehr zu tun).

  4. die werden dann wieder gradgebogen und wiederbefüllt. und wenn nicht, dann kommen sie zumindest nicht ins meer, sondern in den hausmüll

    @david: :-))) diese erklärung ist genial mein freund! „die maus“ könnte das nicht glaubhafter beschreiben.

    der artikel vom lw ist wirklich gelungen! du solltest öfter mal solche themen behandeln (wie auch den letzten beitrag über den klagenfurter).

  5. Ja es ist schlimm.
    Das schmlimmste an sich finde ich das es aber auch in der Öffentlichkeit kaum ein Thema ist und NUR die Leute die sich von selbst für Probleme der Welt interessieren darüber dann leider sehr viele Informationen bekommen.

    Ich habs beim surfen auf YouTube gelernt das das Thema übelst kritischer ist als ich dachte. Da ich halt Dokus liebe.

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