Man spricht Deutsch

Immer offener wird Fremdenhass in Österreich institutionalisiert. Der oberösterreichische Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner (FPÖ, was sonst?) will nun die Vergabe von geförderten Wohnungen an Deutschkenntnisse der Antragssteller knüpfen. Und da hat er ja recht. Ohne ausreichend „Daitsch“ ist es ja in der Tat schwierig, mit dem Hundeshasser aus dem zweiten Stock über den gefährlichen Dackel vom Mieter im Ersten zu schimpfen, um dann, wenn man mit dem Dackelbesitzer redet, über die doofe Kynophobie des mieselsüchtigen Herrn aus dem Zweiten zu granteln. Um ein friktionsarmes Zusammenleben zwischen Zuwanderen und Eingeborenen zu erleichtern, sollten erstere zumindest folgende Phrasen auf Deutsch beherrschen:

-Wenn nicht gleich eine Ruhe ist, hole ich die Polizei.

-Das ist eine Wiese und kein Hundeklo

-Mei Hund scheißt wohin er wü

-Hier wird Müll getrennt, sie Schwein.

-Unterem Adolf hätt´s das net gebn

-Auslända auße!

Und schon würden sich viele arme verängstigte Rassisten viel wohler fühlen mit neuen Nachbarn, die von irgendwo aus der gefährlichen weiten Welt in die oberösterreichische Idylle gezogen sind. Ach ja, nur damit die Dinge ein bisserl fair bleiben: Zuwanderer sollten selbstverständlich den Anteil ihrer Steuergelder, die sie für das geförderte Wohnen bezahlen, rückerstattet bekommen, so lange ein Haimbuchner im Amt ist. Wie es ja generell eine gute Idee wäre, würden die pösen „Ausländer“, gegen die die FPÖ andauernd hetzt, in einen Steuer- und Abgabenstreik streten. Wieso sollten auch Leute, die als Menschen zweiter Klasse behandelt werden, erstklassige Steuern und Sozialabgaben blechen?

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9 Gedanken zu “Man spricht Deutsch

  1. In jedem Artikel brav ein Link ins lachsrosa Boboville.

    Bekommt der lindwurm Prozente von seinen alten Kollegen?

  2. … keine Antwort ist auch eine Antwort

    apropos … ich kenne jemanden, der tatsächlich an wahnhaften Störungen leidet. Seither versuche ich mit dem Begriff „paranoid“ als lässiges Schimpfwort etwas vorsichtiger umzugehen.
    Die „echte“ Paranoia ist wirklich eine beschissene Angelegenheit.

    Dann noch schönen Gruss an Deine Freunderl in der Nahost-Redaktion.

  3. @ Tom93: äh, wie kommst du denn darauf, dass im „Standard“ meine „Freunderl“ säßen und diese überdies meine „alten Kollegen“ seien?

  4. Mag Ihren blog meist sehr gerne, aber deutschkenntnisse von 500 wörtern lassen sich in wenigen wochen erwerben.. oder denken sie es ist schön wenn ein polizist in meiner heimatstadt hamburg für simpelste fragen einen dolmetscher braucht bei leuten die in unserem land mit uns zusammen mit gleichen rechten leben?
    genauso wie ich einen eid auf die deutsche verfassung bei der einburgerung begrüßen würde

  5. @ neb
    Deutschkentnisse im Umfang von 500 Wörtern lassen sich vielleicht in einigen Wochen erwerben – aber nur, wenn man sonst nichts zu tun hat.

    @Lindwurm
    „Darauf“ komme ich gar nicht. Ich kenne deinen beruflichen Werdegang ja nicht. Imho verlinkst du auffallend oft in das Sammelbecken der antisemitischen Bobos. Das muss doch nicht sein.

  6. @tom
    deutschkenntnisse im umfang von „500 wörtern“ sollte man – finde ich – schon in einer absehbaren zeit erlernen können wenn man fulltime in einem deutschsprachigem land lebt und ev. kinder hat, die in eine deutschsprachige schule gehen.
    und was den standard betrifft – mit antisemiten und bobos gebe ich dir recht, ich bezweifle hier allerdings eine personalunion. die antisemiten sind wohl eher unter den altlinken bzw. den neuen rechten zu finden, die sich im forum dort suhlen. der lindwurm hat schon öfter lobenswerter weise darauf hingewiesen.

  7. @Tom Meiner hoch geschätzten Meinung nach, sollte der Lindwurm ja zur neutralen „jungen Freiheit“ verlinken…. 😀

  8. @ borrachon

    Die Redaktion des online-St. ist ja nicht blöd. Sie betreibt ein Wechselspiel mit ihrem Forum. Viele Artikel, nicht nur zu Israel, dienen nur als Trigger für vorhersehbare Aufregung im Forum.
    Nicht vergessen: Der online-St. verdient sein Geld mit Zugriffszahlen.

    Bei Nahost-Artikeln, zB, wird JEDES Posting kontrolliert. Dass auch „anti-israelische“ „Meinungen“ veröffentlicht werden, kann ich ja noch verstehen.
    Aber, dass oft genug jede Antwort, Entgegnung oder Richtigstellung verschwindet, kann man schon als Regieführung oder Manipulation sehen.
    Was ich natürlich nicht abschätzen kann ist, ob hier Praktikanten beim Zensur-Dienst ihre Privatmeinung ausdrücken, oder ob dieses Vorgehen Blattlinie ist.
    Aber da kann uns der Lindwurm sicher mehr erzählen 😉

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